Foto: Chermiti Mohamed | Pexels

Sommerregen auf Asphalt: Was Düfte mit uns machen

Kund*in
Woodberg
Autor*in
EDITION F studio
Gesponsert

Von einer Sekunde auf die andere steigt dir plötzlich ein ganz bestimmter Duft in die Nase und versetzt dich in eine vollkommen andere Stimmung, an einen anderen Ort, in eine andere Zeit. Düfte beeinflussen unser ganzes Leben und nehmen damit einen viel höheren Stellenwert ein, als wir glauben.

Es war einer dieser Tage, an dem sich Meeting an Meeting reihte. Als der erste Termin vorbei war, blieben mir nur noch wenige Minuten bis zum nächsten. Rasch verließ ich das gläserne Büro und steuerte auf den Fahrstuhl zu. Die automatische Schiebetür hatte sich schon in Bewegung gesetzt, ich quetschte mich gerade noch hinein und lächelte die stramm stehende Business-Gruppe betreten an. Aus den Lautsprechern tröpfelte belanglose Hintergrundmusik. Wie das so ist, wenn es schnell gehen soll, hielt der Lift gefühlt auf jeder einzelnen Etage an. Alle paar Sekunden sah ich auf die Handy-Uhr, ein Zuspätkommen war keine Option, ich bin ein Mensch, der alles unter Kontrolle hat. Bei Stockwerk 8 kam mir diese Kontrolle allerdings abhanden. Denn was jetzt passierte, hatte ich so nie zuvor erlebt. Vier oder fünf Menschen traten ein. Einer von ihnen trug ein Parfum, das mir seltsam vertraut war. Ich sah mich fast erschrocken um, inspizierte jedes einzelne Gesicht. Und unmittelbar versetzte mich dieser Duft an einen weit entfernten Ort, an dem es weder Fahrstühle noch Meetings oder belanglose Hintergrundmusik gab:

Wie in einer dieser SciFi-Zeitreisen-Serien befand ich mich plötzlich an einem See, wo ich auf einem Treppenvorsprung saß und sich mein Blick in der silbrigen Idylle verlor. Bis unmittelbar hinter mir dieser riesige feinmaschige Pullover in Dunkelblau auftauchte, der beinahe getränkt zu sein schien von einem Duft. Er roch nicht künstlich, vielmehr lag darin etwas Klares, wie reines Wasser mit etwas nahezu Undefinierbarem darin, Mandarine, Zimt, Koriander, vielleicht etwas Vanille. Wir liefen um den See im Spätsommer. Alles war mit einem Glanzschleier überzogen, der Sandweg, die Laternenmasten, die kleinen über einen sehr schmalen Flußarm führenden Holzbrücken, der Asphalt; es musste nach längerer Trockenheit endlich mal wieder geregnet haben und es gibt keinen beruhigenderen Duft als den, der entsteht, wenn Regen auf sonnengetrockneten Boden trifft. Er zog seinen MP3-Player heraus und hielt mir einen Knopf ans Ohr, This is the first Day of my Life. Die Musik mischte sich mit den satten Spätsommerfarben und diesem Duft, der aus seinem dunkelblauen Pullover strömte. Und dann hörte ich eine Stimme: „Hallo?“

„Hallo? Hallo?“ – Jemand wedelte mit seiner Hand vor meinen Augen herum. „Hast du ein Gespenst gesehen?“ Ich brauchte einen Moment, um mich zu verorten: Fahrstuhl. 15 Stockwerke. Business. Hintergrundmusik. Meeting. – Meeting!! Ich verließ den Fahrstuhl wie von Sinnen, befand mich inzwischen wieder ganz oben, also dort, von wo ich gekommen war, und nahm nun die Feuertreppe, um diese wohlige Wolke aus Vergangenheit schnellstmöglich zu verlassen. Als ich das Office im Erdgeschoss und somit den Boden der Tatsachen wieder erreicht hatte, war niemand mehr da. Mit einer bösen Ahnung sah ich auf die Uhr und stellte schließlich fest: Ich war fast fünfzehn Minuten lang Fahrstuhl gefahren, rauf und runter, rauf und runter. Dieser Duft hatte mich vollkommen weggebeamt, raus aus meiner Gegenwart, zurück in eine vergessen geglaubte Vergangenheit. 

Duft und Erinnerung – untrennbar miteinander verbunden.
Foto: Tim Mossholder | Unsplash

Sommerregen auf Asphalt. Mit dem Elternhaus assoziierte Gewürze. Frisch gesägtes Holz. Das Meer. – Allein der Geruchssinn ist dazu fähig, intensive und weitreichende Emotionen auszulösen. Demnach besteht eine sehr enge Verknüpfung mit dem Erinnerungsvermögen. Die Erklärung: Duftreize gelangen über eine direkte Bahn ins Gefühlszentrum unseres Gehirns – der Amygdala. Im anliegenden Hippocampus werden sämtliche Ereignisse verarbeitet, dort bildet sich unsere Erinnerung. Die auf Geruchsforschung spezialisierte Wissenschaftlerin Rachel Herz (Brown University Providence, Rhode Island, USA) fand heraus, wie aktiv das aus Amygdala und Hippocampus bestehende limbische System im Zuge der Erinnerung ist. Sie ließ Proband*innen an mehreren Düften riechen. Kam ihre Nase in Kontakt mit dem jeweiligen Lieblingsparfum, so zeigte sich eine extrem stark ausgeprägte Aktivität sowohl in der Amygdala als auch im Hippocampus. „Ich helfe Duftentwickler*innen zu verstehen, woher unsere Duftpräferenzen stammen und wie Emotionen und Gedächtnis durch Duft angeregt werden können“, sagt Rachel Herz, die in ihrem Buch „The scent of desire“ wissenschaftlich belegt, welch ein Wunder dieses Sinnesorgan ist beziehungsweise wie überwältigend Emotionen sein können, die allein durch Geruch entstehen. 

Kopf, Herz, Basis – Foto: Woodberg

Kopfnote, Herznote, Basisnote

Parfümeur*innen vergleichen ihren Beruf oft mit dem von Musiker*innen, die immer wieder neue Stücke komponieren. Auch ein Duft wird kreiert, und wenn er gut ist, dann setzt er sich zusammen aus vielen kleinen Details und Nuancen, die von Konsument*innen eher unterbewusst wahrgenommen werden. Jeder Duft verfügt über eine Kopfnote, eine Herznote und eine Basisnote. Die Kopfnote ist der feine, kaum wahrnehmbare erste Ton, der bereits nach wenigen Sekunden verflogen ist. Die Herznote hält etwa eine Stunde lang, sie ist die Seele der Komposition. Und die Basisnote ist der eingängige Refrain, der sich wiederholt und noch mehrere Tage im Kopf bleibt. Kopf, Herz und Basis sind somit die Säulen einer komplexen Welt, die nur schwer mit Worten zu beschreiben ist. Ein Unternehmen, das fein komponierte Nischendüfte ausgewählter Brands anbietet, heißt Woodberg. Ein Nischenduft ist ein Duft, der nur in kleinen Produktionen hergestellt wird und eben keine Massenware ist. Nischendüfte besitzen einzigartige und vorwiegend auf Natürlichkeit basierende Inhaltsstoffe. 

„I hear the sound of a gentle word. On the wind that lifts her perfume through the air.“ Beach Boys – Foto: Woodberg

Düfte sind ihre größte Leidenschaft

Die beiden Woodberg-Gründer Armin und Christian sagen: „Unser Ziel ist es, das Online-Erlebnis so zu formen, dass es im Vergleich zum Offline-Kauf nur wenige Unterschiede gibt.“ Kund*innen können also zum Beispiel Proben bestellen, sodass sie sich nicht abgehetzt im Laden entscheiden müssen, sondern ganz in Ruhe zu Hause. Außerdem nutzt Woodberg die Kraft der Sprache: Die Beschreibung der Kompositionen ist so präzise formuliert, dass der Duft während des Lesens tatsächlich in der Nase zu liegen scheint. Und nicht zuletzt übertragen Armin und Christian ihre größte Leidenschaft – die Welt der Düfte – mit Hilfe von eigens kuratierten Duftboxen zu ganz bestimmten Themen auf die Kund*innen, wodurch insbesondere die Suche nach etwas ganz Neuem erleichtert wird.

Situation: Du bist im Zug, hast deine Noise-Cancelling-Kopfhöhrer auf und schaust in deinen Stream aus Handyinformationen. Was kann dich in diesem Setting überhaupt noch emotional erreichen? Parfums oder im Generellen Düfte, gehören zu diesen rar gesäten Mitteln, die es positiv wie negativ bewerkstelligen können, dass man sich aus der Deckung wagt und bewusst fühlt und wahrnimmt, hin- oder wegriecht. Parfum unterstreicht Charaktere, holt uns in Situationen zurück, macht es uns kalt oder warm, manchmal sogar heiß, es kann uns warnen und uns sogar wohlig fühlen lassen, obwohl um uns herum alles stressig ist. Für uns steht es da allein auf weiter Flur mit ein paar wenigen anderen besonderen Emotionsfängern.

Armin und Christian von Woodberg

Ihr wollt das mit eigenen Augen sehen oder besser gesagt, mit der eigenen Nase riechen? Besucht doch mal den Online-Shop von Woodberg oder sogar, falls ihr in der Nähe seid, ihren Store in Darmstadt. Stöbert, lest, sprüht und findet einen Duft, der eurem Charakter entspricht und am besten noch einen Schritt weiter geht. Und dann hört euch die Duft-Hymne der Beach Boys an und genießt mit eurem ganz persönlichen Duft auf der Haut die Good Vibrations der letzten Spätsommertage: „I hear the sound of a gentle word. On the wind that lifts her perfume through the air.“

  1. hallo zusammen
    das überall angehängte „innen“ oder ähnliches ist hässlich beim Lesen und nervt extrem. Und das sage ich als Frau. Eine bessere Lösung ist die Mehrzahl zu nehmen, das deckt dann alle Geschlechter ab. Also statt Kund*innen (was eh hässlich ist) Kunden oder Personen oder Menschen.
    Liebe Grüsse

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