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Entscheidungsfindung in selbstorganisierten Unternehmen – eine Herausforderung?

Konsensbildung, Basisdemokratie, All-Happy-Philosophie, Konfliktfreiheit? – Nein, das ist New Work bzw. Selbstorganisation nicht!

 

Einige denken bei Selbstorganisation an ständige Diskurse ohne Entscheidungsstärke und das Einmischen oder positiv formuliert das Einbringen Aller. Es geht jedoch vielmehr darum, dass sich klassische Machthierarchien auflösen und kompetenzbasierte Hierarchien entstehen. Abhängig von der Fähigkeit, des Wissens und der Motivation übernehmen Teammitglieder Projekte und auch die entsprechende Entscheidungsverantwortung. Im Rahmen des Projektbeginns wird festgelegt, wer welche Kompetenzen und Entscheidungsstärke einbringt.  

Um eine solche Teamorganisation ermöglichen zu können, ist es meines Erachtens notwendig, Kritikfähigkeit und Diskussionsfreude zu lernen und zu fördern. Jeder sollte angstfrei und ohne negative Konsequenzen, seine Meinung und sein Urteil kundtun können. Das heißt auch, dass Transparenz und Kommunikation elementare Bausteine und Werte sein müssen. Denn nur, wenn die Teammitglieder nicht basierend auf Annahmen, Vermutungen oder sogar eingebildeten Hirngespinsten Ihr Verhalten und Ihre Entscheidung ausrichten, kann sie dem Unternehmen dienen. Transparenz ist auch in Bezug auf die Unternehmensziele und –vision entscheidend. Diese werden nicht im geschlossenen Kreise des Managements gestaltet, sondern gemeinsam und für alle zugänglich. Auf diese Weise kann Jeder im Unternehmen ernsthaft mitwirken. Auch trägt ein gemeinsames Anliegen im Team zu Glück bei. In Teams, in denen jeder seine eigenen Interessen verfolgt, kommt es zu Konflikten und sogar zum Auseinanderbrechen des Teams. Menschliche Organisationen und Systeme brauchen etwas, das sie zusammenhält. Verbindet die Teammitglieder ein gemeinsames Anliegen, das jedem gleichermaßen am Herzen liegt, halten Teams auch über einzelne Teilerfolge oder Fehltritte hinaus zusammen.    

Viele Unternehmen schreiben sich auf die Fahnen, dass Kommunikation und Transparenz an oberster Stelle stehen, doch nur in sehr wenigen Unternehmen sind es gelebte Werte. Echte Transparenz erfordert Charakterstärke und Kollaboration. In Machthierarchien entspricht dies nicht der Struktur und dem Karrieredenken innerhalb eines Unternehmens, hier sind bestimmte Informationen und Meetings nur bestimmten Ebenen im Unternehmen zugänglich. Wie soll auf diese Weise Transparenz gelebt werden können? Und wie sollen ohne allumfängliches Wissen sinnvolle Entscheidungen getroffen werden?  

  

   

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