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Gute Führung: Fragen, die sich jeder Chef einmal stellen sollte

Gute Führung hat auch viel damit zu tun, sich auch wirklich mit den Aufgaben auseinanderzusetzen, die eine Chef-Position mit sich bringt. Und genau deshalb sollte sich jeder Chef und jede Chefin diese Fragen stellen – und natürlich beantworten.

 

Fragen, die den Führungsstil verbessern

Wer in seiner Führungsposition auch
wirklich die Funktion als leitendes, motivierendes und inspirierendes Mitglied
des Teams übernehmen will, der kann das Team nicht einfach nur laufen lassen und erwarten, dass sich daraus Höchstleistungen ergeben. Um andere dazu zu
bringen, kritisch zu denken, Neues zu tun und sich auf andere Sichtweisen
einzulassen, kann man sich nicht mit einfachem Delegieren und Richtungsvorschlägen
aus der Affäre ziehen – sondern sollte als Chef oder Chefin aktiv dazu beitragen, dass das Team
gemeinsam zu den bestmöglichen Resultaten kommt.

Aber wie macht man das – und wie
schafft man es als Chef selbst, motiviert zu bleiben? Genau diese Fragen
stellte Jo Miller für The Muse vier Führungskräften. Und das sind die
spannenden Antworten.

Mache ich das Richtige aus den
richtigen Gründen?

Diese Frage stellt sich Angie Gels,
Vice President, Human Resources bei The Nielsen Company. Denn im Tagesgeschäft
ist es leicht, Entscheidungen aus unternehmenspolitischen Gründen oder basierend auf dem leichtesten Weg zu treffen. Die Frage ist aber,
ob Unternehmenspolitik und Einfachheit immer Entscheidungen begründen sollten? Als Beispiel nennt sie Entscheidungen, die
das Teambuilding betreffen: Es sei einfach, ein Team um eine einzige, charakterstarke Person aufzubauen, um so Harmonie und ein gutes Miteinander zu schaffen – aber
letztlich wäre es oft besser, hier eine kontroverse Entscheidung zugunsten
einer neuen Dynamik zu treffen.

Sich also selbst immer wieder in seiner
Handlung zu überprüfen ist langfristig richtig – und für Gels hat diese Strategie auch schon sehr zu ihrer Reputation beigetragen,  wie sie The Muse erzählt.

Verbringe ich genug Zeit mit dem Team?

Für Kevin Arceneaux, Region Vice
President bei Mondelēz
International, ist die Frage nach der gemeinsamen Zeit essentiell, um eine gute Führung möglich
zu machen. Und das bedeutet nicht alleine, regelmäßig im Büro anwesend zu
sein. Zeit mit dem Team zu verbringen beinhaltet ein wirkliches Miteinander, Fragen zu
stellen, interessiert sein an den Aufgaben und Projekten – und den Problemen sowie
Freuden, die diese mit sich bringen. Auch regelmäßige Einzelgespräche
sind ein probates Mittel, um nicht nur der Chef am Ende des Flures, sondern ein
wirklicher Ansprechpartner zu sein.

Wurde nach einem Gespräch mit mir das
Potential meiner Mitarbeiter aktiviert?

Was für eine Wirkung hat mein
Führungsstil auf das Potential, das meine Mitarbeiter mit sich bringen? Das ist die Frage, die Craig Ross, CEO und
President bei Verus Global, sich regelmäßig in Erinnerung ruft. Wenn die Auseinandersetzung
mit den Mitarbeitern vor allem von negativen Phrasen, wie: „Das kannst du (noch) nicht“ oder: „Das ist der falsche Weg für…“ geprägt ist, dann kann man sich sicher sein,
dass die Mitarbeiter nicht motiviert an ihren
Arbeitsplatz zurückkehren und mit Hochdruck weiterarbeiten.

Stattdessen sollte man diese Situation
nutzen, um im Gegenüber das eigene Potential zu fördern und den Gedanken, mehr
erreichen zu können, frei zu setzen. Viele Chefs unterschätzen leider die
Wirkung, die ein Lob oder auch nur eine positive Auseinandersetzung auf den
Mitarbeiter haben kann. 

Wer wird mein Nachfolger sein – und ist
er oder sie bereit dafür?

Die Frage, die sie sich Stephanie
Matthews, Executive Director of Real-Time Strategy bei Golin immer wieder
stellt, ist eine, die ihr bereits von einem früheren Chef mitgegeben wurde: Wer
wird meine Nachfolgerin oder mein Nachfolger sein, und was kann ich tun, um sie
oder ihn zu fördern?

Um das herauszufinden fragt sich
Matthews bei Aufgaben, die sie selbst leicht erledigen kann, wer aus ihrem Team
das auch könnte. Das reflektiert nicht nur die eigenen Fähigkeiten und
Aufgaben, sondern führt auch dazu, sich wirklich mit seinem Team und den
einzelnen Mitgliedern auseinanderzusetzen. In dem sie Aufgaben immer mal wieder
abtritt, findet sie heraus, wer ein möglicher Kandidat sein könnte, welches
Potential vorhanden ist und gibt auch ihren Mitarbeitern in regelmäßigen
Abständen die Möglichkeit zu zeigen.

Welche Fragen können noch hilfreich sein?

Wir finden: Ein spannender Ansatz, denn
sich selbst zu reflektieren, hilft nicht nur im Privaten zur
Persönlichkeitsbildung, sondern ist auch im Beruf ein wichtiges Instrument, um
seinen Job zu erfüllen. Eine Frage, die wir noch hinzufügen würden wäre:

Ist mir die Perspektive des Gegenübers
wirklich bewusst?

Im Trubel des Arbeitsalltags und vor allem, im Versunken
sein in den eigenen Aufgaben, kann der Bezug zu den Positionen der Mitarbeiter
verloren gehen. Und das schürt nicht nur vermeidbaren Frust, sondern kann auch zu
echten Missverständnissen führen. Sich wirklich auf die Perspektive des anderen
einzulassen, bedarf einer bewussten Auseinandersetzung.  So kann man das Potential und die Skills des Teams noch besser ausschöpfen und fördern.

Welche Fragen haltet ihr essentiell, im eine gute Führung zu
etablieren und aufrecht zu erhalten?

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