Foto: Dunja Hayali

Dunja Hayali: „Die Steine, die mir in den Weg gelegt wurden, kamen von Frauen“

Bei der Veranstaltungsreihe Rolemodels erzählte die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali über ihren Werdegang. Wir haben die fünf wertvollsten Tipps von ihr für euch festgehalten.

 

Umgekehrte Rollen

Während die Rolemodels-Gründerin Isa Sonnenfeld in die Veranstaltung einführt, hält sich Dunja Hayali an ihrem Bier fest und schaut sich nach ihrer Hündin Emma um. Die Frau, die im ZDF-Morgenmagazin immer so selbstsicher, offen und zielstrebig erscheint, wirkt in diesem Setting eher schüchtern. Anscheinend ist ihr das selbst bewusst, denn nach einem weiteren kräftigen Schluck aus der Bierflasche erklärt sie, dass sie sonst ja auf der anderen Seite sitzt: auf der Seite der Menschen, die Fragen stellen und nicht derjenigen, die sie beantworten. Das alles mit einem Charme, der wahrscheinlich auch zu ihrem beruflichen Weiterkommen beigetragen hat.

Im Verlauf des Gesprächs wird Hayali jedoch immer lockerer und erzählt offen, welche Faktoren zu ihrem jetzigen Erfolg geführt haben. Ihre Karrieretipps eignen sich dabei nicht nur für zukünftige Journalistinnen, sondern für Menschen in allen Branchen. Hier sind die Besten fünf.

1. Hab Vertrauen in dich selbst

Obwohl Hayali mit bereits 42 Jahren zu den erfolgreichsten Journalisten Deutschlands zählt, war ihr Weg – anders als man vermuten würde – nicht immer geradlinig. Die studierte Sportjournalistin erzählte, sie sei in Unternehmen engagiert gewesen, die insolvent gegangen seien, aus einem Kölner Radiostudio gefeuert worden, weil sie ihr Studium und ihren zweiten Job nicht hintenanstellen wolle und sie sei in ihren ersten Radiosendungen zu nervös zum Atmen gewesen. Diese ganzen „Krisen“ habe sie nicht zum Anlass genommen, sich herunterziehen zu lassen, denn sie habe immer Vertrauen in ihre Entscheidungen gehabt. Selbst ihrem 16-Jährigem Ich würde sie heute sagen: „Du machst alles richtig“. Also: Lasst euch nichts einreden und vertraut euch selbst!

2. Nimm dich nicht so ernst

Spätestens nach der Verleihung der Goldenen Kamera wäre der ein oder andere aufgrund des eigenen Erfolgs abgehoben und hätte sich in gewissen Maßen für etwas Besseres gehalten. Hayali gestand, diese Angst habe sie selbst auch gehabt. Ihrer Meinung nach könne man das verhindern, indem man sich selber immer mal wieder auf die Schippe nehme. Zu ihren Leistungen sagt sie zu sich selbst: „Wo kommt das her, du kleiner Mensch?“ Diese Selbstironie macht sie wahnsinnig sympathisch und lässt sie dann auch tatsächlich nicht abgehoben wirken. 

3. Versammle nur loyale Menschen um dich herum

Ehrlichkeit ist nicht in jeder Situation von Nöten, aber manchmal sehr hilfreich. Besonders wenn man in der Öffentlichkeit steht, bräuchte man Menschen, die einem nicht immer nach dem Mund reden, sondern die Meinung ins Gesicht sagen, so Hayali. Außerdem bräuchte man Freunde, die „Stammtischgespräche“, wie es Hayali ausdrückt, auch genau solche bleiben lassen und nicht an die Öffentlichkeit tragen. In Zeiten von sozialen Medien ist es auch für Menschen mit einem nicht öffentlichen Beruf wichtig, die Gewissheit zu haben, dass sie ihren Freunden vertrauen können. Also sucht euch eure Freunde genau aus und behaltet nur die loyalen.

4. Schaff dir einen Hund an

Jeder hat Phasen im Leben, in denen er sich am liebsten zu Hause vergraben möchte, da irgendetwas gerade so gar nicht gut läuft. Dabei muss es gar nicht die Ausmaße von den Hass-Nachrichten erreichen, die Hayali als Reaktionen auf ihre Arbeit bekommt. Um trotzdem rauszukommen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die einfach mal nicht über den Beruf reden und einen treuen Wegbegleiter haben wollen, sei ein Hund genau das Richtige. Zumindest sieht es Hayali so, die sagt, dass die Zeit in der sie besonders angegriffen worden sei, ohne ihren Hund Emma nicht zu überstehen gewesen wäre.

5. Frauen sollten Frauen unterstützen

Frauen haben es, verglichen zu ihren männlichen Kollegen, häufig schwerer in ihrem Beruf aufzusteigen. Statt sich gegenseitig zu unterstützen, seien es jedoch häufig die Geschlechtsgenossinnen, die einem den Beruf noch weiter erschweren, so zumindest die Erfahrung von Hayali. Sie sagte: „Die Steine, die mir in den Weg gelegt wurden, kamen von Frauen.“ Einen Tipp um dieses Verhalten zu beenden, hat sie auch gleich geben können: „Sei einfach keine Bitch.“ Na, wenn es so einfach ist, setzen wir es doch gleich mal um.

Mehr Veranstaltungen und Podcasts mit weiblichen Vorbildern findet ihr auf der Website von Rolemodels.

Artikelbild: Ralf Roletschek (talk) Infos über Fahrräder auf fahrradmonteur.de – Eigenes Werk, CC BY 3.0


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