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Mit diesen Killerfragen finden CEOs die besten Kandidaten für den Job

Standardfragen helfen in Bewerbungsgesprächen nicht weiter, wenn man wirklich ins Innerste der Bewerber vordringen will – hier sind einige der Fragen, mit denen CEOs ihren Kandidaten so richtig auf den Zahn fühlen.

 

Wie ticken Bewerber wirklich?

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Was ist Ihre größte Schwäche? Warum wollen Sie bei uns arbeiten? Gähn! Viele Personaler stellen solche Standardfragen schon gar nicht mehr oder formulieren sie wenigstens ein bisschen origineller um, damit sie wenigstens einigermaßen brauchbare, sprich aussagekräftige Antworten erhalten.

Je höher man allerdings hierarchiemäßig kommt, desto seltener wird man mit derart abgedroschenen und damit leicht zu bewältigenden Fragen konfrontiert werden, schreibt Jason Karaian auf Quartz. Er hat mit CEOs und anderen Leuten in führenden Positionen gesprochen und sie zu ihren Interview-Techniken in Bewerbungsgesprächen befragt – und sich erkundigt, ob es die eine Killer-Frage gibt, die sie jedem Bewerber stellen, um herauszufinden, ob er oder sie die richtige Besetzung für die Position ist. Die Antworten, schreibt Karaian, seien sehr unterschiedlich ausgefallen, aber alle hätten das Ziel, die geistige Haltung und die Mentalität der Bewerber einschätzen zu können.

Und hier sind die aus unserer Sicht spannendsten Killer-Fragen der CEOs:

„Werden Sie lieber respektiert oder gefürchtet?“

Ich muss ja zugeben, dass ich die Frage irgendwie gar nicht richtig verstanden habe – weil ich mir gar nicht vorstellen kann, dass es Leute gibt, die lieber gefürchtet als respektiert werden. Vielleicht ist das ein Grund dafür, warum ich noch nicht CEO bin? Michael Gregoire, CEO einer Firma für IT-Management-Software, berichtet jedenfalls, dass seine Frage die Leute immer unvorbereitet träfe und sie dazu brächte, wirklich etwas über ihren Führungsstil zu offenbaren. Im Prinzip gibt es auf die Frage nicht die eine richtige Antwort – aber in einem eher gemeinschaftlich geprägten Arbeitsumfeld wäre es wohl besser, lieber respektiert zu werden; bewirbt man sich hingegen für einen Job, der auch harte Entscheidungen beinhalten wird, könnte es sein, dass eher die „gefürchtet“-Variante erwünscht ist.

„Warum sind Sie heute hier?“

Eine ziemliche Open-End-Frage, aber Gordon Wilson, der CEO einer britischen Software-Firma, will auf eine ganz spezifische Antwort hinaus: „Es überrascht mich, wie oft Bewerber über die Vorteile der Stelle für sie persönlich sprechen, und nicht darüber, wie sie die Firma bereichern könnten“, sagt Wilson. Die Frage helfe ihm, zu beurteilen, ob ein Bewerber ein Team bereichern möchte – oder es nur um ihn selbst gehe.

„Was ist Ihr größter Traum?“

Wer diese Frage von Zhang Xin gestellt bekommt, sollte ihre Geschichte kennen: Die Chinesin ist Mitgründerin und CEO von Soho China, einem kommerziellen Immobilienentwicklungsunternehmen. Sie ist Self-Made-Milliardärin, arbeitete einst in einer Textilfabrik in Hongkong und kratzte so genug Geld zusammen, um ihr Studium in England zu finanzieren. Kandidaten sollten also wissen, dass keine Antwort zu ambitioniert sein kann – und dass Zhang Xing es wirklich ernst meint, wenn sie sagt, dass sie ein besonderes Faible für unkonventionelle Menschen und Lebensläufe hat.

„Womit sind Sie gescheitert?“

Für viele CEOs ist es eine richtige kleine Obsession, vergangene Niederlagen zu sezieren – weil sie so herausfinden können, wie es bei den Kandidaten um Eigenschaften wie Resilienz, Kreativität und Demut bestellt ist. Wer in der Lage ist, offen, ehrlich und konkret über frühere Unzulänglichkeiten und Fehler zu sprechen, kommt gut an – aber nur, wenn er in der Lage ist, zu erklären, warum er dadurch „eine bessere Person, eine bessere Partnerin, Führer oder Manager geworden ist“, so sieht es Roger Crandall, CEO der amerikanischen Versicherungsgruppe MassMutual.  

„Als Sie sieben oder acht Jahre alt waren – wer wollten Sie damals sein?“

Barbara Byrne ist Vize-Vorsitzende im Bereich Investmentbanking bei Barclays, und sie sagt, sie sei „keine technische Interviewerin“ – wenn jemand ein Vorstellungsgespräch bei ihr hat, geht sie erstmal sowieso davon aus, dass es sich um eine smarte Person handelt. Sie will herausfinden, ob die Kandidaten den „Flugzeugtest“ bestehen, also: „Könnte ich im Flugzeug von New York nach Los Angeles neben dir sitzen, ohne zu Tode gelangweilt zu sein?“ Und Kindheitsträume seien ein guter Einstieg. „Manche Leute sind sofort voll da“, sagt Byrne, „du bist sofort mit der echten, unverstellten Person verbunden.“

Hier gehts zu weiteren Killer-Fragen.

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