Foto: Nora Tabel

Wir haben 5 Gründerinnen gefragt, wie sie Zeit für sich selbst finden

Kund*in
Jake*s
Autor*in
EDITION F studio
Gesponsert

Wir alle wünschen uns mehr Zeit für Familie, Freunde und uns selbst. Und doch hetzen wir oft von Termin zu Termin, essen vor dem Laptop oder sagen den Sport ab. Wir haben 5 Gründerinnen gefragt, wie sie Zeit für sich selbst finden.

Wie man wieder tut, was nicht Arbeit ist

Montagabend, 19 Uhr. Normalerweise sitzen die 30 Gründerinnen, die sich gerade zum Dinner treffen, an Montagabenden wie diesen vermutlich noch in ihrem Büro. Oder doch nicht?

Gemeinsam mit Jake*s Collection lud EDITION F zum Female Founders Dinner ins aptm im Berliner Wedding. Die Gelegenheit haben wir natürlich genutzt, um fünf Gründerinnen zu Fragen, was sie eigentlich machen um zwischen der E-Mail-Flut, großer Verantwortung und dem Spagat zwischen Team und Kunden auch mal durchzuatmen und sich Zeit für andere Dinge zu nehmen, in den Urlaub zu fahren zum Beispiel, ohne mit einem Gedanken immer im Büro zu bleiben.

Wir haben mit fünf Gründerinnen über ihre Ratschläge gesprochen. Außerdem hat die Fotografin Nora Tabel Porträts in tollen Looks von Jake*s Collection, die es auch zum Nachkaufen gibt, aufgenommen.

Lea Lange, Gründerin Juniqe

Lea gründete 2014 den Online-Shop für Kunst Juniqe und hat schon 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie trägt ein Kleid von Jake*s Collection. Quelle: Nora Tabel

Teamgröße: 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter I Gründungsjahr: 2014 I Webseite I Instagram

Outfit

Du hast selbst gegründet, wie kam es bei dir zu diesem Schritt? Und hat sich deine Arbeit durch die Verantwortung stark gewandelt?

„Ich habe gegründet, weil ich fest an die Idee und den Markt für bezahlbare, kuratierte Kunst glaube. Schöne Möbel und Accessoires für die Wohnung sind in allen möglichen Preiskategorien erhältlich – mit Kunst sieht es anders aus. Ich hab immer schon gerne eingerichtet – bei mir selbst oder bei Freunden – und dabei verschiedene Stile und Preisklassen gemixt. Mit Möbeln klappte das gut, aber bei Wandbildern stieß ich oft an Grenzen. Es gab keine Destination für bezahlbare und trotzdem spannende und junge Kunst. Meine zwei Mitgründer und ich haben uns dann vor rund viereinhalb Jahren entschlossen, das zu ändern. Wir begannen individuelle und bezahlbare Kunst zu verkaufen und schafften ein Sprungbrett für junge, unbekannte Künstler. Ich bin ein Machertyp und schöpfe sehr viel Energie daraus, Ideen umzusetzen und Dinge zu gestalten. Natürlich ist das Level an Verantwortung, das ich Mitarbeitern und Partnern gegenüber fühle, ein ganz anderes als beim Angestelltsein: Schlussendlich bin ich dafür verantwortlich nachhaltig ein funktionierendes Unternehmen aufzubauen. Dieser Job kennt keinen Feierabend. Gut fühlt sich dabei an, die Verantwortung auf drei Schultern aufzuteilen: Marc, Sebastian und ich sind ein sehr gut funktionierendes Team.“

Welchen Tipp hast du, damit auch noch Zeit für dich, Freunde und Familie bleibt?

„Aus meiner Sicht muss man irgendwann beginnen, Grenzen abzustecken und auch mal Nein zu sagen. Jemand anderes wird es nicht für einen tun und theoretisch gibt es immer was zu tun. Man muss aktiv entscheiden, wann man verfügbar ist und wann nicht.“

„Man muss irgendwann beginnen, Grenzen abzustecken und auch mal Nein zu sagen.“

Bist du mit deinen Arbeitszeiten ein Vorbild für dein Team? Und was tust du, damit nicht alle 60 Stunden arbeiten?

„Ich arbeite schon recht viel. Vor allem habe ich in den ersten zwei Jahren oft bis
sehr spät abends und am Wochenende gearbeitet. Ich erwarte aber in keiner
Weise ein ähnliches Arbeitspensum von meinen Mitarbeitern. Mir ist bewusst,
dass es etwas anderes ist, ob jemand angestellt ist oder selbstständig. Trotzdem erwarte ich aber natürlich ein gewisses Maß an Motivation, Energie und Leidenschaft von meinen Mitarbeitern.“

In welcher Kleidung fühlst du dich eigentlich immer wohl?

„Meist trage ich Jeans, Ankle-Boots und Bluse oder Pullover. Bei externen Terminen oder wichtigen Meetings ist es etwas weniger lässig, aber am wichtigsten ist immer, dass ich mich wohlfühle und mich nicht verkleide.“

Wenn du dir etwas von dir selbst wünschen würdest, was wäre das?

„Ich würde gern etwas ruhiger in den Tag starten und mein Handy noch öfter weglegen. Teilweise lasse ich es am Wochenende stundenlang zu Hause und merke immer, wie gut es mir tut. Das sollte ich auf jeden Fall noch viel öfter machen.“

Dr. Sophie Chung, Gründerin Qunomedical


Sophie Chung, Ärztin und Gründerin des Startups Qunomedical schläft nur wenige Stunden pro Nacht. Sehen tut man das nicht. Sophie trägt ein Kleid von Jake*s Collection. Quelle: Nora Tabel

Teamgröße: 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 2 Hunde I Gründungsjahr: 2015 I Webseite I Instagram

Outfit

Du hast selbst gegründet, wie kam es bei dir zu diesem Schritt? Und hat sich deine Arbeit durch die Verantwortung stark gewandelt?

„Ich wusste relativ früh nach dem Studium, dass ich irgendwann meine eigene Herrin werden muss, da ich mit vorgefertigten, starren Strukturen nicht so gut zurecht komme. Ich machte schließlich den Schritt, als ich die Idee hatte und einen Geldgeber zur gleichen Zeit. Einen perfekten Zeitpunkt, um zu gründen, gibt es aber meiner Meinung nach nicht – die Hauptsache ist, man traut sich, den ersten Schritt zu wagen. Es wird immer Neinsager geben, wichtig ist, sich nicht entmutigen zu lassen. Meine Arbeit hat sich durch mehr Verantwortung insofern geändert, als ich viel sorgsamer mit meinen Entscheidungen bin und viel multidimensionaler denke. Als Experte ist man nur für seinen Fachbereich zuständig, aber als CEO bist du für die Menschen im Team um dich herum verantwortlich sowie für deine Kunden und Investoren. Da kommt schon einiges an Denkarbeit zusammen.“

Welchen Tipp hast du, damit auch noch Zeit für dich, Freunde und Familie bleibt?

„Man kann nicht immer alles auf einmal haben und es allen recht machen. Das ist die wichtigste Einsicht, die man realisieren muss. Es gibt Tage, da kommen Freunde und Familie ganz klar zu kurz. Das muss ok sein. Umso wichtiger ist es, dass man sich sehr bewusst Zeit nimmt für die Dinge, die einem Energie spenden. Nur nicht alles gleichzeitig.“

„Man kann nicht immer alles auf einmal haben und es allen Recht machen.“

Bist du mit deinen Arbeitszeiten ein Vorbild für dein Team? Und was tust du, damit nicht alle 60 Stunden arbeiten?

„Ich arbeite gerne und viel, weil es mir Spaß macht. Bei meinem Team zähle ich keine Stunden. Die Ergebnisse, Produktivität und Commitment müssen stimmen. Wir sind sehr priorisierungsfreudig. Sobald sich abzeichnet, dass die Workload ausufert, legen wir rigoros den Rotstift an die To-do-Liste an.“

In welcher Kleidung fühlst du dich eigentlich immer wohl?

„Hosen – egal ob Jeans oder Stoff –, flache Schuhe – Sneaker oder Boots, –und ein lockeres Oberteil – Pulli, T-Shirt oder Bluse. Dann kann eigentlich nichts schief geben.“

Wenn du dir etwas von dir selbst wünschen würdest, was wäre das?

„Ich habe vieles von anderen Menschen gelernt und mitgekommen – Skills, Wissen und Einstellung. Ich wünsche mir, dass ich das an Nachkommende auch weitergeben kann.“

Julia Winkels, Gründerin BOLD

Julia Winkels hat mit ihrer Agentur BOLD mittlerweile ein zweites Büro in LA. Sie trägt Bluse und Hosenanzug von Jake*s Collection. Quelle: Nora Tabel

Teamgröße: 37 in Berlin und 10 in LA I Gründungsjahr: 2010 I Webseite I Instagram

Outfit

Du hast selbst gegründet, wie kam es bei dir zu diesem Schritt? Und hat sich deine Arbeit durch die Verantwortung stark gewandelt?

„Das war ein ganz natürlicher Schritt für mich. Nachdem ich knapp acht Jahre im Bereich PR und Marketing im In- und Ausland gearbeitet habe, wusste ich, dass es für mich nur eine Option gibt, gelernte Inhalte mit meinen privaten Interessen zu verbinden: ein eigenes Unternehmen, eine neue Form der Kommunikation oder, wie wir es nennen, ‚the New Generation in Communications‘. Wir verbinden hier klassische Kommunikationstools mit relevanten, oft progressiven Persönlichkeiten, entwickeln PR-Ideen, die inspirieren, überraschen. Dabei sind wir einfach wir selbst. Denn wir sind unsere eigene Zielgruppe. Das ist natürlich super praktisch.“

Selbst-ständig? Welchen Tipp hast du, damit auch noch Zeit für dich, Freunde und Familie bleibt?

„Ja. Das ist so eine Sache. Ich bin Mutter von zwei Kindern, die in meinem Leben ganz klar die Priorität haben. Das bedeutet nicht nur aktiv Zeit miteinander zu verbringen, sondern auch für eine finanzielle Sicherheit zu sorgen. Deshalb ist mir der Erfolg von BOLD nicht nur ein professionelles Anliegen, sondern auch ein ganz privates. Also, ja: Ich bin selten wirklich offline. Dafür leben wir in einer mobilen Welt. Meine Arbeit ist an keinen Ort gebunden. Ich nehme mir viel Zeit für meine Kinder, muss und möchte aber zwischendrin immer mal wieder E-Mails beantworten – auf dem Spielplatz, von der Couch, am Strand oder einfach zwischen Tür und Angel. Dafür bin ich bei meinen Kindern und nicht bis abends im Büro. Meistens ist das eine passende Regelung für mich und wenn nicht, lege ich das Handy selbständig zur Seite. Denn am Ende entscheide ich, was geht und was nicht. Das ist natürlich das optimale Szenario für eine Mutter und Agenturinhaberin.“

„Ich hoffe ein Vorbild sein zu können und auch ein Zeichen zu setzen, indem wir Leistung honorieren und keine Zeitarbeit.“

Bist du mit deinen Arbeitszeiten ein Vorbild für dein Team? Und was tust du, damit nicht alle 60 Stunden arbeiten?

„Ich hoffe ein Vorbild sein zu können und auch ein Zeichen zu setzen, indem wir Leistung honorieren und keine Zeitarbeit. Es gibt Menschen, die ihre Arbeit komprimieren und sich super fokussieren können und andere lassen sich mehr Zeit und sind sehr detailverliebt. Hiervon hängen Arbeitszeiten tatsächlich auch stark ab. Generell werden die Stunden bei uns täglich eingetragen und ausgewertet – nicht um die Mitarbeiter zu kontrollieren, sondern eher um sie vor zu viel Arbeit zu schützen. Nicht selten verlangen Kunden das Maximale bei einer minimalen Budgetierung. Ich sehe es nicht gerne, wenn gewisse Mitarbeiter bis 20 Uhr oder länger im Büro sitzen. Wir setzen uns in diesen Fällen zusammen und schauen, woran es liegt und wie wir die Zeiten in den Griff bekommen können. Teamwork ist hier das A und O.”

Viele Termine, oft auch viel Stress: In welcher Kleidung fühlst du dich eigentlich immer wohl?

„In einer Jeans und einem Ringelshirt und cleanen, halbhohen Schuhen oder Boots. Ich kombiniere immer klassische Elemente mit sportlichen Highlights.“

Wenn du dir etwas von dir selbst wünschen würdest, was wäre das?

„Ich wünsche mir tatsächlich, dass alles so bleibt, wie es gerade ist. Wenn das der Fall wäre, wäre ich sehr glücklich. Vor ein paar Monaten sind meine Eltern nach Berlin gezogen. Das bedeutet für mich viel mehr Freiheit. Und die nehme ich mir tatsächlich auch! Dabei fällt mir ein, da wäre vielleicht doch noch eine Kleinigkeit: Ich wünsche mir, dass ich aufhöre so oft ein schlechtes Gewissen zu haben. Denn Zeit für mich selbst tut mir zwar wahnsinnig gut, ist aber nicht selten mit einem schlechten Gewissen verbunden – gegenüber den Kindern und meiner Firma. Das könnte mal langsam aufhören, finde ich.“

„Ich wünsche mir, dass ich aufhöre so oft ein schlechtes Gewissen zu haben.“

Susann Hoffmann & Nora-Vanessa Wohlert, Gründerinnen EDITION F


Quelle: Nora Tabel

Teamgröße: 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter & 1 Hund I Gründungsjahr: 2014 I Webseite I Instagram

Outfit

  • Susann trägt Pullover mit Schößchen – Ecru von Jake*s Collection & Hosenanzug von Jake*s Collection (gibt es aktuell nur noch im Laden zu Kaufen bei Peek & Cloppenburg)
  • Nora trägt Blazer mit 2-reihiger Knopfleiste – Marineblau von Jake*s Collection & Business Hose mit Bügelfalten – Marineblau von Jake*s Collection

Ihr habt selbst gegründet, wie kam es bei euch zu diesem Schritt? Und hat sich eure jeweilige Arbeit durch die Verantwortung stark gewandelt?

Nora: „Das Unternehmen, für das wir davor gearbeitet haben, war ziemlich stark im Umbruch. Wir hatten die letzten Monate gemeinsam gearbeitet und rausgefunden, dass wir uns nicht nur privat gut verstehen, sondern auch beruflich. Und so kam eines zum anderen. Wir haben einfach eine sehr große Lücke gesehen für ein digitales Angebot wie EDITION F, und da niemand sonst es gemacht hat, haben wir uns dann entschieden zu gründen. Bei Gründerszene, wo ich davor als Redaktionsleiterin gearbeitet habe, konnte ich schon erste Führungserfahrung sammeln und wir haben auch mitbekommen, was es grundsätzlich bedeutet, ein Start-up mit aufzubauen, dass hat uns sehr geholfen bei Suses und meiner Gründung. Trotzdem hatte ich Angst zu scheitern. Irgendwie gibt es da noch immer ein Stigma in Deutschland. Als wir den Schritt dann gewagt haben, hat sich auch die Arbeit noch einmal sehr gewandelt, weil du als Gründerin die gesamte Verantwortung trägst. Ich muss sagen, für mich persönlich war es sehr befreiend gemeinsam mit Suse auch große Entscheidungen final treffen zu können. Aber natürlich gibt es auch Tiefen bei der Gründung, größere Tiefen, als wenn man angestellt ist. Weil man plötzlich nicht mehr nur Verantwortung für sich selbst, sondern ein ganzes Team trägt.“

„Für mich persönlich war es sehr befreiend gemeinsam mit Suse auch große Entscheidungen final treffen zu können.“

Susann: „Ehrlich gesagt hat mir die Gründung noch stärker bewusst gemacht, was ich kann, aber vor allem, was ich will. Viele Aufgaben, wie z.B. Excel-Businesspläne schreiben oder Neukundenakquise waren in meinen Jobs zuvor – sei es bei Scholz & Friends oder bei Gründerszene – nicht wirklich im Fokus. Hier habe ich in wahnsinnig kurzer Zeit extrem viel dazugelernt. Wir sind wahrscheinlich nicht die einzigen Gründer, die denken, dass sie mit der Gründung einen MBA nebenbei gemacht haben. Neben der Erfahrung, dass man immer weiterlernt, bin ich aber auch den Themen sehr viel näher gekommen, die mir richtig Spaß machen und in denen ich richtig gut bin. Klar muss man auch mal undankbare Aufgaben erledigen, aber ich kann inzwischen – auch dank eines super Teams – mehr so arbeiten, wie ich es will. Dazu gehören vor allem neue Ideen, neue Produkte und neue Strategien und Modelle zu entwickeln. Als Angestellte ist man neben der Eigeninitiative eher auf die Gunst des Chefs angewiesen, um sich frei entfalten zu können.“

Welche Tipps habt ihr beide, damit auch noch Zeit für euch selbst, Freunde und Familie bleibt?

Susann: „Vor der Geburt meines Sohnes war die Prio 1 immer der Job. Morgens früh hin, abends spät nach Hause. Das hat sich total verändert – jetzt nehme ich mir klar vor: 15.30 Uhr bist du an der Kita und das halte ich streng ein. Dafür arbeite ich nach dem Sandmann nochmal weiter. Insgesamt fühlt es sich trotzdem viel schöner so an. Ich glaube, mein Tipp ist: Denke nie in ‚9 to 5‘ – denke in Aufgaben, in Energiephasen und versuche deine wichtigen Themen ernst zu nehmen. Für mich ist das Familienzeit, für andere Sport oder Meditation. Ich glaube fest daran, dass wir aufhören müssen, Arbeit starr zu betrachten und in lineare Zeitfenster einzuteilen. Am Ende sind die Menschen, die mit Leidenschaft ihr Leben gestalten – zu dem Arbeit, aber auch vieles mehr gehört –, am besten in dem, was sie tun. Das Motto von dm-Gründer Götz Werner ist deshalb auch meins: Wir sollten unser Leben nicht in Arbeitszeit und Freizeit einteilen, sondern verstehen, dass alles, was wir machen, immer Lebenszeit ist.“

„Wir sollten unser Leben nicht in Arbeitszeit und Freizeit einteilen, sondern verstehen, dass alles, was wir machen, immer Lebenszeit ist.“

Nora: „Diese Frage hat mich vor allem die letzten Wochen in Vorbereitung auf den Dinnerabend sehr stark umgetrieben. Ich mache aktuell noch viel zu wenig dagegen immer verfügbar zu sein und gehe auch stark an meine Grenzen. Ich liebe meine Arbeit sehr und sehe viel von dem, was ich mache, auch als großes Hobby. Trotzdem kommen Sachen zu kurz, die mehr Raum brauchen. Vier Dinge habe ich mir deshalb vorgenommen – der Abend hat sich also gelohnt. Erstens: Mit Suse habe ich für dieses Jahr mehr Urlaub für sie und mich besprochen. Weil Urlaub einfach wichtig ist, um mal wirklich abzuschalten. Zweitens: weniger schlechtes Gewissen. Ich arbeite sehr oft lange Abends und auch am Wochenende. Wenn ich morgens gegen 7 Uhr aufwache, mache ich erstmal Mails und wenn im Urlaub irgendwas sehr akut ist, arbeite ich auch. Im Gegenzug will ich mir auch erlauben, kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, wenn ich mal um 16 Uhr Schluss mache oder erst um 11 Uhr ins Büro komme. Drittens: mehr Zeit für Freunde, Familie und mich. Niemand gibt mir die Zeit je zurück. Also gehen Freunde und Familie auch mal vor. Und weil man selbst zu oft als Letztes kommt, müssen auch feste Termine für mich gemacht werden. Viertens: Ich nehme mir ganz fest vor, sobald es mit meinem Bonuskind (14 Jahre) zu Hause möglich ist, im Winter zwei Monate von da aus zu arbeiten, wo es schön warm ist. Und 2020 könnte es zum ersten Mal soweit sein, wenn die Kleine im High-School-Jahr ist.“

Seid ihr mit euren Arbeitszeiten ein Vorbild für das Team? Und was tut ihr, damit nicht alle 60 Stunden arbeiten?

Nora: „Niemals würde ich vom Team erwarten so viel zu arbeiten wie ich. Es ist ein Unterschied, ob man Gründer ist oder nicht. Susann und mir liegt es am Herzen, dass das Büro für gewöhnlich um 19 Uhr leer ist. Natürlich gibt es immer mal andere Phasen. Aber das sollten Ausnahmen sein. Wir sind für flexible Arbeitszeiten, Homeoffice ist auch normal bei uns, am Ende wollen wir ein Unternehmen sein, in dem sich das Team vorstellen kann, verdammt lange zu bleiben.“

Susann: „Ich habe es eben schon gesagt: Starre Strukturen machen Menschen am Ende eher kaputt. Und trotzdem muss man sich im Team aufeinander verlassen können – und wir lieben es, dass wir alle im Office zusammenkommen und nicht nur virtuell zusammenarbeiten. Dennoch arbeiten wir ständig daran, neue Arbeitsmodelle zu finden, die Kommunikation zu verbessern und vor allem jedes Teammitglied mit der individuellen Lebenssituation zu betrachten. Ich glaube, seit der Mutterschaft hat sich bei mir so viel verändert, dass Nora und ich uns dem Thema sehr viel mehr als zu Beginn der Gründung annehmen. Und das ist wichtig, um einen guten Weg zu finden. Ein Vorbild will ich deshalb gar nicht sein, lieber eine ‚Chefin‘, mit der man das passende Modell erfinden kann.“

„Wir arbeiten wir ständig daran, neue Arbeitsmodelle zu finden, die Kommunikation zu verbessern und vor allem jedes Teammitglied mit der individuellen Lebenssituation zu betrachten.“

In welcher Kleidung fühlt ihr euch eigentlich immer wohl?

Susann: „Meistens bin ich eher clean in meinem Look: dunkle High-Waist-Jeans, eine coole Bluse oder Hemd, gerne in knalligen Farben, und das bis oben hin zugeknöpft. Ach ja, und Sneaker.“

Nora: „Jeans, Seidenbluse, Lederjacke, Boots. Das geht irgendwie immer.“

Wenn ihr euch etwas von euch selbst wünschen würdet, was wäre das?

Susann: „Mehr Rebellion. Weniger zuhören beim inneren Anspruch und den äußeren Erwartungen.“
Nora: „Ein bisschen mehr auf mich selbst hören und auf das, was ich mir und anderen so rate.“

Ein paar Impressionen vom Abend

Die ganze Fotogalerie könnt ihr euch bei Facebook ansehen.

Alle Bilder sind von Nora Tabel.

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