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Sind Frauen (wirklich) die besseren Unternehmer?

Das Gerücht hält sich hartnäckig. Frauen sind eigentlich die besseren Chefs. Ihre Unternehmen sind profitabler, nachhaltiger, die Mitarbeiter zufriedener.

Die Hormone

Wie so oft gibt es auch beim Thema Unternehmensgründung den leidigen Vergleich zwischen Männern und Frauen. Ja, Frauen sind anders als Männer. Sie wurden anders geprägt, anders erzogen, anders sozialisiert. Aber gründen sie deshalb besser?

Das unterschiedliche Denken und Verhalten von Männern und Frauen hat natürlich nicht nur mit dem Geschlecht zu tun, sondern auch mit soziokulturellen Aspekten. Aber Jungen entwickeln nun mal viel mehr Testosteron als Mädchen, ob sie nun wollen oder nicht. Dieses Hormon macht sie nicht nur äußerlich zu Männern und körperlich kräftiger als Frauen, sondern auch risikofreudiger und kampfeslustiger. Frauen hingegen sind dank Östrogen von Natur aus anpassungsfähiger, weniger aggressiv, halten sich eher an Regeln und neigen nicht zu so extremem Verhalten und obsessiver Fixierung, wenn sie ein Ziel verfolgen. Doch wollen natürlich auch Frauen ihre Ziele erreichen. Nur gehen sie dabei anders vor. Verhielten sie sich wie Männer, würde das einfach nur lächerlich wirken.

Eine Frau muss bei allem, was sie tut noch ihre Weiblichkeit behalten und diese nicht morgens an der Bürogarderobe abgeben. Aber Frauen müssen sich, wollen sie sich gegenüber Männern behaupten, damit beschäftigen, was karrierewillige Männer von karrierewilligen Frauen unterscheidet. Frauen sollten dabei keineswegs probieren, die gleichen Spiele wie die Männer zu spielen, sondern ihre eigenen Regeln aufstellen. Dazu zählen auch das bessere Kommunikationstalent, soziale Kompetenz und der Einsatz der weiblichen Softskills. Aber eben nicht nur.

Frauen gründen seltener

Nur 13 Prozent der Startups werden von Frauen gegründet. Und sechs von zehn Gründerinnen sind davon überzeugt, dass es Männer bei Gründungen leichter haben. Dabei haben Frauen doch gar keinen Grund, sich vor der männlichen Konkurrenz zu verstecken. Von Frauen gegründete Unternehmen haben genauso hohe Chancen auf Erfolg wie Firmen von männlichen Gründern und erhalten in der männerdominierten Branche automatisch mehr Aufmerksamkeit. Dennoch haben Frauen vielmehr Angst vorm Scheitern.

Sie möchten ihre Karriere mit dem Privat- und Familienleben in Einklang bringen können. Schließlich sind sie es, an denen in den meisten Fällen das Thema Kinderbetreuung hängt. Deshalb ist für viele Frauen aber auch die Flexibilität der Selbstständigkeit, ein grundlegendes Motiv für die Firmengründung. Frauen suchen aber meist nicht im Vorfeld gezielt nach einem lukrativem Markt oder einer Marktlücke, sondern gründen eher aus ihren eigenen Bedürfnissen heraus. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass Gründungen von Frauen eher im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen und im E-Commerce angesiedelt sind. Weil sich Frauen nicht freiwillig mit einem Thema beschäftigen, dass ihnen völlig fremd ist und für das sie keine Leidenschaft haben, nur weil die Zahlen dafür sprechen. Männer hingegen können sich ohne Probleme in einen Windelversand stürzen, auch wenn sie vielleicht bis dato noch nie eine Windel gewechselt haben und selbst noch wie Milchbubis aussehen.

Aber Männer machen es einfach, ohne zu sehr auf die möglichen Risiken zu schauen. Bei Frauen dauert es dann oft von der Idee bis zur endgültigen Gründung länger als bei Männern. Dafür sind diese Geschäftsmodelle aber oft auch nachhaltiger.

Unternehmertum wird als Männerdomäne verstanden

Bisher fehlte es den Frauen schlichtweg an weiblichen Vorbildern. Zudem unterstützen sich Frauen noch zu wenig, auch wenn es inzwischen immer mehr Mentorenprogramme von Gründerinnen für Gründerinnen und Netzwerke für Frauen gibt. Frauen sollten sich dennoch keinesfalls nur untereinander vernetzen und Rat holen, sondern sich geschlechtsübergreifend ein nützliches Business-Netzwerk mit Männlein und Weiblein aufbauen.

Vor allem ein männlicher erfahrener Mentor, der die Frauen nicht als Konkurrenz sieht sondern sie unter seine väterlichen Fittiche nimmt, kann sich als sehr hilfreich bei der Karriere erweisen. Von ihm können Frauen lernen, Dinge auch mal aus der männlichen Sicht zu sehen und vor allem anzugehen. Bestes Beispiel dafür: Angela Merkel und Helmut Kohl. Ohne Kohl hätte Merkel niemals eine solche Politikkarriere hingelegt und es innerhalb von 15 Jahren vom einfachen schüchternen Parteimitglied zur entschlossenen Kanzlerin gebracht.

Unabhängig von Förderern und Mentoren muss jedoch grundsätzlich bereits von Kindesbeinen an Mädchen wie auch Jungen mehr Mut zum Unternehmertum gemacht und die Rahmenbedingungen für Gründungen in Deutschland erleichtert werden. Dann werden aus den erfolgreichen Gründerinnen von heute die Vorbilder von morgen und statt Model und Schauspielerin möchten Mädchen zukünftig lieber Unternehmerinnen werden. Und die Moral von der Geschicht’? Langfristig auf dem Markt als Gründer oder Gründerin mit seinem Unternehmen erfolgreich zu sein, ist keine Frage des Geschlechts. Hier spielen viel mehr Faktoren, wie Marktumfeld, Team und letztendlich die Idee, eine entscheidende Rolle.

Doch Fakt ist auch: Das ökonomische Potential der Frauen ist ungemein groß und muss genutzt werden. Nur dann werden Frauen die Unternehmenslandschaft in Zukunft prägen und die Arbeitswelt verändern. Wichtig ist aber erst einmal, dass Frauen sich überhaupt trauen, eigene Firmen zu gründen und nicht ständig darüber jammern, dass die Männer sie nicht mitspielen lassen oder sie benachteiligt werden. Ich bin mir aber sicher: Mit der richtigen Mischung aus den verschiedenen Soft Skills und dem Mut und Willenskraft der männlichen Kollegen, werden Frauen den Männern langfristig zeigen, wie man es besser macht.

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