Mann in weißem Shirt, der sich im Spiegel anschaut.
Foto: Andrea Piacquadio | Pexels

Komm da raus Mann! Toxische Männlichkeit und ihr Einfluss auf die Welt

Patriarchale Rollenbilder engen nicht nur Frauen, sondern alle Geschlechter ein. Deshalb sprechen wir beim FFF DAY mit verschiedenen Personen darüber, wie wir diese Konstrukte sprengen können. 

Feminismus ist was für Frauen, Männer sind da raus? – Ganz falsch! 

Wir brauchen auch Männer, um nachhaltig etwas verändern zu können. Je mehr Menschen bestehende Rollenbilder hinterfragen und daran arbeiten, einengende Konstrukte zu sprengen, desto besser. Die gute Nachricht: Mehr und mehr Männer werden sich ihrer eigenen patriarchalen Prägung bewusst und ziehen Rückschlüsse auf ihre gegenwärtige Haltung und ihr Handeln. Diese Tendenz spiegelt sich unter anderem auf dem Buchmarkt wider. 

Christian Dittloff hat das Buch „Prägung. Nachdenken über Männlichkeit geschrieben.“ Darin untersucht er die eigene Kindheit und Jugend auf patriarchale Bruchstücke, die zu teilweise auch schmerzhaften Eingeständnissen führen. Sein Roman ist ein Manifest für lebenslange Veränderung, unermüdliche Reflexion und Bewusstmachung dessen, was anders werden muss, um irgendwann ein gleichberechtigtes ,Wir’ zu leben. Im Interview mit EDITION F-Redaktionsleiterin Anne-Kathrin sagt er: „Es ist egal, wohin ich in meiner Kindheit blicke, ich bin letzten Endes immer geprägt von Bildern patriarchaler Männlichkeit.“

Auch der politische Bildner und Autor Fikri Anıl Altıntaş sucht mit seinem neuen Buch „Im Morgen wächst ein Birnbaum“ inmitten von festgefahrenen Narrativen rund um Männlichkeit und Zugehörigkeit nach Zwischentönen – radikal blickt er auf sich und seine Familiengeschichte zurück, um das Heute besser zu verstehen. Der ehrenamtliche #HeForShe Botschafter von UN Women Deutschland beschäftigt sich intensiv mit Rollenbildern, Privilegien und der (De)-Konstruktion von nicht-weißen, muslimisch gelesenen Männlichkeiten in Deutschland.

Abwertung von Weiblichkeit 

Die beiden Autoren diskutieren gemeinsam mit Autorin Tara-Louise Wittwer und Schauspieler Brix Schaumburg beim FFF DAY 2023 auf dem Panel über „Toxische Männlichkeit“. Moderiert wird das Gespräch von EF-Redakteurin Gizem Eza.

Brix Schaumburg ist Deutschlands erster offiziell geouteter trans Schauspieler. Er setzt sich ein für eine Welt ohne Schubladen und Labels. Für eine Welt ohne erdrückende und einengende Geschlechterrollen. Als Diversity Coach berät er Unternehmen und Marken. Mit seiner ganz persönlichen Geschichte und seinem Engagement als Medienmensch möchte er sensibilisieren, aufklären, Diskurs fördern und mehr Bewusstsein im Umgang mit Mitmenschen verschiedenster Backgrounds schaffen. Zudem ist er als Botschafter u.a. für die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (DGTI) aktiv.

Die Autorin Tara-Louise Wittwer spricht über zwischenmenschliche Beziehungen, Mental Health und Feminismus. In ihrem Buch „Dramaqueen“ thematisiert die Kulturwissenschaftlerin die offene und unbewusste Abwertung der Weiblichkeit. Sie reflektiert ihre Rolle als Frau in der Gesellschaft – irgendwo zwischen Urteilen und Verurteilen – und zeigt Wege auf, wie wir alle fairer miteinander umgehen können. Mit ihrem Format „TikToxic“ entlarvt sie frauenfeindliche Videos im Netz.

Neugierig geworden? Wir freuen uns, wenn ihr beim FFF DAY am 21. Oktober in der Arena Berlin dabei seid und mitdiskutiert. Hier findet ihr weitere Informationen über die Konferenz. Tickets könnt ihr hier kaufen

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