Marcin Jozwiak | Unsplash

Ein Jahr #CoronaEltern: Wo bleibt die Solidarität mit Kindern und Eltern?

Im April 2020 forderte unsere Autorin, dass die Lasten der Corona-Krise nicht auf dem Rücken von Eltern ausgetragen werden dürfen. Heute hat sie die Hoffnung verloren. Ein erschöpfter Kommentar.

Vor knapp einem Jahr forderte ich: Kinder großziehen, das sollte eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein. Und so wie wir die Aufgabe, die Risikogruppen zu schützen, gemeinsam lösen, müssen wir auch das Problem der Kinderbetreuung öffentlich und gemeinsam lösen. Es darf nicht ein stilles Privatproblem von Eltern und Kindern bleiben.

Noch sind die Risikogruppen nicht komplett geschützt. Aber es gibt einen Impfstoff und eine Impfreihenfolge, die die Risikogruppen bevorzugt – weil es zum Glück einen gesellschaftlichen Konsens gibt, dass wir sie schnellstmöglich schützen wollen.

Kann die Schulpflicht bis zum Ende der Pandemie ausgesetzt werden?

Auf der Seite der Kinderbetreuung allerdings wird nach einem Jahr Pandemie immer noch einzig und alleine darüber diskutiert, ob Kitas und Schulen nun geschlossen oder geöffnet gehören – egal ob nun zum Wohl der Kinder oder zum Wohl der Gesamtgesellschaft argumentiert wird. Es gibt immer noch keinen Diskurs in der breiten Öffentlichkeit darüber, wie Kinder inzidenzunabhängig betreut und beschult werden können und ein ihrem Alter angemessenes Sozialleben haben. Oder wie wir Eltern unabhängig von der Inzidenz wieder zu einem Mindestmaß an Planbarkeit und ungestörter Arbeitszeit zurückkommen.

Am 13. Mai 2020 fragte ich mich: Was würde denn passieren, wenn wir als Gesellschaft beschließen, dass wir die Schulpflicht bis zum Ende der Pandemie aussetzen und allen Eltern für ihre Kinder im Altern von einem bis 16 Jahren eine wöchentliche Fremdbetreuungszeit von mindestens 20 Stunden zusteht? Etwa in altersgemischten Kleingruppen von fünf Haushalten. Bis dato gibt es noch nicht mal größer angelegte Pilotprojekte dazu.

Tests und Luftfilter: an Schulen Mangelware

Stattdessen versucht man die Bildungseinrichtungen mit möglichst wenig Aufwand, über zusätzliche Hygienemaßnahmen wie Luftfilter oder verpflichtendes Testen zweimal pro Woche sicher zu machen. Das ist bisher nicht gelungen. Es standen zu Beginn der Schulöffnungen an vielen Schulen weder genügend Luftfilter noch ausreichend Tests und fürs Testen ausgebildetes Personal zur Verfügung, und die Lehrkräfte waren auch noch nicht geimpft. Zudem ist das Testen vielerorts freiwillig und nicht alle Eltern geben ihr Einverständnis.

Die Maßnahmen aus dem vergangenen Winter (Lüften, Händewaschen, Masken und Abstand) scheinen gegen die Mutation B.1.1.7 allerdings nicht mehr auszureichen und in den Kindergärten sind Abstand und Masken eh nicht vorgesehen. Es scheint, als habe man die Sicherheit der Kinder um ihrer selbst willen aufgegeben. Denn ohne alternative Konzepte ist die Sicherheit der Kindergärten und Schule direkt abhängig von der Gesamtinzidenz in der Region. Diese Inzidenz steigt und wir schaffen es derzeit nicht, dagegen anzuimpfen.

Warum kein Zero-Covid?

Wenn man also auch nach einem Jahr Pandemie keine verlässlichen Alternativen zu einem „Normalbetrieb” in Angriff nehmen möchte, wieso bedeutet das dann nicht selbstverständlich eine No-Covid- oder Zero-Covid-Strategie, damit die Kinder halbwegs sicher in ihre Einrichtungen gehen können? So wie die Kinder für die Risikogruppen zu Hause geblieben sind, müssten jetzt nicht die älteren Jahrgänge für die Kinder zu Hause bleiben?

Die Kinder und Jugendlichen selbst werden in Deutschland wohl dieses Jahr alle nicht mehr geimpft werden – oder zumindest ist das bisher keine wesentliche Debatte. Sie bräuchten dringend eine Perspektive, denn solange nicht alle Erwachsenen um sie herum geimpft sind, werden sie nicht sicher und dennoch jeden Tag in großen Gruppen zusammen sein und immer wieder in Quarantäne gehen müssen. Während für viele Erwachsene die Pandemie vorbei ist, wird ihr Alltag immer noch von Abstand, Maske und Händewaschen bestimmt sein.

Solidarität mit Risikogruppen ist wichtig

Meine Überlegungen als Mutter zweier Kindergartenkinder waren bisher immer ganz klar: Infektionen vermeiden, Inzidenzen drücken, solidarisch sein mit Risikogruppen, medizinischem Personal und auch den Erzieher*innen meiner Kinder – nicht zuletzt, weil ich mich gerne darauf verlassen können möchte, dass es im Krankenhaus noch Kapazitäten gibt, wenn eine*r von uns einen Haushalts- oder Spielplatzunfall hat (und ja, ich war zweimal wegen Platzwunden in der Notaufnahme und daneben standen die kontaminierten und gesperrten COVID-Tragen).

Ich glaube also sehr an die Sinnhaftigkeit unseres Opfers, die Kinder zu Hause behalten zu haben. Wir haben uns mit niemandem drinnen verabredet, sehr selten draußen und zeitweilig den Kontakt zu den Großeltern unterbunden (die beide noch arbeiten und viel mehr Kontakte haben als mein Mann und ich). Und ich bin immer noch überzeugt, dass das richtig und wichtig war.

Wo bleibt die Solidarität mit Eltern, Kindern und Jugendlichen?

Allerdings ändert sich gerade etwas in meinem Denken. Es zerbröselt an der fehlenden Solidarität mit uns – den Eltern, Kindern und Jugendlichen, die noch lange nicht geimpft werden. Es zerbröselt an zusätzlichen Flugverbindungen nach Mallorca, an Maskenskandalen, an fehlenden flächendeckenden, kostenlosen Testmöglichkeiten, an den Plänen der Uefa, Konzerten in der Philharmonie mit Schnelltests, während sie in den Schulen fehlen, einem Gesundheitsminister, der einen Herrn Scheuer in einer Taskforce einsetzt, an einer freundlichen Familienministerin, die sich im Wahlkampf in Berlin viel Zeit nimmt für Vor-Ort-Termine, in denen sie einen Schalter anschraubt … während das Leid in den Familien steigt und die Perspektive sehr bedrückend ist. Und natürlich an dieser verdammten hausgemachten dritten Welle.

In den vergangenen Wochen haben sich nun einige Annahmen für meine Überlegungen grundlegend geändert:

B.1.1.7 sorgt dafür, dass ganze Familien krank werden

Durch die B.1.1.7-Mutante, die mittlerweile für 72 Prozent der Fälle verantwortlich ist (Stand 17.3.2021), stecken sich inzwischen nicht nur einzelne Familienmitglieder an, sondern oft alle, die Ausbrüche in Kitas und Schulen nehmen zu, die Inzidenz unter den Kindern bis vier Jahre ist in Berlin so hoch wie noch nie – bei 93 (Stand 18.3.2021) und die Berliner Kitas sind erst seit zwei Wochen im eingeschränkten Normalbetrieb. Bei den Grundschüler*innen sieht es nicht so viel anders aus.

Die Folge davon ist, dass sich die Eltern und Geschwisterkinder meist mitinfizieren. Die Geschwisterkinder tragen die Infektion dann asymptomatisch wieder in ihre Klassen und Gruppen und befeuern so das Infektionsgeschehen in den Einrichtungen weiter. Wenn die ganze Familie recht zeitgleich krank ist und keiner mehr wirklich im Stande ist, die notwendige Care-Arbeit zu leisten, kann man die quarantänisierten Kinder aber auch nicht abgeben. Die Angst davor ist insbesondere bei Alleinerziehenden von kleinen Kindern und Eltern von behinderten Kindern besonders groß – und auch dafür gibt es bisher politisch kein Problembewusstsein. Ein bis zwei Wochen später folgen dann die Krankenhauseinweisungen von einem kleinen Teil der über die Kinder infizierten Eltern. Auch wenn sie selten sterben – sie liegen im Krankenhaus und können sich nicht um ihre Kinder kümmern. Was passiert dann mit diesen Kindern?

Zero-Covid rückt in weite Ferne

Gleichzeitig wird in einer Situation, in der wir im Winter die Einschränkungen hochgefahren haben, nun über Lockerungen diskutiert und die Notbremse („Lockdown” nach drei Tagen Inzidenz über 100) wurde bisher eher übergangen als angezogen. Die Kultusministerkonferenz erklärte noch am 18. März, die Schulen seien so lange wie möglich offen zu halten und die Entscheidung über Schulschließungen nicht alleine von der Inzidenz abhängig zu machen. Die Infektionszahlen nehmen entsprechend zügig zu, aber Zero-Covid scheint immer weniger eine ernsthafte Option.

Im September ist Bundestagswahl und bis dahin werden die Boomer als größte Wähler*innenkohorte vermutlich geimpft sein, der Großteil der Eltern und alle Kinder und Jugendlichen jedoch noch nicht. Meine Hoffnung, dass die Bedürfnisse von Eltern und Kindern im Jahr 2021 ernster genommen werden als 2020, ist also verschwindend gering.

Auch Kinder laufen Gefahr, Folgeerkrankungen zu bekommen

Es wird vermutlich das eintreten, wovor Christian Drosten schon lange gewarnt hat: Die Eltern von Kita-Kindern und Schulkindern werden gegen Herbst diejenigen sein, die die Covid-Stationen füllen und die Kinder, die in ihre Gruppen und Klassen gehen, werden sich einfach anstecken. Mit der Verbreitung der Mutation B1.1.7. und der Entscheidung gegen Zero-Covid ist in der aktuellen Lage eigentlich die Entscheidung für die Durchseuchung der Kinder gefallen. Und diese Erkenntnis ist bitter. Denn es zeigt sich, dass auch Kinder gefährliche Folgeerkrankungen bekommen können. In Großbritannien wurde eins von 5.000 Kindern, die an COVID19 erkrankten, später mit dem Multisystemischen inflammatorischen Syndrom ins Krankenhaus eingeliefert.

Ich kann meine Kinder also nur schützen, wenn ich sie so lange zu Hause lasse, bis sie geimpft werden können, sonst werden sie sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im kommenden Jahr infizieren. Sie haben viele Monate lang auf so viel verzichtet, um das Leben der älteren Generationen zu schützen und jetzt werden sie von der Regierung, die Politik für die älteren Genrationen macht, im Gegenzug nicht geschützt. Und über die Durchseuchung der Kinder sind die Eltern mit dran. Diejenigen, die im vergangenen Jahr entweder systemrelevant gearbeitet haben oder mit ihren Betreuungsverträgen Weihnachtsdeko basteln konnten und/oder ihre Kinder beschulen mussten.

Fünf Monate Vollzeit Kinderbetreuung in einem Jahr

Ich habe es mal für meine Familie ausgerechnet: Mein Mann, meine Eltern und ich haben zwischen dem 15. März 2020 und dem 15. März 2021 814 Betreuungsstunden für unsere Kinder geleistet, die sie normalerweise im Kindergarten gewesen wären. Das entspricht etwa 21 Wochen Vollzeitstelle. Wir haben also in den vergangenen zwölf Monaten zusätzlich ein Stundenvolumen von über fünf Monaten Vollzeitarbeit erbringen müssen. Und da unser Tag immer noch nur 24 Stunden hat, habe ich meine selbständige Tätigkeit über weite Strecken fast auf Null runtergefahren. Andere Eltern waren noch stärker betroffen, manche weniger. Am Ende hat es aber dazu geführt, dass viele Eltern und insbesondere Mütter ihre Erwerbsarbeitszeit zugunsten von Kinderbetreuungszeiten reduzieren mussten – und Freizeit wurde ganz gestrichen.

Wenn wir ehrlich sind, wurden also auch wir Eltern nach dieser Mammutleistung zum Wohle aller indirekt über unsere Kinder ebenfalls zur Durchseuchung freigegeben. Die meisten von uns werden nicht daran sterben (nur 0,06 Prozent der 35-44-Jährigen), aber zehn bis 20 Prozent von uns Erwachsenen werden noch über Monate, vielleicht sogar für den Rest unseres Lebens, mit Long Covid zu tun haben.

Freund*innenschaften zerbrechen

Wer sich selbst eigenverantwortlich schützen will, müsste seine Kinder bis zur Impfung, also nochmal mindestens sechs Monate, zu Hause behalten, weil die Einrichtungen bei höheren Inzidenzen derzeit keine sicheren Orte sind. Und nicht alle haben diese Entscheidungsmöglichkeit. In manchen Bundesländern wurde die Schulpflicht nicht ausgesetzt. Da wo sie ausgesetzt wurde, wird der Distanzunterricht nicht weitergeführt, sobald ein Großteil der Schüler*innen wieder im Präsenzunterricht ist. Und man muss es sich finanziell leisten können. Denn sobald die Kitas und Schulen offiziell nicht geschlossen sind, greifen die kargen finanziellen Unterstützungsinstrumente für Eltern nicht mehr und die Erwartungshaltung von Arbeitgeber*innen passt sich an.

Im sozialen Miteinander der Kinder und Jugendlichen ändert sich auch einiges. Wenn nicht alle Kinder zu Hause sind, entstehen neue Gruppierungen zwischen denen, die sich täglich sehen, und jenen, die weiterhin zu Hause sind. Freund*innenschaften zerbrechen und die Kinder, die weiterhin zu Hause sind, verlieren den Anschluss auch im Sozialen.

Besser Lockdown, als Quarantäne

Zudem weiß man inzwischen, dass ein strukturierter und zeitlich absehbarer Lockdown die Kinder deutlich weniger belastet als eine Quarantäne. Und wenn wir gesamtgesellschaftlich keinen Lockdown mehr machen, weil die Risikogruppen geimpft sind, wird die Zahl der Kinder, die jede Woche in Quarantäne geschickt werden, deutlich steigen – und damit die psychische Belastung für die Familien. Es wird dann Sommer sein. Badewetter. Wasserspielplatzwetter. Picknickwetter. Eisessenwetter. Aber Quarantäne ist nicht Lockdown. Wer in Quarantäne ist, darf 14 Tage die Wohnung nicht verlassen. Und nach zehn Tagen frei testen, ist seit der Mutante auch nicht mehr vorgesehen. Die Kinder werden also am offenen Fenster sitzen und den anderen beim Eisessen zuschauen müssen.

Wenn man das eigene Kind eigenverantwortlich schützen will, muss man es so lange zu Hause behalten, bis es ausreichend Impfstoff für Kinder gibt, damit alle Kinder geimpft werden können. Gleichzeitig steigen die Inzidenzen der Kinder, die nicht zu Hause bleiben, und damit werden Orte wie Spielplätze und Innenhöfe, wo sich die Kinder mischen, insbesondere durch die erhöhte Infektiösität von B1.1.7.,  zu gefährlicheren Orten, als sie es im letzten Sommer waren.

Die Gesundheit der Familien steht auf dem Spiel

Die Wahrscheinlichkeit, es als Familie zu schaffen, bis zur Impfung nicht zu erkranken, sinkt also immens, und die Einschränkungen, die man machen muss, um sich dennoch zu schützen, werden immer größer, absolut aber insbesondere im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Wir zocken mit unserer Gesundheit und der Gesundheit unserer Kinder und unser Blatt verschlechtert sich zusehends. Wer sich schützen will, pokert hoch. Alle anderen haben eh schon verloren – aber können zumindest Eisessen gehen.

Die Bildungs-, Generationen- und Geschlechterungerechtigkeit wird auch 2021 immer größer.

Kinder in die Politik?

Manchmal überlege ich mir: Wenn die Kinder in dieser Wahl auch eine Stimme hätten, welche Lösungen würde es inzwischen geben? Würden Schulkinder in Theatersälen Chemieunterricht haben? Gäbe es stabile Lerngruppen mit jeweils einer pädagogischen Fachkraft und betreutes Fernlernen? Würden Kindergartenkleingruppen in den Räumen der Musikschule spielen? Würden Projektwochen zu Teilhabe, mentaler Gesundheit und Demokratie stattfinden? Gäbe es Angebote in Theatern, Tanzschulen, Museen, Hotel- und Restaurantküchen für diese stabilen Kleingruppen? Und nicht zuletzt eine Priorisierung von Eltern gegenüber Nicht-Eltern innerhalb ihrer Alterskohorte? Natürlich mit Vorrang für Alleinerziehende.

Ich weiß es nicht. Aber ich habe die Vorstellung, dass wir es schaffen, gesund durch 2021 zu kommen, aufgegeben. Meine Horrorvorstellung wäre, sich noch über ein halbes Jahr zu isolieren, um dann eine Woche vor der Impfung doch noch zu erkranken.

Meine Kinder sind jetzt vier. Ihre altersgemäße Lernaufgabe ist es gerade, Freund*innenschaften zu schließen und zu halten, ihre Empathiefähigkeit zu schulen, sich in Gruppen zu behaupten, mit anderen Kindern zu verhandeln und Erlebtes im Fantasiespiel zu verarbeiten. Das sind Meilensteine kindlicher Entwicklung, die ich ihnen gerade nicht auf sichere Art und Weise ermöglichen kann. Wir werden also die Kinder nicht zu Hause behalten, wenn wir sie auch in die Kita geben können. Ende des Jahres werden wir wahrscheinlich alle Covid19 gehabt haben und uns fragen, ob wir ohne Langzeitschäden davonkommen.

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Lea Gscheidel ist Bestatterin und Mutter von 3-jährigen Zwillingen. Sie hat einen Master of General Management und 15 Jahre im Kulturbereich gearbeitet, bevor sie dem Theater den Rücken kehrte, weil sie die patriarchalen Machtstrukturen nicht mehr ertrug.
Sie schreibt über Selbstbestimmung rund um Sterben, Bestattung und Trauer und manchmal über ihre Erfahrungen mit gleichberechtigter Elternschaft.

  1. Ja, ich teile genau diese Erfahrungen.
    Unser 3-jähriger ist derzeit in Quarantäne. Einem so jungen Menschen kaum vermittelbar und unterbewusst der erste Kontakt mit „Grenzen“.
    Das tut uns als Eltern im Herzen weh und sorgt für Kopfzerbrechen.

    Die Eltern um uns herum mit älteren Kindern sagen ganz klar, lieber weiter Home-Schooling und ein Stück mehr Freiheit, als (regelmäßig) in Quarantäne zu müssen.

    Ich bin überzeugt, dass wir und die verantwortlichen Personen lösungsorientiert handeln müssen, mit einem wesentlichen Augenmerk auf Familien und Kinder.

    LG, Richard von der papammunity.de

  2. Herzlichen Dank für diesen Artikel, der so vieles von dem widerspiegelt, was ich ebenfalls denke. Kinder haben keine Lobby und das neben der Pandemie in so vielen Bereichen.
    Diese einseitige Solidarität schockiert mich immer mehr. Wir haben auch gern für den älteren Teil der Bevölkerung uns zurück genommen, vieles gestemmt und dennoch versucht unserem Kind die Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten und dazu zu fördern (wie es in der Kita üblich gewesen wäre). Die Schulkinder hatten gefühlt ein noch größeres Paket zu tragen. Ein Jahr lang war das für Kinder und Eltern harte Arbeit und doch wird es nicht ansatzweise anerkannt oder sich darüber Gedanken gemacht, wie die Situation sich ändern/bessern kann.
    Das Bildungssystem, das Gesundheitswesen, das Digitale und auch die Umweltthemen sind in den letzten Jahren (wenn nicht sogar Jahrzehnten) zumindest meiner Meinung nach schändlich vernachlässigt worden (trotzdem sich PolitikerInnen damit gebrüstet haben).
    Die Quittung haben wir nun bzw. wird uns noch ereilen.

  3. Endlich einmal werden diese Probleme von Eltern und Kindern treffend thematisiert. Die Familien sind am Ende ihrer Kräfte.
    Unerträglich: Freund*innenschaften. Mehr Sprachverhunzung geht ja fast nicht mehr (ich bin weiblich).

  4. Wow. Vielen Dank für diesen Artikel. Sie beschreiben genau das, was ich seit mehreren Monaten denke und nicht in der Lage war kohärent und strukturiert in Worte zu fassen. Viele der Ängste die Sie beschreiben teile ich. Ich hinterlasse diesen Kommentar um Sie wissen zu lassen, dass Sie mir mit diesem Artikel geholfen haben.

  5. Wie wahr mit 2 schwerbehinderten Kindern bekommt man auf den Kopf zugesagt, dass man nur für Harz 4 tauge – mit welchem Recht darf das die Arbeitsagentur. Statt Betreuungszeiten zu bezahlen werden Eltern vor allem alleinerziehende Mütter tot getreten.

  6. Super geschrieben und zusammengefasst. Ich bin indes an einigen Stellen etwas optimistischer. Nicht wenige Eltern werden schon früher geimpft, weil sie zu Priogruppen gehören. Wenn es ein Elternteil ist (wie bei uns) ist das immerhin schon mal besser als nichts und verhindert ziemlich sicher, dass sich wegen Krankheit niemand um die Kinder kümmern kann. Ich glaube auch, dass die Impfungen rascher voranschreiten werden. Wenn die prognostizierten 90 Mio Dosen bis Ende Q2 geliefert werden, könnten dann bis Ende Juli nahezu alle Impfwilligen Erwachsenen (das sind ja nur ca. 50 Mio.) wirklich durchgeimpft sein. Was die Gesundheit der Kinder selbst betrifft, ist es aber in der Tat genauso, wie Sie schreiben.

  7. Kinder und Jugendliche können unsere Politiker nicht wählen. Ohne potenzielle Wählerstimmen machen die Politiker aber nichts.

  8. Super geschrieben, bitte, bitte weiter laut werden und teilen!!! Ichvhabe den sächsischen Bildungsminister mit ungefähr den gleichen Gedanken angeschrieben, den Bürgermeister unserer Stadt ebenfalls! Ich hoffe so sehr, dass es selbstverständlich wird, dass nur noch getestete Kinder miteinander betreut werden!!!!

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