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Gute Führung: Ohne Souveränität geht es nicht

Warum Souveränität eine wesentliche Eigenschaft von Führungspersönlichkeiten ist und wie souveränes Handeln gelingt.

 

Als Führungskraft braucht man Haltung

Souveränität ist eine Haltung und unabdingbar, um in komplexen und stürmischen Zeiten auf Erfolgskurs zu bleiben. Deine Einstellung zu den verschiedenen Dingen und Themen drückt sich in jeder Geste und Mimik, in jeder Bewegung, in der Körperhaltung und damit letztlich in deiner Verhaltensweise aus. Menschen wirken immer in ihrer gesamten Erscheinung, nicht nur durch das, was sie sagen. Souveräne Menschen sind integer, authentisch und vertrauenswürdig. Sie stehen zu dem, was sie denken und sagen – und handeln danach, ohne dabei überheblich oder arrogant zu wirken.

Souveränität ist eine wesentliche Eigenschaft von Führungspersönlichkeiten. Voraussetzung dafür ist, sich selbst genau zu kennen und regelmäßig Bilanz zu ziehen. Warum tust du das, was du tust? Warum stehst du morgens auf? Woran willst du wachsen? Welche Herausforderungen sind dir wichtig? Was würdest du gerne anders machen? Was überhaupt nicht mehr und was stattdessen? Nur mit dieser inneren Klarheit über die eigenen Motive, Werte und Potenziale, ist es möglich, diese auch voranzutreiben und Veränderungen zu bewirken.

Viele stellen sich diese Fragen in der Hektik des Alltags jedoch nicht. Vergessen wird dabei, dass beruflicher und persönlicher Erfolg nur möglich ist, wenn du zu einhundert Prozent hinter deinen Zielen und Entscheidungen stehst. Wenn du souverän führen möchtest, dann beginnt das bei dir. Die Kunst ist es, klar zu wissen, was man will und dann situativ die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nur, wer sich selbst kennt und weiß, wo und wofür er steht, kann auch anderen Menschen die notwendige Sicherheit und Orientierung bieten. Souveränität schafft Vertrauen und erfordert es, zu dem zu stehen und nach dem zu handeln, woran man glaubt.

Souveränität entsteht durch Gelassenheit

Wenn wir uns über das Verhalten eines Mitarbeiters, eines Kollegen oder Geschäftspartners ärgern, dann beißen wir uns häufig geradezu daran fest. Dabei geht es dann meist gar nicht mehr um die Sache selbst, sondern vielmehr um die eigenen Gedanken und das eigene gekränkte Ego, das Gerechtigkeit, Genugtuung oder Wiedergutmachung will und das wir nur schwer loslassen können.

Wer das Vergangene wieder und wieder Revue passieren lässt, erzeugt die negativen Gefühle selbst – und zwar so lange, bis man in einer endlosen Abwärtsspirale gefangen ist, aus der man nur mühsam wieder herauskommt. Stress und Gereiztheit sind dann die Folge. Gelassenheit entsteht durch Loslassen. Das bedeutet, sich aus einer belastenden Situation zu befreien, indem wir akzeptieren und annehmen, dass etwas den eigenen Wünschen und Vorstellungen widerspricht. Mit dieser klaren Entscheidung haben wir den Kopf frei, um etwas Neues zu beginnen und Ideen in die Tat umzusetzen.

Souveränität entsteht, wenn das Loslassen gelingt. Mach bei jedem Konflikt deine persönliche Gewinn-und-Verlust-Rechnung: was gewinnst du, wenn du loslässt, und was verlierst du, wenn du es nicht tust?

Souveränität durch Entschlossenheit

Akribische Planer gibt es viele, entschlossene Macher hingegen nur wenige. Dinge zu durchdenken und zu planen gilt als Zeichen von Intelligenz und Weitsicht. Doch wer sich ständig nur den Kopf zerbricht, verhindert damit oftmals auch ein entschlossenes Handeln. Eine gute Vorbereitung ist natürlich unabdingbar, doch auch die gründlichste Planung muss irgendwann abgeschlossen sein und in die Tat umgesetzt werden.

Zwischen einer Idee und dem Erfolg steht immer das Handeln, also die Dinge gezielt so beeinflussen zu können, dass wir nicht mehr von den Umständen oder den Meinungen anderer abhängig sind. Diese drei Handlungsmöglichkeiten haben wir in allen Situationen: selbst handeln, andere zum Handeln bewegen oder ganz bewusst etwas unterlassen. Jede Handlung ist auch mit Risiken verbunden, doch je länger wir über diese Risiken nachdenken, umso gewichtiger erscheinen uns die Nachteile – und damit richten wir unseren Fokus auf das „Nichtgelingen“ und verhindern entschlossenes Handeln.

Souveränität entsteht, wenn wir unsere Handlungen auf die Bereiche fokussieren, in denen unsere Einflussmöglichkeiten groß sind und ins Tun kommen, anstatt uns über Dinge zu ärgern, die wir nicht ändern können.

Souveränität durch Veränderungsbereitschaft

Häufig bestimmen Normen, Regeln und Formalitäten unseren Alltag. Gewisse Strukturen sind für die Ordnung durchaus wichtig und notwendig, sie sind jedoch dann fehl am Platz, wenn sie an der Lebenswirklichkeit vorbeigehen und einfache Lösungen verhindern. Wenn wir an Altem festhalten, obwohl wir längst wissen, dass eine Veränderung dringend erforderlich ist.

Wenn sich neue Möglichkeiten eröffnen, wird in solchen Momenten oft zu kompliziert gedacht – und damit stehen wir uns dann meist selbst im Weg. Denken ist richtig und wichtig, führt jedoch nicht automatisch dazu, dass auch tatsächlich etwas Entscheidendes geschieht. Möglichkeiten gibt es weit mehr, als wir auf den ersten Blick glauben, doch fallen sie uns weder direkt vor die Füße, noch kommen sie auf dem berühmten Silbertablett daher. Chancen wollen gefunden und vor allem erkannt werden – und selbst dann müssen wir sie immer noch ergreifen.

Souveränität entsteht, wenn wir diese neuen Möglichkeiten sehen und besonnen handeln, anstatt aus Angst vor Veränderungen zu lange zu zögern und uns damit zu trösten, auf die (noch) passendere Gelegenheit zu warten.

Souveränität durch Mut

Viele Führungskräfte verkörpern nach außen das Bild eines Machers und Entscheiders, doch innen sieht es oft ganz anders aus. Im Laufe der Jahre ist vielleicht vieles zur Routine geworden, die Bereitschaft für Veränderung ist verlorenen gegangen, Konflikte werden ausgesessen und manchmal ist auch einfach die Freude an der Arbeit abhandengekommen.

Mutig ist der, der bereit ist, neue und außergewöhnliche Wege zu beschreiten und sich auch einmal über bestehende Regeln hinwegsetzt, wenn dies dem effizienten Lösen einer Aufgabe dient. Natürlich können dabei auch Fehler passieren. Sie zuzugeben fällt nicht leicht, aber es ist wichtig und mutig, es zu tun. Einen Fehler zu riskieren ist besser, als etwas nur aus Prinzip zu machen (oder eben auch nicht), denn das bringt selten Vorteile und ist in den meisten Fällen auch noch Zeit- und Energieverschwendung.

Souveränität entsteht, wenn wir Verantwortung übernehmen, mutig unseren Weg gehen, Fehler ehrlich zugeben und die Konsequenzen annehmen.

Der Artikel ist zuerst auf coachdogs.com erschienen. Wir freuen uns, ihn auch hier veröffentlichen zu können.

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