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Warum sich jeder Personaler freuen sollte, wenn sich eine Mutter auf den Job bewirbt

Viele Personalverantwortliche haben Scheu davor, Mütter einzustellen. Dabei gibt es verdammt gute Gründe, sich gerade über die Bewerbung von Müttern zu freuen. Unsere Community-Autorin Katrin Lewandowski hat sechs davon aufgelistet.

Liebe Personaler: Setzt endlich auf die Talente von Müttern!

Man hört es immer wieder: Die Freundin hat den begehrten Job nicht ergattern können, obwohl sie perfekt auf die ausgeschriebene Stelle passte. Was hier schief lief? Nicht selten ist es ein (gewünschtes) Kind – denn an sich einwandfrei laufende Bewerbungsgespräche, die nach der Kinderfrage eine Kehrtwende nehmen, sind immer noch an der Tagesordnung. Was ist da los? Warum gibt es immer noch Personalerinnen und Personaler, die zögern, Mütter oder Frauen im gebärfähigen Alter einzustellen und sich bei ähnlicher Qualifikation lieber für einen männlichen Kandidaten entscheiden? Schließlich lernt man als Mutter vieles, das auch im Job hilfreich ist. Und genau deshalb kommen hier sechs Gründe, die jeden Arbeitgeber davon überzeugen sollten, dass Mütter im Team eine echte Bereicherung sind.

1. Organisationsroboter³

Fleißige Bienchen? Emsige Ameisen? Alle keine Konkurrenten für Mütter! Erprobte Mamas sind nämlich die Organisationsroboter schlechthin. Selbst wenn sie vor einem riesigen Berg scheinbar unlösbarer Aufgaben stehen, bewahren sie einen kühlen Kopf und filtern sofort heraus, wo es am meisten hakt und brennt. In Sekundenschnelle sortieren, kategorisieren und priorisieren sie und haben – schwupps! – schon einen Plan in der Tasche, mit dem sie zuerst die Brennherde löschen und danach ganz geordnet alle anderen Aufgaben angehen. Panik, Chaos und Überforderung bleiben dabei in der Fremdwortkiste. Denn Mütter gehören aufgrund ihrer täglichen Herausforderungen mit Kind und Kegel zu den strukturiertesten Wesen auf diesem Planeten. Hat eine Mutter ein Problem X erkannt und dafür eine Lösung definiert, läuft quasi ein automatischer Prozess bei ihr ab, der sie zum gewünschten Ziel bringt. Und: Sie macht das souverän und mit Gelassenheit – bis die Erfolgsmeldung „Problem gelöst“ oder „Aufgabe erledigt“ eintrifft.

2. Flexibler als Kaugummi

Wenn Mütter eines in ihrer Elternzeit gelernt haben, dann ist es, stets und ständig flexibel reagieren zu können. „Rechne immer mit dem Unerwarteten!“ lautet bei Kindern die Devise. Etwa wenn das Kleine nachts um 3.00 Uhr urplötzlich aufwacht und sich übergibt, denn in solchen Situationen hilft nur Handeln –  also trösten, schrubben, knuddeln und wachen, bis es wieder besser ist, oder eben bis zur morgendlichen Kaffeetasse. Umstrukturierungen im Betrieb, Anpassung des Aufgabenspektrums oder das Übernehmen zusätzlicher Verantwortung z.B. in der Urlaubszeit – für Mütter meist kein Problem, denn Mütter sind flexibler als Kaugummi: Sie begegnen Überraschungsmomenten mit Aufgeschlossenheit und können sich im Handumdrehen auf neue Situationen einstellen. Gelernt ist gelernt!

3. Vom Krakentum besessen

Ja, Elternsein prägt! Die meisten Mütter gehen als Multi-Tasking-Profis aus der Elternzeit hervor. Typische, zu beobachtende Verhaltensmuster: Mutter steht mit Autoschlüssel im Mund, den Einkäufen in einer Hand und dem Handy am Ohr vor ihrem parkenden Auto, argumentiert laut ins Telefon hinein und hält die Babyschale, die auf dem Autodach steht, mit der anderen Hand fest. Wie eine Krake mit acht Armen, hat sie alles fest im Griff! Schließlich möchte sie den lang ersehnten Kitaplatz unbedingt haben und muss den Kitavorstand am Telefon überzeugen, ganz gleich ob sie gerade beim Einkaufen ist oder zuhause nur eine halbe Hand frei hat. Multi-Tasking gehört bei Müttern zum täglich Brot. Sie schockt es nicht, verschiedenste Projekte und Aufgaben parallel zu koordinieren und dabei den Überblick zu behalten. Das geht schon stark in die Richtung eierlegende Wollmilchsau – und genau das hilft in einem Alltag, in dem man nicht nach Schema F handeln kann.

4. Jeden Tag ist Marathon

Müdigkeit? Was ist das? Mütter sind hart im Nehmen. Eisern haben sie trainiert, mit einem Minimum an Schlaf auszukommen und dennoch energiegeladen durch den Tag zu gehen. Sie arbeiten lösungsorientiert und ausdauernd auf den Abschluss eines Projektes hin, auch wenn sich das als zäh und langwierig erweist. Der Weg ist das Ziel. Dabei kann es phasenweise ruhig auch mal spät werden. Sind die Kinder versorgt und liegen im Bett, können Mütter auch mal ein paar Arbeitsstunden einschieben, schließlich bilden die Abendstunden bei vielen Eltern sowieso die produktivste Zeit des Tages.

5. Erbitterte Kämpferinnen

Mütter sind loyal. Sind sie von der Firma, für die sie arbeiten, und von deren Werten sowie Produkten oder Services überzeugt, stehen sie fest zu ihr und verteidigen Vorschläge, Präsentationen und Pitches bis zum Touchdown – genau wie ihre „Jungen“. Sie suchen dabei neue Wege, argumentieren an Standards vorbei und entwickeln blitzschnell kreative Lösungsansätze, wenn diese gefragt sind. Sind Mütter von einer Idee überzeugt und ganz in ihrem Element, lassen sie jeden Kun Fu-Fighter blass in der Ecke stehen. Engagierte Mütter machen sich folglich wunderbar in Bereichen wie Vertrieb, Kommunikation und Kundenmanagment.

6. Dirty Jobs? Na und!

Mütter sind zudem resistent. Wie viele dreckige Windeln haben sie durchschnittlich in ihrem Leben entsorgt? Wie viele Essenskatastrophen bereinigt? Sie handeln lieber, statt lange zu diskutieren. Büroumzug, Flyer verpacken: Was auch immer – Mütter haben kein Problem damit, auch mal bei anderen mitanzupacken, wenn Hilfe gefragt ist, oder zwischendurch auch monotone Arbeiten zu erledigen. Von Bedeutung ist nämlich der Blickwinkel, aus dem Frau ihre Aufgaben betrachtet. So kann selbst eine stinknormale Inventur mentale Abwechslung bringen oder gar als medidative Aufgabe zwischendurch wirken. Wichtig ist, dass dieser Einsatz Wertschätzung erfährt – wie bei jedem anderen Mitarbeiter auch.

Also scheut euch endlich nicht mehr vor Müttern, denn sie bringen ganz viele wertvolle Eigenschaften in das Arbeitsleben ein!

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