Foto: Jule Müller

„Wer ist beim ersten Date schon entspannt?“

Jule und Anni haben sich für die Liebe selbstständig gemacht. „Im Gegenteil“ ist eine Dating-Plattform, auf der man sich Zeit füreinander nimmt.

„Dating soll nicht verzweifelt wirken“

Annelie Kralisch-Pehlke und Jule Müller haben sich voll und ganz der Liebe verschrieben: Auf ihrem Online-Magazin „Im Gegenteil“ stellen sie jede Woche Singles aus deutschen Großstädten vor. Ihre Plattform ist damit ein Gegenentwurf zu digitalen Dating-Plattformen, auf denen Nutzer im Sekundentakt Gesichter durchklicken um sich spontan zu verabreden. Die Seite hat Erfolg: Die beiden Berlinerinnen haben sie erst im November 2013 gelauncht und arbeiten nun schon mit Teams in anderen Städten zusammen. Gerade sind sie auf Roadtrip in Köln und München, um dort Menschen zu porträtieren. Wir haben uns mit Anni getroffen und mit ihr darüber gesprochen, wie es ist, als „Senior Head of Love“ zu arbeiten. Sie selbst hat in diesem Bereich eine Menge Erfahrung: Sie ist seit zehn Jahren mit dem gleichen Mann zusammen, fünf davon sind die beiden verheiratet. Jule hat kürzlich über die eigene Plattform ihren Freund gefunden.

Ihr habt „Im Gegenteil“ zu zweit aufgebaut. Wie habt ihr zueinander gefunden?

„Jule und ich sind seit zehn Jahren beste Freundinnen, haben schon zusammengewohnt und lebten mit Anfang 20 als drei befreundete Singles in einer WG. Wir haben uns gegenseitig gern verkuppelt und auch alle aus dem Freundeskreis – ob sie wollten oder nicht. Das war also eh schon immer eine Leidenschaft. Und das private Glück, das ich gefunden habe, wollte ich weitergeben. Denn ich wusste, dass Menschen aus meinem Freundeskreis zwar nicht das gleiche, aber so etwas in der Art eben auch gern hätten. In der Großstadt sind sie aber immer nur auf Leute getroffen, die es gerne unverbindlich halten wollten. Die Idee entstand, als Jule in ihrer Arbeit kreativer werden wollte, ich hab zu der Zeit als Musikmanagerin gearbeitet und wollte mich umorientieren. Dann hat sich Jule hinten in mein Auto gesetzt und gesagt: ‚Wir kennen uns schon so lange, wir streiten nicht und wir ergänzen uns gut: Wollen wir nicht etwas zusammen machen?’“

Es gibt unzählige Websites und Apps für Dating. Warum also noch eine Seite, die sich der Liebe widmet?

„Als wir wussten, dass wir etwas gemeinsam machen wollen, haben wir uns überlegt: Was braucht die Welt denn noch? Vielleicht etwas für Singles, und etwas, das nicht peinlich ist und nicht schnelllebig. Tinder kam da gerade auf, Jule hatte sich die App auch runter geladen und war sehr gefesselt davon. Dann hab ich da in einer Minute 60 Männer durchgeguckt … und man erfährt überhaupt nichts! Wir sind beide eher nachhaltig in unserem Lebensstil, zum Beispiel was unseren Konsum betrifft, und dann haben wir uns gesagt: Wollen wir das nicht mal in schön machen? Und so, dass Leute tatsächlich Zeit damit verbringen müssen, sich einen Single auch mal anzugucken? Dann haben wir das Konzept an einem Abend so entwickelt, wie die Seite heute aussieht.“

Welche Stärken braucht man als „Senior Head of Love“?

„Wir haben mehr eine Strichliste gemacht: Was können wir alles nicht? Die war sehr lang. Wir wussten, eines können wir gut: Menschen im Internet erreichen. Jule ist kreativ, kann gut Fotos machen. Ich kann gut mit Menschen, gut reden und schreiben – und wir haben Bock, Leute zu verkuppeln. Und alle Singlebörsen, die online sind, sind kostenpflichtig, und das auch nicht zu knapp. Für uns war ganz klar: Wenn jemand Liebe sucht oder einen Partner, soll das kein Geld kosten. Und wir wollten was Hübsches machen. Uns hat bei diesen Single-Dingern die Ästhetik gefehlt. So kam die Idee, es als Lifestyle-Blog zu machen. Mit vielen Fotos. Auf denen man nicht nur die Person sieht, sondern auch ihre Umgebung, wie sie wohnt, den Kiez. Die Idee war auch, dass ich dann den Text schreibe, weil es nichts Schlimmeres, gibt als sich selbst beschreiben zu müssen als Single: ‚Was sind meine Stärken? Was sind meine Schwächen?‘ Da scheitern ja ganz viele Leute dran.“

Funktionieren denn die bisherigen Angebote nicht?

„Die Wenigsten suchen ernsthaft einen Partner über Tinder oder andere Apps. Auch alle Mädchen, die ich kenne, suchen da nur einen Partner für eine Nacht. Jule hat sich aus Interesse mal bei einem Dating-Portal angemeldet und war nach einer Woche gleich wieder weg, weil sie ganz schlimme Nachrichten bekommen hat und teilweise sogar bedroht wurde. Da waren Typen mit einer Yucca-Palme im Arm oder Nackte mit einem Kuscheltier oder Typen im Porsche. Also alles, was gar nicht zu Jule passt. Und wenn sie nicht geantwortet hat, schrieben die: „Ich finde raus, wo du wohnst. Und dann überlegst du dir noch mal, ob du willst oder nicht.’“

Moderne Dating-Portale werben damit, Leute sehr gut matchen zu können …

„Alles was nach Algorithmus funktioniert, sagt mir echt nicht zu: ‚Suche Mann zwischen 25 und 30, Größe 180 – 185, Haare braun, Augen blau.‘ Wenn dein Traummann jetzt 36 ist, rote Haare hat und grüne Augen, wird er dir nicht mal angezeigt. Das ist so oberflächlich. Jules neuer Freund ist kleiner und jünger als sie, und hätte sie das vorher gewusst, hätte sie ihn vielleicht gar nicht getroffen. Da muss jeder über seinen eigenen Schatten springen und auch ehrlich zu sich selbst sein, wie viele Partner man in seinem Leben hatte, die dem Ideal von Ryan Gosling entsprachen. Meistens ist es auch scheißegal, ob jemand einen Zentimeter größer ist oder nicht.“

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Auch in Rostock wurde schon erfolgreich vermittelt: Eric sucht nicht mehr.

Ist Online-Dating mittlerweile Mainstream?

„Online-Dating wird langsam akzeptiert. Man muss sich nicht mehr verstecken und kann die Geschichten erzählen. Das ist auch der Grund, warum es immer noch weiter wächst. Eine Porträtierte hat kürzlich zu mir gesagt: Alles in meinem Leben ist online – warum also nicht auch das? Das Schöne ist, dass es jetzt so viele Angebote gibt, die nicht mehr peinlich sind.“

Ist im Gegenteil ein Herzensprojekt von euch, das ihr nebenbei macht?

„Wir machen das in Vollzeit. Das sähe nicht so aus, wenn man es halbherzig macht. Wir haben es drei Monate lang vorbereitet und angefangen mit Leuten aus unserem Freundeskreis. Zwei Wochen nachdem es online war, hat Jule ihren Job gekündigt, weil es überhaupt nicht mehr ging. Wir haben die ersten sechs Monate sieben Tage die Woche daran gearbeitet. Ein Porträt zu erstellen nimmt viel Zeit in Anspruch. Wir sind mindestens drei Stunden vor Ort bei den Leuten, vorher muss man mit ihnen Termine ausmachen. Wir machen es fertig, was für jeden von uns vier bis fünf Stunden dauert, dann schicken wir es noch mal zur Freigabe. Danach stellen wir es online und richten ein Postfach ein. So können wir drei bis vier Porträts pro Wochen veröffentlichen, plus Texte, die wir in das Blog stellen. Jetzt gerade haben wir die Arbeit ein wenig runtergeschraubt, weil wir keine Lust auf Burnout haben und uns ein besser eingespielt haben. So arbeiten wir fünf bis sechs Tage Vollzeit an der Seite.“

Wie finanziert ihr euch?

„Werbung wollen wir nicht. Wir setzen bei den Markenfirmen an und sagen: ‚Wir haben ziemlich viele Views im Monat, wollt ihr nicht etwas verlosen?’ Das kostet dann. Wir machen das sehr ausgewählt. Die meisten Anfragen lehnen wir ab. Wenn es zu uns passt – zum Beispiel zum Valentinstag einen Korb Wein zu verlosen – dann machen wir das. Leben können wir davon aber noch nicht. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, eigenständig zu bleiben, obwohl wir schon am ersten Tag Investorenanfragen hatten. Wir wollen aber alles selbst entscheiden. Eine schnellere Monetarisierung macht das Produkt ja nicht unbedingt besser. Wir leben von Erspartem und es kommt auch immer mal wieder etwas durch Kooperationen rein. Unseren Roadtrip, bei dem wir in andere Städte gehen, wir jetzt von einem Berliner Getränkehersteller gesponsert.“

Auf dem Blog spielt Sex eine große Rolle. Ist das für Beziehungen wichtig?

„Das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Einige Menschen sind wesentlich sexueller als andere. Die Themen haben wir auf unserem Blog, weil es auf anderen Seiten oft so trashig dargestellt wird – und voll von Klischees, so wie in den verzweifelten Frauenmagazinen. In den wenigsten Fällen ist das das reale Leben. Uns schreiben Leute Geschichten über Sex auf, die sie wirklich erlebt haben. Die sind dann manchmal ein bisschen krasser, aber es ist eben keine Romantik mit drin wie bei ‚50 Shades of Grey’ – bei uns geht es wirklich nur um den Sex. Wir versuchen da einen ehrlichen Blick drauf zu werfen, auch auf Selbstbefriedigung zum Beispiel. Über Sex hat man ja zuletzt in der BRAVO gelesen. Sex gehört für uns auf jeden Fall dazu.“

In den Porträts geht es aber nicht um Sex …

„Wir erfahren sehr viel über die Personen, wenn wir sie interviewen und wählen dann bewusst für die Texte aus. Denn es ist immer noch das Internet, und man darf nicht vergessen, was das eventuell nach sich zieht, wenn zu private Sachen veröffentlich werden. Wir versuchen einen kleinen Einblick in das Leben des Menschen zu geben, ohne zu privat zu werden. Da reichen Vorlieben bei Essen und Musik auch schon mal aus.“

Habt ihr mit der Zeit gelernt, wie viel man preisgeben darf?

„Negatives Feedback gab es noch nicht. Wir hatten mal jemanden auf der Seite, der war HIV-positiv, da haben wir gesagt: ‚Lass uns ein Interview zum Thema machen, das wir eine Woche vorher veröffentlichen.’ Ich dachte es wäre besser, das nicht nur in einem Nebensatz zu erwähnen. Wir haben dann ein sehr ausführliches Interview zum Thema gemacht und einen Link gesetzt. Das wurde wahnsinnig positiv aufgenommen. Denn in unserer schönen perfekten Hipster-Großstadtwelt, ist das Thema HIV bei den Heteros gar nicht präsent. ‚Ich kenn niemanden, der das hat’, heißt es dann. Es ist selten so, dass Menschen damit wirklich in Kontakt sind. Das Interview war auf Englisch und ging weltweit herum. Wir haben ganz naiv Fragen gestellt, denn er hat gesagt, wir dürfen alles fragen, und haben Dinge gelernt, die wir einfach noch nicht wussten, zum Beispiel wie gut heute die Medikamente sind. Wir scheuen also kein Thema, wenn jemand darüber reden will.“

Wir treffen Fremdbild und Selbstbild der Porträtierten aufeinander?

„Sie sagen meistens: Oh mein Leben ist ja gar nicht so langweilig, wie ich dachte. Die meisten freuen sich sehr. Ich baue auch gern Witze ein. Denn Dating soll nicht verzweifelt wirken. Es soll Spaß machen.“

Gibt es denn typische Singles?

„Grundsätzlich behaupten total viele Leute, dass sie absolut unvermittelbar sind. Das sind dann immer die Leute die zwei Wochen, nachdem ihr Porträt online war, anrufen und sagen: ‚Ihr glaubt nicht, was passiert ist!’“

Warum greifen Menschen auf Online-Dating zurück?

„Wenn man älter wird, geht man nicht mehr so viel in Clubs. Man geht vielleicht eher in Bars oder fährt mit den Freunden an den See. Dann wird es schwierig: Denn man hat einen gefestigten Freundeskreis und es kommen wenig neue Leute hinzu. Bei den Jüngeren ist es so, dass sie sich oft nicht trauen Leute anzusprechen, und wenn sie es doch tun, oft auf Leute treffen, die etwas Unverbindliches wollen: An der nächsten Ecke wartet schon wieder die Nächste. Das scheint ein echt großes Problem zu sein. In Großstädten sogar noch verstärkt. Heute steht man beruflich sehr viel unter Druck – aber man hat auch alle Möglichkeiten, gerade ab der Mittelschicht. Da ist man vor allem sehr mobil. Genau so ist es mit Partnern. Viele haben Angst, immer etwas zu verpassen. Und gefühlt steigt dieses Alter, wo Menschen beginnen, etwas Verbindliches zu wollen.“

Habt ihr Leute, die euch ansprechen und sagen, ich suche jetzt jemanden zum Heiraten oder zum Kinderkriegen?

„Nee. Torschlusspanik braucht auch niemand. Ich sage immer: Es gibt nie einen Grund zu verzweifeln. Man sollte sich nicht unter Druck setzen. Man kann auch dem Traumpartner mit 40 finden. Diese Einstellung haben auch die Leute, die sich bei uns melden. Die Seite ist nicht ihre letzte Hoffnung.“ (lacht)

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Cherie ist nicht mehr Single. So sieht es aus, wenn die „Vergeben“-Ecke auf einem Porträt eingeblendet wird.

Berichten euch die Leute, wenn sie tolle Dates hatten?

„Wir haben eine interne Facebook-Gruppe, in der ganz viel Austausch stattfindet. Über sehr geile Dates aber auch über seltsame Dates. Die Porträtierten haben auch unsere Handynummern und rufen manchmal an und sagen: ‚Oh mein Gott, ich habe gleich mein erstes Date.’ Die Porträterstellung ist ja eine gemeinsame Erfahrung, deswegen werden wir auf dem Laufenden gehalten. Wenn es dann geklappt hat, dann kommt ja auch die „Vergeben“-Ecke auf die Seite und das Kontaktformular wird gelöscht. Daher bleiben wir eh in Kontakt. Man kann sich dann auch melden, wenn das Button wieder von der Seite soll und man wieder gefunden werden will. Das ist ja das Schöne – die Porträtierten müssen nichts machen – sie werden gefunden.“

Wie bleibt man bei der Suche motiviert?

„Jule berichtet gern von ihrem Erlebnis, das sie selbst auf der Seite hatte. Das war erst ganz toll, aber es war nur zwei Monate ganz toll, war irgendwie unverbindlich und endete komisch. Und dann aus dem Nichts kam das nächste Tolle und der ist auch geblieben. Man sollte offen bleiben und sich Zeit nehmen, Menschen kennen zu lernen. Man sollte in die perfekten Bilder, wie jemand sein sollte, Luft rein lassen. Wenn das erste Date noch nicht zu Schmetterlingen geführt hat, aber eigentlich ganz gut war, kann man sich auch noch mal treffen. Denn wer ist beim ersten Date schon entspannt?“

Angenommen, ich bin oft enttäuscht worden? Wo sind die guten Leute in dieser Stadt?

„Es gibt sie! Viele davon natürlich auf unserer Website. Weil man sich aber immer in seinen Freundeskreisen bewegt, lernt man vielleicht nicht den 35-jährigen Maler aus Schöneberg kennen. Weil man dort nie ist. Man braucht aber auch Mut, und muss einfach mal Leute ansprechen. Das ist für Männer genauso schwer wie für Frauen. Alle haben Angst vor Zurückweisung.“

Achtet ihr darauf, unterschiedliche Menschen vorzustellen?

„Wir haben Lesben, wir haben Schwule, wir haben Bisexuelle. Wir haben auch bald eine Transfrau, die wir vorstellen. Da achten wir auch drauf. Homosexuelle und Bis bewerben sich seltener, aber wir wollen diese Mischung. Was viele nicht glauben: Wir wissen vorher nicht, wie die Wohnung aussehen wird, oder auch die Leute, wenn sie sich bewerben. Mann kann bei der Bewerbung nämlich nur ein Foto anhängen. Deswegen werden wir ganz oft überrascht. Uns ist egal, wie die Leute aussehen, und wie ihre Wohnung aussieht. Deswegen können sich auch ruhig alle trauen, sich bei uns zu bewerben.“

Also sollten sich auch Menschen mit chaotischen Wohnungen bewerben?

„Deine Wohnung bist halt du. So lebst du. Aber Jule sucht sich auch die schönen Ecken in der Wohnung aus, die sie fotografiert. Aber Photoshop gibt es bei uns nicht. Wenn ein Mädel sagt: Ich hab hier ein bisschen viel auf den Hüften, dann sagen wir: ‚Ja, Schatzi, das ist die Realität. Du hast nen sexy, schönen runden Arsch. Das ist super, der hat gefälligst so zu bleiben.’ Und wenn du jemanden triffst, ist Photoshop eh nicht mehr da. Jeder hat Rumpelecken und jeder hat eine nicht ausgepackte Kiste in der Wohnung stehen.”

Wie steht es mit dem Klischee, erfolgreiche Frauen hätten es beim Dating besonders schwer?

„Da halte ich nichts von. Viele Männer sind doch sehr sehr stolz auf ihre Partnerinnen und auf das, was sie auf die Beine stellen. Klar, Männer wollen auch mal der Prinz sein, der seine Prinzessin beschützt. Aber ich lass mich ja auch gern mal von meinem Mann in den Arm nehmen und das Köpfchen streicheln, aber genauso gern erzähle ich ihm, was bei mir beruflich gerade gut läuft. Meiner kriegt dann leuchtende Augen. Die Männer gibt es. Und wir haben auch schon 1A-Karrierefrauen vermittelt.”

Was mache ich wenn ich mich in meinen Kollegen verliebe?

„Erst mal die Firmen-Policy auschecken, ob so etwas erlaubt ist. Aber im Ernst: Ich sehe das gar nicht problematisch. Mir ist das auch schon passiert. Wir haben das einfach gemacht. Man kann auch ganz unverfänglich den Kollegen mal fragen, ob man zusammen etwas trinken gehen will, und merkt dann schnell, ob die Person daran interessiert ist oder nicht. Ich glaube nicht, dass es Probleme macht, zusammen zu arbeiten. Ich sage immer: Go for it! Wenn du dich verliebt hast, lass es nicht liegen, nur weil du Angst hast, was der Chef sagt. Das ist so egal, wenn es großartig ist. Es wird immer Neider geben. Aber das ist deren Problem.”

Muss ich die Spielchen am Anfang mitspielen?

„Je älter man wird, desto weniger Bock hat man darauf. Es kann aber auch ganz sexy sein. Mein Ehemann und ich hatten ein Jahr lang Spielchen, bevor wir zusammenkamen. Bei uns vermuten die Menschen immer die perfekte Lovestory und Liebe auf den ersten Blick. So war es gar nicht! Wir hatten auch erst eine Affäre. Er kannte nicht mal meinen vollen Namen, ich glaube auch, er dachte ich sei ein wenig dumm. Ich fand ihn arrogant und er hat mich ganz schön genervt. Es war eine Partyaffäre. Und als wir irgendwann mal dazu gezwungen waren, uns miteinander zu unterhalten, haben wir gemerkt, dass wir uns ganz schön viel zu sagen hatten. Mein Tipp ist aber, keine Grenzen zu überschreiten. Man sollte sich nie selbst aufgeben für einen potentiellen Partner. Da hört der Spaß auf, wenn man anfängt sich richtig zu verbiegen. So lange Spielchen nicht weh tun, kann es auch abenteuerlich sein.“

Ist „Senior Head of Love“ euer Traumjob?

„Oh ja! Wir brauchten aber auch etwas für unsere Visitenkarten – und nehmen uns nicht so bierernst. Wir haben einfach sehr viel Spaß dabei. Wir lernen immer neue Menschen kennen, kriegen dadurch so viel Inspiration für unser eigenes Leben. Und all die Lebensgeschichten sind so spannend!

Jule und ich sind wahnsinnige Verfechter der Liebe und sehen, wie viel Freude und Glück es mitbringt, und wie es Lebensqualität verändert, wenn man verliebt ist. Es gibt so viel Aufwind, und bringt so viel Positives. In dem Moment, wo es auf der Liebesebene funktioniert, ist man zum Beispiel auch oft im Job motivierter.

Wir haben uns einfach gefragt: Was kann man dieser Welt Gutes tun? Wir werden nicht mehr für Weltfrieden sorgen, das liegt außerhalb unserer Kernkompetenzen. Ich finde, es gibt nichts Geileres, als Teil davon zu sein, wie jemand Liebe findet. Das erfüllt uns einfach. Da verzichte ich auch gern auf ein geregeltes Einkommen.“

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