Foto: Aziz Acharki | Unsplash

Nachgehakt

Anständige Frauen lesen keine Romane.

Jane Austen, die große englische Schriftstellerin und Beobachterin ihrer Gesellschaft, erblickt 1775 das Licht der Welt. Sie greift zu Feder und Tinte in einer Zeit, in der nur Männer sich öffentlich äußern können und Literatur ein Hobby und keinen Lebensunterhalt darstellt. Schreiben gilt als unweiblich, sittsame Frauen lesen keine Romane, denn die gelten als moralisch verwerflich, sondern Verhaltensbücher, Predigten und Gedichte. Jane Austen schreibt erst zur Unterhaltung im Familienkreis, wagt aber gegen den Willen der Familie die anonyme („by a lady“) Veröffentlichung. Damit ist sie so erfolgreich, dass sie ihre Familie finanziell unterstützen kann. Auch dies ist bemerkenswert, da adlige und bürgerliche Frauen in der Regel nicht die Möglichkeit hatten Geld zu verdienen. Nach ihrem Tod veröffentlicht ihr Bruder Henry die Werke „Northanger Abbey“ und „Persuasion“ posthum und gibt ihre Identität preis.

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