Zensiert von Algorithmen, sexualisiert durch den patriarchalen Blick: Die weibliche Brust wird ständig bewertet, aber nie als selbstverständlicher Teil des Körpers verstanden. Bis auf dem Red Carpet plötzlich Ona auftaucht. Sie spricht nicht und ignoriert die Aufforderung, irgendwelche Posen für die Außenwelt zu machen. Wer ist diese Kunstfigur? Und was hat der rote Teppich mit unserer Brustgesundheit zu tun?
29. OKTOBER 2026
Hey, ich bin Ona, und dies ist mein erster Tagebucheintrag.
21:14 Uhr — Im Fond der Limousine
Wenn eine weibliche Brust auf dem Red Carpet auftaucht, gehört sie normalerweise zu einer Inszenierung, einem Kleid oder einem Outfit. Heute war das anders. Heute gehörte ich niemandem, es gab keine Show, ich war einfach nur da. Zeit, das Spiel mal umzudrehen: vom beglotzten Objekt zum Star des Abends!
Es war ein langer Tag. Und ja, ich bin ein paar Minuten zu spät aus dem Wagen gestiegen. Pure Absicht. Ein bisschen Timing schadet ja nicht, wenn man weiß, dass ohnehin alle auf mich warten.
Draußen dann sofort dieses vertraute und ein bisschen absurde Bild: Lauter Kameralinsen, die erst mechanisch nach unten wandern und dann hektisch wieder hochschnellen, sobald die Fotografen begreifen, wer hier den Red Carpet betritt. Hochrote Köpfe hinter schwarzen Gehäusen. „Hey Ona, hier rüber! Dreh dich! Geh auf die Zehenspitzen! Warum so ernst, jetzt lächel doch mal!“
Ich aber stehe einfach nur da. Drehe mich keinen Millimeter, mir ist egal, welche Pose sie von mir wollen – sie bekommen sie nicht. Sollen sie doch ein bisschen schwitzen und ihre Zoom-Ringe heißdrehen.
21:20 Uhr — Im Blitzlichtgewitter
Es fasziniert mich jedes Mal aufs Neue, wie viel Hektik entsteht, wenn ein Körper einfach nur existiert, ohne sich dafür zu entschuldigen. Sie haben immer sofort dieses dringende Bedürfnis, mich einzuordnen. Zu sichtbar, zu provokant, zu klein, zu groß, zu eigenwillig. Passen die Proportionen? Darf sie das so tragen? Sie debattieren über den Ausschnitt, über den Schnitt des Kleides von Lena Hoschek – als wäre eine Brust eine öffentliche Verhandlung, die man moderieren muss, und kein selbstverständlicher Teil eines lebendigen Menschen.
Man hat versucht, mich in Formen zu pressen, mich mit Pfirsichen oder Zensurbalken zu überkleben oder mich zur reinen Schaufläche zu erklären. Als gäbe es mich nur im Verhältnis zu den Blicken der anderen. Unter Cellophan, mit einem unsichtbaren Preisschild irgendwo in einer Folienfalte.
Mein Name kommt aus dem Slawischen und bedeutet schlicht: Sie. Nicht das Objekt, nicht die Projektion. Einfach sie.
23:15 Uhr — Nach dem Rauschen
Irgendwann gehen die Scheinwerfer aus. Die Hektik legt sich, das Rauschen wird leiser.
Und während da draußen wahrscheinlich immer noch diskutiert wird, welche Art von Skandal das jetzt eigentlich war, bleibt ein ganz anderer, viel naheliegenderer Gedanke:
Alle schauen hin. Jeder meint zu wissen, wie eine Brust auszusehen hat, wofür sie angeblich da ist, was an ihr schön oder schockierend ist. Aber wann hast du deine Brust eigentlich das letzte Mal wirklich gespürt?
23:42 Uhr — Konfetti
Wann hast du deine Brust zuletzt wirklich gespürt? Nicht im Spiegel, um zu kontrollieren, ob noch alles sitzt. Nicht durch die Augen einer anderen Person. Sondern einfach mit den eigenen Händen. Ruhig, aufmerksam, ganz ohne Publikum. Wie sich das Gewebe anfühlt, die Rundungen, die kleinen Veränderungen, die jeden Monat neu sind. Wann warst du zuletzt sicher, dass es ihr gut geht?
Wir lassen ständig die ganze Welt darüber urteilen. Dabei fängt die eigentliche Beziehung doch hier an: unter der Haut, bei dir. Ohne Blitzlicht, aber mit Konfetti!
Ich bin Ona. Und das ist meiner erster Tagebucheintrag. Ich werde in den nächsten Wochen überall auftauchen, auf allen roten Teppichen dieser Stadt. Ich bin der Star des Abends! Und ich werde dich mitnehmen. Ich möchte, dass wir unsere Brust kennenlernen. Dass sie im Mittelpunkt steht. Als ein selbstverständlicher Teil unseres Körpers. Und dass wir gemeinsam dafür sorgen, dass sie gesund ist und gesund bleibt.
Ich bin Ona. Ich zeige dir, wie du deine Brust checkst, Veränderungen wahrnimmst und Brustgesundheit ganz selbstverständlich in deinen Alltag integrierst.
Hier erfährst du mehr über mich: Hey Ona.