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Die hohe Kunst des Loslassens – wie es uns gelingt, Lebensentwürfe gehen zu lassen

Kund*in
Netflix
Autor*in
EDITION F studio
Gesponsert

Entgegen aller Versprechen unserer Zeit ahnen wir, dass wir Erfüllung nicht finden, indem wir nur dem richtigen Plan im Leben folgen, sämtliche Ziele erreichen und alles bekommen, was wir uns wünschen. Was dann? Was, wenn wir loslassen müssen: loslassen von der Vorstellung, nur dann glücklich sein zu können, wenn das Leben uns genau das gibt, was wir immer wollten?

Sich auf neue Lebensentwürfe einzulassen, das ist leichter gesagt als getan. Auch für Alice und Niklas aus dem neuen Netflix Film „Was wir wollten“ (gespielt von Lavinia Wilson und Elyas M’Barek), deren Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Im Urlaub am Meer ist es die Familie nebenan, die für alles zu stehen scheint, was sie nicht haben können. Eine Konfrontation, die das Paar dazu bringt, sich ihren Gefühlen und der Frage zu stellen, wie es gelingen soll, von einer lange erträumten Erfüllung loszulassen. 

Doch was geschieht beim Prozess des Loslassens? Und was kann uns dabei helfen? 

Wir alle haben vermutlich Bilder von der Zukunft in unserem Kopf, die wir über Jahre hinweg in uns gehegt und gepflegt haben, die uns von der Gesellschaft, von unserem Elternhaus oder unserem Umfeld auf den Weg mitgegeben wurden: eine funktionierende Beziehung zu führen, an dem Ort zu leben, an dem wir uns zu Hause fühlen, vielleicht eine Familie zu gründen, unsere Ideen sowie uns selbst zu verwirklichen. Umso schmerzlicher ist es dann, wenn diese Idee von der einen auf die andere Minute erschüttert wird und wir vor der Herausforderung stehen, diese bestimmten Lebensentwürfe ziehen zu lassen, unseren Lebensplan nochmal komplett über den Haufen zu werfen und von vorne anzufangen.

Der Prozess des Loslassens passiert meist nicht von heute auf morgen, sondern ist ein langer Weg, so die Traumatherapeutin Sophie Linnemann. Ein Patentrezept dafür gibt es nicht. „Loslassen hat viel mit Trauer zu tun, diese Utopie, mit der wir lange in Beziehung waren, gehen zu lassen. Das funktioniert nicht über eine kognitive Entscheidung, sondern über den Affekt, dass das Leiden so viel größer ist und alle Ressourcen verbraucht, die wir haben, sodass der Wendepunkt und die Schritte zum Loslassen unumgänglich sind.“

„Alles, was hilft, ist gut“ – die eigene Bewältigungsstrategie finden

Die Bewältigung des Loslassens umfasst mehrere Stufen. „Es geht um die Erfahrung, alle aufkommenden Gefühle bewusst zu durchleben, an sich heranzulassen und sich davon auch erschüttern zu lassen“, so Linnemann. Dafür brauche es Zeit, einen Schutzraum, Mut, Unterstützung im engsten Umfeld sowie von der Gesellschaft. „Diese Utopie verdeckt ja auch alle anderen Lebensmodelle. Je mehr es gelingt, in ein neues Selbstverständnis zu kommen und neue Bilder von sich selbst oder auch als Paar zu entwickeln, desto besser kann man die alte Idee loslassen.“

Es gibt Unmengen an Literatur zu dem Thema, die uns mit Tipps und guten Ratschlägen überhäuft, doch auch hierfür gibt es nicht einen einzigen Weg, den es zu gehen gilt. Wichtig sei, so Linnemann weiter, sich selbst Zeit zu geben und die Akzeptanz zu entwickeln, dass dieses Gefühls- und Gedankenwirrwarr ganz normal ist und sein darf. Hier gelte das Motto: „Alles, was hilft, ist gut“. Das kann Tagebuch schreiben sein, malen, spazieren gehen, innere oder äußere Kraftorte finden, Symbolisierungen, Musik oder auch etwas ganz anderes.

Trauer zulassen und füreinander da sein

Mit dem Prozess des Loslassens setzt automatisch das Gefühl der Trauer ein – von der Utopie in unseren Köpfen Abschied zu nehmen. „Trauer ist eine sehr starke Kraft, die zum einen heilen, zum anderen aber auch genauso zerstören kann. Wenn wir nicht gelernt haben, mit ihr umzugehen, verschließen wir uns, lenken uns ab und verdrängen“, so die Traumatherapeutin. Das benötige aber auch wiederum wahnsinnig viel Energie und schneide uns von positiven Gefühlen ab. Daher sei es umso wichtiger, nicht nur eine*n Partner*in und ein Umfeld zu haben, das uns dabei unterstützt, sondern auch ein Verständnis für den Trauerumgang der*des anderen zu entwickeln. Denn: Jede Person trauert und verarbeitet anders.

Das kann Linnemann zufolge einfach bedeuten, einander fest in den Arm zu nehmen, ohne viel zu kommentieren, „Ich-Botschaften“ im Sinne der gewaltfreien Kommunikation zu senden, ohne Vorwürfe zu machen. Der Freundeskreis kann zur gleichen Zeit den Raum zur transparenten Kommunikation bieten, offen darüber zu sprechen und den Betroffenen gleichzeitig den Raum zu geben, sich aus bestimmten Situationen zurückzuziehen, ohne dass sich davon jemand persönlich angegriffen fühlt. Darüber hinaus könne es manchmal auch helfen, eine echte Trauerzeremonie für die Idee auszurichten und so wahrhaftig von ihr Abschied zu nehmen, rät Linnemann. 

„Trauer ist in dem Fall ein spiralförmiger Prozess. Man kommt mit der Zeit immer wieder an ähnliche Punkte und trotzdem ist es jedes Mal ein wenig anders. Je mehr wir im Sinne unserer eigenen Wünsche handeln können, desto besser gelingt auch die Verarbeitung.“

Neue Kraft schöpfen

Nachdem sich das Leben lange Zeit um diese eine bestimmte Wunscherfüllung gedreht hat und man im Fall von Alice und Niklas schmerzende Emotionen, Arztbesuche ohne Ende, körperliche Eingriffe, Sex nach Plan und eine hohe finanzielle Belastung in Kauf genommen hat, kann es durchaus befreiend sein, diese Idee loszulassen, meint Linnemann.

„Irgendwann kommt man an den Punkt, an dem man bereits alternative Lebensentwürfe entwickelt hat und den unerfüllten Kinderwunsch in die eigene Lebensgeschichte und die eigene Handlungsfähigkeit integrieren kann.“ Es gehe dann darum, selbst wieder aus dem Tal herauszukommen, neue Ideen und neue Inspiration für das Leben zu entwickeln.

Das Wichtigste sei, immer wieder in sich hineinzuhorchen, rät die Traumatherapeutin, und jede Menge Fragen zu stellen: Was tut mir gerade gut? Was sind meine Werte? Was wünsche ich mir? Diese Fragen sollten in den unterschiedlichsten Lebensphasen immer wieder gestellt werden. Denn ja, wir können loslassen – und trotzdem wird diese Idee ein Stück weit ein Teil von uns bleiben, der immer mal wieder unsere Aufmerksamkeit braucht. 

Wenn ihr den Weg des Loslassens von Alice und Niklas begleiten wollt: den Film „Was wir wollten“ gibt es ab 11. November auf Netflix zu sehen.

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