„Die drei Säulen unserer Arbeit lauten: hinsehen – helfen – handeln“ – vier Initiativen, die Rückhalt bieten

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Henkel
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EDITION F studio

Von der Unterstützung nach Erfahrung sexueller Gewalt, über Förderung von MINT-Nachwuchskräften bis hin zum Abbau von Vorurteilen – es gibt zahlreiche Initiativen, die Mädchen und Frauen in ihrem Alltag Rückhalt bieten. Vier davon hat Schwarzkopf nun mit dem Million Chances Award ausgezeichnet. 

Ein Leben ohne Gewalt führen. Menschen an der Seite haben, die uns das Gefühl geben, alles tun und werden zu können, was wir wollen. Zu wissen, dass man gleichberechtigt behandelt und einem auf Augenhöhe begegnet wird. Alles Dinge, die für viele Mädchen und Frauen noch lange nicht selbstverständlich sind und sie davon abhalten, privat oder beruflich den Weg einzuschlagen, den sie aus freien Stücken wählen würden. Beispielsweise ein MINT-Fach zu studieren, zu gründen oder schon nur eine Schule besuchen zu können.

Das, was in solchen Momenten zählt, ist eine Chance. Denn nur aus einer Chance können weitere, noch größere Chancen entstehen. Aus diesem Grund hat Schwarzkopf dieses Jahr zum zweiten Mal den Million Chances Award verliehen und vier Projekte, Initiativen und Vereine ausgezeichnet, die sich in besonderer Art und Weise für Mädchen und Frauen einsetzen und damit genau das tun: für mehr Chancengleichheit sorgen. Insgesamt gab es vier Kategorien zu besetzen: Die Kategorie „Build up“ richtet sich an Initiativen, die Mädchen bis zum Alter von 15 Jahren unterstützen. Bei „Move up“ geht es um Frauen im Alter von 16 bis 21, bei „Start up“ um Frauen ab 21 Jahren. Darüber hinaus wurde ein Publikumspreis vergeben. Wir haben uns die Gewinner-Initiativen genauer angeschaut und den Verantwortlichen ein paar Fragen gestellt.

Build Up: Dunkelziffer e.V.

Wofür setzt sich die gemeinnützige Initiative Dunkelziffer ein?

„Seit 26 Jahren setzt sich Dunkelziffer im Kampf gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen ein und hilft mit Beratung, Prävention, Aufklärung, Fortbildung und im Großraum Hamburg mit Therapie. Unser Verein versteht sich als Einrichtung, die informierend, helfend und vernetzend tätig ist.“

Foto: Million Chances Award

Was hat Sie dazu bewegt, die Initiative ins Leben zu rufen?

Dunkelziffer e.V. wurde 1993 von dem ,Stern‘ Fotoreporter Klaus Meyer-Andersen nach einer Recherche über Kinderpornografie in Deutschland gegründet. Vor 26 Jahren war sexuelle Gewalt ein absolutes Tabu und auch heute noch ist es ein Randthema unserer Gesellschaft. In den vergangenen 26 Jahren haben wir viel erreicht, aber noch lange nicht genug. Die drei Säulen unserer Arbeit lauten: hinsehen – helfen – handeln. Sie tragen dazu bei, dass wir vielen Kindern helfen können, das große Trauma sexueller Gewalt zu verarbeiten. Die Freude und die Dankbarkeit der Kinder sind jeden Tag Ansporn für unser Team, sich für das Wohl der Kinder einzusetzen.“

Was möchten Sie mit Ihrer Initiative erreichen?

„Nicht allen Kindern ist eine unbeschwerte Kindheit vergönnt. Sie werden vernachlässigt, misshandelt und missbraucht – häufig von jenen, die eigentlich für ihr Wohl verantwortlich wären. Die jungen Opfer leiden unter der körperlichen und seelischen Gewalt. Diesen Kindern helfen wir. Unser Ziel ist, ihnen wieder ein stabiles, sicheres Lebensgefühl zu vermitteln und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Wir geben Mädchen und Jungen eine Stimme, klären die Öffentlichkeit auf und sensibilisieren die Gesellschaft.“

Move Up: CyberMentor

Wofür setzt sich die gemeinnützige Initiative CyberMentor ein?

„CyberMentor ist das größte deutschlandweite E-Mentoring-Programm für Mädchen und Frauen im MINT-Bereich, das zahlreiche wissenschaftlich belegte Merkmale erfolgreicher MINT-Mädchenförderung vereinbart. Seit 2005 wurden über unser Programm mehr als 6500 MINT-interessierte Schülerinnen im Alter von 11 bis 18 Jahren für mindestens ein Jahr von einer persönlichen Mentorin ehrenamtlich betreut. Mit Erfolg: 70% unserer Teilnehmerinnen entscheiden sich nach ihrer Teilnahme für ein MINT-Studium oder einen MINT-Beruf.“

Foto: Million Chances Award

Was hat Sie dazu bewegt, die Initiative ins Leben zu rufen?

„Anlass für die Entwicklung des CyberMentor-Programms war der Mangel weiblicher Fachkräfte in MINT-Berufen: Trotz sich angleichender und teilweise sogar besserer Leistungen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich waren und sind Mädchen und Frauen im MINT-Bereich nach wie vor unterrepräsentiert. Ursachen hierfür sind laut Forschung unter anderem individuelle Merkmale wie geringeres Vertrauen in die eigenen MINT-Fähigkeiten, Sozialisationseinflüsse und fehlende MINT-Rollenmodelle.“

„Das wollen wir ändern. Dank unseres Programms werden MINT-interessierten Schülerinnen je eine persönliche Mentorin als weibliches MINT-Rollenmodell zur Seite gestellt. So können die Schülerinnen individuell gefördert und Stereotype gezielt abgebaut werden. Um die Teilnehmerinnen möglichst optimal zu fördern, wird CyberMentor systematisch wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse der Begleitforschung fließen kontinuierlich in die Verbesserung des Programms ein.“

Was möchten Sie mit Ihrer Initiative erreichen?

„Wir möchten mit CyberMentor die Berufs- und Studienorientierung von MINT-interessierten Schülerinnen dauerhaft positiv beeinflussen. In Zukunft möchten wir hierfür noch mehr Umweltbereiche der teilnehmenden Mädchen in die Förderung mit einbeziehen. Denn basierend auf unseren Forschungen entscheiden sich MINT-interessierte Schülerinnen auch tatsächlich für ein entsprechendes Studium, wenn diese Fächer in möglichst vielen Bereichen wie Familie, Freundeskreis wertgeschätzt und als geeignet für Mädchen bewertet werden.“

Start Up: Digitales upskilling für Frauen mit Migrationshintergrund (ReDI School of Digital Integration Gmbh)

Wofür setzt sich die gemeinnützige Initiative ReDi School of Digital Integration ein?

„Die ReDI School of Digital Integration ist ein Ausbildungsprogramm, das unter anderem Frauen mit Migrationshintergrund Programmier- und Technologiekompetenzen vermittelt. Wir sind davon überzeugt, dass Technologie Barrieren überwinden und Menschen zusammenbringen kann, um neue Lösungen für alte Probleme zu entwickeln.“

Foto: Million Chances Award

Was hat Sie dazu bewegt, die Initiative ins Leben zu rufen?

„Die Idee für ReDI ist aus der Erkenntnis entstanden, dass wir auf der einen Seite 1,2 Millionen Geflüchtete in Deutschland haben, unter denen es begabte und lernwillige Talente gibt, auf der anderen Seite haben wir einen Fachkräftemangel in der IT und aktuell 82.000 offene IT-Jobs zu besetzen. Mit ReDI möchten wir genau dort anzusetzen und gemeinsam Lösungen schaffen.“

Was möchten Sie mit Ihrer Initiative erreichen?

„Wir brauchen definitiv mehr Diversität in der IT Branche. 50 Prozent Frauen wäre ein guter Start!“

Public Voting: SWANS Initiative 

Wofür setzt sich die gemeinnützige Initiative SWANS ein?

„Die SWANS Initiative fördert ehrenamtlich engagierte Studentinnen mit Zuwanderungsgeschichte und Women of Color. Bei uns erhalten sie Schulungen zum Berufseinstieg und eine Plattform, um sich auszutauschen und zu vernetzen.“

Foto: Million Chances Award

Was hat Sie dazu bewegt, die Initiative ins Leben zu rufen?

„Unsere Gründerin Martha war Stipendiatin des „Geh Deinen Weg“-Stipendiums der Deutschlandstiftung Integration. Damit werden talentierte Student*innen mit Zuwanderungsgeschichte ideell gefördert. Während ihrer Zeit als Stipendiatin hat sie sich besonders über die männlichen Stipendiaten geärgert, die vor Selbstbewusstsein nur so strotzten und damit die weiblichen Stipendiatinnen, die eigentlich viel mehr auf dem Kasten hatten, einschüchterten. Daher hat sie beschlossen, für explizit diese Gruppe (engagierte Studentinnen mit Zuwanderungsgeschichte und WoC) einen eigenen Raum zu schaffen, wo sie lernen können, ihr Licht nicht aus Bescheidenheit unter den Scheffel zu stellen, auf ihre Erfolge und Talente stolz zu sein und sich gegenseitig zu ermutigen und zu feiern.“

Was möchten Sie mit Ihrer Initiative erreichen?

„Wir streben einen Arbeitsmarkt an, auf dem ein Job an die Person geht, die am qualifiziertesten und kompetentesten ist – auch wenn sie Schwarz ist und ein Kopftuch trägt. Unser Motto lautet: Mehr Fatmas in die Führungsetagen!“

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