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Geschichten für mehr Mut: Drei starke Frauen erzählen, wie sie ihren Weg gefunden haben

Kund*in
Audible
Autor*in
EDITION F studio
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Selbstverwirklichung ist ein großes Wort und bringt nicht nur Erfüllung, sondern braucht auch erst einmal eine ganze Menge Mut. Drei Frauen erzählen, wie sie ihren ganz eigenen Weg gegangen sind.

Wie geht man seinen Weg, auch wenn man zuerst Gegenwind bekommt?

Seinen Weg zu finden und ihn dann auch zu gehen, erfordert Mut. Dabei geht es oft um finanzielle Sicherheiten, aber auch darum, wie man damit umgeht, wenn das Umfeld vom eigenen Lebensentwurf nicht begeistert ist oder man einen Bereich besetzt, der gesellschaftlichen Gegenwind mit sich bringt. Und trotzdem gibt es da draußen immer mehr Geschichten, die von dem Mut erzählen, den es braucht, um sich selbst zu verwirklichen. Eine davon haben wir vor Kurzem bereits vorgestellt: In der Shakespeare-Neuinterpretation „Julia & Romeo“ geht Julia sehr selbstbestimmt ihren Weg, obwohl sie zunächst gegen die Konventionen der Gesellschaft und die Vorstellungen ihrer Familie kämpfen muss. Julia ist in diesem Fall die starke Figur eines Audible-Hörspiels. Julia steht gleichzeitig aber auch für all die tollen Frauen, die uns im Alltag begegnen und unbeirrt ihre Träume verfolgen. Drei von ihnen haben uns im Interview erzählt, wann sie wussten, wohin der Weg führt, wie man mit Unsicherheiten umgeht und welche Rolle Familie und Freunde dabei spielen.

Lisa Who, Sängerin und Songwriterin

Lisa Who ist Sängerin aus Berlin, mit uns spricht sie darüber, wie man seinen Weg findet. Quelle: Simon Wahlers

Lisa, du bist seit 2006 Musikerin, erst vor Kurzem kam aber dein Album „Sehnsucht“ raus. Steckt dahinter auch die Sehnsucht nach mehr Selbstverwirklichung?

„Ich liebe es, Bandmusikerin zu sein oder auch für andere Künstler Musik und Texte zu schreiben, doch die eigene Musik ist etwas, das tief in mir verwurzelt ist und immer einen Weg nach draußen finden muss. Solange ich keine Veröffentlichung hatte, habe ich einen kontinuierlichen Druck in mir gespürt, der ziemlich unangenehm sein konnte. Es war das Gefühl, keinen Abschluss für eine künstlerische Phase finden zu können, denn natürlich entwickelt man sich ständig weiter und verändert sich. Ein Album ist ein so schönes Dokument einer solchen Zeit. Das habe ich jetzt geschafft und es kann weiter gehen. Das war ein wahrer Befreiungsschlag der Selbstverwirklichung.“

In Interviews hast du schon gesagt, dass ein Bürojob nichts für dich wäre. Was rätst du anderen, denen es ähnlich geht, die aber Angst vor Unsicherheiten haben?

„Ich habe festgestellt, dass es verschiedene Charaktertypen gibt. Die einen legen mehr Wert auf Sicherheit und Struktur, die anderen auf Selbstverwirklichung. Man muss einfach tief in sich hineinhorchen und sich fragen: Was ist mir wichtiger und was macht mich glücklicher? Ich denke, dass die meisten die Idee des künstlerischen, freien Lebens verlockend finden. Aber tatsächlich ist es gezeichnet durch viele Aufs und Abs und ja, auch durch Unsicherheit. Ein genereller Rat ist schwierig. Aber solange Menschen keine finanzielle Verantwortung in Form von Familie oder Ähnlichem haben, sage ich immer: einfach machen. Es kann einem nicht viel passieren. Selbst wenn man erst mal wieder im Café jobbt oder nach einem Jahr merkt, dass man doch die Sicherheit braucht. Oft findet man seinen Weg, indem man merkt, was man nicht möchte.“

Was aber, wenn man Probleme hat, sich von der Beeinflussung durch Familie und Gesellschaft zu lösen. Kennst du solche Situationen?

„Das sind für mich zwei völlig verschiedene Bereiche, denn von meiner Familie habe ich seitdem ich denken kann immer vollste Unterstützung bekommen. Klar, es gab auch mal die Frage nach dem Plan B, aber meine Eltern haben mir immer signalisiert, dass ich auch nach 25 noch studieren und mich verändern kann. Und da mein Vater ebenfalls Musiker ist, gibt es einfach ein Grundverständnis für den Beruf. Es fällt mir allerdings nicht leicht, mich von gesellschaftlichen Zwängen zu lösen. Immer wieder stelle ich mir Fragen wie zum Beispiel: Müsste ich erfolgreicher sein? Dieses und jenes schon erreicht haben? Kinder bekommen? Ich versuche mich davon zu befreien, indem ich mir sage: Leb dein Leben einfach so, wie es dich glücklich macht und denk nicht zu viel drüber nach, was andere von dir erwarten könnten. Das ist eine lebenslange Aufgabe, an der ich auch immer wieder scheitere. Aber ich denke, genau das ist der Schlüssel zum Glück.“

Jelena Lieberberg, Gründerin von „Kick Ass Yoga“

Für Yogalehrerin Jelena Lieberberg war klar, dass sie keinen „normalen“ Job machen möchte. Quelle: Björn Fehl Photography

Jelena, du bietest „Kick Ass Yoga“ an und deine Arbeit hört sich auch sonst nicht nach der einer typischen Yogalehrerin an. Wie und warum machst du die Dinge anders, als man es vielleicht erwarten würde?

„Vor einigen Jahren war ich auf der Suche nach einem Namen für meine Arbeit und es ‚Jelena Yoga‘ zu nennen schien mir damals und bis heute nicht richtig, weil es mir weniger um Profilierung, sondern mehr um Motivation geht. Deshalb kam ich dann auf ‚Kick Ass Yoga‘, das ist so schön unüblich im Yogabereich und es macht klar, dass es nicht um das klassische, esoterische Leinenhosen-Yoga geht. Ich unterrichte und lebe das, womit ich mich selbst beschäftige und auskenne. Dazu gehören weniger choräle Gesänge, sondern mehr die Auseinandersetzung mit dem Körper, da der Großteil der Menschen sich mehr mit dem Kopf beschäftigt. Ich stehe für eine kraftvolle Zuwendung mit sich selbst mit Hilfe von Yoga und anderen Körpergewichtsübungen.“

Gab es einen konkreten Punkt, an dem du dich entschieden hast, jetzt voll und ganz deinen Weg zu gehen? Welcher war das?

„Ja, eben der Moment vor fünf Jahren an Silvester vor dem Rechner als es um die Namensfindung meiner Facebook-Seite ging. Dadurch konnte ich dann gleich am 1.1. damit anfangen, diesen Weg zu gehen und seitdem ist viel passiert: Mein Buch ‚Kick Ass Yoga‘ ist in diesem Jahr erschienen und ich unterrichte mit ganz viel Leidenschaft europaweit Workshops und Retreats.“

War dein Umfeld immer mit deinen (beruflichen) Entscheidungen einverstanden?

„In meiner Familie war immer klar: erst Schule, dann Studium. Davon abzuweichen bestand gar nicht als Option. Deswegen bin ich auch erst in diese vorbestimmte Richtung gegangen und habe Anglistik, Amerikanistik und Philosophie studiert. Als ich dann mein Studium abgebrochen habe, um bei Viva als Moderatorin anzufangen, war die Begeisterung nicht groß, mir war aber recht früh klar, dass ich in diesem Leben keinen normalen Job ausüben würde. Seitdem ich diesen Schritt in meine Welt gegangen bin, um meiner Selbstbestimmung nachzugehen, macht es auch endlich alles Sinn: einfach sein, ohne zu grübeln, ob es so richtig ist.“

Franziska Rasche, Hebamme in Berlin

Franziska Rasche ist Hebamme in Berlin und hat damit ihren Traumberuf gefunden. Quelle: Franziska Rasche

Franziska, gab es in deinem Lebens so etwas, wie eine beste Entscheidung?

„Eindeutig eine zweigeteilte Antwort, denn es gab zwei wichtige Meilensteine in meinem Leben. Zum einen, als ich bereits mit 16 ein Schulpraktikum als Hebamme gemacht habe und schon damals wusste, dass ich meinen Traumberuf gefunden hatte. Zum zweiten die Entscheidung mit meinem Mann unsere eigene Familie zu gründen. An der Harmonie, beide Entscheidungen gleichfalls zu lieben, zu fördern, zu leben und gemeinsam weiter zu entwickeln, arbeiten wir alle tagtäglich.“

Gibt es etwas, das du bereust?

„Ehrlich gesagt gab es eine Phase in meinem Leben, in der ich ernsthaft darüber nachgedacht habe, nochmal Medizin zu studieren. Ich war damals gerade ganz neu in Berlin, kannte erst sehr wenige Menschen und in meinem Beruf ist die Mund-zu-Mund-Werbung eigentlich das Wichtigste. Ich war zudem in einem Geburtshaus, in dem mir weder die Atmosphäre für uns Hebammen noch die für die Frauen gefallen hat. Parallel startete in bestimmten Presseformaten eine Art ‚Hebammen-Bashing‘ und die völlig irrsinnige Erhöhung der Hebammen-Versicherung ging in eine weitere Runde. Irgendwie dachte ich damals ‚Das kann es doch noch nicht gewesen sein mit meinem Traumberuf?!‘ Aber dann kam es wie so oft im Leben, wenn man an sich und seinen Traumberuf glaubt: Ich lernte einen wunderbaren Menschen nach dem anderen kennen und Berlin und ich freundeten uns immer mehr an. Rückblickend bin ich heilfroh, dass ich meinem Beruf treu geblieben bin und mich dort in vielerlei Hinsicht weitergebildet habe. Hinzu kamen mein Engagement bei Lillydoo und natürlich unser neues Projekt, die ‚Babybox‘. Beides ist so eng mit meinem Beruf verknüpft und dann doch wieder so neu.“

Das hört sich an, als wäre es nicht immer einfach deinen Job und die Vorstellungen des Umfelds unter einen Hut zu bekommen. Inwieweit fühlst du dich von Gesellschaft und Familie beeinflusst?

„Hier würde mein Mann am liebsten die Antwort schreiben. (lacht) Ihr müsst euch mal vorstellen, wie es für Familie, Freunde und Umgebung generell ist, wenn man wie ich circa elf Monate im Jahr Rufbereitschaft hat und sekündlich der Anruf kommen kann und ich los muss. Bootstouren auf dem Wannsee mussten genauso unterbrochen werden wie Ausgeh-Abende mit meinem Mann. Mitten während eines Dinners muss ich in Abendgarderobe ebenso los wie kurz vor Bescherung und Abendessen am Heiligabend. Zudem das Handy ständig neben dem Bett und Hausbesuche am Wochenende. Das kommt nicht immer wirklich gut an bei Familie, Freunden und Umfeld. Mittlerweile haben sich die Kinder daran gewöhnt, wenn Mama morgens nicht in ihrem Bett liegt. Bei meinem Mann arbeite ich noch dran. Also klar, meinen Beruf mit Familie und Gesellschaft in Einklang zu bringen, ist nichts, was ich alleine schaffen kann. Dazu gehören auch Menschen in meinem Umfeld, die mir das ermöglichen und auch ich, die vielleicht den einen oder anderen Besuch vom Wochenende auf Freitag oder Montag lege. Es ist wie in allen Haushalten, in denen beide Eltern berufstätig sind, ein Kommunikations- und Planungsthema. Aber es klappt.“

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