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Das solltet ihr antworten, wenn Personaler nach eurem aktuellen Gehalt fragen

Über das Gehalt zu sprechen, ist immer ein bisschen unangenehm — aber besonders dann, wenn ein Personaler in einem Job-Interview nach eurem aktuellen Gehalt fragt. Hier bekommt ihr 6 Tipps von unserem Partner Business Insider wie ihr am besten mit dieser Frage umgeht.

Warum ist es unangenehm wenn der Personaler nach dem aktuellen Gehalt fragt?

Erstens, nehmen wir an, sie wollten euch 80.000 Euro anbieten — aber ihr sagt, dass ihr gerade 55.000 Euro verdient. Wenn sie diese Summe erstmal gehört haben, könnten sie ihr Angebot auf 70.000 herunterschrauben.

Zweitens, vielleicht können sie euch nur 50.000 Euro anbieten, weil nicht mehr Budget für diese spezielle Position drin ist. Wenn ihr sagt, dass ihr gerade 55.000 Euro verdient, denken sie vielleicht, dass sie sich euch nicht leisten können.

Drittens, wenn ihr deutlich weniger als der Durchschnitt in eurer Position verdient, könnte der Arbeitgeber annehmen, dass ihr nicht sehr qualifiziert seid.

Aber ob ihr es mögt oder nicht, die Wahrscheinlichkeit, dass diese Frage im Job-Interview auftritt, ist recht hoch.

Die Autorinnen Jacquelyn Smith und Annette Dönisch von Business Insider haben mit Lynn Taylor gesprochen, einer Job-Expertin und der Autorin des Buches „Tame Your Terrible Office Tyrant:  How to Manage Childish Boss Behavior and Thrive in Your Job“, die uns Tipps im Umgang mit der Frage nach dem aktuellen Gehalt gegeben hat. Das hat sie uns geraten:

1. Informiert euch

Wissen ist Macht. In das Bewerbungsgespräch solltet ihr so gut informiert wie möglich gehen, was eure Gehaltsspanne angeht. Taylor rät: „Besucht Gehalts-Websites wie Glassdoor.com und fragt eure Kontakte bei LinkedIn und in anderen Netzwerken.“

Sie schlägt vor, dass ihr mit Menschen sprecht, die bei der Firma arbeiten, bereits da gearbeitet haben oder mit Menschen, die andere kennen, die dort arbeiten. „Kennt schon im Vorfeld eure Wunsch-Gehaltsspanne und versucht basierend auf eurer Recherche realistisch zu sein.“

2. Lenkt ab

„Ihr könntet es mit Diplomatie probieren“, sagt Taylor. „Ihr könntet sagen: ‚Ich bin, was das Gehalt angeht, flexibel. Die Position und das Entwicklungspotential sind für mich viel wichtiger als die Vergütung. Würdet ihr mir die ungefähre Gehaltsspane für diese Position mitteilen?“

Der Personaler könnte euch verschonen und euch tatsächlich die Größenordnung nennen. Im schlimmsten Fall sagen sie laut Taylor „Ich habe zuerst gefragt“ und spielen damit den Ball zurück.

3. Wiegelt ab

Ihr kommt nicht drumherum, dem Personaler euer Gehalt zu nennen? Und es ist nicht gerade hoch? Dann wiegelt gleich ab. Erklärt, warum euer Gehalt unter Marktwert liegt.

„Es könnte sein, dass ihr erst kürzlich mehr Verantwortung aufgetragen bekommen habt. Oder dass eure Abteilung zurückgefahren wurde“, sagt Taylor. „Gebt dem Personaler auf keinen Fall das Gefühl, dass ihr unterqualifiziert seid.“

Ihr bekommt gerade mehr Gehalt, als in dem neuen Job möglich ist? Dann fragt nach anderen Leistungen, die das niedrigere Gehalt ausgleichen würden. Sei es mehr Urlaub oder einen Tag Home-Office in der Woche.

So oder so bringt es euch weiter, mehr als nur „Ich verdiene die Summe X“ zu sagen. Gebt eurer Antwort ein bisschen Kontext und es kann zu einer Diskussion kommen, in der es um eure Stärken geht und ihr Fragen klären könnt.

4. Prüft den Interviewer

Nicht nur ihr werdet in Vorstellungsgesprächen unter die Lupe genommen. Auch der Personaler und das Unternehmen werden geprüft — von euch.

Darauf solltet ihr laut Taylor achten: „Bekommt ihr die Gelegenheit, über eure Ziele zu sprechen? Einer guter Chef wird zuhören, wenn es um eure Interessen und langfristigen Ziele geht. Ein schlechter bricht das Interview gleich ab, wenn ihr leicht außerhalb der Gehaltsspanne liegt.“ In letzterem Fall bist du vielleicht noch einmal knapp davon gekommen.

5. Lügt nicht

Wovon Taylor abrät: Wenn ihr nach eurem Gehalt gefragt werdet, solltet ihr nicht lügen. Übertreibt bei eurem aktuellen Einkommen nicht, sei es nach oben oder unten. Mit etwas Recherche könnte die andere Person das rausbekommen. „Ihr könntet nicht nur den Job nicht bekommen, sondern auch eurem professionellen Ruf schaden.“

 

6. Betont, dass ihr einen guten Job machen wollt

Wenn ihr dem Personaler zu verstehen gebt, dass ihr mit Leidenschaft bei der Sache seid und gerne einen guten Job macht, habt ihr eine bessere Verhandlungsposition. Sie werden das Gefühl haben, dass ihr es nicht nur auf ihr Geld abgesehen habt.

Taylor sagt: „Wenn ihr euch auf die Frage nach eurem aktuellen Gehalt vorbereitet und aus der Frage ein Gespräch entstehen lasst, bei dem ein gemeinsames Interesse herauskommt, seid ihr auf einem guten Weg.“

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