Foto: Jan von Holleben | Jan Bender

„Nie wieder leise“: Ein Song für marginalisierte Menschen

Celina Bostic schreibt mit ihrem neuen Song „Nie wieder leise“ eine empowernde Hymne für Schwarze Menschen und People of Color. Die Message ist klar: Es ist Zeit, laut zu sein.  

„Ich schau in den Spiegel und will jemand anderes sein“, so beginnt der neue Song von Celina Bostic. Es geht um den Kampf des Aufwachsens in einer weißen Mehrheitsgesellschaft. Und um das Hadern mit dem eigenen Spiegelbild. Die Zeilen ihres Songs sind ehrlich, sie sind verletzlich, sie sind stark. Aber der Song ist auch ungewöhnlich ernst für die sonst eher heitere Singer-Songwriterin.

Celinas Karriere begann als festes Bandmitglied vom Farin Urlaub Racing Team, und als Backgroundsängerin von Max Herre, Udo Lindenberg oder Herbert Grönemeyer. Als Solokünstlerin wurde sie bekannt mit der eher humorvollen Single „Alles Stricher außer Papa“. Doch seitdem hat sich vieles verändert.

Celina Bostic | Foto: Matt Frik

Der eigentliche Wendepunkt kommt mit der Geburt ihrer beiden Kinder. Celina Bostic wollte nicht die Künstlerin und Mutter sein, die alles Unangenehme weglächelt. Sie wollte auf Ungerechtigkeiten aufmerksam machen und sie in ihren Songs verarbeiten. „Ich habe im Laufe der Zeit gemerkt, wenn die Leute nach meinen Konzerten irgendwie so glücklich waren, dass ich gar keine Lust mehr hatte, sie mit so einem guten Gefühl zu entlassen“, sagt Celina. Also entschloss sie sich, laut zu sein.

Eine empowernde Hymne für Schwarze Menschen

Das Ergebnis ist die Single „Nie wieder leise“, eine empowernde Hymne für Schwarze Menschen und People of Color. Ein Plädoyer für Zusammenhalt: „Mein Fokus war fast mein ganzes Leben lang die weiße Mehrheitsgesellschaft. Ich habe mich beim Schreiben der Songs für mein neues Album ganz bewusst dafür entschieden, sie für marginalisierte Menschen zu schreiben“, sagt Celina.

In ihrer Single singt sie sehr persönlich: „Ich bin doch so klein, warum fall ich trotzdem auf? Ich fühle mich so, so unwohl in meiner Haut.“ Sie beschreibt ihre Entwicklung vom verunsicherten Mädchen zur selbstsicheren Frau, die sich nicht mehr „auf die Zunge beißt“ während ihr eigentlich „nach Schreien ist“.

Im Video zur Single lässt Celina prominente Menschen ihre Hymne mitsingen: Samy Deluxe, Tupoka Ogette, Alice Hasters, Aminata Belli, Tarik Tesfu und Thelma Buabeng sind dabei. In einem Statement zum Video der Single sagt Tupoka Ogette: „Schwarzsein ist nicht eine Stimme, sondern ganz, ganz viele verschiedene Stimmen, intersektional – und all diese Stimmen sollten gehört werden.“

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