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Freundschaften am Arbeitsplatz zu schließen ist nicht einfach, aber wichtig

Eine neue Umfrage zeigt, dass es insbesondere jüngeren Arbeitnehmer*innen schwerfällt, Freundschaften am Arbeitsplatz zu schließen. Die Folgen betreffen sowohl Angestellte als auch Arbeitgeber*innen.

Einfluss auf die psychische Gesundheit

Freundschaften sind wichtig, das wissen wir alle. In den ersten Abschnitten des Lebens fällt es meist auch nicht schwer, sie zu schließen. In der Schule, in der Ausbildung oder im Studium ist man umgeben von Gleichaltrigen, mit denen einen nicht nur ähnliche Interessen, sondern auch das gleiche Lebensstadium verbindet. Das ändert sich für die meisten Menschen jedoch mit dem ersten festen Job. Anders als beispielsweise bei Semester- ode Ausbildungsbeginn, stehen im Büro nicht alle am gleichen Punkt des (Arbeits-)Lebens. Manche sind bereits seit Monaten, einige sogar seit Jahren für das Unternehmen tätig, das man selbst gerade erst kennen lernt. Ein Großteil der Faktoren, die einen im Studium oder der Schule mit den Menschen um einen herum verbunden haben, fallen weg und es gilt, Freundschaften auf einer ganz anderen Basis aufzubauen.

Doch genau das fällt vielen jungen Menschen nicht gerade leicht, wie eine Umfrage des Jobportals Milkround mit mehr als 2.000 Teilnehmer*innen zeigt. Zwei Drittel der 25- bis 34-Jährigen geben an, dass sie Schwierigkeiten haben, Freundschaften am Arbeitsplatz zu schließen. Und das obwohl die jüngere Generation der Arbeitnehmer*innen laut Umfrage größeren Wert auf Freundschaften am Arbeitsplatz legt als ein Großteil ihrer älteren Kolleg*innen. Ein Hauptgrund für den Wunsch nach Bindungen zu Arbeitskolleg*innen sei der positive Effekt, den diese auf ihre psychische Gesundheit habe.

Gemeinsam geht’s besser

Im Umkehrschluss führen die Schwierigkeiten, Freundschaften zu schließen und die dadurch fehlenden Beziehungen zu Arbeitskolleg*innen bei mehr als einem Drittel der jüngeren Umfrage-Teilnehmer*innen dazu, dass sie sich krankmelden, wenn etwas nicht gut läuft. Ein Drittel der 18-34 Jährigen gab sogar an, dass sie bereits einen Job gekündigt haben als direkte Folge von Einsamkeit am Arbeitsplatz. Wenn Arbeitnehmer*innen hingegen wissen, dass am Arbeitsplatz Menschen auf sie warten, die sich für sie interessieren und an schwierigen Tagen sogar aufmuntern, ist der Anreiz größer, sich auch an einem schlechten Tag aufzuraffen und zur Arbeit zu gehen.

Gerade Arbeitskolleg*innen können unsere Sorgen und den arbeitsbedingten Stress meist besser nachvollziehen als das private Umfeld. Da muss nicht erst erklärt werden, wie Projekt X mit Kund*in Y zusammenhängt, sondern es kann einfach drauflosgeklagt und gemeinsam nach einer Lösung gesucht werden. Von engen Banden am Arbeitsplatz profitieren selbstverständlich nicht nur Arbeitnehmer*innen, sondern auch die Unternehmen. Je glücklicher die Angestellten, desto engagierter und zum Schluss auch produktiver sind sie – deshalb sollten auch Arbeitgeber*innen daran interessiert sein, dass ein Arbeitsumfeld besteht, in dem sich auch Freundschaften schließen können.  Solange der Arbeitsmarkt der Zukunft keine absolute Revolution erlebt, ist es eine Realität, dass wir einen Großteil unseres Lebens am Arbeitsplatz verbringen werden – so dass es nicht nur ganz nett, sondern essentiell ist, dass wir uns am Arbeitsplatz wohlfühlen. Und genau dazu tragen Freundschaften enorm bei.

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