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Frauen werden besser bewertet, aber trotzdem nicht befördert: Weg mit den Vorurteilen!

Was eine gute Führungskraft ausmacht

Was müssen Mitarbeiter*innen mitbringen, um für eine Führungsposition in Betracht zu kommen? Schaut man sich die Zusammensetzung von Vorständen heute an, so könnte man meinen, dass sie vor allem männlich sein müssen. Fehlt es Frauen etwa an bestimmten Kompetenzen? Im Gegenteil: Laut einer Analyse von Forscher*innen des Harvard Business Reviews (HBR) schätzen Mitarbeiter*innen ihre Kolleginnen in vielen Bereichen besser ein als ihre männlichen Kollegen. 

HBR befragte für die Analyse knapp 5.000 Frauen und 4.000 Männer und bat sie einzuschätzen, wie ausgeprägt bestimmte Führungskompetenzen bei Kolleg*innen vorhanden sind. Dazu gehörten zum Beispiel Belastbarkeit, Integrität, die Fähigkeit zur Teamarbeit oder ob sie innovative Ideen haben, andere unterstützen, externe Kontakte gut pflegen oder zielstrebig sind. Ergebnis der Analyse war, dass Frauen in 84 Prozent der Kategorien kompetenter eingestuft wurden als ihre männlichen Kollegen. Männer wurden in lediglich zwei Kategorien besser eingeschätzt: „Entwickelt eine strategische Perspektive“ und „technisches oder professionelles Fachwissen“.

Zudem wurden Frauen gebeten, sich selbst bezüglich der genannten Kompetenzen einzuschätzen – ihre eigenen Beurteilungen fielen nicht so gut aus. Erst mit zunehmendem Alter stieg das berufliche Selbstbewusstsein der befragten Frauen. Frauen unter 25 Jahren schätzten ihre Fähigkeiten weniger gut ein, während Männer im gleichen Alter sich eher überschätzten und darauf vertrauten, dass ihnen fehlende Kompetenzen im neuen Job beigebracht werden.

Vorurteile verbauen Frauen ihren Karriereweg

Gerade mal 8,8 Prozent beträgt der Frauenanteil in den Vorständen der 160 deutschen börsennotierten Unternehmen. In 53 dieser 160 Unternehmen gibt es nicht mal eine einzige Frau im Vorstand. Als mögliche Gründe führt HBR an, dass Frauen immer noch mit Vorurteilen konfrontiert sind und bei Personalfragen in Stereotypen gedacht wird. Der Klassiker: Frauen seien mehr an der Familie als an ihrer Karriere interessiert und deswegen nicht für zeitintensive Führungspositionen geeignet.

Warum Frauen sich selbst nicht so gut einschätzen wie sie von anderen wahrgenommen werden, könnte am eigenen Anspruch liegen, perfekt sein zu müssen, um mit anderen konkurrieren zu können. Zudem bekommen Frauen nicht immer ehrliches Feedback, weil auch hier das Vorurteil herrscht, sie könnten damit nicht umgehen. Anstatt also beispielsweise einer Angestellten zu sagen, dass sie in Sitzungen mehr Initiative zeigen solle, wird ihr die Möglichkeit vorenthalten, sich zu verbessern – und sie weiß nicht, weswegen ihre Beförderung ausbleibt.

Weg mit den Stereotypen

Eine wichtige Schlussfolgerung der Analyse ist demnach die Forderung nach mehr Ehrlichkeit. Entscheidungsträger*innen in Unternehmen müssen sich selbst gegenüber ehrlich und vor allem kritisch sein. Sie sollten sich immer die Frage stellen, ob sie ihre Vorurteile bei einer Personalentscheidung abgelegt haben und die Stelle wirklich der qualifiziertesten Person übergeben. Sie müssen aufpassen, dass sie nicht in ihrer Komfortzone stecken bleiben und nur ihnen ähnliche Personen befördern – und damit meist Männer. Es ist wichtig, dass sie Frauen fördern und ihnen Verantwortung übertragen – denn dieser Verantwortung sind sie entgegen aller Vorurteile durchaus gewachsen.

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