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Bluten für den Papst: Warum 60 Jahre lang behauptet wurde, Pausen von der Pille seien wichtig

Ein Leben ohne Menstruation ist möglich: Eine neue Studie der Fakultät für sexuelle und reproduktive Gesundheit in England hat ergeben, dass es unbedenklich ist, die Pille ohne eine siebentägige Pause durchzunehmen. Der irritierende Grund, warum das etwa 60 Jahre anders empfohlen wurde, liegt offensichtlich nicht bei medizinisch begründeten Einwänden, sondern bei der katholische Kirche.

Nie mehr Regelschmerzen?

Gerade für Menschen mit starken Perioden-Schmerzen klingt das Ergebnis einer aktuellen Studie der Fakultät für sexuelle und reproduktive Gesundheit (FSRH ) in England traumhaft. Denn sie ergab, dass es unbedenklich sei, die Pille ohne eine siebentägige Pause nach der Einnahme von 21 Pillen für die Regelblutung bzw. die Abbruchblutung durchzunehmen. Also unbedenklich im Sinne davon, dass es keinen medizinischen Nutzen hat, wenn man eine Pause einlegt – davon ab bleibt die Pille weiterhin ein Verhütungsmittel, dass durch die eingenommenen Hormone viele Nebenwirkungen verursachen kann. Aufrgund der Studie hat auch der National Health Service in England die Empfehlung, einer Pause von der Einnahme der Pille gekippt.

Nun stellt sich die Frage: Warum hat es rund 60 Jahre gedauert, dass diese Empfehlung umgeworfen wurde? Denn einige Frauen, die mit der Pille verhüten, handhaben die Einnahme ja bereits ohne oder mit sehr wenigen Pausen. Und das insbesondere, wenn es sich um Schmerzpatient*innen handelt, denen das Leben ohne eine regelmäßige Blutung wesentlich erleichtert wird. Andererseits gibt es aber etwa auf Twitter auch einige Frauen, die davon schreiben, dass sie von dem Ergebnis sehr überrascht sind, weil ihnen eben jahrelang von Ärzt*innen gesagt wurde, dass eine regelmäßige Pause für die Regelblutung besser für den Körper sei.

Was der Papst mit der Einnahmepraxis der Pille zu tun hat

Die Begründung des NHS, warum die Empfehlung lange galt, klingt in heutigen Zeiten ziemlich unglaublich: Nämlich nicht aus medizinischen Gründen, sondern wegen des Papstes. So nahm man an, den Segen dafür, die Pille zu nehmen, von der katholischen Kirche eher dann zu bekommen, wenn es wenigstens regelmäßige Pausen für eine Regelblutung gäbe, weil das natürlicher wirken würde, berichtet ein Professor für reproduktive Gesundheit im Telegraph. Frauen, die eigentlich lieber die Pille durchgenommen hätten, um sich etwa von den Schmerzen während der Periode zu befreien, haben also gut 60 Jahre für den Papst bzw. die katholische Kirche geblutet. Es grüßt das Patriarchat!

Wichtig bleibt aber: Die Aufhebung der Empfehlung für eine Pause sagt nichts über die vielen Nebenwirkungen aus, die ganz grundsätzlich durch die Einnahme der Pille auftreten können – von Lungenembolie bis hin zu Depressionen. Es bleibt also wichtig, sich sehr genau mit der Pille auseinanderzusetzen, auch wenn man sie theoretisch über Jahre hinweg durchnehmen könnte.

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