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Ich wollte doch etwas anderes vom Leben

Einen Satz, den man immer wieder hört: „Eigentlich wollte ich etwas ganz anderes werden, aber…“. Tja, die Frage ist nur: Warum werden wir nicht, was uns wirklich und wahrhaftig glücklich machen würde?

 

Wenn
ich groß bin, werde ich Ballerina!

Wenn
es um die Berufswahl geht, gibt es Menschen, die bereits in jungen Jahren
wissen, welchen Beruf sie später einmal ergreifen möchten. (Tier-)Ärztin, Lehrer,
Kieferorthopädin oder Musiker stehen dabei ganz oben auf der Liste der angestrebten
Berufe. Wie ist es aber um die bestellt, die noch auf der Suche nach dem
Traumjob sind, die noch kein klares berufliches Ziel vor Augen haben und nicht
einmal wissen, in welche Richtung es überhaupt gehen soll?

Gerade
Frauen kämpfen heute genauso wie in den vergangenen Jahrhunderten damit,
herauszufinden, wie sie Erfüllung, Zufriedenheit und Glück im Leben und im
Beruf finden sowie dabei gleichzeitig den gesellschaftlichen Erwartungen an sie
gerecht werden können. Genau wie Männer dürfen Frauen zwar durchaus studieren
und Karriere machen, allerdings sollen oder müssen sie bei ihrer
Berufsentscheidung auch immer schön die Familienplanung im Auge behalten, denn spätestens
ab 35 tickt die biologische Uhr und tickt und tickt und tickt…

Was
ist, wenn ich doch etwas anderes vom Leben möchte?

Was
aber, wenn man als Frau nach erfolgreich abgeschlossenem Studium feststellt,
dass man mehr vom Leben will? Wenn man sich die Frage stellt: soll das jetzt
alles sein, oder ist da noch mehr? Kommt da noch was? Habe ich nun wirklich den
Weg eingeschlagen
, den ich gehen will, oder gibt es da noch einen bisher
unerfüllten Wunsch, ja vielmehr eine Sehnsucht nach etwas ganz anderem?

Entscheidet
sich eine Frau dann dafür, sich neu zu orientieren, anstatt ihren erlernten Beruf
weiter auszuüben, erntet sie meist nur Kopfschütteln und Unverständnis für ihr
Streben nach Selbstverwirklichung. Offensichtlich wird Frauen in unserer ach so
emanzipierten Welt wohl doch nicht die Zeit und der Raum gegeben, sich
vollständig und vor allem nach ihren eigenen Vorstellungen zu entfalten. Was
wurde nur aus: „Du kannst alles werden, was du willst, wenn du nur fest daran
glaubst?“

„Eigentlich wollte ich ja etwas ganz anderes werden, aber dann…“

Spricht
man mit Menschen über den bisherigen Verlauf ihres Lebens, so fällt häufig der
Satz „Eigentlich wollte ich ja etwas ganz anderes werden, aber dann…“. Wenn viele
von uns eigentlich etwas ganz anderes werden wollten, was hat uns dann davon
abgehalten, damals diesen einen Traum wirklich zu verfolgen?

Vorgefertigte
Meinungen und gesellschaftliche Erwartungen sind häufig der Grund, weshalb wir
uns gegen Berufe entscheiden, die nicht die nötige Sicherheit bieten oder ein
geregeltes Einkommen versprechen. Bloß kein Risiko eingehen. Darüber hinaus ist
es manchmal schwierig ohne die Zustimmung der anderen, insbesondere von
Freunden und Familie sein Ding zu machen. Oftmals trauen wir uns aber auch einfach
nicht unseren eigenen Weg zu gehen, weil wir erfüllen möchten, was andere von
uns erwarten und wir niemanden enttäuschen wollen. Zu groß ist die Angst in uns
hineinzuhorchen, uns die Zeit zu nehmen, um herauszufinden, was wir wirklich
mit unserem Leben anfangen wollen und welchen Sinn wir ihm geben möchten.
Manchmal fehlt uns aber auch das Selbstvertrauen oder der Glaube an unsere
eigenen Fähigkeiten
.

Somit
liegt das Problem häufig auch an uns. Denn egal wie unabhängig wir gerne sein möchten
und wie sehr wir auch behaupten, dass uns die Meinung anderer egal sei und uns
diese keineswegs beeinflussen, so lassen wir uns doch immer wieder von ihnen
leiten und überdenken unsere Entscheidungen oder stellen diese in Frage.

Wer
was ändern will, muss raus aus der Komfortzone

Und
doch gibt es sie, die Frauen, die nach vielen Jahren im Job oder als Hausfrau
und Mutter nochmal ganz von vorne anfangen möchten und sich dann endlich den
langersehnten Wunsch vom Traumjob erfüllen. Was diese Menschen antreibt ist
oftmals nicht nur das Streben nach persönlicher Erfüllung, sondern häufig auch einfach
der Drang, seine Komfortzone zu verlassen und aus den gewohnten Mustern
auszubrechen. Endlich mal etwas wagen, etwas tun, was sie schon immer mal
ausprobieren wollten. Diese Frauen besitzen Mut und Entschlossenheit. Mut für
das zu kämpfen, was ihnen wichtig ist, auch mal Fehler zu machen und trotzdem
weiterzugehen. Die Entschlossenheit die Angst vor dem Scheitern zu überwinden. Die
Angst davor, eine falsche Entscheidung zu treffen, wenn sie nicht den
konventionellen Weg gehen. Denn diese Angst allein reicht nicht aus als Grund,
um sich nicht auf die Suche nach Selbstverwirklichung zu begeben.

Nicht
jeder von uns ist gemacht für ein Leben, das ganz geradlinig verläuft und nicht
jeder strebt Kontinuität an. Und wer weiß denn schon, ob es sie wirklich gibt,
DIE richtige Entscheidung? Das würde ja implizieren, dass wir mit Sicherheit
wissen, dass alle anderen Entscheidungen falsch sind.

Aber
kann es denn wirklich falsch sein, wenn man sich für einen Job entscheidet, vielleicht
auch viel später in seinem Leben, den man aus Leidenschaft und voller
Begeisterung ausübt? Schließlich ist es doch so: Wenn wir einen Beruf ausüben,
und darin möglicherweise entgegen aller gesellschaftlicher Erwartungen und
Konventionen Erfüllung finden, Spaß daran haben und motiviert sind, dann haben
wir genau das gefunden, was uns glücklich macht – und gehen dadurch unseren ganz
persönlichen und absolut richtigen Weg.

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