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Die besten Bücher für den Frühling – von 21 Autorinnen, die viel zu sagen haben

Der Frühling ist da, man ist wieder draußen unterwegs und dabei darf natürlich eins nicht fehlen: Ein gutes Buch in der Tasche. Wir haben hier ein paar Empfehlungen für euch. Die Werke sind – rein zufällig – alle von Autorinnen.

#FrauenLesen

Endlich bleibt es länger hell, man kann das erste Eis essen und ganz wichtig: Sich wieder mit einem guten Buch in der Tasche in einen Park, auf die Veranda oder in ein Eiscafé setzen. Braucht ihr noch Inspiration, welches Buch mit soll? Kein Problem, wir haben für euch eine Liste mit Büchern, die wir euch alle herzlich empfehlen können! Von Freiheit und Single-Sein über Vorbilder, veraltete Schönheitsbilder bis hin zu feministischen Müttern und neuen Held*innen. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei:

Kristina Hänel: Das Politische ist persönlich: Tagebuch einer „Abtreibungsärztin“

Quelle: Argument Verlag

Kristina Hänel ist eine der wichtigsten Stimmen in der Debatte um Paragrafen 219a. Als Frauenärztin positioniert sie sich ganz klar gegen den Paragrafen und kämpft für das Recht auf Information zum Schwangerschaftsabbruch. In ihrem Buch schreibt sie über ihre Motivation, Gedanken und Gefühle und ermöglicht einen Blick auf den Menschen hinter der öffentlichen Person.

Kristina Hänel: Das Politische ist persönlich: Tagebuch einer »Abtreibungsärztin« Argument Verlag, 2019, 250 Seiten, 15,00€.

Erica Fischer: Feminismus Revisited

Quelle: Berlin Verlag

Die Autorin Erica Fischer ist eine der Gründerinnen der österreichischen Frauenbewegung. Für ihr Buch spricht sie mit vielen jungen Frauen und vergleicht ihre Gespräche mit einer belebenden Reise. In ihrem Buch „Feminismus Revisited“ wirft sie einen Blick auf den erneuten Aufbruch junger Frauen und erklärt, warum Feminismus ein gesamtgesellschaftliches Projekt ist, von dem die Zukunft unserer Gesellschaft abhängt.

Erica Fischer: Feminismus Revisited. Berlin Verlag, 2019, 318 Seiten, 20,00€.

Giulia Becker: Das Leben ist eins der Härtesten

Quelle: Rowohlt Verlag

In ihrem Debütroman erzählt Giulia Becker die Geschichte der wundersamen Silke Möhlenstedt. Sie hat vor 27 Jahren, im wahrsten Sinne des Wortes, die Bremse gezogen. Die Folgen davon: Scheidung, Jobverlust, finanzieller Schaden, zwei ausgeschlagene Schneidezähne beim Zugführer Rudi Paschkens. Seitdem besteht ihr Leben aus den Leben der Menschen, die ihnen bei den Sozialstunden begegnen.  Als dann auch noch ihr verbitterter Ex-Mann versucht, sich wieder in Silkes Leben zu drängen, platzt ihr der Kragen.

Giulia Becker: Das Leben ist eins der Härtesten. Rowohlt Verlag, 2019, 224 Seiten, 20,00€.

Fatma Aydemir, Hegameh Yaghoobifarah: Eure Heimat ist unser Albtraum

Quelle: Ullstein Verlag

In ihrem Buch halten Fatma Aydemir und Hegameh Yaghoobifarah Deutschland den Spiegel vor: Einem Land, das sich als vorbildliche Demokratie versteht und gleichzeitig einen Teil seiner Mitglieder als “anders” markiert und weder wertschätzt noch schützt. Das Buch ist ein Manifest gegen Heimat und sammelt Beiträge zu dem Thema von 14 verschiedenen Autor*innen.

Fatma Aydemir, Hegameh Yaghoobifarah: Eure Heimat ist unser Albtraum: Mit Beiträgen von Sasha Marianna Salzmann, Sharon Dodua Otoo, Max Czollek, Mithu Sanyal, Olga Grjasnowa, Margarete Stokowski uvm. Ullstein Verlag, 2019, 208 Seiten, 20,00€.

Sophie Fontanel: Glückssträhnen

Quelle: Ebersbach & Simon Verlag

Sophie Fontanel, ehemalige Modechefin der Elle, beschließt, sich nicht mehr ihre Haare zu färben. Ab diesem Moment läuft sie mit teils schwarzen und teils grauen Haaren durch ihr Leben und lässt über Social Media an ihren alltäglichen Erfahrungen und Gefühlen teilhaben. Ihre Entscheidung greift ein Thema auf, welches heutzutage schon längst verständlich sein sollte. Mit ihrem Buch „Glückssträhnen“ möchte sie Frauen Mut machen sich neu zu erfinden und ihre “grauen” Jahre entspannt zu genießen.

Sophie Fontanel: Glückssträhnen: Eine Liebeserklärung an meine weißen Haare. Ebersbach & Simon, 2019, 201 Seiten, 20,00€.

Jagoda Marinić: Sheroes: Neue Heldinnen braucht das Land

Quelle: S. Fischer Verlag

Die Bewegung hinter #MeToo ist noch lange nicht vorbei, sondern muss weitergeführt werden: Es muss offen über Macht, Rollen und Politik gesprochen werden – dabei müssen wir aber als gesamte Gesellschaft mit ins Boot geholt werden. Das Buch dient als Anstoß und Inspiration sich neu zu definieren und neue Held*innenrollen zu erfinden.

Jagoda Marinić: Sheroes: Sheroes: Neue Held*innen braucht das Land. S. Fischer Verlag, 2019, 125 Seiten, 12,00€.

Liv Strömquist: I’m every woman

Quelle: Avant Verlag

Liv Strömquist schreibt die Geschichte um: Ihre Leser*innen begegnen in ihrem Buch Frauen, die sich im Schatten ihrer hochgelobten Männer bewegen mussten. Sie bietet den Frauen eine breite Bühne und schenkt ihnen Aufmerksamkeit, anstatt sie zu einer Fußnote zu reduzieren. Ihre Gesellschaftskritik ist kombiniert mit unbändiger Freude an Sprachwitz, berechtigter Wut, fundiertem Hintergrundwissen und ausdrucksstarken Zeichnungen.

Liv Strömquist: I’m every woman. Avant Verlag, 2019, 111 Seiten, 20,00€.

Ferda Ataman: Ich bin von hier. Hört auf zu fragen

Quelle: S. Fischer Verlag

Ferda Ataman ist mit einem nicht typisch deutschen Namen aufgewachsen und hat genug davon, dauernd erklären zu müssen, wo sie herkommt und zu beweisen, dass sie gut integriert ist. In ihrem Buch „Hört auf zu fragen ich bin von hier“ schreibt sie darüber, warum Migrant*innen Deutschland nichts schulden, Integration sich nicht lohnt und sie sich nicht mehr aus der Debatte zurückziehen wird.

Ferda Ataman: Ich bin von hier. Hört auf zu fragen!. S. Fischer Verlage, 2019, 201 Seiten, 13,00€.

Kate Conolly: Exit Brexit: Wie ich Deutsche wurde

Quelle: Hanser Literaturverlage

Das Referendum zum Brexit stellt das Leben vieler Brit*innen auf den Kopf – auch das von Kate Connolly. Sie lebt seit Jahren in Deutschland, ist Korrespondentin des Guardian und stand vor der großen Frage, ob sie Deutsche werden möchte. In ihrem Buch schreibt sie, ohne Verlust ihres britischen Humors, über ihren Weg zum deutschen Pass und gibt die persönlichste Antwort auf den Brexit, die man geben kann.

Kate Conolly: Exit Brexit: Wie ich Deutsche wurde. Hanser Verlag, 2019, 302 Seiten, 19,00€.

Diana Volkmann: Lavendelmädchen: Der Kampf um mein Leben nach dem Missbrauch

Quelle: Eden Books

Diana Volkmann wurde als kleines Mädchen missbraucht und alle schauten weg. Sie ist eine von vielen Betroffenen, bricht nun das Schweigen und erzählt ihre Geschichte. In ihrem Buch erzählt sie wie sie bei ihrer Großmutter aufwächst und hin und wieder ihre Nachbarn besucht. Doch der vermeintlich nette Nachbar missbraucht Diana im Beisein seiner Ehefrau. Ihre Großmutter möchte davon nichts hören und schaut weg, wie alle anderen. Bis heute kämpft Diana gegen die körperlichen und physischen Folgen des Missbrauchs.

Diana Volkmann: Lavendelmädchen: Der Kampf um mein Leben nach dem Missbrauch. Eden Books, 2019, 236 Seiten, 12,95€.

Erica Millar: Happy Abortion: Mein Bauch gehört mir – noch lange nicht

Quelle: Wagenbach Verlag

Gehört mein Bauch wirklich mir? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Autorin und Forscherin Erica Miller und beschreibt, warum das Thema Abtreibung bis heute mit Scham belegt ist und enormen Druck von außen erfährt, etwa auch durch die aktuellen Debatten um die Paragrafen 218 und 219. Fast jede dritte Frau hat in ihrem Leben schon eine Abtreibung gehabt und trotzdem wird weiterhin geschwiegen. In ihrem Buch bringt Erica Miller die positiven Erfahrungen mit Abtreibung zur Sprache und zeigt, dass eine Abtreibung nicht mit einer Traumatisierung verknüpft ist, sondern auch mit Dankbarkeit.

Erica Millar: Happy Abortions – Mein Bauch gehört mir – noch lange nicht. Wagenbach Verlag, 2018, 222 Seiten, 22,00€.

Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen

Quelle: Verbrecher Verlag

Freund*innenschaft hört beim Geld auf – diese Erfahrung musste auch die Protagonisten Resi des Buches „Schäfchen im Trockenen” machen. Ein Untermietverhältnissen unter Freund*innen ist nicht die sicherste Wohnform, vor allem nicht, wenn die Freund*innenschaften brüchig werden. Resi hätte es vielleicht ahnen können, dass spätestens bei der Familiengründung der erbfähige Teil aus dem Freund*innenkreis abbiegt Richtung Eigenheim und sie als Aufsteiger*innenkind zusehen muss, wie sie da mit hält. Doch Resi wusste es nicht.

Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen: Roman. Verbrecher Verlag, 2018, 300 Seiten, 22,00€.

Claudia Cornelsen, Michael Bohmeyer: Was würdest du tun? Wie uns das bedingungslose Grundeinkommen verändert

Quelle: Econ Verlag

Wie würdest du dein Leben gestalten, wenn du ein bedingungsloses Grundeinkommen hast? 2014 startete Michael Bohmeyer ein Gesellschaftsexperiment und sammelte per Crowdfunding 12.000 Euro. Das Geld verloste er direkt wieder und die 24 Gewinner*innen bekamen 1.000€ im Monat – ohne Bedingungen. Die beiden Autor*innen Claudia Cornelsen und Michael Bohmeyer treffen die 24 Menschen, zeigen wie sich ihr Leben verändert hat und entdecken bei allen das „Grundeinkommensgefühl“: Keiner empfindet mehr einen Mangel und jeder kann sein Leben selbst in die Hand nehmen. Das Grundeinkommen ist der Weg hin zu einer Verbesserung der Gesellschaft.

Claudia Cornelsen, Michael Bohmeyer: Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis. Econ Verlag, 2019, 285 Seiten, 16,00€.

Heike Blümner, Laura Ewert: Schluss jetzt: Von der Freiheit sich zu trennen

Quelle: Hanserblau Verlag

Manchmal ist es besser zu gehen, anstatt zu bleiben. Wir verknüpfen Trennungen mit Niederlagen, doch das muss nicht sein: Trennungen können sogar ungeahnte Energien freisetzen. Die beiden Autorinnen Heike Blümner und Laura Ewert erklären hoffnungsvoll und provokant wie man Angst und Konvention überwindet, sich der Verantwortung stellt und sich letztlich trennt.

Heike Blümner, Laura Ewert: Schluss jetzt: Von der Freiheit, sich zu trennen. Hanser Blau Verlag 2019, 223 Seiten, 15,00€.

Sophie Passmann: Alte weiße Männer

Quelle: Kiwi Verlag

Alle sprechen über den “alten weißen Mann”, doch wer steckt dahinter? Sophie Passmann versucht in ihrem Buch sich dem Bild anzunähern. Dafür hat sie mit 16 vermeintlichen alten, weißen Männer gesprochen über Sexismus, Feminismus, Chancengleichheit und die Frauenquote. Über diese Themen spricht sie unteranderem mit Robert Habeck, Ulf Poschardt und Claus von Wagner und ist bei den Gesprächen auf der Suche, wie man unterschiedliche Lebensrealitäten vereinen kann.

Sophie Passmann: Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch. Kiwi Verlag, 2019, 302 Seiten, 12,00€.

Zinzi Clemmons: Was verloren geht

Quelle: Ullstein Verlag

Thandi ist die Protagonistin des Romans “Was verloren geht”. Die Worte einer Mitschülerin “Du bist ja gar keine richtige Schwarze” begleiten sie bis heute als junge Erwachsene. Ihr ganzes Leben fühlt sie sich nie richtig zugehörig und Johannesburg, die Heimat ihrer Mutter, erscheint ihr weit entfernt. Bis ihr Mutter an Krebs erkrankt: Es beginnt eine schmerzliche Reise zu ihren Wurzeln und eine Suche nach Halt, Liebe und Familie.

Zinzi Clemmons: Was verloren geht: Roman. Ullstein Verlag, 2019, 237 Seiten, 20,00€.

Silvia Follmann: A Single Woman: Ein Plädoyer für Selbstbestimmung und neue Glückskonzepte

Quelle: Goldmann Verlag

In ihrem Buch „A Single Woman“ schreibt Silvia Follmann darüber, warum sich das Klischee, dass ein Leben als Singlefrau das schlechtere Leben ist, sich so hartnäckig hält. Sie gibt Antworten darauf, warum wir gesellschaftlich Frauen immer noch an diese sehr kleine Idee von einem guten Leben binden wollen. Aber vor allem, warum es so wichtig ist, sich vom sozialen Konstrukt der unglücklichen Singlefrau frei zu machen. Denn das gute Leben gibt es in ganz vielen verschiedenen Versionen.

Disclaimer: Silvia Follmann ist Redaktionsleiterin bei EDITION F. Einen Auszug aus ihrem Buch könnt ihr hier lesen .

Silvia Follmann: A Single Woman: Ein Plädoyer für Selbstbestimmung und neue Glückskonzepte. Goldmann Verlag, 2019, 240 Seiten, 12,00€.

 

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