Dr. Miriam Rietzler, Foto: Braun

Dr. Miriam Rietzler: „Erfolg ist immer ein gemeinsames Ergebnis“

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Neue Produkte und Innovation sind ihr Fokus: Denn Dr. Miriam Rietzler kümmert sich mit ihrem Team darum, dass unser Leben leichter wird. Über ihren Weg von der Wissenschaft zur Wirtschaft, die Arbeit in der Produktentwicklung und ihren persönlichen Weg der Führung spricht sie mit uns im Interview.

Miriam, nach deinem Doktor in Biochemie bist du direkt bei Procter & Gamble gestartet: Wie hast du diesen unmittelbaren Einstieg von Wissenschaft zu Wirtschaft erlebt?

Ich war ja gleich zu Beginn in der Produktentwicklung von Always für die Region Indien verantwortlich. Also direkt ins Operative eingestiegen. Faszinierend war für mich vor allem, die Entwicklung einer neuen Binde mit den Frauen vor Ort anzugehen. Ich habe erlebt, dass ich ihren Alltag direkt verbessern konnte. Eine junge Frau sagte mir, sie kann sich wegen unseres Produktes endlich frei bewegen, ohne Angst vor peinlichen Vorfällen. Dass man mit der Arbeit an alltäglichen Dingen so eine Wirkung haben kann, hat mich nachhaltig geprägt und in meiner weiteren Arbeit immer inspiriert – auch nach meinem internen Wechsel zu Braun. Mein Anspruch und der meines Teams ist es, dass Leben ein kleines bisschen besser zu machen.

Du arbeitest ja auch viel vom Büro aus – wie trägst du diesen Anspruch in deinen Arbeitsalltag und in das Mindset deines Teams?

Ja, das stimmt – und doch ist kein Tag wie der andere. Mein Start ist immer der Kaffee im Büro. Und dann beginnt auch schon der Meeting-Marathon. Mit meinem Team bespreche ich Studienergebnisse und was wir noch besser machen können – und hier geht es vor allem darum, die Kund*innen und ihre Welt im Blick zu behalten. Die daraus resultierenden Erkenntnisse nutzen wir, um unsere Produkte technisch weiter zu entwickeln. In meiner Position arbeite ich neben KollegInnen in der Entwicklung und Fertigung auch sehr eng mit unserer globalen Marketing-Abteilung in Genf zusammen. Denn klar ist, wir müssen gemeinsam zusammenkommen, um Produkte richtig gut und zugänglich zu machen. Die Mittagspause nutze ich gerne, um mich mit KollegInnen aus anderen Fachbereichen beruflich, aber auch privat auszutauschen. Wann immer möglich bin ich bei Verbraucherstudien dabei, um direkt aus erster Hand zu erfahren, wie die Frauen unsere Produkte erleben und bewerten. Wenn sie nach einem Test fragen, ob sie das Produkt behalten können, wissen wir, dass wir alles richtig gemacht haben. Das war zuletzt beim neuen Braun Epilierer der Fall, dem Silk-épil 9 Flex. Diese Reaktion ist für mein Team und mich natürlich ein großartiges Feedback und eine Bestätigung für unsere Arbeit.

Eine Anwenderin berichtet von ihrem Testergebnis. Foto: Braun

Wie sieht der Prozess der Produktentwicklung ganz konkret aus? Welche Rolle spielen die Teamarbeit bzw. der ständige Austausch im Team dabei?

Am Anfang der Produktentwicklung steht immer eine Zielgruppenanalyse. Durch Interviews mit Frauen, Besuche bei ihnen zuhause oder wenn wir sie beim Einkaufen begleiten, bekommen wir einen guten Einblick in ihren Alltag, erforschen ihre Bedürfnisse und finden Lösungen für ihre Probleme. Das ist wichtig, weil oft erst durch Beobachtung klar wird, was die Menschen wirklich tun. Und natürlich führen wir Anwendungstests mit Frauen durch. Wir können nicht von uns auf anderen schließen und müssen mit Fakten arbeiten. Wir arbeiten hier immer im Team und schauen gemeinsam auf Ergebnisse und entwickeln so auch gemeinsame Lösungen. In der Braun Forschung wie auch bei P&G arbeiten Männer und Frauen aus den unterschiedlichsten technischen und naturwissenschaftlichen Fachdisziplinen gleichermaßen zusammen. Wir haben es inzwischen geschafft, uns divers und gleichberechtigt aufzustellen – denn die Möglichkeiten, flexibel zu Arbeiten – ganz aktuell – z.B. auch aus dem Homeoffice – nutzen Mütter, die oft noch mehr balancieren müssen, natürlich sehr. Viele Väter aber inzwischen ganz genauso. Im Team heißt es, gegenseitig die Qualifikationen und Bedürfnisse anzuerkennen und ihnen Raum zu geben und sie auf Augenhöhe zu respektieren.

Welchen Stellenwert hat Diversity und wie fördert BRAUN bzw. P&G die Vielfalt im Unternehmen?

Das Thema Diversity spielt im gesamten P&G Konzern eine wichtige Rolle. Denn unsere Verwender und Verwenderinnen sind Männer und Frauen. Um die Menschen besser zu verstehen, ist Vielfalt ungemein wichtig und deshalb für uns selbstverständlich. Wir wünschen uns eine Welt, die frei von Vorurteilen ist und gleiche Chancen für alle bietet. P&G engagiert sich beispielsweise in Netzwerken wie LEAD (Leading Executives Advancing Diversity) und setzt sich dafür ein, die Rolle von Frauen in der Wirtschaft zu stärken und die Gleichberechtigung der Geschlechter aktiv zu fördern. Mit dem Hashtag #WeSeeEqual veranstaltete P&G Foren an vielen Orten weltweit, um die Teilnehmer dazu zu inspirieren sich weiter für Veränderungen am Arbeitsplatz und im persönlichen Umfeld einzusetzen. Kampagnen wie „Like a Girl“ von Always, die Gillette Kampagne „The Best a Man can be“ oder die neue nur von Frauen produzierte Venus Kampagne empfinde ich auch deshalb als authentisch, weil sie die Haltung der ganzen Firma reflektieren.

Bei P&G sind 47% der Führungskräfte Frauen. Auf Junior-Ebene herrscht nahezu gleicher Männer- und Frauenanteil. – Was denken Sie: Wie können wir es schaffen, das Thema Gleichberechtigung auch in anderen Unternehmen ganz vorne auf die Agenda zu setzen und wirkliche Veränderung zu erreichen – insbesondere in der Arbeitswelt?

Frauen sind oft hervorragend ausgebildet. Aber wenn es um ihre Karriere geht, kann es sein, dass sie doch an eine „gläserne Decke” stoßen. Wir setzen uns dafür ein, dass Systeme, Richtlinien, Prozesse und Vorurteile, die Frauen am Weiterkommen hindern, beseitigt werden. Als erfolgreiches Unternehmen zeigen wir, dass die Förderung von Gleichberechtigung sehr wohl funktioniert und am Ende alle davon profitieren. Wir möchten auch anderen Unternehmen ein Vorbild sein und hoffen, sie durch unser Engagement inspirieren und motivieren zu können.

Dr. Miriam Rietzler: Einblicke in den Entwicklungsprozess. Foto: Braun

Dieter Rams, ehemaliger Chefdesigner bei BRAUN, sagte einmal: „Gutes Design ist im Einklang mit der Umwelt. Es kann und muss seinen Beitrag leisten zur Pflege und zum Schutz der Ressourcen.“Inwiefern hängen Design und Nachhaltigkeit zusammen?

Wir wissen, dass Braun als traditionsreiche Marke etwas in unserer Welt bewirken kann. Wir haben diese Verantwortung immer ernst genommen und heute steht sie im Mittelpunkt all unserer Bemühungen. Unsere Anfänge in nachhaltiger Entwicklung reichen bis in die 50er Jahre zurück. Dieter Rams hat in seinen „10 principles of good design“ unter anderem festgehalten, dass ein gutes Produkt langlebig und umweltfreundlich sein muss. Auch heute haben wir dies bei der Produktentwicklung immer vor Augen. Mit strengen Tests stellen wir während der Entwicklung und auch in der Produktion die Qualität und Langlebigkeit unserer Geräte sicher.

Welche Werte und Grundsätze gehören neben Chancengleichheit, Diversity und Nachhaltigkeit außerdem zur Unternehmensstrategie für die Zukunft?

Wie bereits erwähnt, ist unser Grundsatz, das Leben der Menschen im Alltag, das heißt jeden Tag ein Stückchen besser zu machen, so wie ich es zum Beginn meiner Karriere sehr eindrücklich direkt erleben durfte und immer wieder erlebe. Diese Idee inspiriert eigentlich alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu, täglich einen positiven Beitrag zu leisten.

Dieser Weg ist anspruchsvoll: Gibt es Vorbilder oder Unterstützer*innen, die Ihnen immer wieder Energie und eine Art Orientierung geben?

Für mich waren meine Eltern immer Vorbilder und ein Ankerpunkt. Sie sind in eher einfachen Verhältnissen aufgewachsen und haben ihren Weg sehr eigenständig und trotz mancher Widrigkeiten bis heute sehr erfolgreich nach ihren Vorstellungen gestaltet. Das inspiriert mich, vor allem auch in schwierigeren Lebenssituationen.   

Dr. Miriam Rietzler über den Silk-expert Pro 5

„Bei unseren Braun IPL Geräten haben wir die Funktionsweise des Gerätes ständig durch Anwendungstest mit Frauen weiterentwickelt. Unser neuestes IPL Gerät, der Silk-expert Pro 5, misst beispielsweise automatisch 80 Mal pro Sekunde den Hautton und wählt immer die optimale Energiemenge für Effizienz und Sicherheit. Diese Technologie ist einzigartig. Dadurch müssen Frauen vor der Behandlung keine Zeit für die Analyse des eigenen Hauttons aufwenden, das erledigt das Gerät ganz automatisch. Besonders weil die Pigmentierung in den verschiedenen Körperbereichen variiert ist dieses Verfahren besonders einfach und sicher. Das Besondere an dem IPL Gerät ist, dass es sehr schnell arbeitet. In Kombination mit dem Gleitmodus wird eine Anwendung ohne Absetzen ermöglicht und die Behandlung geht so ganz schnell. Es macht mich sehr stolz zu sehen, wie wir im Team mit all diesen hochtechnologischen Entwicklungen den Alltag von Frauen positiv beeinflussen können.“

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