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Maskenball im Job? – Ohne Verletzbarkeit – keine Kreativität! Ohne Toleranz für Fehler – keine Innovation!

Wie viel Anpassung tut gut? Wie können wir Diversität und eine Fehlertoleranz fördern?

 

Schon seit Kindheitstagen begleitet mich ein Bild. Das Bild, wie eine Frau ihre Maske abnimmt und sich zeigt, so wie sie ist! Ich habe mich als Kind immer gefragt, warum man sich vor Anderen zusammenreißen muss. Warum gab es gerade noch Ärger und Stress und dann klingelt der Besuch und die Gefühle werden komplett weggeschoben und alles ist schlagartig gut? Warum lernt man eine Fassade aufzubauen und sich nicht ganz zu zeigen. Und tut das der Seele gut?  

 Survival oft he fittest

Im Arbeitsleben nimmt das noch einmal ein anderes Bild an. Gerade der Wechsel vom Studenten- ins Berufsleben ist der erste Schritt hin zu einer veränderten Persönlichkeit durch die Übernahme beruflicher Verhaltensweisen ins Privatleben. Denn mit dem Beruf wählt man gleichzeitig auch sein gesellschaftliches Umfeld. Hinzukommen in einigen Unternehmen Kleidervorgaben. Und um Weiterzukommen sollte man am besten der Chefin/dem Chef gefallen und sich anpassen. Als Frau in männerdominierten Branchen gewöhnt sich frau außerdem in diesem Zusammenhang häufig einen männlichen Habitus an.  

Anpassung ist eine Änderung des Verhaltens als Reaktion auf äußere Einflüsse. Der Mensch passt sich Umweltbedingungen an, indem wir uns zum Beispiel warm anziehen, wenn es kalt ist. Zunächst ist das eine schlaue und sinnvolle Strategie. Anpassung, so heißt es bei Charles Darwin, ist im natürlichen Wettbewerb der entscheidende Evolutionsvorteil. Es überlebt nicht unbedingt der Größte oder Stärkste, sondern der am besten Angepasste. Die aktuell vorherrschende Organisationsform der Aufbauorganisation ist hierarchisch geprägt und verstärkt den Anpassungsdruck. Denn um eine Ebene höher zu kommen, muss man zu „den Höheren“ gehören und sich mit diesen vernetzen und Ihnen gefallen.  

 

Professionalität ist keine Maske

Es ist aber natürlich auch richtig sich kontextabhängig zu verhalten. Und sich selbst ganz und auch verletzbar zu zeigen, heißt keinesfalls sich jedem zu offenbaren.  

Als Concierge in einem Hotel spielt man Höflichkeit und Freude vielleicht manchmal vor, um sich dem Job angemessen zu verhalten und den Gästen zu dienen, das heißt aber nicht, dass der Concierge sich und seine Wünsche im privaten Leben unterordnet. Professionalität ist die passende Maske und auch völlig angebracht. Entscheiden ist aus meiner Sicht, dass diese Maske und soziale Rolle stimmig ist mit den anderen Anteilen der Persönlichkeit und so die Anpassung im Job nicht unnötig Energie kostet. Denn es geht nicht darum um den Preis seiner selbst eine Fassade zu errichten. Keine Fassaden zu haben, sorgt für deutlich mehr Energie – und zwar da, wo wir sie brauchen.   

 

Ohne Verletzbarkeit – keine Kreativität! Ohne Toleranz für Fehler – keine Innovation!

Ich verstehe, dass der Arbeitsplatz erst einmal als ein unpassender Platz für Verletzbarkeit scheint, doch wir verbringen mehr als die Hälfte unseres Lebens dort. Und niemand, der am Arbeitsplatz unglücklich und unverstanden ist, führt ein glückliches und mit ganzem Herzen geführtes Leben. Wenn man nicht man selbst sein kann, dann unterdrückt man zwangsläufig Kreativität und
Ausdrucksstärke.  

Es ist oft zu beobachten, dass Unternehmen gezielt Mitarbeiter einstellen, die denen ähneln, die bereits da sind. Der Gedanke scheint nachvollziehbar, schließlich liegt es nahe, ein homogenes Team funktioniere besser als ein bunt zusammengewürfeltes, da man sich weniger Konflikte und reibungslose Abläufe verspricht. Doch es entbehrt auch jeglicher geistigen Innovation – Anpassung schafft Kreativität, Innovation und das rationale Denken ab.  

Was können wir also tun, um Diversität und Fehlertoleranz zu fördern?

Unangepasstheit zu fördern ist sowohl für Unternehmen als auch für das Individuum eine herausfordernde Aufgabe. Querdenker bringen Konfliktpotenzial mit sich, man muss mit ihnen umgehen können und eine Balance finden zwischen Konsensbildung und Raum für Individualität. Es bedarf in modernen diversen Teams starker und reflektierter Persönlichkeiten, die konfliktfähig sind. Und das lässt sich üben. Man kann die Fähigkeit zu schwierigen Gesprächen üben und wenn sich jeder aktiv bewusst macht und fragt, was andere über ihn oder seine Ideen denken, dann muss man sich auch nicht seine Geschichten im Kopf zusammen spinnen und Annahmen kreieren, die meist gar nicht der Wahrheit entsprechen. Denn meist denken andere positiver über einen als man denkt und jeder Mut eines Teammitgliedes wird von den anderen geschätzt und bewundert.  

In einigen Unternehmen hat es sich als erfolgreich bewiesen, Fehler zu feiern, zu zelebrieren und auszuzeichnen, um die Fehlertoleranz und den Mut auszubauen.  

Mehr zum Thema Pinguin Award: https://www.youtube.com/watch?v=AcJ2r_Gx0Ek 

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