Foto: Jisu Lee | Unsplash

Ihr solltet eure Hunde nicht umarmen – egal wie niedlich sie sind!

Hunde sind liebenswert und freundlich. Euer Hund ist vermutlich ein Familienmitglied – und nicht nur ein Haustier. Dafür hat Ben Gilbert von unserem Partner Business Insider Verständnis.

Der Hund als Teil der Familie

Für unseren Partner Business Insider hat sich Ben Gilbert mit der Frage beschäftigt, ob sein Hund es eigentlich genauso genießt wie er, wenn er ihn umarmt.

Mein Hund Goodwin schläft im selben Bett wie ich. Er begleitet mich und meine Frau in den Urlaub. Er bekommt Weihnachtsgeschenke. Er ist ein Familienmitglied.

Und das bedeutet, er wird auch umarmt. Wenn ich ehrlich bin, wird er jeden Tag umarmt. Und obwohl es den Anschein hat, dass er es in Ordnung findet — sogar glücklich darüber ist, um ehrlich zu sein — ist es durchaus möglich, dass er alles andere als ein Fan davon ist.

Kein Hund zeigt mit seinem Verhalten, dass er sich über eine Umarmung freut

„Viele Hunde-Experten werden zustimmen, dass es nicht ideal ist, einen Hund zu umarmen“, sagte mir Hundepsychologin Alexandra Horowitz in einem früheren Interview dieses Jahr. „Ich habe nie einen Hund gesehen, der — wenn er umarmt wird — aufstehen und vor Begeisterung mit dem Schwanz wedelt. Stattdessen machen sie etwas anderes. Sie lassen es über sich ergehen.“

Dieser Hund legt die Ohren an und lässt die Umarmung über sich ergehen. Die Frage nach Umarmungen von Hunden wurde in der Vergangenheit bereits häufig gestellt. Die Schlagzeilen gehen dabei in beide Richtungen:

„Lasst uns nicht unsere Hunde umarmen“, erklärt „NPR“.

„Nein, ‘Wissenschaft’ hat nicht ‘bewiesen’, dass Hunde Umarmungen hassen“, schießt „The Washington Post“ zurück.

„25 Hunde, die eindeutig Umarmungen lieben“, entgegnet „Mashable“ mit einer eigenen „wissenschaftlichen“ Untersuchung.

Was stimmt also?

Alles begann mit einer wöchentlichen Kolumne in „Psychology Today“ mit dem Namen „Canine Corner“ von Stanley Coren. Sie stütze sich nicht auf eine Studie oder eine neue Beweislage — vielmehr war es, wie es Corin in „The Washington Post“ beschreibt, „eine Reihe von beiläufigen Beobachtungen“. Coren hat lange Erfahrung in der Hunde-Forschung und -Psychologie: Er schrieb Bücher zu dem Thema und schreibt weiterhin eine wöchentliche Kolumne für „Psychology Today“, die sich auf Hunde konzentriert.

Wie Coren selbst einräumt, basiert seine Kolumne auf Beobachtungen und beabsichtigte nicht, die selbe Wirkung zu haben, wie eine Peer-Review-Studie — das absolute Minimum eines wissenschaftlichen Beweises.

Solltet ihr also euren Hund umarmen? Selbst ohne eine schlüssige Studie scheint die Antwort „Nein“ zu bleiben. „Wir sagen, dass Hunde keine Umarmungen mögen, wegen der Körpersprache der Tiere, während sie umarmt werden“, sagte Horowitz mir. „Sie legen ihre Ohren an, sie lecken ihre Lippen (eine Art von Lecken in der Luft). Oder sie gähnen, was ein anderes Zeichen für Stress ist. Oder sie versuchen der Umarmung zu entfliehen. Oder sie zeigen Walaugen —man kann das Weiße ihrer Augen sehen. Zusammengefasst: Sie zeigen ein Verhalten, das aussagt: ‘Das ist unbequem.’“

Hunde lassen Umarmungen über sich ergehen

Oder, wie Horowitz es lapidar einwirft, Hunde lassen es über sich ergehen.      Als Menschen können wir unsere eigenen Impuls, einen Hund zu umarmen, einschränken. Seine Impulse zu kontrollieren ist aber viel schwieriger, wenn man ein Kind ist.

„Kinder lieben es, Hunde zu umarmen und manche Hunde lassen es eben nicht über sich ergehen“, sagt Horowitz. Dann können Probleme entstehen, zum Beispiel, dass ein normalerweise ruhiger Hund ein Kind angreift.

„Das Kind ist genau auf Augenhöhe mit einem Hund und können daher eine schlimme Verletzung erleiden, wenn der Hund zuschnappt — selbst ein absolut guter Hund“, fügt Horowitz an. „Mit dem Hund ist nichts falsch. Man tut etwas, was er nicht mag und ist direkt vor ihm. Er knurrt, man hört aber nicht darauf und er schnappt zu. Ein Kind kann das schwer verletzen.“

Das ist gesunder Menschenverstand — dafür muss man kein erfahrener Hundepsychologe wie Horowitz sein um zu verstehen, dass Kindern im Umgang mit dem Familienhund (oder Katze, oder Vogel, oder was auch immer) Grenzen gesetzt werden sollten. Und wenn es zu Umarmungen kommt, dann sind diese Grenzen nötig — auch wenn es schwer fällt.

Oder, wie Horowitz es ausdrückt: „Wir denken, weil es unsere Liebe ausdrückt, spüren Hunde auch unsere Liebe. Aber ich denke, in diesem Fall liegen wir vermutlich falsch.“

Übersetzt von Christoph Damm

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