Foto: Mxsh | Unsplash

#CoronaEltern: Heulend auf dem Küchenboden

Eltern sollen gerade alles sein: Erzieher*innen, Lehrer*innen, Arbeiter*innen, am besten gleichzeitig. Wie soll das gehen? Und wann reagiert die Politik? Ein Kommentar

„Die Lockerungen der Corona-Maßnahmen dürfen nicht auf dem Rücken von Eltern ausgetragen werden“ – so lautet der Titel des Artikels unserer Autorin Lea Gscheidel. Er erschien in der vergangenen Woche, kurz bevor die Lockerungen von der Bundesregierung verkündet wurden. „Wie soll das alles gehen? Müssen Eltern jetzt reihenweise – vermutlich meist die Mütter – ihre Jobs kündigen oder sich noch vier Monate lang in den Burnout arbeiten?“ Die Fragen von Lea Gscheidel sind noch immer unbeantwortet und noch immer aktuell.

Eine ganz, ganz schwierige Situation

Es ist genau so gekommen, wie befürchtet: Die Kitas werden voraussichtlich nicht vor dem 1. August wieder öffnen. Wie Eltern Kinderbetreuung und Lohnarbeit wuppen sollen? Eine politische Antwort gibt es bisher nicht. Angela Merkel sagte in der insgesamt einstündigen Pressekonferenz lediglich: „Es ist eine ganz, ganz schwierige Situation für Eltern. (…) Ich weiß, wieviel Verzicht das noch für Eltern bedeutet.“

„Und nun?“ fragte SZ-Redakteurin Barbara Vorsamer – die heute Abend zum Thema bei Hart aber fair zu Gast sein wird – in einem Kommentar. „Sind die Kinder coronabedingt zu Hause – und Wissenschaft wie Politik tun so, als wäre Berufstätigkeit von Eltern etwas, was je nach Bedarf an- und ausgeknipst werden kann. Es sind gerade die Frauen – viele von ihnen mit Kindern -, die derzeit das Land als Kassiererinnen, Pflegekräfte, Krankenschwestern am Laufen halten. Wer glaubt, dass Frauen und natürlich auch Männer das alles schon irgendwie hinbekommen mit flexiblen Arbeitszeiten, Home-Office und ein bisschen gutem Willen, der hat keinen Schimmer, wie zeitraubend und kräftezehrend es ist, Fünfjährige in Drei-Zimmer-Wohnungen bei Laune zu halten. Gleichzeitig zu arbeiten, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.“

Offenbar müssen Politiker*innen selbst Kinder haben, um die Situation beurteilen und ihr die nötige Aufmerksamkeit geben zu können. So sagt Annalena Baerbock, Vorsitzende der Grünen und Mutter von zwei Kindern im Interview mit der „taz“: „Da ist Druck im Kessel, die Belastungen nehmen zu. Einen Dreijährigen und eine Fünfjährige kann man nicht auf Dauer neben einem Vollzeitjob betreuen. Es geht ja nicht um Ruhighalten. Kinder brauchen Gespräche, soziale Interaktion, Bewegung.“ Sie spricht außerdem von der sozialen Schieflage, die sich verschärft und darüber, dass den Kindern all ihre Orte genommen wurden: „Kinder gehen zur Ablenkung nicht in den Baumarkt.“

Corona-Elterngeld

Baerbock fordert im Interview ein Corona-Elterngeld und schließt sich damit der Forderung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung an. „Es muss anerkannt werden, dass nicht alle erwerbstätigen Alleinerziehenden und Familien mit zwei beschäftigten Elternteilen über Monate ihre Erwerbstätigkeit in gewohntem Umfang aufrechterhalten können, wenn sie ,nebenbei‘ Kinder betreuen und Home-Schooling organisieren müssen“, heißt es in der Stellungnahme der Expert*innen.

Und weiter: „Denkbar wäre eine Corona-Elternzeit und ein Corona-Elterngeld, das heißt, sie haben einen Rechtsanspruch auf Arbeitszeitreduzierung mit entsprechendem Kündigungsschutz und erhalten gegebenenfalls eine Einkommensersatzleistung. Bei einer solchen Maßnahme könnten Alleinerziehende sowie Familien, in denen beide Eltern gemeinsam mehr als 40 Stunden arbeiten, jeweils eine Reduzierung der individuellen Arbeitszeit zur Kinderbetreuung beim Arbeitgeber beantragen und dafür einen staatlichen Einkommensersatz erhalten. Um Geschlechterunterschiede bei der Erwerbs- und Sorgearbeit nicht zu verschärfen, könnte die Leistung bei Paaren an die Bedingung geknüpft werden, dass beide Elternteile ihre Arbeitszeit reduzieren.“

Politisch: bisher nichts

Von diesen Vorschlägen ist in der Politik bisher nichts zu hören. Einzig Familienministerin Giffey meldete sich, wie es sich für eine Familienministerin gehört, zu Wort. Sie hält nichts von den Kita-Schließungen bis August. In den Pressekonferenzen des Corona-Kabinetts kommen Familien und ihre besonders belastete Situation bisher nicht vor. Eltern – besonders Frauen und Alleinerziehende – seien „über das vertretbare Maß hinaus belastet“, sagte Familienministerin Franziska Giffey. Ab heute will eine Arbeitsgruppe von Ländern, Bund und Expert*innen Vorschläge erarbeiten, wie eine schrittweise Wiederöffnung der Kitas aussehen kann. Für Sorgeberechtigte, die wegen der Betreuung ihrer Kinder vorübergehen nicht arbeiten können, gibt es einen sogenannten Entschädigungsanspruch. Er kommt allerdings nicht für alle in Frage und ist „kein Allheilmittel für die immensen Belastungen“, denen Eltern gerade ausgesetzt sind.

Seit Tagen formieren sich die Eltern mit Facebookgruppen (z.B. #elterninderkrise) und Petitionen. Dabei ist allen klar: Es gibt nicht die Lösung. Und natürlich ist es vor dem Hintergrund des Infektionsgeschehens auch keine, einfach wieder Kitas und Schulen zu öffnen. Ein Weg für Politiker*innen wäre, den Eltern zuzuhören. In den digitalen Diskursen von Eltern rund um die Corona-Krise geht es vor allem um die unterschiedlichen Perspektiven und Bedürfnisse. Eine Alleinerziehende Unternehmerin braucht aktuell anderen Support als eine Familie mit zwei Eltern und einem pflegebedürftigem Kind.

Politik und Privates

Einig sind sich aber alle in dem Punkt, dass sie sich von politischen Entscheider*innen im Stich gelassen fühlen, sich nicht gesehen und gehört fühlen. Ein politisches Problem wird ins Private verschoben. Das ist nichts Neues, wenn man sich die politische Priorität von Care-Arbeit anschaut. Auch jetzt in der Krise wird davon ausgegangen, dass sie einfach gemacht wird – vorwiegend von Frauen, unterbezahlt, unbezahlt, unsichtbar.

Auf Twitter habe ich gefragt: „Was machen eigentlich Eltern, die nicht mehr können? Ich frage für, nun ja, fast alle, die ich so kenne.“ Bisher kamen mehr als 120 Antworten. Wie diese hier von Journalistin Caroline Turzer: „Ich habe mich gestern heulend auf den Küchenboden gelegt. Meine Zweijährige hat meinen Rücken gestreichelt und der Sechsjährige meinen Kopf. Hat etwas geholfen.“

Heike Flemming schrieb: „Die verstummen.“ Doch dass Eltern und Familien jetzt verstummen, kann und darf nicht die Antwort sein. Im Gegenteil.

___

Wie erlebt ihr die Krise als Eltern? Was braucht ihr, um einigermaßen unbeschadet durchzukommen? Wie könnte die Entlastung aussehen? Erzählt es unter dem #CoronaEltern in den Sozialen Medien oder in den Kommentaren dieses Artikels.

Wie du unseren Journalismus mit Haltung jetzt unterstützen kannst:

Werde Mitglied bei EDITION F PLUS. Jeden Monat bekommst du neue Perspektiven, Artikel, Podcasts und Tools zu Themen aus der Arbeits- und Lebenswelt, die dich inspirieren und ins Machen bringen. Zudem helfen dir ausgewählte FEMALE FUTURE FORCE Academy-Inhalte dabei, noch weiter zu kommen. Jetzt mit einer Mitgliedschaft (ab 6 Euro) unterstützen.

FREI WÄHLBARER BETRAG. Wenn dir unsere Arbeit wichtig ist, freuen wir uns sehr über eine Unterstützung via Paypal in der Höhe, die dir möglich ist. Jetzt eine einmalige Unterstützung senden. P.S. Wir können leider keine Spendenquittungen oder Rechnungen ausstellen.

ERZÄHL VON UNS. Wenn dir unsere Arbeit gefällt, rede drüber. Mit deinen Freund*innen, deiner Nachbarin, auf Twitter oder bei Instagram.

  1. Auch wir sind vom Coronageschehen betroffen. Die 16 Drillinge sitzen täglich stundenlang am Laptop um Schule zumachen. Sie sind selbständig, aber sehr oft von der Flut überfordert,Mama kannst du mal…, das Internet schafft 3 Rechner oft nicht. Sie sind verunsichert wie es weitergeht. 2 sind in der 11.Klasse Gymnasium, 1 macht Abi auf der Sozialfachschule, sie wissen nicht wie es weitergeht. Zwischen durch brüllt ihre 7Monate alte Schwester, weil sie wieder Bauchweh hat, der dringend notwendige Arzttermin wurde abgesagt, es werden nur noch echte Notfälle behandelt. Mein Mann in Kurzarbeit, das Geld wird knapp, obwohl ich versuche nebenher ein bisschen zu arbeiten, mit Baby und mit Nebengewerbe. Die Stimmung ist allgemein im Keller und ein Ende nicht in Sicht. Durchhalteparolen helfen nicht. Vor allen nicht den Kindern, die gerade Zukunftsängste haben.

  2. Ich weine zwischendurch, heimlich, auf dem Klo, damit mich meine 3 Kinder so nicht sehen und niemand denkt, ich sei undankbar. Denn eigentlich gehöre ich mit einem engagierten Kindsvater und Ehemann, mit Homeoffice und Balkon an der Wohnung zu den sogen. privilegierten Müttern, die sich jetzt mehr um den perfekten Bananenkuchen und Kreative Bastelideen für die Kleinen kümmern sollten. Kann ich aber nicht. Mein Mann gehört zu einer Risikogruppe und verdient als Freiberufler momentan nichts, meine Jüngste verpasst gerade alle Therapiestunden, die sie in der Integrationskita üblicherweise bekommen würde, meine beiden Schulkinder organisieren sich ihre Aufgaben nicht alleine und alles ist mehr geworden: mehr Kochen, mehr Haushalt, mehr Sorgen, mehr Fragen, mehr mentale Tiefs (auch bei den Kindern), mehr Enge, mehr Gleichzeitigkeit, mehr Kraftlosigkeit. Was wir jetzt bräuchten? Das Gefühl, nicht vergessen zu werden bei all den Lösungen, die momentan gesucht und trotz der verbleibenden Unwägbarkeiten schrittweise gefunden werden. Das Gefühl, dass wir Mütter nicht schon wieder die einzige Lösung für „alles rund ums Kind“ sind. Homeschooling mit Lehrer-Videokonferenz und digitaler Plattform, die statt Mama die Tagesaufgaben und Arbeitsergebnisse der Kinder verwaltet, (oder zumindest die Entbindung vom Druck, auch noch für den Lernerfolg der Kinder verantwortlich zu sein, weil am Ende des Schuljahres ja irgendetwas benotet werden muss), im Job eine vorübergehende Stundenreduzierung ohne schmerzhafte Gehaltseinbußen und letztlich die Anerkennung, dass wir Mütter gerade einen „Mammut-Carejob“ leisten, der uns nicht! in den Genen liegt und mit dem man bitte nicht alleine läßt, weil es irgendwie schon gehen wird….

    1. Ich bin momentan mit zwei Kindern (fast vier und sechs Monate) und einer verschobenen Bandscheibe so gut wie allein zuhause. Habe für einige Stunden täglich eine Haushaltshilfe (Vorteil keine Frage!), weil ich den kleinen nicht heben kann. Corona hat uns so schon in der absoluten Krise erwischt. Mit einem Vater in Depression und Mutter mit besagtem Lumbago. Wie wir das schaffen? Garnicht. Wir versuchen durchzuhalten irgendwie. Den Alltag zu schaffen ist in diesen Zeiten kaum möglich, gesund zu werden schonmal garnicht. Die Last für all dies liegt einzig auf meinen Schultern, wie bei so vielen (alleinerziehenden) Müttern. So doof das auch klingt: sch***e tropft nach unten. Wir werden irgendwann wieder gesund sein. Unsere Kinder müssen irgendwie mitmachen. Die Leidtragenden sind am Ende immer die Kinder!

    2. Ganz ehrlich: wir halten uns schlicht nicht dran. Wir gehen raus, in den Park, treffen dort andere Kinder, setzen uns auf die Wiese, machen Picknick. Bei uns im Haus wohnt unter dem Dach in einer Mini-Wohnung mit schrägen überall eine alleinerziehende Mutter mit zwei Söhnen im Alter von zwei und fünf. In der Mitte in einer 3-zimmer-wohnung eine vierköpfige Familie, die Kinder sind dreijährige Zwillinge. Mein Sohn hat Asperger, soll im Sommer eingeschult werden, soziales Kompetenztraining hätte heute starten sollen. Wurde natürlich abgesagt. Er kann jetzt nicht monatelang keinen Kontakt zu anderen Kindern haben und dann plötzlich im August in eine Klasse mit 20 Kindern gehen. Sollen wir nicht-Risikopersonen alle jeden Tag mit dem Kopf gegen die Wand rennen vor Verzweiflung? Das kann es doch nicht sein. Das Eis heute im Park war sehr lecker, die fünf Kinder haben sich riesig gefreut. ICH BEREUE NICHTS

  3. Es ist so schwierig. Wir haben ein 20 Monate altes Kind, das beschäftigt werden will. Wir Eltern sind unter Druck und streiten ständig, wer wann arbeitet. Problem ist auch, dass man das Kind nicht mit zum Einkaufen nehmen soll und noch regelmäßig kochen muss. Das nimmt alles viel mehr Zeit in Anspruch. Seit Wochen funktionieren wir irgendwie, es gibt keinerlei Freizeit bzw. Zeit für sich.
    Nur Druck, fehlender Ausgleich usw
    Ich hab nen Bandscheibenvorfall bekommen.

    1. Wir sind momentan auch absolut am Limit. Gestern hatte ich als Mama von 2 schulpflichtigen Kindern ( 4 te Klasse und1 te Klasse) meinen absoluten Tiefpunkt. Tränen, Hilflosigkeit. Wie geht das alles weiter. Jeden Tag Berge voller Aufgaben welche die Kinder erledigen sollen. Elternhausaufgaben und tägliche Fluten von Neuigkeiten in Chats durch Lehrer und Elternvertreter und ich als Mutter ständig unter Druck ja nichts zu vergessen und alles im Blick zu haben. Daneben die Arbeit, den Haushalt und ständig ansprechbar sein zu müssen wenn gefühlte 1.000 am Tag Mama gerufen wird.
      Wir fühlen uns alleine. Wie geht das alles weiter…

  4. Ich fühle mich oft überfordert. Ich bin alleinerziehend mit einem 3-Jährigen. Mein Vater ist demenzkrank im Heim, Telefonate sind nur sehr kurz möglich. Beruflich bin ich gerade arbeitslos geworden, eigentlich hatte ich angefangen mich nebenberuflich selbständig zu machen. Derzeit liegt alles auf Eis. Notbetreuung im örtlichen Kindergarten kaum umsetzbar, weil die Erzieher idR auch Mütter sind.
    Helfen würde mir persönlicher Kontakt mit Erwachsenen. Helfen würde ein Treffen mit Kindern,1x in der Woche für ein paar Stunden.
    Helfen würde eine schrittweise Öffnung der Kindergärten, so kann ich bis Anfang September keinen neuen Job antreten. Ich mag meine Arbeit und vermisse sie.
    Helfen würde eine bedingungslose finanzielle Unterstützung aller. Insgesamt schwerwiegender finde ich die emotionale Belastung und die Sorge, wie lange noch, die schon länger die Angst vor Corona überschattet.

  5. Zwischendurch mal kurz ein Tränchen verdrücken hilft. Mein Arbeitgeber versucht mir entgegenzukommen wo es nur möglich ist, aber die Arbeit muss ja trotzdem erledigt werden. Mein Mann ist die ganze Woche auf Montage und ich selbst versuche zwischen 35 Stunden Arbeit, die ich in der halben Woche im Büro und die andere Hälfte im Homeoffice arbeite meine beiden Grundschulkinder in der 2. und 4. Klasse, von dem verbrennen der Schulaufgaben abzuhalten. Ein LRS Kind bedarf nun mal etwas mehr Support und der Andere hat einfach bessere Ideen und bedarf daher konsequentes handeln der Mama. Sonntag gab es den neuen Schwung Aufgaben von der Lehrerin. Sie verkündete stolz, dass sie es auf ein Pensum von 6x 30 Minuten reduziert hat. Ich fasste allen Mut zusammen und fragte: Pro Woche?
    Natürlich nicht…. pro Tag….selbstredend.
    Pah! Was für eine Frage. Ich testete mich vor, war ja jetzt eh schon abgestempelt und fragte nach, wie denn der Unterricht für die vierten Klassen geplant sei,wenn dieser denn wieder startet. Die Antwort war grandios: Hierzu gibt es noch keine Regelungen. Man müsse ja nicht nur Rücksicht auf Lehrer die zur Risikogruppe gehören nehmen, sondern auch auf Lehrerinnen wie sie, die dann ein Betreuungsproblem hätten!!!!!!
    Ähm, ja. Sorry, aber an dieser Stelle konnte ich nicht mehr vor lauter Lachen. Und da ich gerade so in Stimmung war, bekam die andere anwesende Mutter ( selbst Lehrerin), die nach herausfordernden Zusatzaufgaben für ihr Kind fragte, noch nicht mal mehr mein genervtes „Guten Morgen“. Ja ich laufe auf dem Zahnfleisch, denn für den aktuellen Spagat bin ich nicht nur zu fett sondern einfach zu müde. Ich sehe in die traurigen Augen meiner Kinder, denen spontan drölfzig Kinder einfallen, mit denen sie jetzt lieber Kniffel spielen wollen. Und ich denke an all die Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen: ich bin kein besonders gläubiger Mensch, aber ich bete jeden Abend für Euch!!!
    Wie man uns helfen kann??? Gar nicht! So viel Alkohol ist ungesund!!!

    1. Diese Art von Humor hat mich jetzt gerade so zum Lachen gebracht, dass ich nach wochenlanger Anspannung und heutiger absoluter Erschöpfung des 5Klässlers und mir, endlich endlich einmal loslassen konnte. Ich denke, da kann uns aktuell wirklich nur noch Humor helfen. Und ich habe heute festgestellt, dass es völlig ausreicht Tag für Tag sein bestes zu geben und dass es Grenzen gibt, die aufzuzeigen sind. Wir sitzen täglich 6 Zeitstunden am Homeschooling, heute ging nichts mehr nach 4,5 Stunden und wir haben nicht einmal das halbe Pensum geschafft, wobei unser Kind ein 2er Kandidat und sehr ehrgeizig ist. Manchmal muss man lernen, zu seinen Schwächen zu stehen und diese zu zeigen. Ich werde das der Schule gegenüber offen kommunizieren. Mein Mann ist nicht so geduldig, er hat sich heute beim Schulamt beschwert.

  6. Wir kriegen es hin aber es gibt viel Streit.
    Ich bin alleine mit 2 Grundschulkindern.
    Die Kinder gehen mit ins Büro oder sie sitzen alleine zuhause denn ich muss normal weiter arbeiten.
    Schule läuft nicht von alleine sondern erfordert wahnsinnig viel Engagement.
    Das ist schwer für mich als Nicht Pädagogin aber ich gebe jeden Tag mein Bestes.

    Letztlich fühle ich mich allein und zurück gelassen von dieser Gesellschaft, die von heute auf gleich wochen- und monatelang Schulen und Betreuung schliesst ohne an Konsequenzen zu denken.
    Das ist rücksichtslos und fahrlässig und geht zu Lasten meiner Kinder.

    1. Wir haben zwei Kinder (8 und 3 Jahre alt). Habe auch das Gefühl, dass nun alles an mir hängt. Mein Mann versucht, was er kann, arbeitet im Schichtdienst. Ich habe am 01.April eine neue Stelle angenommen. Wie soll denn Homeoffice funktionieren, wenn ich gar nicht weiß, was ich zu tun habe. Für Mai wird mein Mann nun nur Spätschicht arbeiten, so kann ich vormittags für 4 Stunden ins Büro. Musste meine Arbeitszeit reduzieren, obwohl Arbeit da ist. Ab Juni brauchen wir eine Betreuung. Haben schon überlegt Schleuser zu bezahlen, die uns jemanden aus Osteuropa bringt. Ha ha, man wird erfinderisch. Nein, im Ernst, es muss schnellstens eine Perspektive her, eine Lösung. Was machen wir denn in den Ferien? 6 Wochen Urlaub?? Woher??

  7. Ich bin alleinerziehender Vater und Selbständig. Für meine 7 jährige Tochter ist es schwer zu verstehen, warum sie Zuhause bleibt aber keine Ferien sind, earum sie Schulaufgaben machen und ich arbeiten muss. Gerade wegen der Pandemie müsste ich mehr arbeiten, als vorher, um den Betrieb überlebensfähig zu halten. Da soll ich noch Pappa sind, stark und Ruhepol, Lehrer mit Geduld und Motivation. Frage ich die Lehrerin nach rat, wie ich mein Kind, zum lernen kriege, kommt nichts, Sie habe mit ihr das selbe Problem. Notbetreuung gibt es nur für wenige Berufstätige, ich habe keine Berechtigung. Lohnersatz über das Pandemiegesetz ist ein kleiner tropfen auf den heißen Stein. Ich habe den Eindruck ich werde keinem meiner Aufgaben ansatzweise gerecht, halte den Kopf oben. Politiker sind wohl der Welt entrückt, können sich wohl eine Nanny leisten. Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht, hatte mein Deutschlehrer damals gesagt!

  8. Ich sitze hier in Mutterschutz mit 3 Wochen alten Baby und eine pflege- und Therapie bedürftigen 5 Jährigen die andere Kinder vermisst. Ich wäre froh wenn wenigstens die Therapien in der Kita weiterlaufen würden. Wenn sie wenigstens 2h am Tag mit ihren Freunden spielen kann. In ihrem letzten Kita Jahr. Wo es vermutlich nicht mal Erinnerungs Fotos von geben wird mit ihren Freunden. Ich hatte ein Kaiserschnitt und konnte mich nicht erholen, ich kann mich tagsüber nicht mal 1h mit dem Baby hinlegen. Mehr als 2h Schlaf nachts bekomme ich nicht. Dazu Haushalt, Baby, Kleinkind bespaßen, ernähren und sich von einer Bauch OP erholen, dass klappt nicht. Ich bin am Ende. Wenn ich wenigstens meine Familie in 300-400 km Entfernung besuchen könnte zuhause. Ich fühl mich wirklich einsam und ausgeschlossen und völlig allein gelassen. Da ich psychisch schon vorgeschädigt bin sehe ich für mich schwarz und ich war gerade dabei mich zu erholen.

  9. Mir geht auch hier der Aspekt des Kindeswohles ab! Ja es ist eine schwierige Situation für uns Eltern und ja ich bin definitiv eine der sehr privilegierten Eltern ABER trotzdem auch hier wird es fast nur aus den Augen der Eltern betrachtet!!!
    Was ist mit der Vereinsamung der (Einzel-)Kinder!!! Was ist mit der Entwicklung der Kinder grad der unter 10 oder unter 7 Jährigen, die dafür dringend das Agieren mit Gleichaltrigen benötigen!! Und die mit den sozialen Medien oder nem Videoanruf nicht so viel kompensieren können…?
    DAS GEHT MIR -auch hier- AB!! WIESO IST DAS KEIN THEMA IN DER POLITIK???

    1. Was ich mir wünsche? Einfach ein paar glückliche Stunden für mein Kind (3,5). Er fragt nach seinen Freunden, seiner Tagesmutti, seinen Großeltern und ich muss IMMER nein sagen. Bis vor kurzem hatte ich noch Hoffnung, dass er bald zumindest ein wenig Erleichterung bekommt. Dass er vielleicht wenigstens seine Freunde wieder sehen darf. Da war der eine Satz bei DER Pressekonferenz n Schlag ins Gesicht.

      Wir verlangen doch nicht, dass die Betreuungen stumpf wieder auf gemacht werden. Aber warum ist es nicht möglich, dass mein Kind zumindest ein, zwei Stunden wieder mit gleichaltrigen spielen kann. Mal wieder richtig toben, streiten, spielen. Jeder Hund hat aktuell n schöneres Leben als ein Kleinkind. Der darf zumindest mal mit Artgenossen toben.

    2. Wir gehören wohl zu denen, die auf hohem Niveau jammern: mein Mann ist systemrelevant, ich kann große Teile meiner Arbeit im Homeoffice erledigen und habe flexible Arbeitszeiten. Dazu ein Haus mit Garten wo der 7Jährige und seine 4jährige Schwester jederzeit spielen können. Die letzten 5 Wochen haben wir einigermaßen gut rumgekriegt. Was wirklich an den Nerven zerrt ist die Perspektivlosigkeit, das Unwissen darüber, wie und wann es wieder eine Betreuung bzw Unterricht geben wird. Die Kinder sind beide mittlerweile hochemotional: die Kleine weint bei jeder Gelegenheit, der Große wird unglaublich bockig. Jeden Tag gibt es enorme Konflikte um die Erledigung der Schulaufgaben. Die beiden vermissen ihre Freunde. Die Kleine weinte neulich bitterlich und fragte mich, wann sie endlich ihre Freundin wieder treffen darf. Das geht an die Substanz. Wenn ich beruflich telefoniere, schicke ich die Kinder aus dem Zimmer, habe ein wahnsinnig schlechtes Gewissen. Ich fühle mich aber auch dem Arbeitgeber gegenüber verpflichtet. Von Hausarbeit, täglichen Kochen usw. will ich gar nicht anfangen. Meine Geduld ist am Ende.

    3. Wir haben es ja noch schön auf dem Land, mit eigenen Haus und Garten, sagen alle. Stimmt, das ist echt ein Vorteil, aber mein Mann geht Vollzeit arbeiten und hat eine Stunde Fahrtzeit pro Weg, also steht er früher als wir auf und fährt los, macht notgedrungen Minusstunden damit er bis 15 Ihr daheim ist, ich stehe in den Startlöchern um zu meinem Teilzeitjob zu kommen, mehr als ein „Hi, bis später“ sprechen wir nicht, ich fahre sofort los, arbeite 5-6 Stunden komme wieder heim, meistens schlafen die Kinder noch nicht weil jeder der beiden auf mich warten möchte zum kuscheln, also erst der eine dann die sensible andere, die schon Tränen in den Augen hat weil es bei mir schon wieder so spät geworden ist. Bis sie schläft ist es meist halb 10, mein Mann ist auch schon ins Bett, er muss ja wieder früh raus, jetzt ist Zeit für mich, was essen und kurz die Füße hochlegen. Die Müdigkeit siegt, essen tu ich ne halbe Packung Erdnüsse und schlafe dann auf dem Sofa ein. Um halb 2 ruft meine Tochter, Alptraum, ich gehe hoch, immernoch die Arbeitsklamotten an, kuschel mit ihr, beruhige sie. Dann kurz umziehen und ins Bett. Um 5 kommt mein kleiner zu mir ins Bett, kurz darauf die Große, das war’s mit erholsamen Schlaf. Ein neuer Tag, gleiches Muster.

      Vormittags gehen wir spazieren, Basteln, sind im Garten, aber auch das wird irgendwann langweilig. Kinder einbinden in den Haushalt, schön und gut, meistens macht man es aber dann hinterher doch nochmal selber. Habe selber keine Ideen und keine Kraft mehr mir was einfallen zu lassen. Wenn ich denke das das bis September so gehen soll wird mir schlecht, meine Nerven liegen blank. Die meine Kinder auch.
      Die Große ist Vorschulkind, Pflichtjahr im Kindergarten, wohl aus gutem Grund, Feinheiten üben, Frust aushalten wenn etwas nicht gleich klappt, Selbstvertrauen stärken. Das alles fällt aus, sie soll nach fast nem halben Jahr Zuhause sich selbstbewusst ins Klassenzimmer setzen? Wo alles neu ist und keine Bezugsperson da? Ich und viele andere Eltern bezweifeln das. Wie soll das gehen?

      Finanziell schaffen wir es wohl unseren Hauskredit zu bedienen, aber was ist der Preis? Jeder Tag zehrt an meinen Kräften, Kinder anschreien weil sie schon wieder streiten und alles eskaliert kommt mittlerweile täglich vor. Denke vielen geht es so oder ähnlich. Und das alles wegen nem Virus das bis jetzt, bei uns, nicht tödlicher ist als eine Influenza. Und auch lange nicht bei jedem ausbricht. Bei Schweinegrippe und vor ein paar Jahren wo die Grippewelle so heftig war, wurde auch nichts geschlossen und lief normal weiter. Klar sterben Leute, meist ältere oder mit Vorerkrankungen, aber das tun sie bei Grippe auch.
      Meine Oma (88 Jahre) sagt, sie nimmt es in Kauf angesteckt zu werden wenn ihre Enkel und Urenkel dann wieder Normalität erfahren, sie sie besuchen kommen und ihr somit noch Freude bereiten. Sie findet es furchtbar die Kinder und Eltern so zu belasten.

  10. Nur eine Ergänzung: Grundschulen werden auch nicht vollständig wieder öffnen – – zumindest nicht für die jungen Klassen. Ich habe zwei Grundschüler in der 1. und 3. Klasse und kein Mensch hat die Hoffnung, dass es vor August wieder Schule für sie gibt. Also addiert gern noch so genanntes „Homeschooling“ auf die Verzweiflungsliste und die Frage, wie ich meinem Kind das Lesen, schreiben und rechnen beibringen soll, während mein Mann und ich 40 Stunden plus arbeiten? Dazu die Sorge: Werden die Kinder versetzt? Werden sie in zehn oder 12 Jahren noch darunter leiden, dass ich sie heute aufgrund meiner Arbeit nicht zuhause beschulen kann?

    1. Wir haben Unglück im Glück im Unglück. Karneval aus Italien nach Deutschland gezogen, sind wir de facto ohne richtige Wohnung. Ein Teil des Umzugs steht noch in Italien, ein Teil ist schon hier – leider der falsche Teil. Uns – Mutter und zwei Kinder, der Vater muss im Büro anwesend sein und ist nur am Wochenende bei uns- blieb nur die Flucht in die Ferienwohnung – eine halbleere Wohnung im Haus der 85jahrigen Großmutter war keine Alternative. Die ersten Wochen waren begleitet von der Angst, dass wir in der Ferienwohnung nicht bleiben dürfen.
      Die Kinder waren eine Woche in der Schule, dann hagelte es Arbeitsblätter für die erste und dritte Klasse. Ohne Infrastruktur wird das Ausdrucken vom Handy aus zum Vormittagsprogramm. Das Bearbeiten war ein von Wutgeschrei begleitetes Desaster. Nach zwei Wochen ging hier nichts mehr. Der Familienrat beschloss die Vollbremsung. Wir machen nichts mehr für die Schule und haben eine tägliche Bildungszeit von neun bis zwölf Uhr, in der nur Deutsch via Duden Lernhefte etc. oder Mathe über Ijm oder Mia gemacht werden oder musiziert wird. Zum Glück gehen Schach und Musikunterricht online weiter, die Kinder hören und sehen dann auch mal wieder andere Menschen! Ab drei Uhr geht es in den Garten. Wir säen Gemüse, züchten Kristalle, einer der Hunde kann jetzt Agility und wenigstens er fällt abends erschöpft in den Korb. Wir spielen Catan, Carcassonne, Queen Domino, graben den Garten um – und die Kinder sind nicht mude zu bekommen. Highlife von sieben bis abends halb elf-ich kann nicht mehr. Ist am Wochenende der Vater zur Unterstützung da, ist es etwas besser, aber dann muss nachts noch das besprochen werden, was in der Woche liegen blieb. Arbeiten (zumindest ansatzweise) und Organisation des normalen Lebens, Einkauf etc. Alles am Wochenende.
      Mir ist unser Gartenglück bewusst, es gibt uns Freiheit, mir allerdings tonnenweise Dreck in die Wohnung, der auch weg muss. Wir leben immer noch aus dem Koffer, die Waschmaschine läuft ohne Unterlass. Drei Mahlzeiten fressen am Tag auch gut Zeit und Kraft und irgendjemandem schmeckt es garantiert nicht. Die Kumulation aller Geschwisterstreitereien, der allgemeinen Unzufriedenheit, der Kinder-Knatsch mit Mama – das wirft mich nach sechs Wochen aus der Bahn.
      Ich bin kein Lehrer, Kinder wollen keine lehrenden Eltern! Ich bin auch kein Sporttrainer, der die Ventile für Kinderfrust kennt und bedient. Ich bin auch nicht die Oma, die immerzu Süßes verteilt oder die Tata, bei der es dann Pizza oder Haselnusscreme am Abend gibt. Ich bin eine einzige Person und gezwungen 24/7 von einer Rolle in die nächste zu schlüpfen. Ja, auch nachts. Beide Kinder schlafen unter der Woche im Elternbett. Obendrauf zweimal Labrador. Am Wochenende wird gewandert. Die Kinder suchen Sicherheit, weil maskierte Menschen Unsicherheit verbreiten.
      Um Bashing vorzubeugen: mein Mann – nach fünf zwölf-Stundentagen unter der Woche zzgl. Großmutter Versorgung zieht am Wochenende hier voll mit, und auch er ist nachvollziehbar fertig. Ja, auch die Väter sitzen mit im Mutter-Boot und sind genauso am Ende.
      Lasst die Kinder zurück in die Schule! OGS muss noch nicht einmal sein, drei Stunden andere soziale Kontakte reichen den Kindern schon.
      Lasst das Homeoffice bestehen-gerade auch Büros sind Virenschleudern, nicht nur die Schulen. Isoliert hier gefährdete Personen.
      Schützt die Risikogruppen! Hebt die Schulpflicht bis August/September auf und lasst die Eltern entscheiden, ob ein Schulbesuch gutgeheißen wird oder nicht.
      Lasst die Kinder in die Schwimmschulen und Sportstätten!
      Schulen, schaut, wie Onlinelernen geht und rüstet Euch für die zweite Welle! Sie kommt bestimmt!
      Uns allen gute Nerven!!!

  11. Danke für diesen differenzierten Artikel!
    Wir sind zwei Eltern mit zwei Kinder (2 und 8 Jahre) und 60 Wochenstunden Erwerbstätigkeit (mein Mann 25h, ich 35h).
    Wir haben zwar rein rechtlich gesehen Anspruch auf Notbetreuung, weil mein Mann systemrelevant arbeitet, jedoch ist die Notbetreuung in der Einrichtung der Großen pädagogisch nicht sinnvoll (8h Fernsehen, keine Hausaufgabenzeiten) und in der Einrichtung der Kleinen vom Infektionsschutz her nur zu realisieren, wenn alle Eltern zurückstecken und nur einzelne Tage pro Woche in Anspruch nehmen.
    Wir haben uns von Schul/KiTa Schließung an solidarisch mit Nachbarn organisiert, trotzdem ist die lange Belastung inzwischen kaum mehr zu stämmen. Ich würde gerne die Arbeitszeit befristet reduzieren – am besten natürlich mit Elterngeld als Ausgleich. Und das trotz des Anspruchs auf Notbetreuung.
    Denn am Ende geht es ja auch um das Wohlergehen der Kinder und den Infektionsschutz!

  12. Was wir Eltern bräuchten? Ich persönlich fände es großartig, wenn die Politik die Krise nutzte, um ernsthaft über einen Umbau des Bildungssystems nachzudenken. Könnten wir Kitas und Schulen problemloser wieder eröffnen, wenn es dort per se mehr pädagogisches Fachpersonal, Lehrer*innen, kleinere Gruppen und mehr Platz gäbe? Ja, könnten wir! Vielleicht nicht so schnell, wie wir es uns derzeit wünschen, aber doch schneller als es mit den gegebenen Ressourcen möglich ist. DAS sollte dringend diskutiert und umgesetzt werden. Mir ist auch klar, dass das Personal nicht an Bäumen wächst. Aber eigentlich wird doch jetzt nur ganz deutlich, was die Politik seit Jahren im Bildungsbereich an Initiativen versäumt hat.
    Und wenn die Beschäftigten im Bildungsbereich diese Krise nutzten, um der Politik mal so richtig den Stinkefinger zu zeigen – zum Beispiel genau dann, wenn wieder eröffnet werden soll, im großen Stil streiken, um auf die Missstände aufmerksam zu machen – ich würde das sogar gutheißen, obwohl es dann noch später los ginge mit der Betreuung.
    Wir sind zu viert zu Hause, ein Kita-Sprössling und eine Erstklässlerin, die die Situation ganz toll meistern. Mein Mann darf zum Glück weiter Vollzeit arbeiten. Ich bin Freiberuflerin und derzeit ohne nennenswerte Aufträge. Das können wir im Moment noch gut stemmen, auch finanziell. Insofern dürfen wir uns im Vergleich zu Anderen glücklich schätzen. Allerdings wäre es dringend nötig, dass ich mich um neue Aufträge und andere Wege der Zusammenarbeit mit meinen Kund*innen kümmere. Kann ich aber nicht in dem erforderlichen Ausmaß, so lange die Kids zu Hause sind. Mein Business retten kann ich SO jedenfalls nicht. Und spätestens nach den Sommerferien ist unsere derzeitige vorteilhafte Position auch passé.
    Bei den beschriebenen finanziellen Hilfen fallen wir Selbständige oft durchs Raster. Zum Beispiel der Entschädigungsanspruch gemäß Infektionsschutzgesetz, der gilt für mich nicht. Da fordere ich auch, dass die Politik das nicht immer so einseitig für Arbeitnehmer*innen durchdenkt. Das ist nämlich nur eine Zielgruppe!
    Mein Fazit: ES BRAUCHT SCHNELL GUTE LÖSUNGEN für ALLE Eltern.

  13. Ich habe drei Kinder. Zwei sind im Kitaalter und das Dritte ist ein Neugeborenes.

    Die Situation ist schwer auszuhalten.

    Alle sonst übliche, externe Unterstützung bleibt uns verwehrt (Kita, Großeltern, Freunde, Spielkameraden).

    Ich fühle mich sehr belastet, weil es derzeit keine Perspektive zu geben scheint.
    Die großen Kinder vermissen ihr soziales Umfeld und lassen ihren Frust aneinander aus.

    Die Leopoldina Vorschläge empfand ich wie einen Schlag ins Gesicht.
    „Ach ja, Kitas zu für die Allgemeinheit bis August. Ende der Durchsage.“ – Bitte was???

    Ich fordere keine unüberlegten Öffnungen, aber könnten sich bitte ein paar Entscheidungsträger zusammensetzen und Strategien zur Entlastung überlegen (stundenweise Betreuung, private Familienzusammenschlüsse)?

    Mein Mutterschutz ist für uns großes Glück gewesen, weil ich so die Kinderbetreuung übernehmen kann.
    (Wochenbett, was ist das?)
    Mein Mann kämpft als Selbständiger für unser wirtschaftl. Überleben.
    Es ist hart, die Tränen fließen in Massen bei uns allen.

    Ich mag mir gar nicht ausmahlen, wie schlimm die Verzweiflung in unseren Familien sein muss.

    Denn ich weiß, unsere Familie hat noch Glück.

  14. Ehrlich gesagt, ich will keine Anerkennung, und nicht das Gefühl, dass meine Leistung gewürdigt wird, ich brauche jetzt, und zwar zügig: flexible Lösungen ohne große Prüfung. Die Situationen und Bedarfslagen in den Familien sind so unterschiedlich. Für manche bricht Einkommen weg, die bräuchten jetzt finanzielle Unterstützung. Für andere ist ein Kündigungsschutz oder die automatische Verlängerung von Verträgen um die Dauer der Kita-/Schulschließungen wichtig. Wiederum andere bräuchten dringend Betreuung, weil der Job gemacht werden muss (hier ist auch die sogenannte „erweiterte Notfallbetreuung“ noch sehr lückenhaft, in meinem Fall zB ist die Vorgabe, dass Uni-Seminare ganz regulär angeboten werden müssen, aber die Dozierenden gelten nicht als „systemrelevant“, haben also keinerlei Unterstützung).
    Ich würde mir wünschen, dass man jemand durchrechnet (aber pronto!), ob es nicht machbar wäre, mit diesen 3 Linien gleichzeitig zu fahren: finanzielle Unterstützung; Freistellungen/Kündigungsschutz; erweiterte TZ-Betreuung, und Eltern nach Bedarf entscheiden können.
    So wie es jetzt ist, leiden ganz fraglos die Kinder; aber die ach so hochgeschätzten Arbeitnehmer-Eltern werden in den kommenden Monaten auch reihenweise ausfallen – Hörsturz, Burn-Out, Depression, … Es ist eine Ironie, dass Arbeitgeber und Wirtschaft auch in dieser Hinsicht offenbar immer nur von 12 bis Mittag denken kann.

    1. Mein Mann ist Soldat und 300 km entfernt von uns stationiert. Ich bin also momentan alleine mit meinen beiden Kindern (4Jahre und 11 Monate alt). Wir kommen soweit schon ganz gut zusammen klar, aber mein Großer leidet einfach so wahnsinnig unter der Situation, was mir inzwischen einfach so im Herzen weh tut. Er hat seit Wochen keinen seiner Freunde mehr gesehen und auch seine Großeltern nicht. Zudem ist nun seit Montag auch noch der Papa wieder weg. Eine Notfallbetreuung wurde von seitens des Kindergartens, trotz offiziellem Schrieb der Bundeswehr abgelehnt. Kinder brauchen einfach andere Kinder. Das ist kein Zustand mehr! Mir würde es schon erstmal reichen wenn wir uns wieder mit anderen Müttern und seinen Freunden treffen dürften, beziehungsweise die Großeltern besuchen dürften. Mein Sohn braucht einfach auch wieder richtigen Kontakt zu seinen Freunden. Ich würde es mir so sehr für ihn wünschen.

    2. Ich kann mich hier in allen Punkten eigentlich nur anschließen. Ich habe eine zweijährige zu Hause, wir arbeiten beide im homeoffice, gemeinsam 65h+ und ich vermisse politische Diskussionen zu Lösungswegen. Ich fände es toll, wenn man wenigstens die Spielplätze wieder öffnen würde. Meinetwegen mit Beschränkungen. Traut man den Eltern hier keinen verantwortungsvollen Umgang zu?

  15. Es kann nicht sein das es immer noch kein Konzept gibt um Schulen und KITAS wieder zu öffnen. Was ist denn seit Mitte März von der Politik gemacht worden?
    Warum gibt es keine belastbare Studie zur Ansteckungsgefahr durch Kinder?
    ohne diese ist es ein Unding kleine Kinder einfach pauschal als Virenschleudern im Hinblick auf Covid 19 zu bezeichnen.

    Das Grundparadigma des Papiers der Leopoldina besteht darin, das Gefahrengruppen nicht vom Öffentlichen Leben ausgeschlossen bzw. Bevormundet werden sollen. Das halte ich zwar für richtig, aber was ist mit den Kindern? Diesen wird nun genau das zugemutet. Keine sozialen Kontakte, keine Spielplätze etc.

    Das Ganze zeigt doch mal wieder das Kinder keine Lobby haben in Deutschland. Die sog. Gefahrengruppen hingegen stellen den Hauptanteil der CDU Wähler.

    Außerdem: selbst wenn KITAS und Schulen bis August geschlossen bleiben, was hat sich denn bis dahin verändert wenn kein Impfstoff vorliegt?

    Alleine diese Überlegung zeigt doch das die Strategie der Bundesregierung ins Leere läuft. Aussitzen wird hier nicht helfen. Es brauch einen komplett anderen Ansatz der ehr von einem wirksamen Schutz der wirklich akut gefährdeten Personen ausgeht, anstatt pauschal die Kinder weg zusperren. So wird auch die Wirtschaft nicht wieder anspringen, da die Eltern natürlich mit ganz anderen Sorgen als Dem Job beschäftigt sind.

    LG

    Mathias Herbig

  16. Wie für viele Kreative ist es für mich als freie Autorin schwer, Ansprüche geltend zu machen – mein Arbeitsausfall von heute wird sich erst in einem oder zwei Jahren als Verdienstausfall bemerkbar machen. Darum wünsche ich mir unbürokratische Hilfen für Familien, damit ich Rücklagen schaffen oder, sofern die Kontaktbeschränkungen gelockert werden, einen Babysitter bezahlen kann – zum Beispiel in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens.

  17. Ganz ehrlich, ich gebe das Kind weiterhin zu den Großeltern. Das mögen einige zwar „verantwortungslos“ finden, aber es funktioniert so nun mal besten.

    Die Lösung, dass man als Frau diese Situation alleine Schultern soll bis man zusammenbricht ist eben keine.

    1. Wir haben uns 14 Tage Selbstquarantäne auferlegt und dann unsere Großeltern wieder mit eingebunden. Wir meiden jegliche Außenkontakte um diese Unterstützung zu ermöglichen. Aber auch die Großeltern können die Kita nicht ersetzen und kein 35/45h Betreuung übernehmen. Auch wir sind an der Grenze unserer Belastbarkeit und ich bewundere, wie viel mehr Last einige Eltern hier noch tragen.

  18. Ich bin ehrlich verzweifelt, wütend um nicht zu sagen stinksauer. Ich arbeite im Home-Office womit ich keinen Anspruch auf gar nichts habe. Mein knapp 3-jähriger entwickelt gerade eine Sozialphilosophie, weint ständig, klagt über diverse Schmerzen. Ich arbeite in der Entwicklung und muss mich lange Zeit konzentrieren können. Sonst kann ich das Arbeiten auch lassen.

    Nun hatte mein Mann einen Unfall und liegt im Krankenhaus. Und wer hätte es gedacht, ich bekomme nichts. Keine Hilfe, kein Geld, auch keine Lohnersatzleistung weil ich Home-Office arbeite.

    Der Haushaltsvorstand muss auch beim erkranken des Haupterwerbstätigen den Haushalt weiter stemmen. Von Kind und Arbeit ist nicht die Rede. Das wird nicht berücksichtigt. Ich hatte vorher schon kaum Schlaf. Überstunden sind abgebaut, kein Sonderurlaub, keine Freistellung, keine Kurzarbeit und mein Mann wird über Monate ausfallen und selbst Hilfe brauchen.
    Notbetreuung sieht schlecht aus, keine systemrelevanz oder wirtschaftsrelevanz. Ich hoffe auf eine Härtefall Betreuung. Aber ich mag mit das Trauma meines Kindes nicht ausmalen!

    Krankmeldung wegen Überlastung? -> nach einem Monat erlischt die Krankenversicherung….

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Ich bin gesundheitlich, seelisch und finanziell ruiniert wenn sich nicht doch noch eine Tür auftut.

  19. Auch ich sitze oft weinend da und weiß nicht weiter. Mein Lebensgefährte in Kurzarbeit und ich in Vollzeit. Beide im HomeOffice. Familienleben ist auf das absolute Minimun heruntergeschraubt, da in der „Freizeit“ welche nicht mehr wirklich vorhanden ist, jeder von uns mal kurz ausspannen und Kraft tanken muss.
    Unsere Kleine ist 1,5 Jahre alt und kann sich noch nicht selbst beschäftigen, das bedeutet 24/7 powern! Nachts kann kaum geschlafen werden weil Zukunftsängste so stark sind. Tagsüber wird „versucht“ zu arbeiten, nebenher sitzt das Kind weinend vor der Tür, weil es nicht rein darf. Das Mutterherz schmerzt, weil es sich anfühlt als würde man das Kind wegstoßen…
    Die Beziehung sowohl zum Kind als auch zum Partner leidet stark, denn alles wird irgendwie schnell abgearbeitet und Konflikte werden heruntergeschluckt, damit hier nicht gleich die Bombe hochgeht! Sozusagen eine Bombenstimmung Zuhause…

    Wir brauchen dringend eine feste finanzielle Unterstützung um mit den Arbeitsstunden runtergehen zu können OHNE Einbußen im Gehalt zu bekommen, damit Zuhause wieder etwas Entschleunigung einkehrt und nicht jeder Tag ein Kampf zwischen Leistungsdruck und dem Wunsch zusammenzubrechen wird.

  20. Ich,32 hochschwanger,Mann Zuhause weil kann wegen Corona nicht arbeiten gehen und einem 4 und einem 10 Jährigen jammere hier wohl auf hohem Niveau.Am meisten fehlt meinen Kindern der soziale Kontakt und mir als Mama mittlerweile die Geduld und Kraft für fast alles.Papa hilft wo er kann, aber er kann sich eben auch nicht zerteilen. Es muss eine Lösung für Schule und Kita her…und das auf absehbare Zeit und nicht dieses „mal sehen oder schauen wir mal oder vielleicht ab dann und dann“

  21. Ich schließe mich der Meinung von Mathias Herbig an: es kann nicht sein, dass unsere Kinder weggesperrt werden – als potentiell gefährliche Virenschleudern. Studien legen nahe, dass Kinder kaum ernsthaft erkranken können an Corona und möglicherweise das Virus auch gar nicht übertragen – wo ist die Forschung dazu? Wer kümmert sich darum, solchen Ansätzen nachzugehen. Ich bin Freiberuflerin (und schaffe derzeit maximal 1-2 Stunden Arbeit pro Tag)und habe zwei Kinder im Alter von 10 und 14, ein Fünftklässler und eine Tochter in der 8. Klasse. Mein Sohn hat gerade den Schulwechsel hinter sich und hat sich gut eingewöhnt – und jetzt? Er soll selbständig Lerninhalte erarbeiten und Internetplattformen benutzen. Das ist ohne Hilfe zuhause unmöglich. Aber auch meine Tochter braucht Unterstützung, denn die Aufgaben sind oft sehr anspruchsvoll. Die Kinder müssen auf Sozialkontakte und Sportangebote verzichten, sollen aber zuhause sitzen und lernen…, während Geschäfte wieder öffnen. Was ist das für eine Gesellschaft, die ihre junge Generation so behandelt, die mit den Maßnahmen bewusst in Kauf nimmt, dass es vielen Familien finanziell schlecht geht, dass die Beziehungen zu Kindern und Partner extrem belastet werden? Ich bin der Meinung, wir brauchen ein ganz anderes Krisenmanagement. Neben den Naturwissenschaftlern müssen viel mehr Juristen, Soziologen, Wirtschaftswissenschaftler und Philosophen gehört werden – und kritische Ärzte, die nicht ohne Grund das gesamte Programm der Regierung in Frage stellen. Die Schulen – zumindest in Hessen – werden derzeit allein gelassen mit den Hygienevorschriften. Bei den vielen maroden und zu kleinen Schulgebäuden kommt es einer Verhönung gleich, in engen, veralteten Schulgebäuden mit verranzten Toiletten besondere Hygienemaßnahmen zu fordern, die dann auch noch in der Pause gelten sollen. Wir sollten darüber nachdenken, wie die Risikogruppen effektiv und auf Dauer geschützt werden können. In einem Artikel auf spiegel online stand Familien seien systemrelevant – das hat nur die Regierung anscheinend noch nicht gemerkt.

  22. Ein Gejammer hier, meine Herren. Kinder lästig, Partner Streits? Evtl. mal die Familienplanung und Lebenspartner vorher überdenken! Zukunftsängste? In Deutschland muss keiner Zukunftsängste haben, dafür fällt man hier viel zu weich. Guckt mal in die ärmeren Nachbarländer, ihr jammert hier auf einem dermaßen hohen Niveau. Ich kann es nicht mehr hören.

    1. Ja, wir jammern – und es tut gut! Hier dürfen wir es! Ansonsten will es niemand hören, haben wir zu funktionieren!! Endlich eine Mutter, die die Belastung zugibt und nicht weglächelt – und sogar noch offen darüber schreibt!
      Normalerweise ist Homeschooling durch die Regelung der allgemeinen Schulpflicht untersagt, da Eltern die Kompetenz abgesprochen wird, zu unterrichten. Seit sechs Wochen müssen wir es.
      Die soziale Isolation nimmt die Möglichkeit, mit Freunden vertraut zu telefonieren-Kind hört mit. Sprachnachrichten sind zwar Seelenbalsam aber nicht nachhaltig. Mittlerweile belastet das Handy zudem – bringt es fast täglich Todesnachrichten.
      Hinhalte- und Salamitaktik beim Schulthema lassen auch keine Planung zu. Wir sind in Täglich grüßt das Murmeltier gefangen.
      Wir alle haben uns unser bisheriges Leben mehr oder weniger bewusst ausgesucht und nach Möglichkeiten abgesichert, aber Isolation tut weh! Allen! Das Wegbrechen des Eigenkapitals durch Corona beim Hauskauf war unvorhersehbar – da zieht man wieder zur Großmutter ins Haus bzw. In die glücklicherweise bestehende Ferienwohnung. Psychisch angeschlagene Mütter sind derzeit ohne Hilfe. Der ersehnte Urlaub fällt ersatzlos aus. Die Liste ist lang… Ja, Luxusprobleme— aber jede Familie hat ihren Mikrokosmos und das Recht an ihrem eigene, kleinen Glück zu hängen. Jammern ist das Ventil, um nicht in Zukunftsangst zu ertrinken. Da kommt kein Mutmachfilmchen mit! … es zu gucken, dafür fehlt auch die Zeit… auch wenn das Deutsche Sozialsystem seit 1871 wunderbar hilft: watteweich bettet sich damit niemand und die Aussicht auf Arbeitslosigkeit und Insolvenz treibt viele Menschen um.

  23. Alleinerziehend mit 2 sehr bewegungsfreudigen Jungs in der 2. Und 4. Klasse und aktuell mit einer 35-Stunden-Stelle, wo viele strategische Aufgaben dranhängen, in der Probezeit.
    Naja, es läuft eher so semi. Die Aufgaben aus der Schule kommen per Email als PDFs rein, es gab 2 Besuche der Lehrer für meine Kinder. Das sind sie wohl, die vom Kultusministerium vielgelobten neuen Lernformen, die sich die Lehrer so erfolgreich in den letzten Wochen ausgedacht haben – nicht zu vergessen – „Laden Sie die Anton-App runter!“ Ich weiß nicht, ob ich nächsten Monat meinen Job noch habe, obwohl ich jeden Tag um 6 Morgens an den Rechner stürze, mittlerweile meist nach einer schlaflosen Nacht. Einschlafen ist auch für meine Jungs schwierig – zu wenig Bewegung, zu wenig geistige Herausforderung, zu wenig Mama, es ist von allen Seiten einfach zu wenig. Außer Streit, davon gibt es grad mehr. Weinen, Kaffee, Schokolade und Alkohol sind auf Dauer auch keine Lösung. Ich bin so wütend. Die Ersatzleistungen hätten alle Eltern entlasten sollen, aber wer alle ausschließt, die im Home Office arbeiten können, noch was vom Jahresurlaub über haben (im März?!) und/oder ein Gleitzeitkonto, der betreibt doch reines Marketing, oder?! Ab kommende Woche soll die Notfallbetreuung für Alleinerziehende gelten, auf Anfrage bei der Schule gab es nur „wir wissen noch nicht, wie das geregelt wird“.
    In die Corona-Todesstatisitk gehen aktuell 96jährige Krebspatienten ein, wenn sie sterben und positiv getestet wurden. Realistischer wäre wohl, die Herzinfarkttoten, Selbstmörder, Depressiven, Opfer häuslicher Gewalt und Alkoholkranken mit zu zählen.

  24. Wir haben 3 Kinder. 7, 4 und 1,5. Beim kleinsten waren wir gerade kurz vor fertig mit der Eingewöhnung bei der Tagesmutti. Die Eingewöhnung ist dahin. Meine Frau wollte eigentlich nach der Elternzeit eine neue Stelle antreten und war deshalb auf Jobsuche. Sie ist gut ausgebildet und daher eigentlich keine Sorge gewesen. Aber man bekommt ja nicht mal Vorstellungsgespräche. Der große kommt bei mir jeden Tag mit ins Büro, um dort seine Aufgaben zu machen, die ca. 2 bis 2 1/2 Stunden in Anspruch nehmen. Helfen kann ich ihm dabei nur sporadisch. Am Nachmittag mit 3 Kindern, die beschäftigt werden wollen ist auch nicht zu denken. Außerdem renovieren wir gerade ein Haus, dass wir Ende letzten Jahres gekauft haben. Zum Glück machen die Handwerker noch mit. Aber da wir uns hierfür natürlich auch in finanzielles Risiko begeben haben, ist die Unsicherheit enorm. Da helfen die Politiker Sprüchlein nicht viel, dass keiner sein Haus wegen der Krise verliert. Tut mir leid. Aber ich glaube denen da oben kein Wort. Nicht, weil sie bewusst lügen, sondern weil die keine Ahnung haben und eine Fehlentscheidung nach der anderen Treffen. Den Banken und börsennotieren Unternehmen wird natürlich wieder medienwirksam fleißig unter die Arme gegriffen. Aber darauf baut unser Land nunmal nicht. Das ist der Mittelstand, die Familien und die Arbeiter. Und genau die werden grad richtig gebeutelt. Nicht nur finanziell, sondern vor allem psychisch und das kannst du nachher mit 500 Mrd. Rettungsschirm (der eh wieder an die falschen geht) nicht wegkaufen. Da müssen jetzt ganz klare Konzepte her, damit die Eltern wieder entlastet werden. Und da geht es nicht nur ums Geld. Da geht’s um Zeit, die durch Kinderbetreuung wieder gewonnen wird. Corona wird doch nach wie vor überschätzt. Ich kann den Drosten nicht mehr hören. Der ist sich inzwischen doch auch selbst seiner Medienwirksamkeit bewusst geworden und findet das wahrscheinlich g***. Hoffentlich wacht die Opposition (damit meine ich nicht die Spinner von der AfD) endlich auf und arbeitet für die Familien. Und zwar richtig. So kann es nicht weiter gehen. Schon gar nicht mehrere Wochen. Da muss ganz schnell wieder in die andere Richtung gearbeitet werden, sonst sind die Schäden, die an der Gesellschaft angerichtet werden, wesentlich größer, als es irgend ein Virus je könnte.

  25. Wir haben vier Kinder (3,7,9,11) an zwei Tagen ist mein Mann zu Hause und ich bin im Arbeitszimmer, dann muss alles effektiv sein, die anderen Tage bin ich meist noch zwei Stunden am arbeiten sobald die Kinder im Bett sind und das größte Chaos beseitigt ist. Kräftemaßig bin ich am Ende. Die berufliche Belastung ist deutlich höher geworden, an der Uni werden nun die Seminare Online gegeben, diese müssen aber auch didaktisch angepasst werden, Konzepte überarbeitet, neue Tools erarbeitet, dazu kommen überlastete Systeme, Mail kommen nicht an, Programme stürzen ab, das alles macht die Arbeitsabläufe dann nicht nur zusätzlich umfangreicher sondern auch einfach zeitlich unberechenbar. Vorteil ist ab 22 Uhr wenn ich an den Schreibtisch komme sind meistens die Leitungen frei 🙂
    Hier wäre eine Entlastung einfach super, z.B. in Form von weniger Seminaren die gegeben werden müssen oder aber in Form von einer Corona-Elternzeit.
    Auf der anderen Seite sind wir als Familie sehr zusammengewachsen, die Zeit mit den Kindern ist entspannt und unkompliziert geworden, seit ich aufgehört habe zu denken dass ich Arbeiten kann während die Kinder von mir betreut werden. Das ist unmöglich. Wir unternehmen viel zusammen, gestalten, gärtnern, spielen, machen Sport, backen, kochen … All das wäre machbar, wäre da nicht die unendliche Müdigkeit, der druck in kürzester Zeit viel zu erledigen. Wirklich ärgerlich ist, dass weder die Schule sich mit neuen Online-Konzepten auseinandersetzt, hier werden immer noch unendliche Mengen Arbeitsblätter versendet und welches Kind hat schon Lust den ganzen vormittag Arbeitsblätter zu bearbeiten???? Was mich aber wirklich ärgert ist, dass arbeitende Mütter so gänzlich politisch vergessen werden – damit meine ich nicht dass die Schulen geöffnet werden sollen und die Kinder einem erhöhten Risiko ausgesetzt werden, sondern dass es eine Entlastung für betreuende Elternteile gibt. Eine der Schulen meiner Kinder hat nun ein Brief versendet mit der bitte Mundschutz zu nähen, damit falls die Schule los geht, auch ein Infektionsschutz möglich sein, ebenso sind sie auf der Suche nach Desinfektionsmittel und bitten die Eltern um Mithilfe – ich frage mich, was wir als Eltern noch alles machen sollen.

  26. Ich kann diese Hilflosigkeit gut nachvollziehen. Zu meinen Kleinkindern kommt nun auch noch, dass meine Mutter nicht mehr gut zurecht kommt und ich regelmäßig zu ihr nach Hamburg-Bergedorf fahren muss. Ich suche gerade nach einem ambulanten Pflegedienst. Ehrlich gesagt parke ich die Kinder stundenlang vor dem Fernseher, da ich das Homeoffice sonst nicht schaffen würde.

  27. Mit zwei Kindern, 3 Monate und fast 4 Jahre, ist jeder Tag eine spannende Herausforderung. Der 4 jährige findet sich immer noch in der Rolle als kleiner Bruder ein und fordert viel Aufmerksamkeit. Der kleinere ist Gott sei Dank sehr genügsam. Noch… Und zum Glück war ich bei Start der Maßnahmen aus dem Wochenbett einigermaßen raus. Mein Mann schuftet als Angestellter in Kurzarbeit im Homeoffice (zumindest versucht er es) und hat nebenbei noch den Kleineren zu betreuen, da der noch öfter schläft und so ein wenig Arbeiten nebenbei zulässt. Ich bin meist mit dem Großen und ab und an auch mit beiden zugange. Arbeiten tu ich nachts von 23-3 Uhr, weil ich als Selbstständige eben immer arbeiten muss. Ja, auch in der Elternzeit, denn danach will ich gern auch den ein oder anderen Kunden noch wiedersehen.

    Kontaktbeschränkungen halten wir nur bedingt ein. Nach außen, beim Einkaufen, im Park, ja. Aber: im Innenhof/Garten des Mehrfamilienhauses spielen die 6 Kinder unterschiedlichsten Alters zusammen. Nach einer Woche Abstand halten, haben es die Eltern hier gemeinschaftlich aufgegeben, die Kinder auf 1,5m Abstand zu halten. Und ich beobachte das nicht nur bei uns, sondern sehe und höre ständig von „Bedarfsgemeinschaften“. Weil es mit Arbeit gepaart anders nicht geht und wirklich krank macht. Gern würden wir unsere Familien sehen, aber aus der eigenen Stadt kommt man ja kaum raus. Und wir müssten dazu mehrere Bundesländer durchqueren mit je anderen Grundbestimmungen. Und wollen natürlich die Großeltern schützen. Wir hoffen, dass es bald mehr Stimme aus dem Elternvolk gibt, die hörbar ist. Euch allen viel Durchhaltekraft oder Kraft und Mut zum Bruch mit diesen übertriebenen Maßnahmen (Stichwort Bedarfsgemeinschaften). Vielleicht zwickt uns auch mal einer und wir wachen auf aus diesem Alptraum. Oder jemand legalisiert endlich Bedarfsgemeinschaften mit 2-3 Familien oder öffnet das Leben für Nicht-Risikogruppen wieder und schützt damit auch die Kinder und deren Eltern vor psychischen, physischen und finanziellen Folgen.

  28. Bei uns gehts, wir sind ein solidarisches Mietshaus (insgesamt fünf Kinder und ein bespielbarer Hinterhof). Aber es geht trotzdem nicht mehr lange so weiter, ich hatte kürzlich eine OP und bin alles andere als fit. Interessiert weder meinen Arbeitgeber noch die Schule meines Kindes, wo ich wöchentlich Rapport geben muss, was wir in welcher Zeit geschafft haben. Am bittersten für mich: für klassische Männerspäße wie Fußball und Besäufnisse an Himmelfahrt wird bei uns in Brandenburg grad alles getan (Gaststätten wieder offen und dergleichen). Für klassische Frauenthemen wie Kinderbetreuung findet sich keine Lobby. Ich fände es auch ok, wenn Politik sagt: ok, ab und an finanziert der Staat einen Babysitter wenn es nicht anders geht. Ich finde es auch bitter, dass in München grad einer Krankenschwester das Kind vom fiesen Vater genommen wurde: Begründung des Gerichtes: Notbetreuung sei gefährlich. Ich sehe leider Frauen und Mütter nicht als Gewinnerin.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Anzeige

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.