Foto: Unsplash | I'm Priscilla

Ein Plädoyer fürs Alleinsein – und, warum wir dafür manchmal egoistisch sein müssen

Du freust dich so richtig auf einen gemütlichen Abend zuhause – nur du, Netflix und eine gute Portion deiner Lieblingsschokolade. Dann bekommst du eine Nachricht und der Wunsch nach dem Alleinsein ist wieder vergessen.

Oh yes, Schoki here I come!

Mit Chiller-Klamotten in Schale geworfen, liegt man eingekuschelt unter der Decke im Bett. Oh yes, bereit für Netflix, bereit für Schoki. Aber nicht bereit für das, was da auf dem Smartphone-Display lustig vor sich her blinkt: eine WhatsApp-Nachricht.

„Wir sind in Bar XY. Komm vorbei.“

„Ich weiß nicht, der gestrige Abend war schon so lang. Ich glaube, ich bin heute raus.“

„Komm her.“

„Na gut, ich bin auf dem Weg.“

Diese Situation kommt uns wahrscheinlich allen bekannt vor. Eigentlich ist man mit dem festen Ziel in den Abend gestartet, alleine zu Hause zu bleiben, lässt sich dann aber doch zu einem Abend unter Menschen überreden – obwohl man die verbleibenden Stunden des Tages eigentlich für sich alleine reserviert hat.

An manchen Abenden kann das durchaus ein glückliches Ende nehmen und man fällt am frühen Morgen mit dem Wissen um die tollsten Freunde der Welt, mit einem noch breiteren Grinsen, ins Bett. An anderen Tagen wiederum sitzt man gedankenverloren und teilnahmslos in einer großen Runde und wünscht sich nichts Sehnlicheres als das eigene Bett.

Weil wir Angst haben

Aber warum lassen wir uns dann zu einem Abend hinreißen, den wir uns ganz anders vorgestellt haben? Weil wir, wie Kaitlyn Wylde für Nylon schreibt, Angst haben, etwas zu verpassen. Weil wir uns dazu zwingen, unsere innersten Sehnsüchte rücksichtslos zu übergehen. Weil wir Alleinzeit dafür aufgeben, Zeit mit unseren Freunden zu verbringen. Weil wir nicht als Langweiler abgestempelt werden wollen. Weil wir uns vor unseren Freunden nicht als Alleingänger outen wollen. Weil wir Angst haben, eben irgendwann keine WhatsApp-Nachricht mehr zu kommen, wenn wir sie uns tatsächlich wünschten.

Wer diese Situation bereits erlebt hat, weiß allerdings, dass man niemandem mit solchen Entscheidungen einen Gefallen tut. Wenn das Verlangen nach etwas Alleinsein besteht, sollten wir dem nachkommen und nicht für irgendwas oder irgendjemanden diesen Wunsch hinten anstellen. Denn nur, weil wir alleine sein wollen, bedeutet das noch lange nicht, dass wir einsam sind, unsere Freunde ablehnen oder Langweiler sind. Wir wollen lediglich die Zeit alleine genießen, neue Kraft schöpfen und unseren Freunden wieder mit viel mehr Freude begegnen.

Wir wäre es also, wenn wir das nächste Mal in unserem Lieblings-Chill-Outfit im Bett liegen, das Smartphone einfach ausschalten oder in der Küche lassen, um durch die WhatsApp-Nachricht unserer Freunde gar nicht erst in Versuchung zu kommen?! Wir sollten uns die Zeit nehmen, die wir für uns brauchen – ganz egal, was die anderen für Pläne schmieden. Let’s be egoistic. Let’s be us. Let’s be alone!

Quelle: Pinterest | tumblr.com

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