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Kapernäpfel, Yoga und nackt sein: Wie wir gut zu unseren Körpern sind

Auf die Signale zu achten, die unser Körper uns im Laufe unseres Lebens sendet, kann ganz schön schwer sein. Im Interview sprechen vier Menschen darüber, wie sie in stressigen Zeiten mit ihrem Körper umgehen und geben Tipps für alle, die nachsichtiger mit sich sein möchten.

Was können wir tun, um gut zu unserem Körper zu sein, während die Gesellschaft uns meistens vermittelt: „Nö, eigentlich gibt’s da Wichtigeres: Du könntest die Mittagspause verschieben und noch eben diese eine Sache am Laptop fertig machen“ ? Eine schwierige Frage, auf die es keine universelle Antwort gibt. Denn unsere Bedürfnisse und unsere Körper sind ganz schön unterschiedlich.

Die Netzaktivistin Luisa L‘Audace, die Yogalehrerin Sophie Schwarz, die Podcasterin Phenix Kühnert und die Erzieherin und intersektionale Feministin Yassamin-Sophia Boussaoud erzählen uns von ihren Strategien.

Zum ersten Teil des Artikels kommst du hier.

Luisa L’Audace

Luisa ist angehende Logopädin und Aktivistin. Auf ihrem Instagram-Profil informiert sie über Barrierefreiheit, Teilhabe, Inklusion und Ableismus – also die Diskriminierung behinderter Menschen. Sie selbst lebt mit einem seltenen Gendefekt und möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es zahlreiche Menschen gibt, die gleichzeitig jung, behindert und chronisch krank sind.

Foto: privat

Wie ist dein Verhältnis zu deinem Körper?

„Ich lebe mit einer angeborenen neuromuskulären Erkrankung, durch die ich schwerbehindert bin. Seitdem ich denken kann, haben mir verschiedene Menschen immer wieder zu verstehen gegeben, dass ich mit meinem Körper gar nicht zufrieden sein darf. Die ableistische Annahme, dass Behinderung nur als Makel angesehen werden kann, ist auch heute noch in vielen Köpfen verankert. Unter diesen Voraussetzungen war es nie sonderlich einfach für mich, ein positives Bild von meinem eigenen Körper zu haben.

Dennoch würde ich heute sagen, dass mir das meistens gelingt. Denn auch wenn mein Körper oft nicht so belastbar ist, wie ich mir das wünschen würde, weiß ich gleichzeitig, warum es so ist – und dafür macht er das schon ganz gut. Nach jeder großen Operation hat sich mein Körper bisher wieder aufgerappelt. Ich kann ihm vertrauen. Wir sind ein gutes Team.“

Wie sind deine Strategien, um auch in stressigen Zeiten auf die Signale zu achten, die dein Körper dir sendet?

„Ganz einfach: Ich habe keine andere Wahl. Wenn ich nicht auf diese Signale achte, ist der Ofen aus und damit büße ich deutlich mehr ein, als wenn ich direkt auf meinen Körper gehört hätte. Es ist ein Geben und Nehmen und ich weiß, wenn ich in einer stressigen Phase mehr Leistung von ihm erwarte, muss ich noch mehr darauf achten, dass ich genug schlafe, gesund und regelmäßig esse etc. Nachlässigkeit kann ich mir diesbezüglich einfach nicht leisten.“

Was bedeutet es für dich, gut zu deinem Körper zu sein?

„Ein Wort: Nachsicht. Gerade, wenn man mit weniger Energiereserven auskommen muss, ist es schwer, in so einer leistungsfixierten Gesellschaft zu leben. Ich habe es mir früher sehr übel genommen, wenn ich nicht geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe. Ich bin dann oft über meine Energiereserven hinausgeschossen, habe meinen Körper überfordert und einfach schlecht gehaushaltet. Letzten Endes musste ich mich danach nur noch mehr ausruhen und aussetzen. Noch immer fällt es mir mal leichter und mal schwerer, nachsichtig zu sein, aber ich mache Fortschritte.“

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Hast du einen Tipp für Personen, die nachsichtiger mit sich und ihrem Körper sein möchten?

„Nachsicht zu haben, brauchte bei mir viel Übung. In einer Gesellschaft zu leben, in der sich Menschen nicht mal krankmelden und das Argument ,Man kann alles schaffen, wenn man nur will‘ oft Trumpf ist, macht es nicht gerade einfacher. 

Mir hilft es immer sehr, mir vor Augen zu führen, was mein Körper alles leistet und auch, warum er Ruhe brauchen könnte. Am wichtigsten ist es aber, die eigene Leistung nicht zu sehr mit der von Mitmenschen zu vergleichen. Man erwischt sich dabei zwangsläufig, aber es ist wichtig, sich währenddessen im Klaren darüber zu sein, dass jede*r unter anderen Voraussetzungen handelt und dass Leistung niemals den Wert eines Menschen bestimmen sollte.“

Sophie Schwarz

Sophie ist Yogalehrerin und hat im November 2020 damit begonnen, unter dem Namen „Sophie’s Safe Space“ online Yoga-Kurse zu geben. Die Idee: einen sicheren Raum für fette Menschen schaffen, die Yoga machen möchten. Aktuell plant sie gemeinsam mit Charlotte Kuhrt und Verena Klindert „The Changing Room“ – einen Online-Selbstliebe-Retreat, der vom 14. bis zum 16. Mai dieses Jahr stattfinden soll. Außerdem wird Sophie am 12. März, um 18 Uhr live auf unserem Instagram-Account digital mit euch Yoga machen – tragt euch den Termin ein und freut auf einen entspannenden Start in den Abend!

Foto: Angela Sisto

Wie ist dein Verhältnis zu deinem Körper?

„Inzwischen wirklich gut. Ich versuche mir jeden Tag bewusst zu machen, was für ein Geschenk mein Körper mit all seinen Funktionen für mich ist: Sprechen, Schmecken, Riechen, Atmen, Gehen, Hören, und so weiter. Ohne ihn könnte ich keine Erfahrungen machen, wie zum Beispiel einen Sonnenuntergang sehen, leckere Nudeln essen, frisch gemähtes Gras riechen, andere Menschen umarmen, Gespräche führen und so viel mehr. Da ist es (inzwischen!) logisch für mich, ihn wie einen Schatz zu behandeln und Dankbarkeit zu praktizieren. 

Ich verstehe aber auch, wenn das Menschen (noch) nicht können. Unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft, das System in dem wir leben, sind nicht daran interessiert, dass wir zufrieden mit uns sind.“

Wie sind deine Strategien, um auch in stressigen Zeiten auf die Signale zu achten, die dein Körper dir sendet?

„Ich versuche mir Momente (meistens morgens) am Tag einzuräumen, in denen ich einfach nur bin, in denen auch mein Körper einfach nur sein darf. Oft schließe ich meine Augen und spüre in mich hinein. Es hat ein paar Jahre gedauert um das ,Hinein-Spüren‘ zu lernen – und es klappt auch nicht immer. Manchmal frage ich mich auch laut: ,Hey Sophie-Körper, wie geht’s dir heute? Gibt’s eine Stelle oder Bereich auf den ich heute besonders schauen darf?‘ Und dann spüren …“

Was bedeutet es für dich, gut zu deinem Körper zu sein?

„Das ist meine kleine, persönliche Revolution. In unserer Gesellschaft ist es ja anscheinend unmöglich, dass man sich in einem dicken Körper gut (genug) oder attraktiv finden kann. Es wird einem ständig suggeriert, dass man erst ,gut genug‘ ist, wenn man XYZ entspricht. Ich bin da bewusst ausgestiegen und finde mich gut genug, egal wie ich aussehe.“

Hast du einen Tipp für Personen, die nachsichtiger mit sich und ihrem Körper sein möchten?

„Oh ja, die Frage bekomme ich öfter. Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen keinen Zugang zu ihrem Körper haben oder sich nicht schön genug finden und so weiter. Ich möchte mir nicht anmaßen, für jede Geschichte einen allgemeinen Tipp abgeben zu können.

Möglicherweise helfen aber diese Fragen dabei, zu reflektieren:

  • Wie wäre deine Beziehung zu deinem Körper, wenn du auf einer einsamen Insel wärst?
  • Wie würdest du deinen Körper sehen, wenn alle Menschen um dich herum genauso aussehen würden wie du?
  • Was wäre wenn dein Körper ,im Trend‘ liegen würde?
  • Was ermöglicht dir dein Körper?“

Phenix Kühnert

Phenix moderiert den Podcast „Freitagabend“, in dem sie Freund*innen und bekannte Menschen in ihre Küche einlädt und mit ihnen über Themen spricht, die sie bewegen. Dort geht es dann zum Beispiel um Veganismus, Sternzeichen, Fast Fashion und Dating, aber auch mal um Medienkritik, wenn sich Personen im Sat.1-Frühstücksfernsehen mal wieder trans*feindlich geäußert haben.

Foto: privat

Wie ist dein Verhältnis zu deinem Körper?

„Es wird besser. Ich habe lange unrealistische Erwartungen an meinen Körper gehabt: Ganz ohne Sport und ohne wirklich auf die Ernährung zu achten, sollte ich nicht erwarten, dass mein Bauch straffer wird. Auch was meinen mentalen Zustand angeht: Alles ist gut, auch wenn es mir mal nicht gutgeht. Ich kann nicht immer funktionieren. Ich darf ausbrechen.“

Wie sind deine Strategien, um auch in stressigen Zeiten auf die Signale zu achten, die dein Körper dir sendet?

„Ich setze mir bewusst Ruhepausen. Scheint die Sonne, lasse ich die Arbeit mal eine Stunde ruhen und mache einen Spaziergang. Das Business wird schon nicht den Bach runtergehen, weil ich mal nicht erreichbar bin. Nichts ist wichtiger als mein eigenes Wohl – das versuche ich niemals zu vergessen. In stressigen Zeiten funktioniert das für mich am besten, wenn ich es mir in den Kalender schreibe.“

Was bedeutet es für dich, gut zu deinem Körper zu sein?

„In Momenten, in denen es meinem Körper beziehungsweise mir nicht gutgeht, habe ich oft selbst in der Hand, das zu ändern. Und genau das zu tun, bedeutet für mich, gut zu mir zu sein. Mal drehe ich ‚Destiny‘ von Jennifer Rush auf und tanze durch die Wohnung, mal brauche ich ein großes Glas Wasser oder auch einfach einen entspannten Tag auf der Couch mit Chips und Kapernäpfeln; ich liebe Kapernäpfel.“ 

Hast du einen Tipp für Personen, die nachsichtiger mit sich und ihrem Körper sein möchten?

„Mach‘ es einfach. Kein Meeting, keine Schmutzwäsche, kein Call, keine Deadline ist wichtiger als der eigene Körper und die Gesundheit. Ja, es gibt Ausnahmen von dieser Regel, aber die sind wirklich selten. Und: Probier’ das mit durch die Wohnung tanzen. Das hilft gegen alles. Außer vielleicht bei Knieschmerzen; dann lieber eine*n Ärzt*in kontaktieren.“ 

Yassamin-Sophia Boussaoud

Yassamin-Sophia, die sich selbst Mina nennt, ist Erzieherin, Mutter und spricht auch im Buch „Bis eine* weint“ über die Vereinbarkeit von Studium, Mutterschaft und Arbeit. Sie schreibt – unter anderem auf Instagram – über intersektionalen Feminismus, das Patriarchat, Rassismus und Fettfeindlichkeit. 

Foto: privat

Wie ist dein Verhältnis zu deinem Körper?

„Ich würde mein Verhältnis zu meinem Körper als ,ambivalent‘ bezeichnen. Ich lerne gerade, ihn zu lieben. Aber mein Körper ist ein Körper, der in dieser Gesellschaft, so wie wir sozialisiert wurden, als nicht liebenswert, nicht achtenswert gilt. Und das ist etwas, wogegen ich jeden Tag aufs Neue ankämpfe. Ich bin eine hochgewichtige, Braune Frau in einer rassistischen, fettfeindlichen Gesellschaft. Manchmal fühlt sich meine Existenz allein wie ein Akt der Revolution an.

Vor einigen Wochen erst habe ich meinem Körper ein paar Zeilen gewidmet, die ihr auf meinem Instagram-Profil lesen könnt.“

Wie sind deine Strategien, um auch in stressigen Zeiten auf die Signale zu achten, die dein Körper dir sendet?

„Seit ich mit 17 zum ersten Mal Mutter wurde, habe ich ohne Pause funktioniert, habe mehrere Schulabschlüsse gemacht, eine Ausbildung und Weiterbildung abgeschlossen, hatte mit zwei Kindern Vollzeitjobs, habe als Alleinerziehende das Abitur nachgeholt und ein Studium begonnen.

Ich habe gelernt, die Signale meines Körpers über Jahre hinweg zu ignorieren. Selbstfürsorge habe ich nur dann betrieben, wenn sie notwendig war, um wieder leistungsfähig zu werden. Ich bin gerade dabei, das zu verlernen. Und ich merke, dass es dabei überwiegend darum geht, meine Sozialisierung zu verlernen. Meinen Wert nicht mehr durch Produktivität zu definieren und davon abhängig zu machen.

Ich versuche vor allem, hektische Zeiten zu vermeiden. Indem ich mir gestatte, keine perfekt aufgeräumte Wohnung zu haben; indem meine Wäsche einfach liegen bleibt; indem ich mir jeden Tag bewusst Zeit nehme für Dinge, die mir wichtig sind. Musik, Literatur, ein Gespräch mit einer Freundin, ein Spaziergang. Ich mache jeden Tag etwas für mich. Manchmal dauert das nur zehn Minuten und hilft dennoch.

Außerdem habe ich gelernt, an den richtigen Stellen ,ja‘ und ,nein‘ zu sagen. Ich mache keine Überstunden mehr, setze Grenzen im Job und kommuniziere diese regelmäßig. Ich praktiziere, wenn man es denn so nennen möchte, mentalen Minimalismus. Nicht im Sinne toxischer Positivität. Für mich muss nicht alles schön und angenehm sein. Alle Gefühle sind valide und dürfen sein. Aber im Alltag konzentriere ich mich auf die Dinge, die ich verändern oder lösen kann. Ich halte mich an Ritualen fest und komme so durch den Tag.

Als alleinerziehende, berufstätige Frau (und bis vor kurzem zusätzlich Studentin) bleibt mir nicht wirklich etwas anderes übrig, als meinen Alltag so zu gestalten. Denn gestresst bin ich immer – auch unbewusst. Schon allein durch das hohe Maß an Verantwortung und die gesellschaftliche Diskriminierung. Meine Bewältigungsstrategie ist weniger, das Chaos in meinem Leben beherrschen zu wollen, sondern es zu umarmen. Und das ist häufig nicht so schön, wie es klingt.“

Was bedeutet es für dich, gut zu deinem Körper zu sein?

„Um achtsam mit meinem Körper und seinen Signalen sein zu können, muss ich achtsam mit meiner Seele sein. In einem Braunen, hochgewichtigen, nicht normschönen Körper zu existieren und nicht permanent damit beschäftigt zu sein, diesen Körper abzuwerten oder verändern zu wollen, ist ein Akt der Selbstliebe und der Revolution zugleich. Denn ich lebe in einem System, das mir jeden einzelnen Tag auf die unterschiedlichsten Arten suggeriert: ,Du bist nicht gut, so wie du bist.‘

Gut zu meinem Körper zu sein bedeutet also, mich immer wieder mit struktureller Diskriminierung auseinanderzusetzen. Die Hintergründe von Rassismus und Fettfeindlichkeit und vor allem den Schnittpunkt dieser Diskriminierungsformen verstehen zu lernen. Ich würde mich noch nicht als ,body positive‘ bezeichnen, aber ich bin auf einem guten Weg. Ich habe meine Sehgewohnheiten verändert und Schönheit für mich nach und nach neu und anders definiert. Vor allem mit der Hilfe vieler großartiger Brauner und Schwarzer Menschen, die auf Instagram ,body positive‘-Inhalte posten. Aus diesem Grund zeige ich meinen Körper auf Instagram immer wieder und schreibe über meinen Struggle. Weil ich sehe, wie sehr es mir hilft, mich mit anderen von Rassismus und Fettfeindlichkeit betroffenen Menschen auszutauschen. Das ist kraftvoll und heilsam.

Ich habe eine ganze Menge internalisierte Fettfeindlichkeit aufzuarbeiten und befinde mich mitten im Heilungsprozess. Ich lerne zu essen, wenn ich Hunger habe. Mich nicht mehr mit Essen beziehungsweise Verzicht zu bestrafen. Ich lerne, dass ich ein Recht darauf habe, in und mit meinem Körper glücklich zu sein. Dass ich Sport nicht nur zum Abnehmen mache, sondern weil es mir und meinem Körper guttut. Ich lerne, dass ich ein Recht darauf habe, meinen Körper zu pflegen. Ich nehme mir regelmäßig Zeit, mich einzucremen, die Nägel zu machen, eine Gesichtspflege-Routine durchzuführen. Und nicht, um mich zu optimieren, Dellen und Falten oder mein Fett mit Hyperfemininität auszugleichen, sondern um mir etwas Gutes zu tun. Aus Selbstliebe. Ich darf Ich sein – in all meiner Unvollkommenheit.“

Hast du einen Tipp für Personen, die nachsichtiger mit sich und ihrem Körper sein möchten?

„Ganz konkret haben mir Yoga, Tanzen und viel nackt verbrachte Zeit geholfen. Letzteres vor allem, weil Menschen in einem dicken oder fetten Körper eher lernen, sich immer bedecken und ihr Fett kaschieren zu müssen. Damit hatte ich am Anfang arg zu kämpfen, weil es gegen alles ging, was ich jahrelang gelernt habe. ,Body positive‘-, ,fat friendly‘-Yoga war eines der tollsten Dinge, die ich für mich entdecken konnte. Da kann ich zum Beispiel auf Instagram „@sophies_safespace“ und „@theunderbellyyoga“ von Herzen empfehlen. Beide Accounts bieten auch immer wieder Einheiten ohne verbindlichen finanziellen Ausgleich an.

Und was mir dazu auch einfällt, ist auf jeden Fall, die Sehgewohnheiten ändern. Unsere Gesellschaft bestärkt Selbstzweifel, indem sie den Mythos der weißen Normschönheit aufrechterhält. Doch die allerwenigsten Menschen können sich mit dieser Norm identifizieren. Vielmehr wirkt es so, als wäre sie lediglich ein Schutzmechanismus zur Aufrechterhaltung des weißen, kapitalistischen Patriarchats. Um innerhalb dieses Systems meinen Blick auf (meinen) Körper langfristig zu verändern, um Sehgewohnheiten zu verändern, muss ich bereit sein, aktiv gegen meine Sozialisierung vorzugehen. Ich muss mich darauf einlassen, die Geschichte der Entstehung dieser Norm verstehen zu lernen. Ein kleiner Schritt kann sein, meinen Social-Media-Feed diverser zu gestalten: Content von mehr- und hochgewichtigen Menschen, mehr- und hochgewichtigen Braunen und Schwarzen Menschen, Menschen mit Behinderung zu konsumieren und sichtbarer zu machen. Für mich liegt der Schlüssel zu einem nachsichtigeren, achtsamen Umgang mit unserem Körper im Aufbrechen weißer Normen.“

Warum du deinen Körper brauchst und wie du gut zu ihm sein kannst.

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Lee (Lee/they) ist Politik- und Kommunikationswissenschaftler*in und arbeitet wissenschaftlich wie journalistisch zu politischer Bildung, queerer Sexualaufklärung, sexualisierter Gewalt, sozialen Medien und Queerfeminismus. Ehrenamtlich ist Lee Vorsitzende*r des NotAnObject e.V., der eine Plattform für Betroffene sexualisierter und queerfeindlicher Gewalt bietet.

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