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Schwanger einen neuen Job antreten? Astrid erzählt, wie sie überzeugt hat

Kund*in
Accenture
Autor*in
EDITION F studio
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Schwanger in die Unternehmensberatung einsteigen? Klingt ungefähr so machbar wie eine Besteigung des Mount Everest in Sommerkleidung. Unternehmensberaterin Astrid Kühne erzählt wie es dennoch geklappt hat.

Schwanger und ein neuer Job? Sollte doch eigentlich kein Problem sein!

Eigentlich sollte man glauben, dass die Verkündung einer gewollten Schwangerschaft Freude bereitet. Bei der Arbeitssuche wird das allerdings zum Problem für Frauen und sorgt häufig für Absagen und zurückgezogene Arbeitsverträge. Plötzlich sehen potenzielle Arbeitgeber nur noch die Mutter und nicht mehr die neue Mitarbeiterin. Arbeitserfahrung, Abschlüsse und Qualifikationen scheinen auf einmal keine Rolle mehr zu spielen. Genau das erlebte Unternehmensberaterin Astrid Kühne bei Vorstellungsgesprächen immer wieder.

Im Gespräch erzählt sie von ihren Erfahrungen, warum das Potential von Müttern immer noch unterschätzt wird und was sich in der Kultur deutscher Unternehmen verändern sollte.

In Vorstellungsgesprächen hast du offen über deine Schwangerschaft gesprochen und die Erfahrung gemacht, dass danach schnell eine Absage folgte. Müssen Unternehmen generell umdenken, wenn es um Karrierechancen von Frauen und insbesondere die von Müttern geht?

„Schon nach den ersten Bewerbungsgesprächen wurde mir bewusst, dass nicht alle Unternehmen Diversität tatsächlich leben. Auf meine Bewerbungen folgten einige vielversprechende Vorstellungsgespräche. Sobald ich aber angesprochen habe, dass ich schwanger bin, war der Vertrag wieder vom Tisch. Unternehmen sollten auf jeden Fall umdenken. Ansonsten wäre die Konsequenz, dass Frauen ihre Schwangerschaft verschweigen und ich glaube nicht, dass Unternehmen das wollen!“

Mal gerade heraus gefragt: Wieso hast du nicht verschwiegen, dass du schwanger bist?

„Für mich war es eine Frage des Prinzips. Außerdem konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich wegen einer Schwangerschaft keinen Job finden würde. Als ich mich beim Arbeitsamt arbeitssuchend meldete, war die Dame dort sehr positiv als sie meine Daten aufnahm. Doch als ich meine Schwangerschaft erwähnte, sah sie plötzlich geringe Chancen für eine erfolgreiche Arbeitsvermittlung. Gewünscht hätte ich mir aber ein: ‚Herzlichen Glückwunsch, das ist wunderbar und gar kein Problem‘. Das wäre erstrebenswert.“

Glaubst du, dass Unternehmen das Potential von Müttern unterschätzen?

„Ja, Mütter bringen viele Fähigkeiten mit sich. Sie sind Spezialistinnen im Multitasking. Sie wissen, wie man Aufgaben priorisiert, sind schnelle Analytiker und Problemlöser. Mütter sind knallhart im Verhandeln, schließlich trainieren sie täglich mit ihren Kindern. Zudem sind berufstätige Mütter konzentriert und arbeiten schnell, denn das Kind muss pünktlich von der Krippe abgeholt werden. Und sie können in Unternehmen auch ein Vorbild für jüngere Kolleginnen sein, dass Karriere und Familie sich nicht gegenseitig ausschließen müssen.“

Welche Maßnahmen machen Unternehmen attraktiver für talentierte Mütter?

„Neben der Möglichkeit in Teilzeit oder im Home Office zu arbeiten, machen sich Arbeitgeber durch unternehmenseigene Kindergärten für Mütter attraktiver. Zudem ist es wichtig, dass es Angebote gibt, die eigene Kindererziehung und eine Karriere im Management ermöglichen.“

Mal angenommen du könntest einen Grundsatz in der Unternehmenskultur deutscher Unternehmen verankern, welcher wäre das?

„Unser Planungshorizont reicht weiter als zwei Jahre und wir glauben daran, dass gegenseitiger Respekt und gelebte Chancengleichheit sich langfristig auszahlen. Die Entscheidung für ein Kind wird nicht als Entscheidung gegen eine Karriere gewertet.“

Du bist Unternehmensberaterin und seit Kurzem Mutter. Wie lässt sich das konkret vereinbaren? Wann planst du wieder in den Job zurückzukehren?

„Da in der Schweiz bis zur Entbindung gearbeitet wird, war ich darauf eingestellt, auch kurz vor der Geburt noch bis spät im Büro zu sitzen. Da habe ich aber die Rechnung ohne mein Team bei Accenture gemacht, das immer auf mich aufgepasst und mich jeden Abend pünktlich nach Hause geschickt hat. Wir haben in der Zeit alle unsere Projekte erfolgreich umgesetzt, weil wir als Team zusammengehalten haben. Der Mutterschaftsurlaub in der Schweiz beträgt 14 Wochen. Mein Chef, selbst Vater von vier Kindern, hat es allerdings mir überlassen, wann ich wieder starten möchte. Und so haben wir gemeinsam beschlossen, dass ich voraussichtlich neun Monate nach der Geburt mit 60 Prozent wieder einsteige.“

Welche Rolle spielt dein Umfeld dabei?

„Mein Mann ist selbstständig und möchte auf 80 Prozent reduzieren, um einen Tag in der Woche auf unseren Sohn aufzupassen. Meine Zwillingsschwester, auch Mutter und in der Beratung tätig, arbeitet ebenfalls 80 Prozent. Wir werden an unseren freien Tagen gegenseitig auf die Kinder aufpassen. Ein bis zwei Tage die Woche sollen die Kinder von einer brasilianischen Tagesmutter – wir wurden in Brasilien geboren – betreut werden, um die Sprache zu festigen. Die Hilfe vom Vater und weiteren Familienmitgliedern sollte nicht unterschätzt werden, gerade weil Kindergartenplätze in der Schweiz meist teuer und schwer zu bekommen sind.“

Du engagierst dich zusätzlich sozial in Afrika und hast eine Waisenschule aufgebaut. Wie spielen diese drei Rollen – Mutter, Unternehmensberaterin, soziales Engagement – zusammen und wie profitieren sie voneinander?

 „Vor fünf Jahren gründeten meine Zwillingsschwester, eine Freundin und ich eine Stiftung in der Schweiz, um eine Waisenschule in Kenia zu unterstützen. Viele Fähigkeiten, die wir in der Beratung gelernt haben, wie Projekt- oder Zeitmanagement, konnten wir bei unserem Schulprojekt gut einsetzen. In Kenia haben wir wiederum Fähigkeiten gewonnen, die in der Welt der Unternehmensberatung sehr nützlich sind: dass Rückschläge genauso wichtig sind wie Erfolge. Denn nur wer Fehler macht kann daraus lernen und besser werden. Außerdem wurden unsere interkulturelle Kompetenz, Führungsverantwortung und der Umgang mit Teilhabern geschult. Ein soziales Projekt wie der Bau einer Waisenschule, bedeutet nicht nur Mutter von meinem Sohn, sondern auch von weiteren 800 Kindern zu sein.“

Astrid engagiert sich für eine Waisenschule in Kenia. Quelle: Astrid Kühne
 

Gibt es etwas, was du speziell den Müttern unter den Edition F-Leserinnen sagen möchtest? 

„Viel zu oft werden arbeitende Mütter in Deutschland als Rabenmütter bezeichnet. Für das Wort ‚Rabenmutter‘ gibt es im Englischen oder Französischen keine Übersetzung. Die Amerikaner gehen wie selbstverständlich davon aus, dass Erfolg im Beruf für Erfüllung sorgt und dass gerade erfüllte Frauen gute Mütter sind. Ich wünsche allen Müttern unter den Edition F-Leserinnen, dass sie ihren eigenen Weg gehen und Erfüllung und Erfolg finden – im Beruf und als Mutter!“ 

Mehr über Accenture, die Besonderheiten des Unternehmens und die Karrierechancen in der Unternehmensberatung erfahrt ihr auf ihrem Karriereportal oder im Unternehmensprofil in unserer Jobbörse.

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