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8 Tipps, wie du endlich Frieden mit deinem Körper schließt

Unsere Community-Autorin Pipa fand immer, dass Hashtags wie #bodypositive alleine nicht ausreichen, um unser Verhältnis zu unserem Körper zu verbessern. Darum hat sie Tipps für ein positives Körperbewusstsein gesammelt.

 

Body Positivity – reicht das aus?

Seit einigen Jahren findet man unter dem Hashtag #bodypositivity in den sozialen Netzwerken Bilder von Menschen, die ihre Körper jenseits eines (schlanken) Schönheitsideals zeigen und stolz sagen: Dieser Körper gehört mir, ich lebe darin und ich muss ihn nicht bekämpfen, um ihn zu einem „besseren“ Körper zu machen. So zumindest die Theorie. Mir selbst greift der Begriff zu kurz und umfasst weit mehr, als sich auf einem Instagrambild abbilden lässt. Daher bevorzuge ich die Bezeichnung „Körperbewusstsein“. 

Inzwischen steht Body Positivity besonders auf Instagram für Frauen, die etwas mehr auf den Hüften haben – ansonsten aber auch nach den Maßstäben unserer kritischen Gesellschaft als „schön“ gelten, wie Ashley Graham oder Barbie Ferreira. Oder es werden uns Extreme präsentiert: sehr trainiert, stark übergewichtig. Es ist nichts Verkehrtes daran, im Gegenteil, es ist gut, dass vielfältige Körpertypen wenigstens in den sozialen Netzwerken repräsentiert werden. Mir stellt sich aber gleichzeitig die Frage, wo sich eigentlich die breite Masse wiederfindet.

Außerdem ist es schlimm, dass eine Bewegung wie Body Positivity manchmal alles andere als inklusiv ist. So werden immer wieder diejenigen kritisiert, die „zu schön“ oder „zu dünn“ sind, um sich unter die Gruppe der nicht-repräsentierten zu mischen. Letztendlich geht es auf Instagram eben doch wieder nur um Körper und nicht um Menschen.

Was ist für uns überhaupt schön?

Wir alle springen wir auf optische Reize an. Körper und Optik dürfen für uns wichtig sein, daran ist nichts Schlimmes. Wir sind instinktiv darauf geprägt, uns für die Fortpflanzung den Partner mit den besten Genen auszusuchen. Beste Gene sind in unserer Vorstellung gleichbedeutend mit gesunden Genen.

Über dieser Basis liegt die gesellschaftliche Definition von Schönheit, das Schönheitsideal. Je mehr Menschen einem gegenwärtigen Schönheitsideal entsprechen wollen, desto mehr Profit macht die Industrie. Ein solches Schönheitsideal kann regional und je nach Zeitalter stark variieren und muss nicht zwangsläufig nützlich für die Fortpflanzung sein. Im Gegenteil, es kann der Gesundheit auch extrem schaden. 

Außerdem gibt es natürlich unsere individuelle Sicht auf Schönheit. Wir alle tragen einen riesigen Erfahrungsschatz mit uns, der uns beeinflusst. Daraus ergeben sich unserer persönlichen Vorlieben. Dazu kommt, dass wir tatsächlich alles, was wir mit Liebe betrachten und was uns vertraut ist, auch schön finden. Ist nicht jedes Kind für seine Eltern das allerschönste, ganz egal wie es aussieht?

Den eigenen Körper wertschätzen

Ich habe lange darüber nachgedacht, wie man den eigentlich guten Ansatz von Body Positivity so für sich weiterentwickeln kann, dass die Bewegung inklusiver wird und sich mehr auf den Menschen, als auf den Körper bezieht. Mir persönlich ist es wichtig, Body Positivity nicht mit Selbstliebe zu übersetzen, deshalb habe ich den Begriff „Körperbewusstseins“ gewählt. Diese Trennung nehme ich vor, da für mich Selbstliebe viel mehr einschließen muss als bloß die Konzentration auf den Körper.

 Körperbewusstsein ist für mich: Die wertschätzende, tolerante und entspannte Einstellung zu meinem Körper, unabhängig davon, wie er gerade aussieht.

Körperbewusstsein: Wie geht das in der Praxis?

Ich habe lange überlegt, was es für mich im Alltag heißt, meinen Körper freundlich zu behandeln. Die wichtigsten Punkte habe ich für dich zusammengefasst:

1. Stehe zu deinem Körper!

Stehe zu deinem Körper, auch wenn er nicht aussieht wie auf den Bildern, die wir in Zeitschriften sehen. Ziehe an, was Du schön findest und zeige dich in der Öffentlichkeit ohne Scham – auch halbnackt beim Baden im Sommer. Es ist in Ordnung, wenn das nicht von heute auf morgen klappt. Wichtig ist nur zu wissen, dass kein Körper es verdient, dass man sich seinetwegen beschämt versteckt. Außerdem wird dir mit der Zeit auffallen, dass den meisten Menschen völlig egal ist, wie dein Körper aussieht. Die Leute gehen zum Schwimmen ins Schwimmbad, nicht um die Körper anderer zu bewerten.

2. Essen und Bewegung mit Spaßfaktor

Quäle dich nicht mit Essen oder Sportarten, die dir keinen Spaß machen, nur um einer gewissen Optik zu entsprechen! Ich selbst bin ein bequemer Mensch und musste lange Ausschau halten, bis ich einen Weg gefunden habe, mich im Alltag mehr zu bewegen. Aber: es darf Spaß machen und es darf im Kleinen anfangen. Ein langer Spaziergang, eine Yogastunde oder ein Tanzkurs mit dem Partner sind gute Anfänge. Beim Essen gilt das Gleiche: Lass dir Zeit, probiere neue Gerichte aus. Wer mit frischen Zutaten kocht, ernährt sich meistens automatisch gesünder.  

3. Hinsehen und hinhören

Uneingeschränktes Essen und Verzicht auf langweilige Bewegung bedeuten nicht, sich körperlich und gesundheitlich total gehen zu lassen. Im Gegenteil! Lerne, deine Bedürfnisse zu beobachten. Frage dich: Was will mein Körper gerade und warum? Für mich ist es zum Beispiel ein riesiger Unterschied, ob ich ein Stück Schokoladentorte esse, wenn es mir gut geht und es richtig genießen kann oder ob ich es esse, weil ich unter hohem Druck stehe und das Essen zum Stressabbau „brauche“.

4. Make-up freie Zone?

Lasse deinen Wunsch nach optischer Veränderung zu und gehe ihm nach, auch wenn er dem Schönheitsideal entspricht. Ich schminke mich zum Beispiel, lasse meine Haare färben und achte auf meine Ernährung. Aber alles geschieht ohne Zwang! Mir ist es wichtig, dass ich mich ungeschminkt, an Bad-Hair-Days und mit Bauchspeck genauso wertschätze. Und frage dich immer wieder: Tust du das gerade für dein Wohlbefinden oder aus gesellschaftlichem Druck?

5. Schönheitsideale eliminieren

Das ist vielleicht der wichtigste Punkt in dieser Auflistung. Und ich wiederhole mich immer wieder: Tritt klassische Mode- und Frauenzeitschriften und alle anderen Medien, in denen du nur retuschierte Frauen siehst, in die Tonne! Das triggert uns, weckt Bedürfnisse und miese Gefühle, weil wir immer wieder daran erinnert werden, wie wir eigentlich aussehen sollten! Ich habe auch auf Instagram alle Accounts blockiert oder aus meinen Vorschlägen entfernt, die mir zu unecht daherkommen. Das würde ich jedem Menschen raten: Entfolge allen Instagram-Accounts, die dafür sorgen, dass du dich nicht gut fühlst.

6. Akzeptiere, dass dich nicht jeder Mensch schön findet

Ich glaube sich selbst zu, fällt vielen Menschen sehr schwer. Wir wollen gemocht und geliebt werden. Von klein auf wird uns vermittelt, dass Liebe und Zuneigung an Bedingungen geknüpft ist – und eine davon ist unser Aussehen. Du wirst wesentlich entspannter sein, wenn es für dich einfach auch mal okay ist, nicht zu gefallen. 

7. Du bist mehr als dein Körper

Vielleicht hilft dir wie mir die Vorstellung, dass du nicht dein Körper bist, sondern zu dir noch wesentlich mehr gehört. Dein Herz, deine Seele, dein Geist – das alles macht dich als Ganzes sehr wertvoll.

8. Erschaffe deine eigene Welt

Gestalte die Welt nach Möglichkeit so, wie es dir passt. Sieh Mode und Industrie als deine Dienstleister an. Nicht du musst dich den Klamotten anpassen, sondern andersherum: Die Industrie ist dazu da, um dir deine passende Größe bereitzustellen. Und wenn das eine Geschäft dir nichts bieten kann, gehst du weiter in das nächste!

Ich wünsche dir viel Spaß beim Wohlfühlen!

Dieser Artikel erschien zuerst auf Pipas Blog. Wir freuen uns, dass wir ihn auch hier veröffentlichen dürfen.

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