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Warum es den einen richtigen Lebensweg nicht gibt – und das auch gut so ist

Wir sind in der Gestaltung unseres Lebens so frei, wie es noch vor Jahrzehnten kaum denkbar gewesen wäre. Anstatt ständig darüber zu debattieren, welches der richtige Weg ist, sollten wir lernen unsere Freiheit auszuhalten und unsere Vielfalt zu genießen.

Jede Woche weiß jemand Neues, welcher Lebensweg der richtige ist

Es vergeht keine Woche, in der nicht irgendwo ein Artikel oder ein
Buch oder eine Debatte auftaucht, in der irgendjemand ganz genau weiß,
welcher Lebensweg der einzig richtige ist. Praktischerweise ist es immer
der eigene.
Es geht aber nicht nur um die großen Lebensthemen, Mutter werden oder
nicht, und wenn ja, was für eine, sondern auch in kleinen Bereichen, wie
der Ernährung, wird verglichen und darüber gezankt, welches nun die
eine richtige Form ist.

Dabei kann es den einen richtigen Weg gar nicht geben, weil die
Menschen viel zu verschieden sind, und das ist ja auch schön so. Sonst
wäre jeder ich oder ich jeder andere – wir wären einfach alle gleich. Jeder Mensch
hat eine eigene Geschichte und Prägung, unterschiedliche Anlagen und ein
individuelles Umfeld und Umstände. Wir können gar nicht alles
nachvollziehen und verstehen, was andere entscheiden und für richtig
halten. Wir können nur zuhören und begreifen und akzeptieren und – im
besten Fall – auch etwas dazulernen.

Wir müssen lernen, unsere Freiheit auszuhalten

Ich denke, diese Debatten entspringen dem Wunsch nach Orientierung im
Leben. Es ist noch nicht allzu lange her, dass diese Orientierung nur
im Außen zu finden war, weil der Lebensweg den Menschen strikt
vorgegeben war. Darunter haben sicherlich viele gelitten, aber ich nehme
an, dass dieser enge vorgezeichnete Rahmen auch eine gewisse
Verantwortung von den Schultern jedes Einzelnen genommen hat. Dass eine
gewisse Schicksalsergebenheit es auch erleichtert hat, schwierige
Umstände im Leben auszuhalten.

Wir müssen nun lernen, unsere Freiheit auszuhalten. Orientierung in
uns selbst und weniger im Außen suchen. Akzeptieren, dass viele
unterschiedliche Lebenswege möglich sind und vor allem, dass sie
gleichwertig sind. Unser eigener mag für uns persönlich richtig und
stimmig sein, aber er ist nicht besser als der der anderen.

Vielfalt feiern statt sie zu verdammen

Und wenn wir die eine große Gemeinsamkeit im Außen suchen, dann kann sie nur lauten: Vielfalt!

Anstatt dieser ewigen von Selbstgerechtigkeit geleiteten Debatten
sollten wir regelmäßig Diversity-Partys feiern, auf denen sich die
unterschiedlichsten Menschen begegnen, sich austauschen und von anderen
Lebensumständen erfahren. Und dann alle zusammen darauf anstoßen, dass
jeder so leben darf, wie er will.

Dieser Artikel ist zuerst auf marionliliwagner.de erschienen. Wir freuen uns, dass wir ihn auch hier veröffentlichen können.

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