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Christine Walker: „Innovation entsteht nur dort, wo Freiräume sind“

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Autor*in
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Für den Newsletter von She’s Mercedes sprechen die EDITION F-Gründerinnen Nora und Susann mit Frauen, die sie inspirierend finden, die bei ihnen einen Eindruck hinterlassen haben und von denen sie etwas lernen wollen. Eine von ihnen ist Christine Walker – und Susann hat sich mit ihr getroffen.

Effizienz als Schlüssel zu mehr Freiheit

60 – 70 – 80 – 100: Wer hat mehr? Mit der Anzahl ihrer Überstunden wollen sich viele Angestellte und Chefs regelrecht übertrumpfen. Manchmal klingen sie dabei klagend, oft aber auch stolz. Es scheint so, als herrsche geradezu ein Wettbewerb um Arbeitszeiten. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bis es nicht mehr als Qualitätsmerkmal gilt, viel zu arbeiten und das Leben außerhalb des Büros hintenanzustellen. 

Fakt ist, dass das Modell Arbeitszeit und Präsenz ausgedient hat. Was für mich und meine Teams zählt, ist einzig die Leistung und das Ergebnis.

Christine Walker hat dieses System bewusst hinter sich gelassen. Sie begann ihre Karriere als Assistenz von Führungskräften und Top-Manager*innen. In ihrem letzten Job vor der Gründung ihrer eigenen Firma sagt sie ihrem Chef: „Ich mache alles für Sie möglich. Aber den Ort, an dem ich arbeite, bestimme ich.“ Die Ansage sitzt. „Ich habe damals schon nicht verstanden, warum es so wichtig sein soll, immer vor Ort zu sein. Fakt ist, dass das Modell Arbeitszeit und Präsenz ausgedient hat. Was für mich und meine Teams zählt, ist einzig die Leistung und das Ergebnis“, sagt Christine. „Innovation entsteht nur dort, wo Freiräume sind“, davon ist die Münchnerin überzeugt.

Von Traum zur Realität: Die 30-Stunden-Woche

Inzwischen ist Christine Unternehmerin, Keynote Speakerin, Personal Office Coach. Die Effizienz-Königin, wie ich sie spätestens nach unserem Treffen nenne. Mit ihrer Firma PLU widmet sie sich seit 15 Jahren dem Thema Zeitgewinn im Business und lebt mit ihrem Team die 30-Stunden-Woche. Ihre Mission: die Arbeitsweise der Führungsetagen moderner und effizienter gestalten. Sie erklärt den Chef*innen dieser Welt, wie sie ihre Arbeit besser organisieren können. „Wenn ich zu Unternehmen gehe, sehe ich meistens genau zwei Probleme: Erstens überlastete Chef*innen. Und zweitens Assistenzen, deren Potenziale nicht genutzt werden. Leider erkennen viele Führungskräfte nicht, dass ihre Probleme teilweise hausgemacht sind“, sagt Christine. Ich muss etwas schlucken. Denn ich meine, auch mich selbst nicht ganz freisprechen zu können von den Fehlern, die Christine bei ihrer Tätigkeit aufdeckt. 

Die 45-Jährige geht immer direkt auf das zu, was sie will. „Mein Ziel ist es, schnelle Lösungen zu finden, damit sich Führungskräfte wieder ungehindert auf das konzentrieren können, was wirklich wichtig ist. Und zwar innovative Impulse statt unzählige Emails am Tag. Letztere können nämlich wunderbar andere übernehmen.“ 

Zwischen Mutter sein und Unternehmerin 

Bei unserem Gespräch in Berlin ist auch ihre achtjährige Tochter dabei. Christine hält später noch einen Vortrag in der Stadt. „Mein Sohn schläft noch im Hotelzimmer. Mal sehen, wann wir gemeinsam ein bisschen Berlin erkunden können“. Unternehmerin und Familienmensch. Dass beide Rollen gelingen können, beweist Christine jeden Tag: „Ich bin wahnsinnig dankbar, dass ich heute mit meinen Kindern in Städte oder Länder reisen und dies mit meiner Arbeit verbinden kann. In diesen Momenten spüre ich wieder, was ich erreicht habe und genieße diese Zeiten umso intensiver“.

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Der Weg dorthin war dennoch ein Prozess mit Höhen und Tiefen: „Zu Beginn meiner Selbstständigkeit war es deutlich schwieriger, alles unter einen Hut zu bringen. Besonders in den Aufbaujahren war ich ständig hin- und hergerissen. Das 30-Stunden-Prinzip funktionierte zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht so reibungslos. Ich hatte viele Freelancer auf Abruf, konnte mir finanziell noch kein festes Team leisten. Das Etablieren der notwenigen Strukturen hat viel Energie und Zeit – vor allem auch Familienzeit – gekostet.“

Ich bereue, nicht von Anfang an unabhängig gewesen zu sein.

Die damalige Entscheidung, ihren Fokus voll und ganz auf ihr Business zu legen, bereut Christine trotzdem nicht. „Ich bin überzeugt, dass meine Kinder verstanden haben, dass Fleiß eben dazu gehört, wenn man erfolgreich sein möchte.“ Aber eine Sache hätte sie heute anders gemacht: „Ich bereue, nicht von Anfang an unabhängig gewesen zu sein. Mein Ex-Mann war an meiner Firma beteiligt. Nach der Trennung war klar, dass ich wieder alleine am Steuer sitzen möchte. Da war nochmal viel Kraft gefragt, um das zu ermöglichen. Aber ich sage mir immer: Flugzeuge heben auch nur bei Gegenwind ab.“ 

Mit diesem Bild im Kopf und vielen Gedanken rund um meine eigene Führungskompetenz mache ich mich wieder auf den Weg ins Büro. Und frage mich, wer von den Menschen um mich herum über- und wer unterfordert ist. Wer Chef*in und Teammitglied ist.

Foto: Nora Tabel

Effizienter arbeiten: Fünf Tipps für Führungskräfte von Christine Walker

  1. Frage dich, was Kern deiner Arbeit sein soll und wo du Akzente setzen möchtest. Alles, was nicht darauf einzahlt, muss delegiert werden. Ich habe mir gesagt, ich will Führungskräften helfen und Frauen unterstützen. Alles, was ich tue, muss Relevanz haben.

     

  2. Suche nach Talenten für dein Team, die Lust haben, Verantwortung zu übernehmen und zu wachsen. Ich sehe so oft, dass Assistenzen nicht gut geführt werden und ihr Potenzial nicht genutzt wird. Sieh dich um und hol die Leute nah an dich heran, die dir helfen, mehr Zeit für das Wichtige zu haben. Vertraue und lass los!

     

  3. Vergiss die Angst und lass dein Ego hinter dir. Nur wer sich traut, sich selbst operativ ‚abzuschaffen‘ und abzugeben, wird Raum haben für nachhaltig gute Impulse. Ich bin kaum noch im Büro – und der Firma geht es hervorragend.

     

  4. Baue dein Unternehmen oder deinen Bereich so auf, dass jeder genau weiß, was zu tun ist, in welchen Bereichen die jeweils eigene Verantwortung liegt und in welchem Rahmen auch Entscheidungen eigenständig getroffen werden können. Wer zur Selbstständigkeit anhält, schafft ungeahnten Freiraum für sich selbst. Und sehr zufriedene Mitarbeiter*innen.

     

  5. Verbringe Zeit mit Deiner Familie und Freunden. Suche dir Hobbies, die dich alle Jobthemen vergessen lassen. Wer aussteigen kann, kann auf einer Metaebene auch besser wieder einsteigen. Für mich ist es das Salsatanzen – das kann ich nur jedem empfehlen. Es macht mich glücklich, frei und leicht.

Die tollsten Frauen in dein Postfach

Frauen, die uns nachhaltig inspirieren und eine wichtige Rolle in unserem Leben einnehmen, treten manchmal ganz unverhofft in unser Leben, auch wenn sie nicht Teil der Familie oder des engen Freund*innenkreises sind. Im neuen Newsletter von She’s Mercedes porträtieren Jessie von Journelles, Stefanie von Ohhh…Mhhh und wir von EDITION F abwechselnd genau solche Frauen, die uns im Kopf bleiben und deren Geschichten gehört werden wollen.

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