Foto: Unsplash | Michael Carnevale | Instagram | Maye Musk

Maye Musk: „Ich habe mich nie in das Leben meiner Kinder eingemischt“

Elon, Kimbal und Tosca Musk sind nicht nur Geschwister, sondern alle drei auch noch erfolgreiche Unternehmer, die ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben. Wie hat das ihre Mutter Maye bloß gemacht?

 

Drei Kinder, drei Unternehmer 

Wenn wir den Namen Musk hören, denken wir automatisch an Elon. Elon Musk, Unternehmer und Investor, der ein Super-Unternehmen nach dem anderen aufbaut: erst das Online-Bezahlsystem PayPal, dann das private Raumfahrtunternehmen SpaceX und dann den Elektroautohersteller Tesla. Doch hinter dem Namen steht nicht nur ein erfolgreicher Investor und Unternehmer, sondern eine ganze Familie, bestehend aus Elon, seinem Bruder Kimbal, seiner Schwester Tosca und ihrer Mutter Maye. Und jeder von ihnen hat mindestens ein eigenes Unternehmen von Grund auf aufgebaut – und jedes davon mit Erfolg.

Für das 1843 Magazine hat sich die Redakteurin Natasha Loder mit Maye Musk getroffen und sie gefragt: Wie ist es ihr gelungen, ihren Kindern solche eine Eigenständigkeit und Selbstvertrauen zu vermitteln? 

Back to the 70s

Um das zu verstehen, gehen wir zurück ins Jahr 1970. Maye, die den Mädchennamen Haldemann trägt und in Südafrika aufgewachsen ist, ist 22 Jahre alt, modelt bereits seit sieben Jahren und hat seit einem Jahr ihre eigene Praxis als Ernährungsberaterin. 1970 heiratet sie dann den Ingenieur Errol Musk. Neun Monate später kommt ihr Sohn Elon zur Welt, im Jahr darauf Kimbal und anschließend ihre Tochter Tosca.

Die Ehe hält neun Jahre. Die Kinder bleiben bei ihr, Geld und Zeit sind knapp bemessen – auch die Zeit, sich übermäßig in die Leben ihrer Kinder einzumischen, sie zu kontrollieren, ihre Hausaufgaben zu überprüfen oder sich gar Sorgen um sie zu machen.  Sie habe sie einfach machen lassen, erzählt Maye. Ganz genau so, wie es ihre Eltern bei ihr gemacht hätten. 

Dadurch, dass Maye ihr Business von Zuhause aus führte, kommen die drei Musk-Kinder mit dem Entrepreneur-Dasein schon früh in Berührung. Sie führen Telefonate, schreiben Briefe und unterstützen ihre Mutter eben da, wo sie Hilfe benötigt. Dabei entwickelt jedes ihrer Kinder seine ganz eigenen Interessen. Während Elon obsessiv ein Buch nach dem anderen verschlingt, mit zwölf Jahren sein erstes eigenes Computerprogramm verkauft, gilt Kimbals Leidenschaft dem Essen und Kochen. Tosca hingegen entdeckt ihre Faszination für Filme. 

„Elon hätte sich ein Buch genommen und gelesen. Tosca hätte sich zu mir gesellt und Kimbal hätte an den Chilischoten gerochen und ‚mmhhh‘ gesagt.“

Nachdem Elon als Erster der Drei das Elternhaus verlässt und nach Kanada zieht, will es ihm seine damals 15-jährige Schwester Tosca nachmachen und ihm folgen. In der Zeit, in der Maye Elon besucht und sich umschaut, ob die Umgebung etwas für Tosca wäre, verkauft Tosca kurzerhand das Haus ihrer Mutter. Das Einzige was nach Mayes Rückkehr noch fehlt, ist ihre finale Unterschrift. Und die gibt sie. 

„Meine Kinder tun manchmal sehr außergewöhnliche Dinge, die allerdings Sinn machen.“

So ziehen Maye und Tosca von Südafrika zu Elon nach Toronto. Kimbal beendet seine Schule und folgte ihnen im Jahr darauf. Und dann fängt die Familie Musk wieder von Null an. Maye wird als Model unter Vertrag genommen, beginnt ihr P.hD und baut langsam wieder ihre eigene Praxis auf.

Einfach machen lassen

1995 gründen Elon und Kimbal das Unternehmen Zip2, darauf folgt 1999 PayPal. Während Elon sich weiterhin seinen Tüfteleien widmet und zahlreiche Gründungen vollzieht (SpaceX, Tesla, SolarCity, Hyperloop, OpenAI, Neuralink und The Boring Company), wechselt sein Bruder Kimbal in die Branche seiner Leidenschaft: Er eröffnet sein erstes Restaurant. Mittlerweile sind es 13, weitere sind in Arbeit. Auch ihre Schwester Tosca geht ihrer Leidenschaft Film weiter nach und wird Filmregisseurin. 2017 gründet sie mit Passionflix ihren eigenen Streamingdienst. 

„Ich habe mich nie in die Leben meiner Kinder eingemischt“, erzählt Maye gegenüber dem 1843 Magazine weiter. Sie habe einfach keine andere Wahl gehabt, als ihre Kinder machen und ihre Freiheiten ausleben zu lassen. So konnte sie ihre Interessen selbst entdecken und eigenständig weiter verfolgen. Von Hobbys, die mehr der Wunsch der Eltern als die der Kinder sind, halte sie nichts. Sie wollte, dass ihre Kinder ihren wahren Interessen entdecken und darin vielleicht die eine Leidenschaft finden. Und darin wiederum ihren Beruf. 

Was ihre eigene Karriere betrifft: Maye ist heute 69, wohnt in den USA in der Nähe ihrer Kinder, ist in einem Beyoncé-Musikvideo zu sehen und arbeitet als Model – und das mit jedem Jahr erfolgreicher.  Maye meint lachend: 

„Ich fange gerade erst an.“

Das Titelbild ist ein Zusammenschnitt aus folgenden Bildern: 

Instagram | @mayemusk
Instagram | @mayemusk
Unsplash | Michael Carnevale 

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