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Mein tägliches Doppel-D-Drama: Warum das Leben mit großen Brüsten wirklich kein Spaß ist

Frauen mit großen Brüsten sind zu beneiden? Wohl kaum, wenn man sie fragt. Denn das Schönheitsideal unserer Gesellschaft ist maximal auf B-Cups gepolt. Ein Erfahrungsbericht unserer Communityautorin Mimi Woo.

 

Große Freude über geschrumpfte Brüste

Neulich war ich kurz davor, mir einen Minimizer zu kaufen. Einen Mi-ni-mizer. Ja, es gibt tatsächlich so etwas, es ist quasi das Gegenstück zum Push-Up, die reale Version des Verflüssigen-Werkzeugs in Photoshop. Eine Freundin hatte mir ihren gezeigt und war sichtlich happy mit ihren plattgedrückten Brüsten, die tatsächlich kleiner aussahen. Also probierte ich ihn an, und war ebenfalls begeistert, denn diese Optik mogelte im Gesamtbild bestimmt drei Kilo weg (oder sogar vier?). Und so freuten wir uns bei Prosecco und Zigarette wie kleine Kinder über unsere kleiner gewordene Platt-Brust. Aus unserem Mädelsabend hatten wir kurzerhand eine Dessous-Tausch-Party gemacht.

„Häääää, was ist das denn? Spinnt ihr? Ich wünschte, ich hätte so viel Oberweite!“ Beim Rest unser fröhlichen Runde stießen wir auf Unverständnis, und zwar in seiner reinsten Form. 

Wann sind große Brüste eigentlich out geworden?

Wir leben in Zeiten, in denen es eigene coole Unterwäsche-Labels extra nur für kleine Brüste gibt. In denen mir keine normale Bluse passt, weil immer, und wirklich immer, DIESER EINE KNOPF aufgeht. Und dabei bin ich nicht wirklich dick. Ich habe einfach große Brüste. Oversize-Klamotten plustern mich auf (und zwar nicht so, dass ich trotz allem dünner aussehe, so wie schmale Mädchen ohne Brüste). Aus den Bikinis reiße ich zuerst das Schaumstoffpolster raus. Formende BHs in D-Cups sehen aus wie Panzerrüstungen futuristischer männerhassender Amazonen. Angesagte minimalistische Schnitte ohne Ausschnitt lassen mich aussehen wie die Super-Mom – von fünfzehn Kindern. Und dann frage ich mich: Wann sind große Brüste eigentlich aus der Mode gekommen? 

Sogar Pam hat keine mehr 

Nicht, dass ich sie dauernd präsentieren möchte, im Gegenteil. Ich möchte einfach nur normale Sachen tragen, die vielleicht gerade sogar im Trend sind, ohne auszusehen, als hätte ich den Film „Super Size Me“ nachgestellt. Ich bin auch leider nicht der Pin-Up-Typ, der sich in Korsagen schmeißt und diese Vorzüge der Sanduhr-Figur genießt und zeigt. Ich meine, sogar Pamela Anderson hat sich ihre Einbauteile wieder rausnehmen lassen. Andererseits bewundere ich Kat Dennings, die in „Two Broke Girls“ super gut mit ihren Brüsten klarkommt. Aber sorry, Holzfällerhemd plus Taillengürtel sind einfach nicht mein Ding. 

Seid nicht traurig

Was will ich eigentlich? Kleinere Brüste? Ich weiß es nicht. Vielleicht eine passende Bluse und einen gut sitzenden BH ohne Panzer-Optik. Und dass alle mit kleinerer Oberweite nicht traurig oder neidisch sind, denn ihr könnt die tollen BHs extra für kleine Brüste tragen, die immer zart und wunderschön aussehen. Und das ohne das ständige Gefühl, in einen Film namens „Minimize Me“ die Hauptrolle spielen zu wollen.

#bigboobsproblems

#bustygirlproblems

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