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4 Fragen, die Du Dir stellen könntest, bevor Du anfängst zu bloggen

Backen. Fahrrad fahren. Im Supermarkt zu viele nicht geplante Sachen kaufen. Bloggen. Viele Dinge tun wir unbewusst, ohne unsere Motivation ehrlich zu hinterfragen. Nach neun Jahren als Bloggerin habe ich diese kleine Liste zusammengetragen, die von Zeit zu Zeit eventuell eine gute Orientierungshilfe sein könnte, um seinen inneren Antrieb fürs Schreiben und Bloggen zu spiegeln und zu untersuchen.

 

1. Besitzt Du genug Durchhaltevermögen?

Bloggen ist ein hartes Business. Du beginnst bei Null und keiner interessiert sich für Dich oder Deine Texte. Sicher, Du kannst irre gute Bilder bei Instagram posten und es kann schnell nach oben mit den Likes und Followern gehen. Doch davon spreche ich hier nicht. Ich spreche hier vom BLOGGEN. Tagebuch schreiben, so war es zumindest mal früher gedacht. Schreibst Du dauerhaft so gute Texte, dass dauerhaft viele Leute sie lesen werden? Hast Du etwas zu sagen, willst Du ab- und zu ein wenig Seelenstriptease betreiben, kannst Du gute Bilder mit guten Inhalten kombinieren und das auf viele Jahre? Oder sagen wir besser, kannst Du Dir das vorstellen? Supi, dann beginne einfach damit.

 

2.  Hast Du Lust auf Öffentlichkeit und Kritik?

Du solltest Dir schon genau überlegen, wie viel Persönliches Du preisgibst. Viele lesen heimlich mit und das Internet vergisst nichts. Doch wenn Dir das egal ist und Du drauf scheissen kannst, umso besser. Es ist nur leider so, dass sich manche Sichtweisen (zum Glück) verändern und Du dann halt etwas anderes mal irgendwo hingeschrieben hast. Sei Dir darüber bewusst, dass es Leute gibt die so wenig eigenes Leben haben dass sie jeden Schritt von Dir protokollieren werden, Deine Sätze verdrehen und Scheisse über Dich erzählen werden.

 

3. Bist Du so wie alle anderen?

Du wirst natürlich sagen: Nein, ICH bin anders als alle anderen. Leider wirst Du feststellen, dass Du über die gleichen Belanglosigkeiten nachdenkst, schreibst, bloggst und postest wie die ganzen Mitläufer auf Instagram. Und weißt Du das? Das ist vollkommen ok. Auch Goethe hat immer das Alphabet zum Schreiben benutzt, das alle in seinem Land benutzten. Es zählt das Ergebnis und nicht der Weg dorthin. Zumindest für mich war das immer so. Ich bin eher ergebnisorientiert. Doch wenn Du auf dem Weg zum Ergebnis auch noch Spaß hast – perfekt! Akzeptiere und liebe den Teil an Dir, der normal ist und hype den, der geisteskrank, strange, anders, verdreht und eigentlich damit nur kreativ ist .Und vergiss nicht: Ohne eine gewisse Bodenständigkeit kannst Du keine guten Ideen verkaufen und ohne Kreativität nützt Dir das beste praktische Wissen nichts, weil Du es nur linear anwenden wirst und nicht um oder selten um die Ecke denken wirst.

 

4. Warum bloggst Du eigentlich ?

Bloggst Du für Dich, für andere, für alle, für keinen, für Deine Seele oder Deine Dich ignorierende Deutschlehrerin aus der zweiten Klasse, die Du immer noch beeindrucken willst? Und wenn nicht für eine bestimmte Gruppe oder für Dich oder einen einzelnen, warum bloggst Du dann? Ist es dieses seine Seele erleichtern dass Dich fasziniert? Ist es sich das mit anderen verbinden können, das bestätigt und bewundert werden oder willst Du am Ende des Tages die Leute vielleicht wirklich zum Nachdenken anregen? Geht es Dir eigentlich nur um Dich oder um das Werk und Deine Botschaft hinter den Sätzen?

 

Wenn Du Dir selbst einige dieser Fragen beantworten kannst, so kann es dabei helfen, in eine bestimmte Richtung zu gehen und es kann sich für Dich eine stabilisierende Struktur abzeichnen. Dennoch zeigen sich einige Dinge erst mit der Zeit und viele Dinge weiß man nicht vorher, denn sonst würde man sehr oft erst gar nicht erst beginnen, denn wir Menschen lassen uns sehr leicht beeinflussen von vielen Dingen um uns herum. Es geht auch gar nicht um die richtige oder falsche Motivation, denn die gibt es nicht. Jeden treibt etwas anderes an, auch wenn viele das Gleiche tun. Doch vielleicht hat Frieda Kahlo ihre Bilder einfach aus einem anderen Grund gemalt als Ernst Ludwig Kirchner, und dieser wieder aus einem anderen Grund als Picasso? Dies macht ihre Bilder nicht weniger wertvoll oder interessant als die eines anderen. Es sind und bleiben Bilder. Wie wirst Du Deins malen?

Übrigens: weitere Artikel von mir findest Du hier.


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