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Achtung, Chaos: Wie sich der Urlaub verändert, wenn ein Kind dabei ist

Ohne Kinder war der Urlaub besser? Naja, zumindest anders – sehr anders.

Plötzlich ist alles anders

Die Sommerferienzeit liegt gerade erst hinter uns. Die Erinnerungen an den Familienurlaub ist also bei den meisten von uns noch sehr präsent. Und ja, durch Kinder verändern sich unsere Urlaubserfahrungen enorm. Denn wie im normalen Alltag stellen Kinder eben auch den Urlaubsverlauf völlig auf den Kopf. Das ist manchmal sehr anstrengend, oft aber auch ungemein witzig. Beispiele gefällig? Hier kommt mein subjektive Liste der größten Unterschiede zwischen einem Urlaub mit und ohne Kinder.

Im Auto

Früher

Im Autoradio lief entspannte, gute Musik. Der Beifahrersitz war fast in Liegeposition gebracht. Wenn wir Hunger hatten, sind wir an eine Raststätte gefahren und haben uns etwas Ungesundes, Fettiges, Klebriges zwischen die Kiemen gehauen. Und egal wie weit die Strecke auch war: Wir sind durchgefahren!

Mit Kind

Wir singen zur Titelmelodie von Benjamin Blümchen, trällern Rolf Zuckowski quasi in Dauerschleife mit und freuen uns darüber, zwischendurch auch mal etwas Anspruchsvolles zu hören – Bibi Blocksberg. Den Beifahrersitz muss ich fast vorneüber klappen, damit das Kind von hinten nicht andauernd mit den Füßen gegen den Sitz tritt. Raststätten werden nur zum Rauchen, Tanken und Pinkeln angefahren, zu groß sind die Spielzeug- und Süßigkeitenverlockungen, die den Weg zur Kasse säumen und für Familiendramen der Extraklasse sorgen. Stattdessen wird im Auto gegessen. Die Kühltasche steht bereit und ist voll mit gesunden Knabbereien. Muddi hat morgens schon belegte Brötchen geschmiert und für den Fall der Fälle immer eine Süßigkeit am Start. Auf jeden Fall muss ein Zwischenstopp mit Übernachtung eingelegt werden. Nach spätestens fünf Stunden Fahrt ist Sense. Wir können keine Kinderlieder mehr hören und die Batterie vom iPad ist leer.

Am Strand

Früher

Badehandtuch ausgebreitet, Sonnencreme aufgetragen, auf den Bauch gelegt und erstmal ne Runde gedöst. Zwischendurch etwas im Meer abgekühlt. Sobald der Hunger eingesetzt hatte, ist man zur Strandbar gelatscht, hat sich ein Baguette oder ein Pide reingepfiffen und sich mit kühlem Bier leicht einen reingestellt, um anschließend in Rückenlage weiterzuchillen.

Mit Kind

Badehandtücher, Sandelsachen, Wechselbadesachen, Sonnenschutzhemd, Strandmuschel, Trinken und Essen, Bücher und Schwimmflügel im Gepäck. Platz aufbauen. Mit Kind im Wasser Meerjungfrau spielen und anschließend die tollste Sandburg ever bauen. Dabei kommt einem das Kind leider immer in die Quere, zerstört den mühsam gebuddelten Burggraben oder die liebevoll errichteten Turmspitzen. Ätzend! Die Strandbar wird auch aufgesucht. Es gibt Eis fürs Kind und die Eltern stellen sich leicht einen rein – manche Dinge ändern sich zum Glück nicht.

Im Restaurant

Früher

Erstmal einen Aperitif. Dann haben wir in Ruhe die Karte studiert. Die Vorspeise ausgesucht, die Hauptspeise gewählt. Welcher Wein passt dazu? Geplaudert. Und am Ende war vielleicht auch noch Platz für ein Dessert. In jedem Fall noch einen Absacker und dann lief man noch gemütlich Arm in Arm durchs Städtchen oder die Strandpromenade entlang.

Mit Kind

Erstmal abchecken, ob das Restaurant genug „Auslauf“ fürs Kind bietet. Am besten an einem großen Marktplatz – Touriabzocke inbegriffen! Dann ganz schnell einen Aperitif, einen doppelten! Schnell einen Blick in die Karte, das Kind hat schließlich Hunger und muss bald schon wieder ins Bett. Vorspeise is nicht drin. Ständig das Kind im Auge behalten: „Mila, komm von der Mauer, da geht’s steil runter“, „Mila, das ist Hundekacke“. Zwischendurch wehmütig an die Urlaube von früher denken. Essen kommt. Kind ist nach zwei Minuten satt und will gehen. Der schöne Abend im Restaurant wird zum Fast-Food-Erlebnis. Kein Dessert. Absacker, bitte, schnell! Ab nach Hause.

Im Bett

Früher

Ein großes Doppelbett mit weißen, dünnen Sommerlaken und viel Platz. Spielwiese und Ruhestätte – viel Sex, viel Schlaf. Fertig!

Mit Kind

Ein großes Doppelbett mit weißen, dünnen Sommerlaken und viel Platz. Ein Reisebett daneben. Kind schläft lieber bei uns im Bett – gar nicht mehr so viel Platz. Es macht nachts den Lakenengel und teilt gerne Tritte aus. Tagsüber Spielwiese – viele Spielsachen und Bücher, die dir abends in den Rücken zwicken. Ausschlafen ist nicht!

In der Stadt

Früher

Ein ausgiebiger Stadtbummel, etwas Sightseeing, ein wenig shoppen. Dann gemütlich einen Café geschlürft, eventuell ein Museum besucht …

Mit Kind

Es gibt einen Stadtbummel und man schaut auch mal hastig in den ein oder anderen Laden hinein – immer mit dem Versprechen: „Ja, du bekommst dann ein Eis.“ Museen werden von außen betrachtet, das würde das Kind nicht mitmachen. Rausgeworfenes Geld also. Café gibt es, dazu ein Eis für das tapfere Kind. Immerhin lernt man so die verschiedenen Eissorten des Landes kennen. Herrlich …

Und wie sind eure Erfahrungen?

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