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13 Bücher, die uns durch die nasskalten Monate bringen

Ihr seid auf der Suche nach neuen Büchern und staunt so wie wir immer wieder darüber, dass Empfehlungslisten gern mal den Eindruck erwecken, tolle Bücher würden vor allem von Männern geschrieben? Wir haben für euch 13 Neuerscheinungen – Bücher von Autor*innen, die wir euch als Lektüre ans Herz legen wollen.

Leidenschaft und Selbstermächtigung

Wutreden gegen das Patriarchat, Romane über Sex, Liebe und den Tod, Sachbücher zu Medizin, Medienkompetenz bei Kindern und den Einfluss unserer Sprache – wir haben eine Liste von Büchern zusammengestellt, die gerade erschienen sind oder in den kommenden Wochen erscheinen – und auf die wir uns freuen.

Audre Lorde: „Die Quelle unserer Macht“

Insbesondere unter Feminist*innen gelten die Texte von Audre Geraldine Lorde als Pflichtlektüre. „Ich bin schwarz, lesbisch, Feministin, Kriegerin, Dichterin, Mutter“ – diese Selbstbeschreibung spiegelt sich auch in den Themen ihrer Gedichte wider. Im März erscheint mit „Die Quelle unserer Macht“ eine Auswahl an Werken, die sie kurz vor ihrem Tod während ihres Aufenthaltes 1984-92 in Berlin geschrieben hat: Das Buch handelt von Liebe und Leidenschaft zwischen Frauen, Missbrauch von Macht und vom Kampf um Selbstbehauptung.

Audre Lorde: Die Quelle unserer Macht: Gedichte. Unrast Verlag, 14,00 €, erscheint im März 2020.

Katja Lewina: „Sie hat Bock“

Masturbieren, Porno-Vorlieben und Fake-Orgasmen: Die Autorin Katja Lewina schreibt über diese und weitere vermeintliche Tabus. Offen und unverblümt zeigt sie in ihrem Buch, dass der Austausch über diese Themen ein Weg zur Selbstermächtigung sein kann. Die Autorin denkt über das weibliche Begehren nach und geht anhand ihrer eigenen erotischen Biografie der Frage nach, wie viel Sexismus in unserem Sex steckt.

Katja Lewina: Sie hat Bock. Dumont Buchverlag, 20,00 €, erscheint am 18.02.2020.

Kübra Gümüşay: „Sprache und Sein“

Kübra Gümüşay ist Journalistin und Aktivistin. In ihrem ersten Buch geht sie der Frage nach, wie Sprache unser Denken, die Politik und unser gesellschaftliches Zusammensein prägt. Und sie beschäftigt sich mit unserer Diskussionsgesellschaft, die immer hasserfüllter wird, und mit Individuen, die nur noch als Teil einer bestimmten Gruppe gesehen werden. Durch das ganze Buch zieht sich der Wunsch nach einer Sprache, die Menschen nicht auf Kategorien reduziert.

Kübra Gümüşay: Sprache und Sein. Hanser Berlin, 18,00 €, erschienen am 27.01.2020.

Sofie Hagen: „Happy Fat. Nimm dir deinen Platz!“

Diskriminierung im Flugzeug, beim Kleiderkauf oder während dem Sex – die dänische Comedian Sofie Hagen schreibt über ihre alltäglichen Erfahrungen als dicke Frau. Das Buch, teils Memoir und teils Kommentar, inspiriert dazu, dickenfeindlichen Einflüssen den Kampf anzusagen. Und „Happy Fat“ zeigt, wie ermutigend und lebensverändernd es sein kann, in einer Kultur, die verzweifelt versucht, Frauen zu reduzieren, Raum zu beanspruchen.

Sofie Hagen: Happy Fat: Nimm dir deinen Platz! HarperCollins Publishers, 18,00 €, erscheint am 19.05.2020.

Lydia Haider: „Und wie wir hassen!“

Lydia Haider versammelt im Buch Texte von 15 Autorinnen, die mit furiosen Hass- und Wutreden aufwarten: gegen das Patriarchat, gegen die politische Lage, einfach gegen alles. Dabei demontieren sie die Demagog*innen und Hetzredner*innen unserer Zeit und entlarven die Dynamik des Hasses. Darunter finden sich Texte der Autorin und Künstlerin Puneh Ansari, der Schriftstellerin Sibylle Berg, der Rapperin Ebru Düzgün und der Autorin und Künstlerin Stefanie Sargnagel. Alle Reden erzählen von Wut und Verzweiflung, aber machen zugleich auch Mut, etwas zu verändern und Strukturen zu hinterfragen. 

Lydia Haider: Und wie wir hassen!: 15 Hetzreden Kremayr & Scheriau Verlag, 19,90 €, erscheint am 04.03.2020.

Patricia Cammarata: „Dreißig Minuten, dann ist aber Schluss! Mit Kindern tiefenentspannt durch den Mediendschungel“

Machen Videospiele aggressiv? Ist Youtube besser als Fernsehen? Was mache ich, wenn mein Kind virtuell gemobbt wird? Solche und noch viele weitere Fragen rund um den Medienkonsum von Kindern beantwortet die Autorin Patricia Cammarata. Wie bereits in ihrem Blog oder ihrem Podcast schreibt sie auch in diesem Buch humorvoll über digitale Themen und Fragen, die Eltern heutzutage beschäftigen, und gibt Tipps, wie Medienerziehung gelingen kann.

Patricia Cammarata: Dreißig Minuten, dann ist aber Schluss!: Mit Kindern tiefenentspannt durch den Mediendschungel. Eichborn Verlag, 16,00 €, erscheint am 27.03.2020.

Jasmin Schreiber: „Marianengraben“

Paula führt ein simples Leben, sie braucht nur ihre Wohnung und ihren kleinen Bruder. Doch ein schrecklicher Unfall zieht sie in eine tiefe Depression. Nur der ältere, schrullige Helmut bringt ihren Lebenswillen wieder und so begeben sie sich zusammen auf eine Reise, die sie zu sich selbst zurückbringt. Nah und menschlich schreibt Jasmin Schreiber über den Tod, Angst, Verlust und Liebe.

Jasmin Schreiber: Marianengraben. Eichborn Verlag, 20,00 €, erscheint am 28.02.2020.

Antje Joel: „Prügel – eine ganz gewöhnliche Geschichte häuslicher Gewalt“

Jede dritte Frau erlebt häusliche Gewalt – so auch die Journalistin Antje Joel, die in ihrem Buch mit dem Tabu bricht. Sie erzählt ihre persönliche Geschichte, analysiert den gesellschaftlichen Kontext und kritisiert, was sich in der Gesellschaft ändern muss. Antje Joel beschreibt, wie Frauen in eine Gewaltbeziehung getrieben werden und wie sie es geschafft hat, sich aus ihrer zu lösen.

Antje Joel: Prügel: Eine ganz gewöhnliche Geschichte häuslicher Gewalt. Rowohlt Verlag, 12,00 €, erscheint am 28.02.2020.

Kathrin Weßling: „Nix passiert“

In ihrem zweiten Roman schreibt Kathrin Weßling über Alex – der verlassen worden ist und sich eine Auszeit in dem kleinen Ort, wo er seine Kindheit verbracht hat, nimmt.  Doch der Aufenthalt ist alles andere als erholsam. Familienstreitereien, unerfreuliche Treffen mit alten Freund*innen und Langeweile stehen hier auf dem Programm. Der fiktive Charakter Alex steht für ein Gefühl, mit dem sich vermutlich viele identifizieren können: Die Suche nach sich selbst irgendwo zwischen Großstadt und Dorf.

Kathrin Weßling: Nix passiert. Ullstein Buchverlag, 18,00 €, erschienen am 31.01.2020.

Dr. med. Natalie Grams: „Was wirklich wirkt. Kompass durch die Welt der sanften Medizin“

Unsere Kolumnistin, die Ärztin Dr. Natalie Grams, hat einen Kompass entwickelt – einen der uns durch die Mythen und Halbwahrheiten der Medizin leiten soll. Heutzutage hat die „Schulmedizin“, die zu schnell zu viel Antibiotika verschreibt, keinen guten Ruf, während Homöopathie oder Osteopathie sehr beliebt sind. Doch was ist wirklich wirksam? Darüber klärt sie in ihrem neuen Buch auf.

Dr. med. Natalie Grams: Was wirklich wirkt: Kompass durch die Welt der sanften Medizin. Aufbau Verlag, 18,00 €, erscheint am 18.02.2020.

Benjamin Melzer: „Endlich Ben. Transgender – Mein Weg vom Mädchen zum Mann“

Benjamin Melzer arbeitet als Fitness-Coach und Model. In seinem ersten Buch „Endlich Ben. Transgender – Mein Weg vom Mädchen zum Mann“ schreibt er über seine Hormonbehandlung und Operationen. Er gibt einen ehrlichen Einblick in seelische Tiefs und wie er daraus wieder zu neuer Kraft fand. Mit dem Buch möchte er anderen trans Menschen und Eltern von trans Kindern ebenfalls Kraft geben.

Benjamin Melzer: Endlich Ben: Transgender – Mein Weg vom Mädchen zum Mann Eden Books, 17,95€, erscheint am 06.03.2020.

Laura Steven: „Speak up“

Laura Steven schreibt in ihrem Roman über die junge Izzy, die keine Lust mehr darauf hat, dass andere darüber bestimmen, wer oder was sie ist. Seit ein Foto von ihr im Netz kursiert, das sie beim Sex zeigt, sieht die ganze Welt sie nur noch als Schlampe. Izzy lässt sich das Slut-Shaming nicht länger gefallen lassen und startet einen Kampf gegen ihre lästernden Mitschüler*innen.

Laura Steven: Speak Up. Droemer Knaur Verlag, 14,99€, erscheint im März 2020.

Andrea von Treuenfeld: „Leben mit Auschwitz. Momente der Geschichte und Erfahrungen der dritten Generation“

75 Jahre ist es her, dass Auschwitz befreit wurde. Überlebende und ihre Kinder schwiegen über das Unfassbare, um einander zu schützen und dem Schrecken nicht oder nicht noch einmal begegnen zu müssen. Was aber bedeutet Auschwitz dann für die dritte Generation? Das Buch von Andrea von Treuenfeld versammelt Berichte von Enkel*innen Auschwitz-Überlebender. Sie erzählen von berührenden sowie tragischen Momenten und wie sie als dritte Generationen mit den Geschehnissen umgehen.

Andrea von Treuenfeld: Leben mit Auschwitz: Momente der Geschichte und Erfahrungen der Dritten Generation. Gütersloher Verlagshaus, 20,00 €, erschienen am 20.01.2020.

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