Foto: Marina Khrapova | Unsplash

Welche Gedanken mir helfen, wenn ich mal wieder vor Wut platzen könnte

Es gibt Momente, in denen man seine Wut über andere kaum kontrollieren kann. Wie ich es schaffe, in so einer Situation ruhig zu bleiben.

 

Der Moment, in dem man nur noch schreien möchte 

Jede*r kennt wahrscheinlich diese Konfrontationen mit anderen Menschen, bei denen man aus der Haut fahren könnte vor Wut. Mir persönlich geht es oft so und ich musste in der Reflexion meines Verhaltens feststellen, dass ich in gewissen Situationen extrem reagiere. Die Frage, die ich mir deshalb stellen muss: Ist mein Verhalten noch gesellschaftstauglich oder bin ich schon zu einer Art Rumpelstilzchen mutiert, das seine Wut nicht mehr unter Kontrolle halten kann? 

Viel zu oft ist leider letzteres der Fall. Um meinen hitzigen Kopf symbolisch abzukühlen, habe ich ein paar Gedanken gesammelt. Vielleicht helfen sie ja auch euch. 

1. Schiebe unangenehme Dinge nicht mehr auf 

Wenn es sich um einen unangenehmen To-do-Punkt handelt, der dich aus der Haut fahren lässt: Mache dir bewusst, warum dich diese Aufgabe so besonders nervt. Warum schiebst du sie vor dir her? Hast du das Gefühl, sie nicht bewältigen zu können? Dann suche dir Hilfe im Freund*innenkreis, bei deinen Kolleg*innen und Vorgesetzten oder kontaktiere eine*n Expert*in. Allein dieser Schritt kann schon zu einer enormen Erleichterung führen, versprochen! Und plane die Erledigung der Aufgabe, die dich am meisten nervt, so schnell wie möglich ein. Auch wenn du dich selbst ein bisschen in den Hintern treten musst, nach der Erledigung kommt die Erleichterung und du kannst stolz deinen verhassten To-Do-Punkt abhaken. Yes! 

2. Finde heraus, wessen Problem dich ärgert 

Ist das überhaupt mein Problem? Oder hat mir vielleicht jemand anderes ein bisschen zu lange und zu ausführlich von seinem eigenen Problem erzählt? Mache Herausforderungen, die gerade andere zu meistern haben, nicht zu deinen eigenen Problemen. Du kannst ihnen beistehen und Tipps geben, aber mache dir klar: Das ist nicht mein eigenes Problem.

3. Finde heraus, was genau deine Wut auslöst

Frage dich: Warum genau bin ich genervt? Kam heute vielleicht einfach zu viel zusammen? Geht es um etwas, was bei mir selbst liegt oder um das Verhalten anderer Menschen? Was genau nervt mich am meisten? Was kann ich konkret ändern, um meinen Stress zu mindern? 

Und wenn dich etwas nervt, was an eine Routine oder Tätigkeit gebunden ist, dann solltest du dir aufschreiben, was du ändern könntest. Und zwar heute, direkt.

4. Finde ein Ventil für deinen Ärger

Hast du heute eine negative Erfahrung in einer Konversation mit anderen gemacht? Jemand im Büro, im Supermarkt oder im Parkhaus hat dich so richtig angepampt? Dann frage dich erst einmal: Wie habe ich mich heute anderen gegenüber verhalten? Habe ich meine eigene schlechte Laune (ungewollt) an ihnen ausgelassen und dadurch ihre negative Reaktion ausgelöst? Dann solltest du dich entschuldigen. 

Oder lag es tatsächlich nicht an dir? Dann gilt erst einmal die Devise: Nimm nicht alles persönlich. Vielleicht ging es gar nicht um dich, sondern du hast es nur abbekommen. Du weißt ja nicht, was die andere Person heute schon erlebt hat. Versuche also nicht jeden Ausruf mit negativem Unterton und nicht jede Formulierung gleich persönlich zu nehmen. Und wenn dein Gegenüber einfach wirklich unhöflich ist, hilft zur Not immer noch „Kill ‚em with kindness”, wie Ariana Grande sagen würde. Lass dir deinen Tag nicht von anderen vergiften!

5. Ein guter Tag kann auch mittags beginnen 

Morgens, direkt nach dem Aufstehen den Zeh an der Bettkante gestoßen und dein ganzer Tag ist im Eimer? So ein Quatsch! Geb nicht nur jedem Tag die Chance gut zu werden, sondern jedem Tagesabschnitt. Jeder Stunde, jeder Minute. Schreibe den Tag nicht gleich ganz ab, nur weil er etwas chaotisch oder mit einer negativen Erfahrung gestartet ist. Im Gegenteil, dann ist es jetzt erst recht Zeit dafür, ihm noch einen positiven Schwung zu verleihen.  

Also, sei nicht zu streng zu dir selbst! Bist du wütend auf dich? Setze dir realistische Ziele und schau darauf, was du schon alles geschafft hast. Wir sind meistens viel zu gut darin, problemorientiert zu denken. Schau auf deine Erfolge! Teile anderen mit – egal ob der*die Kassierer*in im Supermarkt oder dein beste*r Freund*in –  wenn dich nervt, wie andere mit dir umgehen oder mit dir kommunizieren. Spreche an, was dir keine Ruhe lässt. Erkläre aus deiner Sicht und sei offen für die Sicht der anderen. 

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