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„Für Frauen ist es anatomisch schwierig, einen Orgasmus zu haben? Ein Märchen!“

Als Coach hilft Gabriela Frauen, die keinen befriedigenden Sex haben, ihre Lust zu entdecken und auszuleben – ob mit dem Partner oder mit sich alleine. Wir haben mit ihr über ihre Arbeit gesprochen.

„Das Thema Sex ist für viele Frauen viel schambehafteter als für Männer“

Frauen kommen eben von Natur aus nicht so häufig beim Sex wie Männer, das ist halt so? Diese und ähnliche andere Mythen rund um die weibliche Lust halten sich hartnäckig, und suggerieren, Frauen seien grundsätzlich weniger lustvoll. Stimmt nicht, sagt Gabriela Mann: „Natürlich ist die sexuelle Lust als positive Energie bei Frauen genauso vorhanden, aber viele Frauen trauen sich nicht, sie aktiv einzufordern.“ Um das zu schaffen, aber auch um die eigene Lust überhaupt erst richtig zu entdecken, berät sie als ausgebildete „Integrated Relationship und Sexual Health“-Coach Frauen, die Schwierigkeiten haben, zum Orgasmus zu kommen – ob alleine oder beim Sex mit dem Partner.

Im Interview erzählt sie, was häufig die Gründe für solche Blockaden sind und wie so ein Coaching aussehen kann. Außerdem gibt sie auch schon erste konkrete Tipps für Übungen, mit denen man die eigene Lust (wieder) entfachen kann.

Gabriela, du bist ausgebildet als „Integrated Relationship und Sexual Health“-Coach. Was hat dich an der Ausbildung gereizt?

„Ich habe mich eigentlich schon immer für das Thema Gesundheit im ganzheitlichen Sinne interessiert – also, dass es Psyche und Körper gleichermaßen gut geht. Ein rein psychologisches Studium deckte das für mich nicht ab. Nach jahrelanger Suche nach einer Ausbildung, die ganzheitlich, aber auch wissenschaftlich ist, bin ich auf jene als ‚Integrated Sexual Health and Relationship’ Coach gestoßen. Die Ausbildung war sehr intensiv und eine Mischung aus wissenschaftlichen Ansätzen und extrem viel praktischem und körperbewusstem Arbeiten. Dabei habe ich gelernt, wie und wo Blockaden bei Frauen entstehen und wie man diese lösen kann, aber auch wie Männer sich in eine befriedigendere Sexualität fallen lassen können – also weg vom Schneller, Mehr und einer Porno-Ästhetik. Aber es geht bei der Arbeit auch um Trauma-Arbeit und erfolgsorientiertes Coaching.“

„Ich habe irgendwann nicht mehr an das Märchen geglaubt, dass Frauen aus anatomischen Gründen Schwierigkeiten haben, einen Orgasmus beim Sex zu erleben“

Heute hilfst du schwerpunktmäßig Frauen, die Schwierigkeiten damit haben, einen Orgasmus zu erleben. Wie kamst du dazu? Gab es einen Schlüsselmoment dafür, dass das Thema für dich wichtig wurde und du dich diesem beruflich widmen wolltest?

„Es gab bei mir auf jeden Fall den Schlüsselmoment! Nämlich, dass ich eines Tages mit einem wundervollen Mann zusammen war und unser Sex zwar schön war, aber mal wieder keineswegs befriedigend – ich also keinen Orgasmus hatte. Im Gegensatz dazu habe ich gemerkt, dass es für ihn ein krasses Erlebnis ist und er tiefe Befriedigung dabei erfährt. Ich war zu dem Zeitpunkt nicht mehr so jung, dass ich noch an das Märchen geglaubt hätte, dass Frauen aus anatomischen Gründen Schwierigkeiten haben, einen Orgasmus beim Sex zu erleben oder es nur den ‚richtigen’ Mann braucht, damit es irgendwann doch wie durch Zauberhand klappt. Es war der Moment, in dem ich dachte, dass es das doch nicht gewesen sein kann. Ich wollte nicht die nächsten Jahrzehnte meines Lebens immer den Kürzeren im Bett ziehen! Darum habe ich mich dann auf die Suche gemacht.

Auch weil ich ja da schon die Erfahrung gemacht hatte, dass ich alleine durchaus zum Orgasmus komme, aber mit einem Partner nie. Inzwischen hat sich mein Liebesleben um 180 Grad gedreht und das in kurzer Zeit. Leider bin ich kein Einzelfall. Es handelt sich hier regelrecht um eine Epidemie – rund 70 Prozent der Frauen leiden darunter. Nur darüber sprechen, das macht fast niemand. Ich möchte gerne dazu beitragen, den gesellschaftlichen Diskurs darüber zu öffnen. Es sollte okay sein, zuzugeben, dass das eigene Liebesleben im Moment nicht wirklich befriedigend ist. Ich würde am liebsten in die Welt schreien, dass es nicht so sein muss, sondern dass es Lösungsansätze gibt. Man muss sich nur trauen. Man muss sich nur ernst nehmen – das eigene Liebesleben und die eigenen Bedürfnisse.“

„Oft befriedigen Frauen die Bedürnisse ihres Partners, um ihn nicht zu enttäuschen.“

Wer sucht bei dir Hilfe? Suchen Frauen Hilfe, weil sie generell Probleme haben, zum Orgasmus zu kommen (auch bei der Selbstbefriedigung) oder eher, weil sie damit beim Sex mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin Schwierigkeiten haben?

„Beides. Und auch Frauen, die sich gar nicht trauen, sich selbst zu befriedigen. Am häufigsten ist der Fall, dass Frauen Schwierigkeiten haben, beim Sex mit dem Partner zum Orgasmus zu kommen. Für die meisten Frauen ist der Sex zwar in Ordnung, aber so richtig befriedigt gehen die meisten eher selten raus. Die Lust ist zwar da, aber es kommt nicht wirklich zu einer tiefen Befriedigung und Sättigung oder zum Orgasmus. Es gibt nicht den ‚Wow -Big Bang’-Moment! Den könnte es aber geben – jedes Mal aufs Neue und zwar in verschiedenen Formen. Oft fühlen wir Frauen uns auch von den Partnern überrumpelt und geben klein bei, um seine Bedürfnisse zu befriedigen, um ihn nicht zu enttäuschen und auch, um die Beziehung nicht in Gefahr zu bringen.

Leider führt das Verhalten langfristig aber zum sexuellen und körperlichen Shut-Down. Jedes Mal, wenn der Körper beim Sex Energie verliert, anstatt sie zu gewinnen beziehungsweise wenn die eigenen emotionalen und körperlichen Bedürfnisse im Liebesspiel nicht befriedigt werden, ist das für den Körper und die Seele eine Belastung. Darum ziehen sich viele Frauen nach Monaten oder Jahren auch sexuell zurück, weil die Belastung unbewusst zu groß, also traumatisch, wurde – auch wenn es kein einzelnes, großes, dramatisches Erlebnis gab. Das ist insofern schade; denn wenn wir Frauen lernen würden, unsere Sexualität so zu leben, dass wir dabei auch richtige Befriedigung erleben und das auch durchsetzen würden, wäre für alle so viel gewonnen. Klar kann es sein, dass der Partner auch dazulernen muss, aber das ist ja normal im Leben.“

Wie kann man sich so ein Coaching bei dir konkret vorstellen? Sprichst du mit den Frauen und zeigst ihnen aber auch ganz konkret, was sie tun können beziehungsweise wie sie sich selbst zum Orgasmus bringen?

„Ich mache erstmal ein Eins-zu-eins-Coaching via Skype, bei dem wir das gewünschte Ziel formulieren. Dann schaue ich, wo die Blockaden im Körper, Geist oder Seele sitzen, die bisher verhindert haben, ein befriedigendes Liebesleben zu leben oder zu erschaffen. Diese Blockaden haben eigentlich eine Schutzfunktion, also muss man damit auch vorsichtig umgehen. Parallel gebe ich meinen Klientinnen Hausaufgaben, um den Körper neu zu öffnen, um neues Vertrauen in Zärtlichkeit und Berührung zu bekommen. Diese Übungen sollten die Klientinnen drei- bis fünfmal die Woche machen und dazu gibt es auch Audio-Dateien, mit einfachen, geführten Übungen. Zusätzlich biete ich einen Onlinekurs an, der quasi wie ein Gruppencoaching funktioniert. Und es gibt einige Workshops in Yogaschulen und Reisen, wie dieses Jahr nach Ibiza. Viele Frauen empfinden das Gruppenerlebnis als sehr bereichernd, weil sie da erkennen, dass sie mit ihren Ängsten, Wünschen und Enttäuschungen gar nicht alleine sind, sondern es ganz viele Frauen gibt, die genau das Gleiche erleben.“

Sind die von dir angesprochenen körperlichen Blockaden für dich der Hauptgrund, warum manche Frauen keinen Orgasmus erleben können?

„Der körperlichen Blockade geht fast immer eine emotional-psychische Blockade voraus. Ich würde sagen, dass nur etwa zehn Prozent der Frauen reine körperliche Blockaden haben. Der Rest ist vor allem die Angst davor, die eigene Lust und die eigenen Bedürfnisse auszudrücken. Das liegt insbesondere daran, dass die sexuelle Lust der Frau mit so viel Scham behaftet ist und jahrhundertelang unterdrückt wurde. Noch vor 50 Jahren wurden Frauen gesellschaftlich geächtet, wenn sie außerehelich sexuell aktiv waren. Das prägt auch die Generationen danach und lässt sich nicht von heute auf morgen ausschalten. Aber zum Glück kann man die Unterdrückung der Lust, die im Stammhirn und limbischen System stattfindet, auch wieder rückgängig machen, wenn man gezielt daran arbeitet. Wenn eine Blockade gelöst wird, steht davor meistens eine Angst. Man muss also bereit sein, diese Angst wahrzunehmen, zu spüren und dann loszulassen. Es ist aber eine gute und schöne Arbeit, weil man dabei ganz viele gute und sinnliche Gefühle entdeckt. Es ist wie ein Schritt für Schritt nach Hause kommen – in den eigenen Körper und ins eigene Ich.“

„Oh krass, so soll sich das eigentlich anfühlen!“

Wie kann man denn solche körperlichen Blockaden erkennen?

„Die körperlichen Blockaden sind vor allem dadurch erkennbar, dass man nichts spürt, dass man starke Schmerzen hat oder dass man sehr verkrampft ist. Als ich mit meiner eigenen Arbeit angefangen habe, hatte ich nach einer Weile das Aha-Erlebnis, dass sich das Innere meiner Vagina plötzlich als weich und sinnlich wahrgenommen habe. Da habe ich gedacht ‚oh krass, so soll sich das eigentlich anfühlen!’. Bei den Brüsten ist es das gleiche. Viele Frauen empfinden die Berührung an der Brust gar nicht als angenehm oder sie spüren gar nichts in der Brust. Das war bei mir früher auch so. Die körperlichen Blockaden kann man ganz einfach mit liebevoller Berührung lösen. Für die Brüste eignet sich zum Beispiel eine ganz simple Brustmassage. Und für den Genitalbereich etwa mit einem Kegelball zu arbeiten oder Schritt für Schritt mit dem Finger hinein zu spüren, einzuatmen, tief auszuatmen, loszulassen und die Empfindungen zuzulassen, die dann erst mal hochkommen. Das ist quasi wie Physiotherapie. Wer mal einen Gips hatte, der weiß wie es sich anfühlt, wenn man das Körperteil dann wiederbelebt und bewegt. Es ist aber echt eine tolle Chance, um eine ganz neue Seite an und in sich zu entdecken – im Leben und an Lebensenergie.“

Was ist mit dem Kopf? Der kann einem doch sicher bei einem Orgasmus auch im Weg stehen. Etwa, wenn es um die von dir auch schon angesprochene Scham geht, die ich bei Frauen viel ausgeprägter wahrnehme als bei Männern.

„Ja total, leider ist das Thema bei Frauen viel schambehafteter als bei Männern. Das hat vor allem wieder gesellschaftliche Hintergründe. Auch wenn wir schon weit gekommen sind, würden die meisten Menschen noch immer innerlich leicht die Nase rümpfen, wenn sie hören, dass eine Frau schon mit 40 Männern geschlafen hat, wohingegen das bei einem Mann in der Regel schulterzuckend hingenommen werden würde. Darum trauen sich viele Frauen einfach nicht, ihre sexuelle Lust frei zu leben. Viel schlimmer aber noch: Sie verstecken ihre Lust auch vor sich selbst, weil die Angst als Flittchen, Hure oder sonstiges dazustehen, noch tief verwurzelt ist. Männer reagieren dagegen viel selbstverständlicher auf das, was sie wollen. Wenn zuhause im Bett nichts läuft, holen sie sich das halt woanders – bei einer sinnlichen Massage, bei einer Prostituierten oder einer Affäre. Warum auch nicht, wenn der gesellschaftliche Konsens so aussieht, dass Männer Befriedigung bekommen ‚müssen’, weil sie ja sonst im Leben gar nicht mehr funktionieren. Mich macht dieser Doppelstandard echt wütend. Denn natürlich ist die sexuelle Lust als positive Energie bei Frauen genauso vorhanden, aber durch jahrhundertelange, sexuelle Ächtung trauen sich viele Frauen nicht, sie aktiv einzufordern. Ganz im Gegenteil, sie wird versteckt und unterdrückt. Das bringt natürlich ein unsagbar großes Ungleichgewicht in die Gesellschaft und in Beziehungsstrukturen.

Diese gesellschaftliche Ächtung steht dem Orgasmus auf jedem Fall im Weg. Auf persönlicher Ebene sind es dann individuelle Erfahrungen, die sich ins Stammhirn eingeprägt haben. Etwa, dass es nicht sicher ist, wenn man seine Lust spürt und lebt, zum Beispiel weil man Angst hat, beim Masturbieren erwischt oder für die eigenen Wünsche negativ bewertet zu werden, aber natürlich auch religiöse Dogmen und schlimme Erlebnisse wie sexualisierte Gewalt. Man muss also das Stammhirn nach und nach erleben lassen, dass es okay und sicher ist, die eigene Lust wahrzunehmen und auszudrücken. Das ist quasi das Tor zum Orgasmus.“

Wenn wir bei den mentalen Hürden bleiben: Welche Rolle spielt deiner Erfahrung nach, dass viele Frauen ihre eigene Lust nicht so wichtig nehmen wie die ihres Partners?

„Das spielt eine sehr große Rolle, vielleicht sogar die größte. Um es drastisch auszudrücken, lassen wir Frauen häufig im Bett einfach mit uns machen, was die Männer wollen. Auch, um möglichen Konflikten aus dem Weg zu gehen – nach dem Motto: ‚Hauptsache er ist zufrieden und die Beziehung ist harmonisch. Dann tut es halt weh, ist unangenehm oder ich komme schon wieder nicht. Ist ja egal. Sex ist für ihn ja viel wichtiger als für mich.’ Meiner Erfahrung nach handeln so die meisten Frauen – das muss man sich mal vorstellen! Angenommen, wir würden das umdrehen: Wie oft hätte wohl ein Mann Lust, wenn er von zehn Mal Sex nur zwei Mal einen Orgasmus bekommt, sonst immer unbefriedigt bleibt und fünfmal dabei vielleicht auch noch Schmerzen hat? Ich glaube, nach einer Woche wäre es mit dem Sex in der Beziehung vorbei.

Die Sache ist aber vor allem die, dass richtig gelebte Lust eine tiefe Sättigung und Harmonie ins Leben bringt, abgesehen von der guten Laune. Nur, die wenigsten Frauen gönnen sich ein Liebesleben in dieser Form oder arbeiten daran, sich ein solches zu schaffen. Kein Wunder, es hat uns ja auch niemand darüber aufgeklärt. Viele von uns wissen nicht einmal, dass der weibliche Körper ejakulieren kann und dass die Klitoris und die Schamlippen, wenn wir tatsächlich erregt sind, genauso anschwillt wie der Penis! Das wurde vor paar hundert Jahren aus den westlichen Anatomiebüchern gestrichen. Eine Frau, die auf ihre Vagina hört, lässt sich schließlich nicht einfach mit irgendwem verheiraten. Also bitte nie Geschlechtsverkehr haben, wenn man nicht wirklich erregt ist. Dann ist es nämlich unangenehm und man hat so Gedanken wie „ich wünsche mir, dass es schnell vorbei ist.“

„Yoga ist insofern ein guter Schritt zur eigenen Orgasmusfähigkeit, da der weibliche Orgasmus oft dadurch verhindert wird, dass wir mit der
Aufmerksamkeit beim Sex zu viel im Außen sind.“



Du gibst auch Yoga-Workshops, um leichter zum Orgasmus kommen zu können. Was kann Yoga bei dem Thema bewirken?

„Bei meinen Workshops in den Yogaschulen erkläre ich vor allem erst mal die Natur der weiblichen Sexualität und des weiblichen Orgasmus. Darüber hinaus machen wir erste Übungen, um wieder mehr in Kontakt mit unserer Sinnlichkeit, der Vagina, und dem eigenen Empfinden im Körper zu kommen. Yoga ist insofern ein guter Schritt zur eigenen Orgasmusfähigkeit, da der weibliche Orgasmus oft dadurch verhindert wird, dass wir mit der Aufmerksamkeit beim Sex zu viel im Außen sind, anstatt bei uns im eigenen Körper. Man ist im Kopf, hat dann Angst, dass man vielleicht nicht attraktiv aussehen könnte oder man versucht es dem anderen recht zu machen, anstatt auf die eigenen Empfindungen im Körper zu hören, diese wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Beim Yoga wird die Achtsamkeit auf das eigene Innere und die eigene Empfindsamkeit gelegt. Das schult natürlich ungemein, um auch beim Sex mehr bei sich bleiben zu können, anstatt es dem anderen recht machen zu wollen.“

„Die Wechseljahre können sexuell eine richtig tolle Zeit werden!“

Wie alt sind die Frauen, die zu dir kommen, im Durchschnitt und kannst du Unterschiede in der Problematik hinsichtlich des Alters erkennen? Oder haben alle Frauen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen?

„Meine Klientinnen sind zwischen 25 und um die 60. Die meisten Frauen sind Anfang, Mitte 30. Ich denke, es hat damit zu tun, das wir dann in einem Alter sind, indem man uns keine Märchen mehr verkaufen kann und wir plötzlich einfach wahrnehmen, dass wir unser Liebesleben eigentlich gar nicht als befriedigend empfinden. Wir wollen nicht, dass es 40 Jahre so weitergeht. Eigentlich haben alle Frauen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen und zwar ganz einfach, dass sie keinen regelmäßigen Orgasmus mit ihrem Partner erleben und dass sie es nicht schön finden, wie sich das Sexleben eingespielt hat in ihrer Partnerschaft. Viele klagen auch darüber, dass Sex einfach zu pornografisch ist, also zu hart und schnell und zu wenig Sinnlichkeit.

Fast alle Frauen haben Schwierigkeiten damit, ihre eigenen sexuellen Bedürfnisse oder Wünsche auszudrücken. Viele Frauen haben, nachdem sie Kinder bekommen haben, ein Erwachen, dass sie merken, so kann es nicht weitergehen. Natürlich ist das auch noch mal eine ganz neue Situation, der Körper hat sich verändert und auch die Bedürfnisse. Die Nähe zum Partner ist nicht mehr die einzig wichtige, da man sie auch durch die Kinder erfährt. Darum ist die sexuelle Befriedigung mit dem Partner in den Vordergrund gerückt – und wenn die nicht gegeben ist, passt es einfach nicht mehr. Dann muss man am Liebesleben arbeiten. Einige Frauen haben auch einen sexuellen Neuanfang um die Wechseljahre herum. Das kann sexuell auch eine richtig tolle Zeit werden!“

„Kinder masturbieren eben, da ist nichts dabei – und das sollte man ihnen auch vermitteln.“

Was würdest du sagen, wie wichtig ist es für eine gesunde Sexualität und auch gute Beziehung zu sich selbst, dass auch Kindern schon altersgerecht Fragen zu ihren Körpern und zur Sexualität beantwortet werden? Und wie kann man das beispielsweise innerhalb der Familie angehen?

„Ja, das ist sehr wichtig. Man muss eine gute Mischung finden, was die sexuelle Erziehung der Kinder betrifft. Zum Beispiel sollte man auf Masturbation nie schockiert oder dergleichen reagieren, denn so wird Scham mit sexueller Lust in ihrem Stammhirn verankert. Kinder masturbieren eben, da ist nichts dabei. Sollte man ein Kind zufällig beim Masturbieren sehen, dann sollte man das auf eine gewisse Art und Weise zärtlich wahrnehmen und vielleicht an einem anderen Tag ins Gespräch gehen sowie erklären, was sexuelle Energie ist und dass sie wichtig ist – und dass man sich dafür am besten einen guten, geschützten Raum sucht, um sich selber genießen zu können.“

Mehr Infos zu ihrer Arbeit als Coach findet ihr auf www.meinliebesleben.de

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