Foto: Deutsche Telekom

Mit diesem Virtual-Reality-Spiel kann ab sofort jeder die Demenzforschung unterstützen

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Ein Virtual-Reality-Spiel spielen und dabei die Demenzforschung unterstützen? Klingt nach Zukunft, ist aber schon Realität! Wir haben im Interview mehr über das neue Spiel „Sea Hero Quest VR“ erfahren.

Wie Virtual-Reality neue Wege in der Forschung eröffnet

Die Zahlen der Demenzerkrankungen steigen jährlich, es gibt bisher keine Heilmethoden und Demenz ist für die Betroffenen und deren Angehörige ein schwerer Weg. Die Erforschung der Krankheit könnte heute schon weiter sein, doch ein Problem hierbei ist unter anderem das Sammeln von relevanten Daten, da Studienteilnehmer fehlen. Und genau hier kommt jetzt ein neues Virtual-Reality-Game ins Spiel, das von der Deutschen Telekom in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern entwickelt wurde und mit dessen Hilfe sich nun ganz neue Möglichkeiten auftun, um Daten für die Demenzforschung verfügbar zu machen. Wie genau das funktioniert, haben uns Hans-Christian Schwingen, Markenchef der Deutschen Telekom und Prof. Dr. Stephan A. Brandt, Stellvertretender Direktor für Neurologie im Charité Berlin, im Interview verraten.

Wie kam es dazu, dass nun auch eine Virtual-Reality-Brille für die Demenzforschung genutzt wird?

Hans-Christian Schwingen: „Mit der Entwicklung von ‚Sea Hero Quest VR‘ wollen wir die Demenzforschung weltweit voranzubringen. Die Demenzforschung braucht dringend Daten und Freiwillige. Die gab es aber bisher nicht und deswegen verzögert sich die Entwicklung neuer Präventions- und Behandlungsmethoden. Wir wollten also einen Ansatz entwickeln, mit dem Wissenschaftler schneller und umfassender als je zuvor an relevante Daten kommen und das haben wir geschafft! Jetzt kann jeder den Kampf der Wissenschaft gegen die Demenz unterstützen und spielerisch einen Beitrag zur Forschung leisten. Innovative Technologien sind der Schlüssel zu drängenden Fragen unserer Zeit. Virtual-Reality wird in Zukunft voraussichtlich auch dabei helfen können, Diagnosen zu stellen. Die Plattform selbst zeichnet sich durch geringe Einstiegsbarrieren für ältere Personen und Demenzpatienten aus.“

Welche Daten werden während des Spiels generiert und wie hilft das der Forschung?

Prof. Dr. Stephan A. Brandt: „Es geht um Daten über das Navigationsverhalten und die räumliche Orientierung des jeweiligen Spielers oder der Spielerin. Die Einschränkung der räumlichen Orientierung ist bei vielen Demenzkranken ein frühes und alltagsrelevantes Symptom. Im Verlauf der Erkrankung finden sie sich selbst in vertrauten Umgebungen nicht mehr zurecht. Um neue deutlich bessere Diagnose- und Therapiemethoden im Kampf gegen Demenz zu entwickeln, müssen wir dringend wissen, was noch dem gesunden Leistungsdurchschnitt entspricht, denn das hilft Wissenschaftlern dabei, zwischen normalem und pathologischem Verhalten zu unterscheiden. Die gesammelten Daten ermöglichen es erstmals einen weltweiten Vergleichswert für gesundes räumliches Orientierungsverhalten festzulegen. Das ist dann die Grundlage dafür, Alzheimer, die häufigste Ursache für Demenz, früher zu erkennen. Nur dann können neue Medikamente und Therapien wirkungsvoll angewandt werden.“

Wie funktioniert das Spiel genau?

Hans-Christian Schwingen: „Der Spieler wird zum Kapitän in seinem Boot, navigiert durch verschiedene Meereslandschaften und muss verschiedene Aufgaben lösen. Jede Aufgabe unterstützt die Demenzforschung auf unterschiedliche Weise – dabei geht es immer darum, die räumliche Orientierungsfähigkeit jedes einzelnen Spielers zu messen. Jede Bewegung wird dabei aufgezeichnet.“

Und wie kommt es bisher an?

Hans-Christian Schwingen: „Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Seit dem Launch vor drei Wochen wurde es von fast 50.000 Spielern heruntergeladen und durchschnittlich 6,5 Minuten gespielt. Das ist ein großer Erfolg und zeigt die Bereitschaft der Gesellschaft, die Forschung mit Daten zu unterstützen. Zwei Minuten Spielzeit entsprechen rund fünf Stunden herkömmlicher klinischer Forschung. Alle Spieler von ‚Sea Hero Quest VR‘ haben schon jetzt einen wertvollen Beitrag für die Forschung und zur Bewältigung einer der größten medizinischen Herausforderungen unserer Gesellschaft geleistet.“

Die Daten der Spieler bleiben anonym und sind für die Forschung extrem wertvoll. Quelle: Deutsche Telekom

Was genau passiert mit den Daten aus dem Spiel?

Hans-Christian Schwingen: „Es werden nur anonyme Spieldaten in der Cloud gespeichert. Das heißt, sie können nie auf einen einzelnen Spieler zurückverfolgt werden. Diese Daten werden dann von der Deutschen Telekom dem University College London zur Verfügung gestellt um das räumliche Orientierungsvermögen zu analysieren. Die Datenbank ist für Demenzforscher weltweit relevant, daher gibt es auch für andere Wissenschaftler die Möglichkeit, die Nutzung der Daten zu beantragen.“

Können Sie einen Überblick über die Fortschritte in der Demenzforschung geben? Wo stehen wir eigentlich?

Prof. Dr. Stephan A. Brandt: „Grundsätzlich kann man sagen, dass es nicht die Demenz als einheitliches Krankheitsbild gibt, sondern unterschiedliche Demenzformen, die sich in Ursache, Verlauf und Therapie unterscheiden. Die therapeutischen Möglichkeiten sind für die meisten Demenzformen – so auch der Demenz vom Alzheimer-Typ – noch sehr begrenzt. Die Behandlungsmöglichkeiten sind längst nicht so ausgereift, wie wir uns das wünschen würden. Den meisten Demenzformen ist gemeinsam, dass sie bereits Jahre vor den eindeutigen Beschwerden, wie Gedächtnisstörungen, ihren Lauf nehmen. Indem man mit modernen Untersuchungsverfahren nach Möglichkeiten sucht, die Erkrankung frühzeitiger zu diagnostizieren, verbessert sich die Chance individuelle Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln, die die Erkrankung möglichst im Entstehen bremst.“

Ist das Spiel auch ein Schritt in Richtung mehr Sensibilität für die Krankheit Demenz?

Prof. Dr. Stephan A. Brandt: „Die aktuelle Berichterstattung und die Initiative ‚Sea Hero Quest‘ tragen sicher dazu bei, dass sich mehr Menschen mit Demenz auseinandersetzen. Jeder Teilnehmer kann die Demenzforschung unterstützen. Gerade Menschen, die bisher nicht mit der Krankheit in Berührung gekommen sind, werden spielerisch auf das Thema aufmerksam. Neben dem Gewinn für die Forschung könnte man also sagen, dass das Spiel auch Aufklärungsarbeit leistet, die Spaß macht.“

Mit Demenz verbindet man häufig hohes Alter, obwohl es ja noch andere Formen gibt, die auch in jüngerem Alter auftreten können. Wie hängen Alter und Demenz zusammen?

Prof. Dr. Stephan A. Brandt: „Demenz ist keine zwangsläufige aber eine im höheren Alter häufiger werdende Erkrankung, die dann sehr lebensbestimmend werden kann. Entscheidend ist aber, dass viele Demenzformen ihren Anfang bereits in einem mittleren Lebensalter nehmen können. Man geht davon aus, dass weltweit rund 47 Millionen Menschen an einer Demenz erkrankt sind und man rechnet damit, dass bis 2050 sich diese Zahl fast verdreifachen könnte und dann bei bis zu 130 Millionen Menschen liegen könnte. Demenz kann jeden treffen, unabhängig von Alter und sozialem Status. Das Thema betrifft also einen Großteil der Bevölkerung auf der ganzen Welt und ist somit etwas, das jeden angeht.“

Wieso steigen die Zahlen der Erkrankungen?

Prof. Dr. Stephan A. Brandt: „In einer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen ein hohes Alter erreichen nimmt auch die absolute Zahl der Demenzpatienten zu. Sollte in den kommenden Jahren kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingen, ist damit zu rechnen, dass sich die Zahl der Erkrankten bis 2050 auf rund 3 Millionen in Deutschland erhöhen könnte. Dies entspräche einem mittleren Anstieg der Zahl der Erkrankten um 40.000 pro Jahr oder um mehr als 100 pro Tag.“

Inwiefern spielt eine frühe Erkennung eine Rolle?

Prof. Dr. Stephan A. Brandt: „Früherkennung bedeutet eine frühere Behandlung damit auch die noch vorhandenen Fähigkeiten und Fertigkeiten möglichst lange zu erhalten und den geistigen Abbau zu bremsen. Grundsätzlich gibt eine frühere Diagnosestellung Betroffenen die Möglichkeit, die Zeit, in der sie noch keine oder nur wenige Symptome haben zu nutzen, um sich zum Beispiel Lebensträume zu erfüllen oder sich Zeit für das zu nehmen, was ihnen wichtig ist. Betroffene profitieren von einer früheren Diagnosestellung, indem sie dann noch in der Lage sind Vorkehrungen für die Zeit zu treffen, in der die Demenz fortgeschrittener sein wird.

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