Foto: Kevin Grieve | unsplash

Eine simple Technik hilft dabei, mit Stress auf der Arbeit besser umzugehen — laut einem Mental-Coach

Auf dem Schreibtisch stapeln sich Akten, Mappen und andere Unterlagen. Jede einzelne repräsentiert eine Aufgabe, die erledigt werden muss. Ein Blick auf die Uhr und das Gefühl kommt auf, dass das alles heute nicht mehr zu schaffen ist. Panik steigt auf.

Dem Stress ein Ende setzen!

Marleen van de Camp von unserem Partner Business Insider hat Karrierecoach und Sport-Mentaltrainerin Anja Faras gefragt, wie man perfekt reagiert, wenn man sich von der Zahl der anstehenden Aufgaben überfordert fühlt.

Ein Schritt zurück

„Wenn man bemerkt, dass einem alles zu viel wird, sollte der erste Schritt immer ein Schritt zurück sein“, sagt sie. Im ersten Moment klingt dieser Rat fast schon kontra-intuitiv: Man soll einen Schritt zurück machen, obwohl man das Gefühl hat, sofort Vollgas geben zu müssen.

Gefangen im Hamsterrad

Doch die Begründung der Mentaltrainerin ist absolut überzeugend: „Die meisten Menschen sind so im Hamsterrad gefangen, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, ihre Situation zu überdenken. Doch gerade wenn man nur noch die Überforderung sieht, hilft der Blick auf sich selbst.“

Darum rät Faras Klient*innen, denen alles über den Kopf wächst, wirklich aufzustehen und einen Schritt vom Schreibtisch weg zu machen. Mit etwas Abstand sollen sie sich dann ansehen, wie sie da sitzen und arbeiten. Und ihre Situation reflektieren.

Mentale oder reale Überforderung

„Zuerst sollte man überlegen, ob man vor einem realen Problem steht, oder ob man sich gerade in einer Stressspirale befindet, die die Wahrnehmung verzerrt“, sagt Faras, die als Coach Menschen beim Erreichen ihrer Ziele unterstützt. In solchen Momenten der Introspektion ist es besonders wichtig, sich selbst zu kennen.

„Manche Menschen überfordern sich, weil sie nicht nein sagen können und zu viele Aufgaben annehmen. Manche können ihre Arbeit auch einfach nicht organisieren“, sagt Faras.

Darum ist sie Befürworterin eines Schulfachs, das sich mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt, und in dem Kinder lernen, mit ihren Emotionen umzugehen.

In drei Schritten zur Lösung

„Sich selbst und andere zu verstehen, ist doch das Wichtigste im Leben“, sagt sie. „Merke ich zum Beispiel, dass ich die Arbeit normalerweise schaffen würde, ist die Antwort klar — ich habe einfach einen schlechten Tag.“

Dann können verschiedene Entspannungstechniken helfen, die man mit einem Mental-Coach einüben kann.

„Man kann durch Ruhebilder, bestimmte Klopf- oder Atemtechniken der stressigen Situation für ein paar Minuten entfliehen und so wieder zur Ruhe kommen“, sagt sie.

Stellt man aber fest, dass man wirklich einen zu großen Berg an Aufgaben vor sich hat, besteht der zweite Schritt darin, den Idealzustand zu visualisieren.

Negative Verhaltensmuster erkennen und verlassen

„Sie sollen beschreiben, wie Sie sich selbst gerne sehen würden – stressfrei, entspannt, nicht wütend oder überfordert. Das ist in der Regel das Ziel“, sagt Faras.

Dann wird überlegt, wie sich dieses Ziel strukturiert erreichen lässt: „Was fehlt? Was muss ich selber tun? Brauche ich Hilfe von außen?“

Im dritten Schritt wird dann, möglichst schriftlich, ein konkreter Plan gemacht. Am besten bereits am Vorabend: Welche Aufgaben müssen zuerst erledigt werden. Brauche ich dabei die Hilfe von Kolleg*innen oder Vorgesetzten? Muss ich Arbeit delegieren? Wie oft schaue ich, während ich diese Aufgaben abarbeite, in mein E-Mail-Postfach?

„Das sind Kleinigkeiten, auf die viele gar nicht kommen, weil sie in der Stressspirale gefangen sind“, sagt Anja Faras. „Negative Verhaltensmuster muss man erkennen, um sie verlassen zu können.“

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