Im Herbst würden wir liebsten jeden Tag zwischen den fallenden Blättern spazieren gehen. Aber an dunklen Abenden, regnerischen Tagen und den kühlen Vormittage ist es doch am schönsten, mit einem guten Buch wieder unter der Bettdecke zu verschwinden. Und genau dafür haben wir hier 16 besonders gute Tipps!
Die besten Bücher für den Herbst
Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der es besonders toll ist, sich in eine warme Wolldecke gehüllt auf die Couch zu verkriechen, eine riesige Kanne Tee vor sich abzustellen und erstmal für ein paar Stunden die Nase in ein Buch zu stecken. Endlich, der Herbst ist da!
Deshalb kommen hier eine Reihe an Büchern von spannenden Autorinnen, in die ihr in den nächsten Wochen auf jeden Fall einen Blick wagen solltet!
Die Kleider der Bücher
Man sollte ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen, schon klar. Aber ähnlich wie beim Bummeln durch Kleiderläden, gibt es eben auch beim Bücher–Shoppen Farben, Materialien und Designs, die uns besonders ins Auge springen. In „Die Kleider der Bücher“ beschreibt Jhumpa Lahiri die Ästhetik ihrer Bücher.Es ist eine ganz besondere Liebeserklärung an das Buch und die Gefühle, die beim Entstehen eines Buches wachsen. Sie beschreibt liebvoll, wie die Kleider der Bücher glücklich und traurig stimmen können, eben genau wie Kleider, die man selbst trägt.
Jhumpa Lahiri: Die Kleider der Bücher. Rowohlt Verlag, 2018, 64 Seiten, 8,00€.
Das Millennial-Manifest
Möglichkeiten über Möglichkeiten und offene Türen soweit das Auge reicht – zumindest wenn man sie nur stark genug auftritt. Sind das die Vorstellungen mit denen Millenials, in den 90ern geboren, aufgewachsen sind und die auf einmal den Reality-Check nicht überstehen? Autorin Bianca Jankovska rechnet mit ihrer Generation ab, mit der Gesellschaft, die prekäre Lebens- und Abeitsverhältnisse begünstigt und dem Leben als solches.
Bianca Jankovska: Das Millenial Manifest. Rowohlt Verlag, 2018, 192 Seiten, 10,00€.
Sagte sie. 17 Erzählungen über Sex und Macht
17 Autorinnen, erzählen 17 Geschichten, über 17 Frauen, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten. Die Erzählungen bilden Realitäten ab und zeigen verschiedene Facetten von Sexualität und wie gerade dort Machtverhältnisse wirken. In der Anthologie äußern sich ausschließlich weibliche literarische Stimmen zu einem Thema, das zu Zeiten von #metoo, nicht aktueller sein könnte.
Mit Beiträgen von Fatma Aydemir, Antonia Baum, Kristine Bilkau, Heike-Melba Fendel, Nora Gomringer, Annett Gröschner, Anna-Katharina Hahn, Helene Hegemann, Margarita Iov, Mercedes Lauenstein, Juliane Liebert, Anna Prizkau, Annika Reich, Anke Stelling, Margarete Stokowski, Jackie Thomae, Julia Wolf.
Lina Muzur: Sagte sie. 17 Erzählungen über Sex und Macht. Hanser Verlag, 2018, 224 Seiten, 20,00€.
Die Verängstigten
Dima Wannous ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen der arabischen Gegenwartsliteratur. Sie erzählt eine Geschichte über Suleima, die im Wartezimmer ihres Psychotherapeuten auf den Schriftsteller Nassim trifft, der von Ängsten geplagt nicht weiter veröffentlichen kann. Zwischen den beiden entsteht eine fast obsessive Liebesbeziehung. Eines Tages erreicht sie ein von Nassim verfasstes Manuskript über eine Frau Samal, die eine ähnliche Lebensgeschichte wie sie teilt. Auf der Suche nach sich selbst und Samal verarbeitet Suleima ihre Vergangenheit über poetische Traumbilder.
Dima Wannous: Die Verängstigten. Karl Blessing Verlag, 2018, 256 Seiten, 20,00€.
Dunkelgrün fast schwarz
Moritz und Raffael sind ein ungleiches Paar. So unzertrennlich ihre Freundschaft auch ist, so sehr sie einander anziehen und brauchen, so zerstörerisch ist ihr Verhältnis auch. Aus dem Doppelpack wird eine Dreiecksbeziehung als Johanna kurz vor dem Schulabschluss der beiden in ihr Leben tritt. Mareike Fallwickl erzählt eine multiperspektivische Geschichte über die Abgründe von Freundschaft und Beziehungen, die geprägt von Manipulation, Kontrolle und Lügen sind. Der Autorin gelingt es eine Geschichte über Liebe, Leidenschaft und Sanftheit zu erzählen, in der dennoch niemand unverletzt bleibt.
Mareike Fallwickl: Dunkelgrün fast schwarz. Frankfurter Verlagsanstalt, 2018, 480 Seiten, 24,00€.
Die letzten Tage des Patriarchats
Margarete Stokowski, Journalistin und Autorin, veröffentlicht seit 2011 gesellschaftspolitische Kolumnen, Essays und Debattenbeiträge bei Spiegel-Online und der taz, über den Umgang mit Macht, Sex und Körpern. In ihrem neuen Buch, dessen Titel wie eine Kampfansage anmutet, sind ihre wichtigsten Texte leicht überarbeitet und kommentiert erschienen. Beim Lesen kommt dann leider auch die Erkenntnis, dass die ältesten Texte mitunter vor sieben Jahren erschienen sind und sich immer noch auf das aktuelle Tagesgeschehen übertragen lassen. Das Buch macht wütend. Es macht aber auch Mut, die eigene Wut produktiv umzusetzen und sich weiter feministisch und rassismuskritisch zu engagieren.
Margarete Stokowski: Die letzten Tage des Patriarchats. Rowohlt Verlag, 2018, 320 Seiten, 20,00€.
Bleib bei mir
Der Debütroman der erst 30-jährigen nigerianischen Autorin Ayòbámi Adébáyò erzählt die Geschichte einer verzweifelten und an sich verzweifelnden Frau über die Macht der Familie, Traditionen und Liebe. Ihre Protagonistin Yejide hofft vergeblich auf ein Kind. Und obwohl sie und ihr Mann Akin entgegen der Sitten entschieden haben keine zweite Frau in die Ehe zu holen, nimmt Yejides Schwiegermutter dies in die Hand. Der Roman erzählt sensibel über Fehlgeburten, den Wunsch nach Familie und den Versuch eine Ehe zu retten.
Ayọ̀bámi Adébáyọ̀: Bleib bei mir. Piper, 2018 352 Seiten, 22,00€.
Pelzland
„Als wäre der Mund mit Haar bewachsen fallen rollende Töne den Zungenberg herunter.“ So beginnt die Kurzgeschichte von Beliban zu Stolberg. Mit einem rasenden, lyrischen Schreibstil erzählt die Autorin die Geschichte einer Tochter, die ihren Vater in Istanbul besucht. Schweigen herrscht zwischen den beiden sich fremdgewordenen Verwandten, bis eine kleine Lüge sie davon erlöst.
Beliban zu Stolberg: Pelzland. Ach je Verlag, 2018, 10 Seiten, 2,20€.
Gedanken zerren
Rastlos, so erscheint der atemlose Rhythmus in den Gedichten der Lyrikerin Özlem Özgül. Obwohl der Gedichtband optisch zumindest klar definiert, pro Seite ein Blocksatz, ist, so widerspricht der Stil doch mit seinen Zeilenbrüchen und dem Verzicht auf Interpunktion sprachlichen Grenzen. Jedes Gedicht wird von einem Ich erzählt, das analysiert, beobachtet und kommentiert. Die Gedanken des Ichs verzerren sich über die Seiten. Was abgeschlossen wirkt, wird doch fortgesetzt. Poetisch und eigensinnig wird über das Unvermögen der Kommunikation und dem Verlust menschlicher Beziehungen erzählt.
Özlem Özgül Dündar: Gedanken zerren. Elif Verlag, 2018, 56 Seiten, 12,00€.
Freundinnen
Wir alle kennen Girlgangs. Manche sind mit Sprotte aufgewachsen, die mit ihren Freundinnen die Hühner aus dem Schuppen ihrer Oma befreit hat. Andere schauen jährlich die Sexgeschichten, die Carrie und ihre Freundinnen erzählen. Und dann gibt es noch die eigene Girlgang. Die Menschen, denen man alles anvertraut, die jede Träne auffangen und so manches Lächeln aufs Gesicht zaubern. In der Anthologie erzählen elf Autorinnen von einer der vielleicht schönsten Beziehungen: der Freundschaft zwischen Frauen.
Mit Texten von Ronja von Rönne, Connie Palmen, Simone Lappert, Eva Menasse, Patricia Highsmith, Julia Franck, Amélie Nothomb, Doris Dörrie, Elena Ferrante, Miranda July und Banana Yoshimoto.
Anna von Planta: Freundinnen. Diogenes, 2018, 320 Seiten, 10,10€.
Unreife Früchte
Zauber und Verzweiflung der Kindheit, das melancholisch-nostalgische Erwachsenwerdens eines polnischen Mädchen. Wioletta Greg erzählt in einem autobiographischen Coming-of-Age Roman über Aberglaube, Religion und das Heranwachsen in einer polnischen Provinz. Die Politik des Polens der 70er und 80er ist indirekt immer wieder spürbar. Der Roman ist kurzweilig, vor allem aber eine authentische Erzählung eines kindlichen Blicks auf das Leben.
Wioletta Greg: Unreife Früchte. C. H. Beck, 2018, 143 Seiten, 18,95€.
Das weibliche Prinzip
Beyoncé und Alice Schwarzer – beide werden als Feministinnen gefeiert und doch liegen Welten zwischen den beiden Persönlichkeiten. In ihrem Buch „Das weibliche Prinzip“ erzählt Meg Wolitzer, wie zwei Frauen-Generationen auf unterschiedliche Weise ihre Selbstbestimmung erkämpfen. Vor allem steht die Frage im Raum, ob männliche Strategien übernehmen müssen, um an Macht zu kommen. Was erst einmal hart klingt, liest sich in Wirklichkeit wie ein sanfter Roman mit feministischen Themen.
Meg Wolitzer: Das weibliche Prinzip. DuMont, 2018, 496 Seiten, 24,00€.
Der Ausbruch
Albertine Sarrazin, die das Leben einer Kleinkriminellen führte, war ein Star der Pariser Bohème der späten 1960er-Jahre. Mit 29 verstarb die Französin, die über sich selbst sagte, sie war Diebin und nun würde sie Schriftstellerin werden wollen. Ihr Roman „Der Ausbruch“ wurde 2018 von Claudia Steinetz ins Deutsche übersetzt. Die Protagonistin erzählt von der Monotonie eines Gefängnisaufenthalts und plant seit dem ersten Tag ihren Ausbruch, zu dem es allerdings nie kommen wird.
Albertine Sarrazin: Der Ausbruch. INK Press, 2018, 528 Seiten, 26,00€.
Kampfsterne
Alexa Hennig von Lange erzählt die Geschichte einer Generation von Eltern, die ein freieres Miteinander wollten. Einer Generation Mitte der 80er. Einer Generation nach den 68ern. Sie wollen alles besser machen, verharren dennoch in ihren Strukturen. Sie sind drei Paare, Mütter und Väter, die für sich und ihre Kinder ein besseres Leben wollen. Was auch immer das sein soll. Ihnen fehlt es an Empathie, ihre Befindlichkeiten kreisen um sich selbst. Schonungslos werden die Schicksale der Paare porträtiert, die von Träumen und Hoffnung erzählen und doch in ihren tradierten Rollen feststecken.
Alexa Henning von Lange: Kampfsterne. DuMont, 2018, 224 Seiten, 20,00€.
Stillleben
Eine ehrliche Abrechnung mit sich selbst und einer Gesellschaft, die nicht erlaubt Mutter und selbstbestimmt zu sein? Schon während ihrer Schwangerschaft fühlt sich Antonia Baum, Journalistin und Autorin, herausgeworfen aus ihrem alltäglichen Leben, das sie selbstverwirklichend und gleichberechtigt geführt hat. Sie erlebt sich als fremdbestimmt, abhängig und bedeutungslos. Auch fehlt ihr die Anerkennung für die Fürsorge ihres Kindes, die gesellschaftlich nicht als Arbeit wahrgenommen wird. Mit ihrem Partner gerät sie in Konflikte, wer das anstrengendere Leben führt und beneidet ihn darum seinen alten Alltag führen zu können. Es bleibt die Frage: passt ein Kind in das Konzept eines erfolgreichen, durchoptimierten Lebens?
Antonia Baum: Stillleben. Piper, 2018, 224 Seiten, 20,00€.
Frida Kahlo: Eine Biografie
Frida Kahlo ist nach wie vor eine mexikanische Ikone und Symbolfigur weiblicher Kreativität und eines von Leiden, Lieben und Unabhängigkeitsstreben geprägten Lebens. Die spanische Künstlerin María Hesse erzählt über sie, ihr Leben und ihre Werke in einer illustrierten Biografie, würdigt sie mit Zeichnungen, die mit jenen Frida Kahlos eine beinahe magische Symbiose eingehen.
María Hesse: Frida Kahlo: Eine Biografie. Insel Verlag, 2018, 143 Seiten 20,00€.
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