Foto: Ann-Christine Woehrl/CCC Filmkunst

Wieso ihr auf diese drei Unternehmerinnen jetzt anstoßen solltet

Kund*in
Veuve Clicqout
Autor*in
EDITION F studio
Gesponsert

Sie denken um die Ecke, stellen sich Herausforderungen und trauen sich neue Wege zu gehen: die Unternehmerinnen Dr. Alice Brauner, Lea-Sophie Cramer und Fränzi Kühne. Deshalb hat Veuve Clicquot sie für den diesjährigen Business Woman Award nominiert. Wir haben vor der Auszeichnung mit den drei Entrepreneurinnen gesprochen und ihnen einige Geheimnisse entlockt.

Business Woman Award: Veuve Clicquot zeichnet die Unternehmerin des Jahres aus

Was wäre unsere Welt ohne Frauen wie sie? Sie war einer der ersten großen Unternehmerinnen der Moderne: Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin. Als ihr Mann stirbt, übernimmt sie 1805 im Alter von 27 Jahren die Leitung eines kleinen einst von ihrem Schwiegervater gegründeten Champagnerbetriebs. Was folgt, ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte: Sie entwickelt unter anderem ein Verfahren, um Champagner schneller und in größeren Mengen zu produzieren, und macht das Familiengeschäft zu einem europaweit operierenden Unternehmen. Madame Clicquot zu Ehren zeichnet das bis heute bestehende Champagnerhaus Unternehmerinnen mit dem Veuve Clicquot Business Woman Award aus – für ihren Mut, ihre Risikobereitschaft und ihre Leistungen.

Der diesjährige Veuve Clicquot Business Woman Award wird am 29. November 2017 in Berlin vergeben. Neben Persönlichkeiten wie Unternehmerin Judith Williams und Serviceplan-CEO Florian Haller sitzt auch EDITION F-Mitgründerin Susann in der Jury. Drei herausragende Unternehmerinnen sind nominiert: Dr. Alice Brauner, Filmproduzentin und Geschäftsführerin von CCC Filmkunst und der CCC Filmstudios, Lea-Sophie Cramer, Gründerin und Geschäftsführerin von Amorelie, oder Fränzi Kühne, Co-Gründerin und Geschäftsführerin von TLGG. Wir haben mit den Nominierten über das Gründen, ihre Super-Power und New Work gesprochen.

Dr. Alice Brauner, Filmproduzentin und Geschäftsführerin von CCC Filmkunst und der CCC Filmstudios

Quelle: Ann-Christine Woehrl/CCC Filmkunst GmbH

Wie würdest du dich in drei Worten beschreiben?

„Stark, mutig, streitbar!“

Als Geschäftsführerin von CCC Filmkunst trittst du in die Fußstapfen deines Vaters – ist das Fluch oder Segen?

„Beides. Jeder denkt natürlich sofort, dass dadurch mein beruflicher Werdegang einfacher gewesen wäre und ich den Erfolg in die Wiege gelegt bekommen hätte. Das ist natürlich absurd. Als Tochter muss man sich viel stärker durch seine eigenen Leistungen hervorheben. Das kann sehr mühsam sein, weil man dabei auch manchmal sein ehrliches Ich aus den Augen verliert und sich vorkommt, als müsse man der Branche und der Gesellschaft fortwährend und über ein normales Maß hinaus beweisen, dass man sich seinen Erfolg durch eigene Qualitäten erarbeitet hat. Das nimmt manchmal schon fast pathologische Züge an und wirkt unerträglich eitel. Dahinter steht einzig und allein das Bedürfnis nach Anerkennung des Erreichten aufgrund eigener Fähigkeiten. Allerdings war es auch sehr förderlich, dass ich schon von Kindheit an mit beeindruckenden Persönlichkeiten konfrontiert wurde und dann später keine Berührungsängste mehr mit großen Stars hatte. Außerdem habe ich seit frühester Jugend Drehbücher und Lektorate gelesen und auch schon mal den einen oder anderen Finanzierungsplan oder eine Herstellungskalkulation gesehen. Das war natürlich ein großer Vorteil, den ich gegenüber anderen hatte, die nicht in so einem Background aufgewachsen sind.“

Wenn man sich Preisverleihungen ansieht, hat man das Gefühl, dass auch die Filmbranche einen klaren Männerüberhang hat, vor allem bei den Gewinnern. Wie setzt man sich als Frau in der Filmbranche durch?

„Das muss man sehr differenziert betrachten. Unter den unabhängigen Produzenten gibt es definitiv bedeutend mehr Männer als Frauen. Ich würde das Verhältnis auf circa 80/20 schätzen. Im Angestelltenverhältnis sieht das schon anders aus. Da wird die Zahl der weiblichen Producer deutlich höher liegen. Aber Frauen in der Filmbranche, die als Unternehmerinnen ein großes Risiko eingehen, denn Spielfilme fürs Kino sind oft genug ein sehr riskantes und unberechenbares Geschäft, selbst wenn man messerscharf kalkulieren kann, die sind sehr rar gesät.“

Du bist auch zweifache Mutter – vor welche Herausforderungen hat dich das gestellt?

„Meine beiden Zwillingssöhne sind für mich nach wie vor die wichtigsten Personen in meinem Leben, neben meinem Mann natürlich. Daher habe ich mich entschlossen bis zu ihrer Volljährigkeit primär für die beiden da zu sein. Das hat sich sehr bezahlt gemacht, wir haben ein fantastisches Verhältnis. Aber natürlich hat meine berufliche Tätigkeit darunter ein wenig gelitten. Ich konnte nicht so viele Filme produzieren, wie ich mir vorgenommen hatte, das Lizenzgeschäft geriet ins Stocken, die Filmstudios verfielen in einen leichten Dornröschenschlaf. Das Filmgeschäft ist ein knallhartes Business mit massiver Konkurrenz. Wenn man kurze Zeit nicht Vollgas gibt, ist man schnell wieder draußen oder pleite. Aber ich bin eine unaufhaltsame Kämpferin, ein weiblicher Sisyphos, und schwimme nach wie vor Kopf über Wasser durchs Haifischbecken.“

Was macht eine Dr. Alice Brauner in 20 Jahren?

„Winkt hoffentlich von der Bühne des Dolby Theaters in Los Angeles mit einem Oscar in der Hand.“

Wenn du eine Super-Power hättest – welche wäre das und warum?

„Ich wünschte, ich hätte die Super-Power, der Ungerechtigkeit, der ungleichen Verteilung aller Ressourcen auf der Welt ein Ende zu machen, damit Philanthropie, Würde und Toleranz wieder mehr ins ganzheitliche Bewusstsein rücken und eine größere Rolle spielen, als unbändiger Hass, Neid und Missgunst, die zu so viel Elend auf der Welt führen. Das macht mich oft traurig!“

Lea-Sophie Cramer, Gründerin und Geschäftsführerin von Amorelie

Quelle: Amorelie

Wie würdest du dich in drei Worten beschreiben?

„Passioniert, ideenreich, umtriebig.“

Du hast gemeinsam mit Sebastian Pollok den Online-Sex-Shop Amorelie gegründet. Welche Vorteile hatte es aus deiner Sicht, im Zweierteam zu gründen?

„Ich glaube ganz stark an das Konstrukt des Gründerteams gegenüber einer Gründung allein. Du führst quasi eine berufliche Ehe und ähnlich zum Privaten macht es viel mehr Spaß, die positiven Momente gemeinsam zu feiern. Es ist toll, in schwierigen Zeiten jemanden an der Seite zu haben, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, sich gegenseitig zu motivieren und jemanden in allen Lebenslagen zu haben, der einem den Rücken freihalten kann – wie zum Beispiel bei der Geburt meiner Kinder. Sebastian Pollok und ich sind ein perfekt eingespieltes Team, kennen uns in- und auswendig und vertrauen einander hundertprozentig. Außerdem können wir unsere einzelnen Stärken extrem gut ausspielen und die Schwächen des anderen ausgleichen. Ich würde es immer wieder so machen.“

Du bist mit deiner Unternehmensgründung auch Chefin geworden. Was macht aus deiner Sicht eine gute Chefin aus – und wie ist dein Gründerinnenblick auf das Thema „New Work“?

„Es ist es meine Aufgabe und Verantwortung als Chefin, dass unser Unternehmen eine erfolgreiche Zukunft hat. Somit beschäftige ich mich mit der lang-, mittel- und kurzfristigen Strategie des Unternehmens, definiere, hinterfrage und bearbeite diese mit den Führungskräften und setze eine Struktur auf, die das Unternehmen befähigt, dieser Strategie bestmöglich zu folgen. Ich möchte unseren Mitarbeitern Orientierung und Identifikation durch unsere Vision geben. New Work praktizieren wir als junges Unternehmen eh schon, wenn auch nur in Teilen. Work im Life toll integrieren zu können anstatt von ‚Work-Life-Balance‘ zu träumen, Arbeitsplätze, -orte und -zeiten anders zu denken, eine dynamische Organisation bauen, die Unternehmenskultur stark in den Fokus zu stellen – das sind für mich alles Ausprägungen dieser neuen Art des Arbeitens. Ich arbeite beispielsweise nach meinen beiden Kindern nach drei Monaten wieder im Büro und nehme diese einfach in ein Kinderzimmer oder Meetingraum mit, das wäre in der alten Welt nicht vorstellbar gewesen.“

Vor zwei Jahren bist du das erste Mal Mutter geworden, dieses Jahr zum zweiten Mal. Was sind die entscheidenden Faktoren aus deiner Sicht, damit diese Doppelrolle gelingt – und auch für Mitarbeiterinnen möglich wird ohne Karriereknick?

„Die Doppelrolle gilt ja für Mütter sowie Väter. Somit brauchen wir einfach eine Möglichkeit, dass man als Eltern trotzdem weiterhin erfolgreich arbeiten und Karriere machen kann. Wir gucken, dass wir die wichtigsten Teammeetings in den normalen ‚Betreuungszeiten‘ und nicht abends um 18 Uhr machen, wir haben Gleitzeit, Homeoffice Möglichkeiten und Mütter können ihr Baby mit ins Büro bringen und dort in einem Kinder- oder Meetingraum arbeiten. Allerdings muss ich sagen, dass von unseren 100 Mitarbeitern die Frauen das bisher nicht nutzen, da sie eher Elternzeit nehmen oder sonstige Betreuung in Anspruch nehmen. Ich selbst hatte und werde meine beiden Kinder ab Monat vier mit im Büro haben und dort spielen und arbeiten. Es geht jedoch alles nicht ohne eine gute Organisation und Unterstützung – durch Kita, Großeltern, Au-pair, Tagesmutter oder andere Lösungen. Somit braucht Deutschland ausreichend und gute Kitaplätze – es fehlen ja knapp 300.000 – und -bedingungen, was derzeit nicht der Fall ist und verhindert, dass Eltern wieder arbeiten gehen können. Zudem muss die eigene Partnerschaft ein solches Modell natürlich unterstützen und beide müssen sich im Klaren sein, dass beide Parteien in die Familienorganisation einbringen müssen.“

Du bist ja neben der Geschäftsführung von Amorelie auch im Verwaltungsrat von Conrad Electronic tätig und dort für den Bereich „Junge Kunden“ und Digitalisierung zuständig. Welche drei Tipps gibst du Unternehmen auf den Weg mit, die das Thema Digitale Transformation noch vor sich haben?

„Erstens: Bitte versteht, dass Digitalisierung nicht bedeutet‚ eine Website zu haben‘, sondern sich die komplette Wertschöpfungskette anzugucken und zu schauen, wo und wie digitale Geräte und Dienstleistungen die eigenen Prozesse erleichtern, verbessern oder automatisieren können. Zweitens: Die Digitalisierung in einem Unternehmen sollte unbedingt von jungen Leute geleitet werden – sorry! –, denn etwas erlebt zu haben oder zu erlernen macht hier einen Riesenunterschied. Bitte gebt nicht einem eurer ‚gestandenen Managerinnen und Managern‘ das ‚Projekt Digitalisierung’! Es ist kein Nebenprojekt, sondern eine neue Art zu arbeiten und sollte vom CEO verstanden und getrieben und von jungen Führungskräften geleitet werden. Drittens: Eine ordentliche Digitalisierung führt zu neuen Arbeitsweisen. Lasst euch darauf ein – auf die Schnelligkeit, die Dynamik, mehr ‚trial-and-error‘, neue Geschäftsideen etc.“

Wenn du eine Super-Power hättest – welche wäre das und warum?

„Ich hätte gern unerschöpfliche Energie. Man müsste nicht schlafen oder pausieren und könnte die Menschen um einen herum immer mit Motivation und Enthusiasmus für neue Ideen anstecken. Obwohl ich zugeben muss, dass ich auch ein sehr genüsslicher Schläfer bin, somit wäre es auch etwas schade.“

Fränzi Kühne, Co-Gründerin und Geschäftsführerin von TLGG


Quelle: Jennifer Endom

Wie würdest du dich in drei Worten beschreiben?

„Verbindlich, optimistisch, Chefin.“

Du bist Gründerin und Geschäftsführerin bei der erfolgreichen Digitalagentur TLGG – und hast zwei männliche Partner an deiner Seite. Was, denkst du, bringst du speziell als Frau in dieses Führungsteam ein?

„Wir sind drei coole Leute, die sich gut verstehen und sich gut aufteilen. Christoph reist und spricht und denkt und repräsentiert viel, Boontham hat Projekte, Teams, Kreativität und Kunden im Blick und bei mir liegt viel Verantwortung für Geld, HR, Werte und Kultur. Speziell weiblich fühlt sich das für mich nicht an, eher wie drei Leute mit individuellen Talenten.“

Wir alle reden über die Quote und darüber, dass wir mehr Frauen in Top-Positionen brauchen. Du bist Deutschlands jüngste Aufsichtsrätin – bei der Freenet AG: Wie hast du diesen Sprung geschafft?

„Man hat mich gefragt. Freenet suchte jemanden mit Digitalkompetenz fürs
Aufsichtsgremium, und da sind wir mit TLGG ja sehr sichtbar. Ich habe
die Chance und die Herausforderung gern angenommen. Hat die Quote dabei
eine Rolle gespielt? Na, bestimmt! Aber das ist ja der Punkt: Die Quote
bringt Leute viel stärker dazu, sich mit Inhalten, Leistungen und
Kompetenzen auseinanderzusetzen.“

Digitalisierung ist ja das Schlagwort unserer Zeit. Ihr seid mit TLGG ja eine der ersten Digitalagenturen gewesen und bist auch bei Freenet für das Digitalthema zuständig. Welche drei Tipps gibst du Unternehmen auf den Weg mit, die das Thema Digitale Transformation noch vor sich haben?

„Wer die digitale Transformation an sich jetzt noch vor sich hat, ist ziemlich spät dran. Wichtig ist es aber so oder so, sich der Unternehmenskultur, der Werte und der Vision bewusst zu sein, denn sie sind die Basis auch für tiefgreifende Veränderungen. Stellt klar, warum ihr wie wohin wollt, und dann zieht das gemeinsam durch.“

Digitalisierung hat auch unsere Arbeitswelt sehr verändert: Wie merkst du das persönlich bei dir und deinen Mitarbeitern?

„Wir nehmen bei uns selbst gar nicht so viel Veränderung wahr, weil wir schon immer sehr digital waren und viele digitale Lösungen für Kommunikation, Kollaboration, das Business an sich genutzt haben. Generell ist die Herausforderung wahrscheinlich, den eigenen Toolpark zu harmonisieren, die Teamkommunikation nicht zum Selbstzweck zu machen – sich, kurz, darüber im Klaren zu sein, warum man was benutzt und macht.“

Wenn du eine Super-Power hättest – welche wäre das und warum?

„Beamen von Ort zu Ort. So könnte ich Zeit sparen, langwierige Übergänge einfach überspringen, mehr schöne Dinge machen. Das meine ich nicht als Workaholic. Einfach zwischendurch nach Hause, Mittagsschlaf im eigenen Bett, direkt wieder ins Büro: Das wäre was.“

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