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17 Dinge, die ich gerne schon mit Anfang 20 gewusst hätte

Die 20er sind wundervoll. Wenn da nur nicht all diese Unsicherheiten wären.

Die Party meines Lebens?

Das Abi ist geschafft, Studium oder Ausbildung in vollem Gange, die erste eigene Wohnung, neue Freunde, eine neue Stadt. So viel erleben. Anfang der 20er geht das Leben richtig los  – und irgendwie ist alles ein wunderbares Abenteuer. Mal davon abgesehen, dass man sich auf einmal um Dinge wie einen vollen Kühlschrank oder die Stromrechnung kümmern muss.

Und natürlich diese ganzen emotionalen, beruflichen und grundsätzlichen Stolpersteine, die einem auf einmal in den Weg kullern. Wenn man das Erwachsenenleben beginnt, dann scheinen die Fäden, mit denen man sich das Leben spinnt, erstmals wirklich bei einem selbst zusammenzulaufen (Verantwortungen, Freiheit, Enscheidungen). Aber gerade dann, wenn man dachte, fest zugepackt zu haben, dann entgleiten sie auch schon wieder – während man selbst mit einem Fragezeichen zurückbleibt. Und dann, dann kommt die große Verunsicherung. Wer hätte ahnen können, dass das alles so kompliziert ist?

Nun, ist es eigentlich gar nicht. Wenn ich diese 17 Dinge schon mit Anfang 20 schon gewusst hätte, dann wäre so einiges leichter gewesen.

Es gibt nicht DEN Weg zu  beruflichem Erfolg

Erste Weichenlegung: Studium, zweite Station: Praktikum und dann kommt der berufliche Erfolg. So kann es gehen, muss es aber nicht. Ich habe immer viel gearbeitet, mich in verschiedenen Branchen umgesehen und irgendwann klar auf ein Ziel hingearbeitet. Auf dem Weg dahin habe ich immer viel erreicht und doch oftmals andere an mir vorbeiziehen sehen. Das kann unfassbar frustrierend sein, und das war es für mich auch. Heute würde ich allerdings mit niemandem, mit dem ich mich früher verglichen habe, tauschen wollen. Wenn ich damals schon mehr Vertrauen in das Leben, meine Fähigkeiten und auch meinen Biss gehabt hätte – das Leben wäre entspannter gewesen.

Die eine lange Beziehung wird wohl noch warten

So, jetzt geht’s los oder? Der nächste Mann wird bestimmt der sein, mit dem das Leben verbracht wird. Und während in der Schule noch vieles Spielerei und Ausprobieren war, bauen sich auf einmal Druck und Erwartungen auf. Klänge ja auch so schön, wenn man den eigenen Kindern später erzählen könnte, dass sich Mama und Papa im Studium kennengelernt und dann nie mehr von einander gelassen haben. Kommt vor im Fahrgeschäft. Aber wenn nicht, dann dreht man eben noch ein paar Runden länger. Und das muss absolut kein Nachteil sein!

Man trifft (jetzt) noch keine Entscheidungen für das ganze Leben

Das erste Mal im Leben liegt die Verantwortung für vieles nun bei einem selbst. Und das fühlt sich gut an. Meistens jedenfalls. Auf einmal kamen mir all meine Entscheidungen so schwerwiegend vor, dass ich statt loszustürzen und zu gestalten manchmal in Schockstarre verfiel. Wohnorte, Praktika, Jobs: Puh. Das alles sind aber keine Entscheidungen fürs Leben, es sind lediglich Entscheidungen, die das Leben beeinflussen. Und wenn sich eine Entscheidung mal als falsch rausstellen sollte, dann kann sie jederzeit revidiert werden. Wirklich. Rennt los, probiert euch aus, fallt hin und steht wieder auf. Denn genau das ist jetzt eure Aufgabe.

Es ist wichtig, mit sich im Reinen zu sein

Nicht nur um einen herum verändert sich viel. Es passiert auch ganz viel in einem selbst. Der Weggang von Zuhause, manchmal den Freunden, manchmal dem Heimatland. Und nur noch eine Station (das Studium) zwischen mir und der realen Welt. Das macht etwas mit einem. Es formt, es verändert. Es ist wichtig, zwischendurch in sich hineinzuhören, um gut voranzukommen. Wegdrücken ist keine (langfristige) Option.

Geld wird noch lange keine Rolle in deinem Leben spielen (können)

Einerseits hat man mehr Geld zur Verfügung als das Taschengeld, andererseits löst sich das angesichts Miete, Essen und so weiter auch schnell wieder auf. Aber viel braucht man ja nicht, um glücklich zu sein. Ein No-Name-Shirt und ein Bier vom Kiosk tun es auch. Andererseits verändert sich der Freundeskreis und es stoßen immer mehr Leute dazu, die schon arbeiten und deshalb mehr zur Verfügung haben. Da schielt man schon mal rüber. Aber lasst euch davon nicht frustrieren. Geld wird je nach gewählter Ausbildung und Beruf bis zu euren 30ern keine große Rolle in eurem Leben spielen (können). Aber daran gewöhnt man sich, ebenso wie an das Haushalten oder das Setzen von Prioritäten.

Jeder Nebenjob macht sich bezahlt

Gefühlt habe ich schon jeden Job gemacht, den es gibt. Vom Babysitten über Gastronomie bis zum Callcenter. Irgendwie musste das Geld ja reinkommen. Manchmal habe ich mich über die sinnlosen Stunden geärgert. Heute erkenne ich in verschiedensten Situationen Handlungen oder Handgriffe, die ich durch meine scheinbar sinnlosen Nebenjobs gelernt habe. Und man sollte nicht all die schönen, absurden und lustigen Momente und Menschen vergessen, die einem in der Zeit begegneten. Schreibt Geschichten darüber, entwerft T-Shirt-Sprüche oder verwendet sie zum Smalltalk mit dem Chef – oder was auch immer. Meine Fähigkeiten und Anekdoten von damals haben sich jedenfalls als nützlich erwiesen.

Freunde kommen und gehen – und das ist OK

Es war hart. Es war wirklich hart, als sich der Freundeskreis nach dem Abi langsam auflöste. Die einen blieben, die anderen gingen und gemeinsam wusste man, das ist das Ende einer Ära. Und man konnte sich einfach nicht vorstellen, nochmal jemanden kennenzulernen, der so wichtig wird. Und ja, diese Freundschaftsbeziehung ist besonders, denn man beobachtet sich im ungefilterten Prozess des Heranwachsens. Aber die richtig Wichtigen werden einen Platz in eurem Leben behalten und neue Menschen werden dazukommen. Das ist sicher.

Kommunikation ist King

Was war früher der Leim, der unsere Beziehungen zusammenhielt? Unangreifbare Blutsverwandschaften, Nachbargrundstücke, gemeinsame Schulbänke, dieselben Hobbys und so weiter. Das sind Gefüge, die verdammt eng gestrickt sein können und so oftmals lange akzeptiert werden, ohne zu fragen: „Will ich das überhaupt?“ Aber irgendwann kommt ein Punkt, an dem sich sowieso gerade alles auflöst und neu zusammenfügt. An diesem Punkt beginnt man zu fragen und im besten Fall: darüber zu sprechen. Kommunikation ist wirklich und wahrhaftig das wichtigste Handwerkszeug in all euren künftigen Beziehungen. Sei es Freundschaft, Liebe oder Job.

Es ist OK, nicht jede Party mitzunehmen

Aber XY geht auch hin! Eigentlich hat man ja keine Lust, aber hinterher die Einzige gewesen zu sein, die nicht da war? Und spätestens wenn man im Bett liegt und keine Lust auf Lesen hat und sowie nichts Gescheites im Fernsehen läuft, würde man ja sowieso einknicken. Mag sein, aber denke an den Tag danach! Die Welt ist ohne dicken Schädel so viel schöner.

Die Partytoleranz deines Körpers ist auf dem Hoch

OK, einmal zurückrudern. Wahrscheinlich kam ich tatsächlich nach einer langen Nacht nie mehr so gut aus dem Bett wie zu dieser Zeit. Heute braucht es noch nicht mal Alkohol, sondern einfach nur zu wenig Schlaf und ich könnte den Tag kriechend begehen. Diese wundersame Zeit sollte ausgiebig und dankbar genossen werden.

Tütensuppen sind keine Ernährungsgrundlage

Keine Zeit mehr gehabt einzukaufen? Zwischen drei Vorlesungen und dem Treffen am Abend keine Lust mehr, noch was zukochen? Macht ja nix, der Giftschrank ist voller Pülverchen, die sich dank heißem Wasser zu so etwas wie Mahlzeiten verarbeiten lassen. Im Nachhinein immer noch verwunderlich, wie ich trotz einer Kindheit, die von guten und gesundem Essen geprägt wurde, eine Zeit mit allerlei Chemikalien auf dem Speiseplan verbrachte. Geht natürlich zwischendurch. Aber im Ernst, lasst das. Es ist Mist. Und langfristig werdet ihr merken, ob ihr eurem Körper gute Nährstoffe oder Pappe zugeführt habt.

Familie ist essentiell

Erst war die Familie das wichtigste der Welt, dann kamen die Freunde als selbstgewählte Familie und irgendwann, Mitte meiner Zwanziger, wurde die Familie wieder wahnsinnig wichtig. Sobald dieser Bewusstseinswechsel eingetreten ist, beginnt man sich zu fragen, warum man so viele gemeinsame Jahre nur achtlos nebeneinander her lebte, statt sich wirklich wahrzunehmen. Denn in der Familie wartet in der Regel die meiste Geduld, Zuneigung, Wissen und (gemeinsame) Erfahrung. Holt euch das und gebt es zurück – so früh wie möglich.

Ich werde nie wieder so viel Zeit im Leben haben wie im Studium

Weiß man ja eigentlich. Aber was macht man daraus? Rückblickend würde ich jedenfalls jede Reise antreten, von der ich nur gesprochen habe.

Mit 21 muss man noch nicht erwachsen sein

Ich hatte als Jugendliche die absurde Vorstellung, mit 21 sei ich reif und erwachsen. Dieser Zustand ist weder bei mir noch bei meinem Umfeld zu 100 Prozent eingetreten – und das fühlt sich ziemlich gesund und richtig an. Reife und Weisheit können also noch warten.

Sport wird tatsächlich wichtig werden

Ach, was hat man in der Pubertät an sich gemäkelt. Und wie viel würde ich dafür geben, diesen jungen, unkomplizierten Körper zurückzuhaben. Nichts, absolut nichts musste man dafür tun, um knackig und gesund zu sein. Das hält ungefähr bis Mitte 20. Und dann hilft tatsächlich nur noch Sport. Wer Wert auf einen solchen Körper legt, sollte am besten schon etwas früher entgegenwirken.

Die Ernsthaftigkeit ist noch nicht angebracht

In seinen 20ern beginnt man sich mit den essentiellen Fragen des Lebens schlaflos durchs Bett zu wälzen oder redet sich mit Freunden die Lippen wund, nur um am Ende schulterzuckend dazustehen. Wem das Spaß macht, bitte sehr. Wem nicht: Lass es bleiben. Die große Ernsthaftigkeit muss einen beileibe noch nicht jetzt überfallen.

Das Leben hat gerade erst begonnen

Genau so ist es. In seinen 20ern steht man gerade mal am Anfang. Statt schon die ersten nie mehr wiederkehrenden Zeiten zu betrauern, schaut lieber mit staunenden Augen und offenen Herzen in das Wunderding Zukunft. Denn das Leben hat gerade erst angefangen.

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