Foto: Frank de Kleine – Flickr – CC BY 2.0

Ein zweites Baby: Manuela Schwesig und ihr Mann teilen sich die Elternzeit

Wenn prominente Frauen Babys bekommen, hat das immer einen gewissen Vorbildcharakter. Familienministerin Manuela Schwesig und Yahoo CEO Marissa Mayer kommunizieren ihre persönlichen Neuigkeiten dabei ganz unterschiedlich.

 

Noch ein Baby im Bundestag

Diese Nachricht ist gleich in zweifacher Hinsicht eine sehr schöne: Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig wird das zweite Mal Mutter – wir gratulieren – und freuen uns ebenso, dass die Politikerin damit zeigt, dass eine Führungsposition kein Hindernis ist, um ein Baby zu bekommen. Und nicht nur das: Schwesig nutzt die Nachricht zu ihrer Schwangerschaft gleich dafür, um ein Ziel ihrer Politik mit einem persönlichen Plan zu unterstreichen. Sie sagte gegenüber der „Schweriner Volkszeitung“, dass ihr Mann bei ihrem zweiten gemeinsamen Kind die Elternzeit nehmen werde, da sie die Elternzeit für ihren Sohn genommen habe. Sie und ihr Mann teilen also partnerschaftlich, wenn auch zeitversetzt.

Dass Paare Erwerbsarbeit und Zeit für die Familie in Zukunft besser aufteilen können, ist auch Ziel von Schwesigs Familienpolitik. Aus diesem Grund reformierte sie das Elterngeld und stieß eine Debatte über die 32-Stunden-Woche für junge Eltern an.

Ein Vorbild für Väter?

Wir finden gut, dass Manuela Schwesig die Elternzeit ihres Mannes als etwas Selbstverständliches betrachtet und hoffen, dass dies ein weiteres Vorbild für Eltern in Deutschland sein kann. Denn Väter in Deutschland sind noch immer ein wenig elterngeldfaul. Die Familienministerin und ihr Mann haben es da zwar etwas leichter als viele Paare, da Schwesig als Ministerin ein gutes Einkommen hat und sie mit Ministerinnengehalt plus Elterngeld ihres Mannes weiterhin gut über die Runden kommen dürften, sie hat es jedoch an einer Stelle auch schwerer als andere Mütter. Eine Ministerin hat schlicht keine Wahl, ob sie Elternzeit nehmen möchte oder nicht. Wie auch Abgeordnete des Deutschen Bundestages kann sie für die Betreuung ihres Babys keine Auszeit von ihrem Amt nehmen. Ihr steht lediglich der gesetzliche Mutterschutz zu, der sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt und acht Wochen nach der Geburt des Kindes endet.

Schwesig ist nach Kristina Schröder die zweite Ministerin auf Bundesebene, die im Amt ein Kind bekommt. Die ehemalige Familienministerin Schröder hatte 2011 ihre erste Tochter zur Welt gebracht und kehrte nach acht Wochen wieder voll in ihren Job zurück. Vor wenigen Wochen hat Schröder gemeinsam mit anderen weiblichen Abgeordneten die Initiative „Eltern in der Politik“ gegründet, die sich für eine familienfreundlichere Politik einsetzt und etwa auf den „politikfreien Sonntag“ achtet. Dass Abgeordneten ebenfalls eine Elternzeit zusteht, in der sie sich nur ihrem Baby widmen können, fordert die Gruppe jedoch nicht.

Marissa Mayer erwartet Zwillinge

Auch in den USA gab es in der vergangenen Woche prominente Schwagerschaftsnews. Marissa Mayer, CEO von Yahoo, ist das zweite Mal schwanger – dieses Mal sogar mit Zwillingen. Die US-Managerin verkündete die Nachricht über einen kurzen Text in ihrem Tumblr, der sich vor allem wie eine Versicherung las, dass sie viel arbeiten werde und das Unternehmen keine Sekunde außer Acht lassen werde. Schade eigentlich, dass Mayer dies so sehr betonen musste, und es nicht als selbstverständlich angenommen wird, dass sie als CEO schon wissen wird, wie sie hochschwanger und mit wenige Tage altem Baby Entscheidungen treffen und delegieren wird.

Schade ist jedoch auch, dass sie nur über ihre eigene Situation sprach und damit an Yahoos und Angestellte anderer Firmen gemischte Signale sendete: Können Eltern (in Führungspositionen) es sich erlauben, Elternzeit zu nehmen? In einem hervorragend gemanagten Unternehmen sollten alle Eltern, egal in welcher Position, Elternzeit nehmen können – sogar die Chefinnen und Chefs. Bei Yahoo können Eltern bis zu vier Monate für ihr Baby Zuhause bleiben – die Angestellten gehören zu den Glücklichen, die bei familienfreundlichen Unternehmen arbeiten. Da in den USA aber nach wie vor gesetzliche Regelungen zum Mutterschutz und Elternzeit fehlen, liegt es auch an den besonders einflussreichen Menschen wie Marissa Mayer, sich für entsprechende Regelungen auszusprechen. Bis ihre Zwillinge voraussichtlich im Dezember geboren werden, hat sie dazu ja noch jede Menge Zeit.

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