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„Nur“ fünf Monate Elternzeit: „Ich bin keine Topmanagerin, sondern eine ganz normale Frau, die ihren Job mag“

Autor*in
Damaris Berger

Unsere Community-Autorin arbeitet in einer Behörde und ist nach fünf Monaten Elternzeit wieder in ihren Job zurückgekehrt – Begeisterungsstürme hat sie damit nicht ausgelöst, um es mal milde zu formulieren.

Keine „klassische“ Aufteilung

Im Dezember 2017 zeigte der Schwangerschaftstest zwei blaue Striche an. Die Kontrolllinie und daneben – mit bloßem Auge kaum erkennbar – eine zarte zweite blaue Linie. Wir hatten uns lange ein Kind gewünscht und schon viele Gespräche geführt, wie wir uns den Alltag mit Baby vorstellten – so theoretisch zumindest. Das war zwar ein bisschen wie Trockenschwimmen, aber für uns war zumindest klar, dass wir die 14 Monate Elternzeit mit Elterngeldbezug nicht „klassisch“ aufteilen wollten – ich als Mutter zwölf Monate und mein Mann zwei, wie das so viele Paare tun.

Stattdessen sollte mein Mann länger zuhause bleiben und ich dafür früher wieder in den Job einsteigen. Aus unserer Sicht sprach alles dafür: Ich liebe meinen Job als Abteilungsleiterin in einem Landratsamt – mein Mann sieht seine Arbeit als Ingenieur eher als Broterwerb. Ich fange zu Hause irgendwann an, wie Rilkes Panther auf und ab zu gehen – mein Mann fühlt sich dagegen in unserer Wohnung pudelwohl und kann sich endlos beschäftigen.

Verwunderung und klare Warnungen

Im März 2018 teilte ich meinem Vorgesetzten mit, dass ich schwanger bin, aber fünf Monate nach der Geburt wieder in Vollzeit an meinen Arbeitsplatz zurückkehren würde. Mein Mann würde weitere acht Monate Elternzeit übernehmen, einen Monat im Sommer würden wir gemeinsam nehmen. Ich erwartete nicht gerade eine spontane Gehaltserhöhung, aber irgendwie doch Erleichterung bei meinem Chef darüber, dass ich nicht ein komplettes Jahr zu Hause bleiben wollte.

Stattdessen riet er mir, mir ruhig Zeit zu lassen. Und sollte damit den Ton für die nächsten Monate setzen. Die Liste an Leuten, die verwundert, ohne Verständnis oder mit einer klaren Warnung auf unsere Pläne reagierten, wurde von Monat zu Monat länger und umfasste schließlich: Meine Kolleg*innen, meine Vorgesetzten aller Hierarchieebenen, meine Schwiegermutter, meine Freund*innen, meine Hebamme, meine andere Hebamme, alle Bekannten und zudem mir völlig Unbekannte, die einfach auch mal ihre Meinung kundtun wollten.

Der Gegenwind traf mich völlig unvorbereitet. Ich hatte mir naiverweise eingebildet, dass es Privatsache ist, wie jedes Paar individuell entscheidet, was es für richtig hält. Jetzt musste ich erkennen, wie umkämpft in Deutschland die Vorstellungen von Mutterschaft waren.

Wo sind die Vorbilder?

Das Ergebnis war totale Verunsicherung: Hatten wir alles falsch entschieden? Würde ich es bereuen, mit Grausen dem ersten Arbeitstag nach der Elternzeit entgegenbangen? Würde mich die Mutterschaft tatsächlich so sehr verändern, dass mir meine Arbeit wie ein seelenloser Zustand aus einer anderen Zeit vorkommen würde? Was mir in dieser Zeit fehlte, waren Vorbilder irgendeiner Art. In der Gesellschaft und in den Medien kommen Mütter wie ich scheinbar nicht vor. Oder nur in Person von Spitzenpolitikerinnen oder Top-Managerinnen, die wenige Wochen nach der Geburt wieder fest im Sattel sitzen. Ich bin aber keine Topmanagerin, sondern eine ganz normale Frau, die ihren Job mag.

Und dann gab es da noch die ganz hässlichen Gedanken: Wenn es scheinbar so unnormal und falsch ist, nach einigen Monaten mit dem Baby gerne wieder arbeiten zu gehen, vielleicht war einfach etwas mit mir nicht richtig? Vielleicht würde ich mein Kind nicht richtig liebhaben können?  Vielleicht war das Ganze mit dem Kind eine Scheißidee gewesen?

große Zweifel und leiser Trotz

Währenddessen konnte mein Mann bei dem Gedanken, seinen Chefs seine Pläne einer achtmonatigen Elternzeit „beichten“ zu müssen schon ein dreiviertel Jahr vorher nicht mehr gut schlafen. Insgesamt fühlte sich das alles wie eine monatelange Schlacht an, geschlagen nicht mit Schwertern oder Gewehren, sondern mit ungebetenen Meinungen und großen Zweifeln und leisem Trotz.

Und dann war unsere Tochter Miriam da. Und es war schön, zuhause zu sein. Langsam einsteigen zu können in dieses neue Leben. Und natürlich hatte ich meine Tochter sehr lieb. Aber was mir im Laufe der Monate immer mehr fehlte, waren die sichtbaren Resultate. Ergebnisse, die über ein sattes Baby und einen gewischten Küchenboden hinausgingen. Im fünften Monat Elternzeit flehte ich meinen Mann an, die Pfandflaschen zurückbringen zu dürfen, während er das Baby hütet. Ich fing an, die Steuererklärung zu machen, obwohl das Steuerjahr noch nicht einmal beendet war. Und war schließlich froh, wieder arbeiten zu dürfen.

Ich war nicht unersetzbar

Nach einer Woche zurück bei der Arbeit kam dann alles anders: Ich stürzte vom Fahrrad und brach mir kompliziert den Ellbogen. Das bedeutete eine Woche Unfallkrankenhaus, 50 Kilometer entfernt. In der Notaufnahme heulte ich: Meine Tochter war doch noch so klein, erst fünf Monate alt! Mein Mann blieb alleine mit unserer Tochter zu Hause, und weil es für die Kleine jedes Mal eine Stunde Fahrt bedeutete, besuchte er mich nur jeden zweiten Tag mit ihr. Und es funktionierte. Ich war in diesem Moment heilfroh, dass meine Tochter noch eine andere Bezugsperson hatte, dass ich nicht unersetzbar war.

Später, als ich wieder zurück bei der Arbeit war, rief dieser Gedanke in schwachen Momenten ein bisschen Eifersucht auf den Plan. Unersetzbar sein ist schließlich nicht nur ziemlich anstrengend, sondern auch ein bisschen schön. Aber meine Tochter hatte nicht nur eine Lieblingsmama, sondern auch einen Lieblingspapa, den sie mindestens genauso toll fand wie mich. Und manchmal vielleicht ein ganz bisschen toller, weil sie mehr Zeit mit ihm als mit mir verbrachte. Es dauerte ein paar Monate, bis dieses Gefühl ganz verschwunden war. Ihre ersten Schritte machte sie, als ich gerade den Staatsminister davon zu überzeugen versuchte, in unseren Landkreis zu investieren. Ich freute mich, es machte mir nichts aus. Vielleicht, weil ich meine Selbstbestätigung nicht nur aus meiner Mutterrolle schöpfe, sondern auch aus meinem Job, meinen Freund*innen und meinem ausgeprägten Sinn für abseitigen Humor.

Unser Glück war auch, dass ich eben nicht Fernfahrerin, sondern Abteilungsleiterin auf dem Amt bin: Flexible Arbeitszeiten, 30 Tage Urlaub und jede Überstunde kann wieder abgebummelt werden. Darüber hinaus wohne ich in der Stadt, in der ich arbeite, und fahre jeden Morgen nur 20 Minuten mit dem Fahrrad. Morgens machte ich die Kleine fertig, alberte mit ihr herum und legte sie meinem Mann ins Bett, der mühsam die Augen aufklappte – schließlich war er es, der nachts Fläschchen gab und Schnuller wieder unter dem Bett hervorzauberte. Nachmittags war ich meistens um halb fünf zuhause und hatte noch drei Stunden gemeinsame Zeit mit meiner Tochter. Es war schön zu sehen, wie meine Tochter und mein Mann zu einem starken Team zusammenwuchsen. Und es war schön, dass wir schnell beide gleich kompetent in der Kinderpflege waren. Wenn die Kleine mal wieder nicht einschlafen konnte, überlegten wir gemeinsam, welches probate Mittel wir noch im Instrumentenkasten hatten.

Die richtige Entscheidung

Meine Berufstätigkeit bedeutete aber natürlich auch ein Freiticket für das Zweischicht-System aller berufstätigen Mütter (und engagierten Väter): Erst auswärts malochen, dann übergangslos das Kind bespaßen und nebenbei irgendwie noch das Gröbste im Haushalt wuppen (Naja, zumindest das Allergröbste). Schön war dagegen, dass es mir (meistens) nichts ausmachte, zwei Stunden am Stück Sandkuchen für meine Tochter zu backen – ich hatte meine intellektuelle Herausforderung bei der Arbeit schon gehabt. Und es erwies sich als äußerst vorteilhaft für den Frieden in unserer Beziehung, dass mein Mann und ich jeweils aus eigener Erfahrung nachfühlen konnten, vor welchen Herausforderungen der*die andere stand: Wir wussten, dass es genauso anstrengend ist, einen kleinen Wirbelwind großzuziehen wie bei der Arbeit große Projekte zu leiten.

Während ich diesen Text tippe, sind wir in unserem gemeinsamen Elternzeitmonat angekommen. Mein Mann und ich sind beide überzeugt davon, dass wir für uns genau die richtige Entscheidung getroffen haben. Es hat sich gelohnt, gegen alle Einwände von außen und alle Zweifel im eigenen Herzen für unseren Weg zu kämpfen. Ich bin überzeugt davon: Es gibt keine Patentlösung für alle, dafür sind die Lebensumstände zu verschieden. Es kann gerade auch bei mehreren Kindern eine Lösung sind, wenn ein Elternteil mehrere Jahre zuhause bleibt. Aber wenn ich bei der Vereinbarkeits- Fee einen Wunsch frei hätte, würde ich mir mehr Vielfalt und mehr Mut in unserer Gesellschaft wünschen – mehr Mut, als Familie den jeweils eigenen Weg zu finden und zu gehen. Und für alle, die einer jungen Familie beim Wachsen zugucken: Einfach mal die Klappe halten.

In eigener Sache

Wir haben eine eigene Facebook-Gruppe rund um das Thema Familie. Wir wollen uns mit allen austauschen und vernetzen, die sich für das Leben mit Kindern interessieren – egal ob ihr selbst Eltern seid oder nicht. Schaut doch mal vorbei

  1. Ich freue mich so sehr über diesen Artikel, da wir in einer ähnlichen Situation sind. Für uns genau richtig, aber ungläubige bis blöde Bemerkungen verunsichern an manchen Tagen sehr. Und Vorbilder gibt es in unserem Bekanntenkreis leider keine. Das macht Mut!

    1. Mh…für mich (als Mann) ein Aha-Erlebnis. Wir handhaben das hier anders bei uns in der Firma. Wenn eine frische MItter schnell wieder einsteigen möchte – umso besser. Wenn dann auch noch Vollzeit – Träumsche.

  2. Ein Heinweis von einem männlichen Ingenieur:
    Natürlich hat Ihr Mann Angst davor gehabt, seine 8 Monate Elternzeit zu beichten.
    Für Sie als Mutter gilt ein besonderer Kündigungsschutz während der Schwangerschaft und danach. Für Männer nicht.
    Der Kündigungsschutz wegen Elternzeit gilt erst 8 Wochen vor Beginn der Elternzeit (also bei Ihnen erst deutlich NACH der Geburt des Kindes).

    Das ist ein Punkt, der gerne vergessen wird.

    1. Ein Hinweis von einer weiblichen Ärztin:
      Auch für Männer gilt 8 Wochen vor Antritt der Elternzeit ein Kündigungsschutz. Es ist nicht notwendig dem Arbeitgeber vorab von dem kommenden Kind zu erzählen.
      Der Vater hätte also mit 3 Monate altem Baby Elternzeit einreichen können und hätte bei absolutem Schutz, diese mit 5 Monaten antreten können.

      P.S.: Toller Artikel! So hätten wir es auch machen sollen…

      1. Hinweis von einem anderen männlichen Ingenieur.
        richtig. Etwas haariger ist es wenn man ab Geburt als Vater in Elternzeit gehen möchte da das tatsächliche Geburtsdatum ja nicht bekannt ist.
        Man muss mindestens 7 Wochen vor der Elternzeit diese beantragen und hat 8 Wochen vor Antritt Kündigungsschutz.
        Beantragt man 8 Wochen vor Termin und das Kind kommt 2 Wochen zu früh kann man nicht zum Termin gehen.
        Beantragt man 10 Wochen vorher hat man 2 Wochen keinen Kündigungsschutz.
        Ganz zu schweigen von echten Frühchen. Das ist also schon ein Unterschied ob es den Mutterschutz gibt.
        Nach meiner Erfahrung ist es aber die größere Hürde überhaupt zu kommunizieren das man ab einem nicht genauen Tag nicht mehr da sein wird.

        Übrigens, die Tage einfach mit Urlaub wegzupuffern ist finanziell ein Desaster, sofern man im 1 Monat Elterngeld beziehen möchte.

      2. Liebe Katja diesen Gedanken haben Sie wohl nicht zu Ende gedacht. In der Theorie hört sich das ja gut an, in der Praxis lässt es sich aber kaum umsetzten. Zum einen wie soll Mann zwölf Monate die Schwangerschaft, resp sein Kind verheimlichen? Ausgenommen er wohnt sehr weit weg von der Arbeit müsste sich die werdende Mutter und später Mutter und Baby die ganze Zeit zu Hause verstecken. Und wie soll er erklären dass er plötzlich von der Arbeit weg muss, wenn er verschweigen muss dass gerade sein Kind zur Welt kommt?
        Selbst wenn es wiedererwartend klappen sollte ist spätestens wenn er die Elternteil eingibt das Vertrauensverhältnis zwischen dem Vater und dem Arbeitgeber dahin. Dann wird im halt nach der Elternzeit unter irgendeinem Vorwand gekündigt.

    2. Stimmt. Aber Pro-Tip: Wenn man zusammen den ersten Monat nimmt (man muss ja die Elternzeit in einem Rutsch beantragen), dann kann man locker und geschmeidig 7 Wochen vor Termin die gesamte Elternzeit beantragen und schwupps ist er auch im Kündigungsschutz. Haben wir so gemacht 🙂

      (Wir hatten ein ähnliches Modell bis auf dass ich nach 7 Monaten arbeiten gegangen will weil ich die Möglichkeit wollte 6 Monate zu stillen und geruhsam Beikost einzuführen).

      Abgesehen davon ist es in vielen Firmen jetzt auch nicht mehr soooo einfach jemadnen einfach zu kündigen. Der moralische Druck ist allerdings noch mal was anderes.

  3. Eine weitere Anregung für die Leserschaft:
    Bei Betrieben ab 15 Beschäftigten gibt es auch ein Recht auf Elternzeit mit Teilzeitbeschäftigung (also insbesondere in Behörden).
    Haben meine Frau und ich so gemacht. Jeder arbeitet 50% und macht 50% Elternzeit (jeweils zwei Tage arbeiten und 2 Tage Vollzeitmama/-papa). So hat jeder was vom Kind, das Kind beide Eltern und keiner ist intellektuell unterfordert.

    1. Danke für diesen Erfahrungsbericht – wir sind in einer ganz ähnlichen Situation, als Beamtin, die ihren Job mag, und Ingenieur. Ich erlebe original die gleiche Verwunderung und vor allem die Warnungen! Stets gut gemeint, aber letztlich übergriffig.
      Da es keine Vorbilder von „ganz normalen“ Frauen gibt, müssen wir eben selbst die Vorbilder für die nächste Generation werden…

  4. Danke für den Artikel! Bin ich froh, dass ich mir da nichts anhören musste, als ich bei Kind 1 nach 7 Monaten und bei Kind 2 nach 6 Monaten wieder angefangen habe. Zwar anfangs in Teilzeit mit 2-3 Tagen die Woche (wir haben beide Elterngeld Plus bezogen und weiterhin beide 2-3 Tage gearbeitet), als die Betreuung bei einer wundervollen Tagesmutter mit 10-11 Monaten begonnen hat wieder mit 30h/4 Tagen – meine max. Arbeitszeit für den Rest meines Lebens.
    Lasst euch nicht verunsichern, ihr macht es genau richtig indem ihr es so macht, dass es für euch passt!
    Alles Liebe euch dreien, ihr macht das wundervoll!

  5. Vielen Dank für den tollen Artikel und Erfahrungsbericht. Schön, von jemandem zu lesen, der den Mut hat, es anders zu machen. Bei uns in der Schweiz ist die ganze Sache leider noch etwas komplizierter: drei Monate Mutterschafts“urlaub“ und EINEN Tag Vaterschafts“urlaub“. Es ist wirklich schwierig, Schritte in eine gleichberechtigtere Gesellschaft zu machen, wenn es gesetzlich so ungerecht geregelt wird.

    Alles Liebe aus der Schweiz

  6. Interessanter Artikel. Nur entscheiden die meisten Paare die Elternzeit so aufzuteilen – wenn überhaupt der andere zumeist männliche Part Elternzeit macht – dass das Haushaltseinkommen in seiner Gesamtheit die minimalsten Einbußen darstellt. Und meist bleibt derjenige (länger) zuhause, der weniger als der andere Part verdient. So wie bei uns… mein Mann war zudem auch noch in der Probezeit und da mit Elternzeit zu kommen ist durchaus ungünstig.

  7. So Artikel tun gut und bestätigen dass der eigene Weg nicht ganz falsch sein kann. Mein Mann kann nicht in Karenz gehen und ich wollte nicht ewig zuhause bleiben. Nach dem Mutterschutz bin ich für 3 Tage in die Arbeit – es tat so gut. Damit wir dennoch das österreichische Elternzeitmodell nutzen, steige ich jetzt (unsere Kleine ist 3 Monate dann) mit 1 Tag die Woche und ein bisschen freiberuflich über meinen Mann von zuhause aus wieder ein. Oma & Opa übernehmen.
    Ich liebe es mit ihr am Boden zu liegen und zu blödeln aber ich freue mich auf meinen neuen Dienstag.

  8. Danke für deinen Artikel! Ich stehe noch vor der aktiven Familienplanung. Bei dem Gedanken an eigene Kinder, denke ich allerdings jedes Mal, dass ich mir 12 Monate Elternzeit nicht vorstellen kann. Aber dadurch, dass es an Vorbildern für ein Modell mit rd. 6 Monaten für die Mutter fehlt, frage ich mich oft ob es naiv ist das zu wollen… Danke, dass du zeigst dass Kinder und nur 5 Monate Elternzeit ohne Bereuen für Mütter möglich ist!

    1. Wir haben es 2013 auch schon so gemacht (bin auch nach 6 Monaten Vollzeit zurück, der Papa war 8 Monate voll zu Hause). Sehr sehr ähnliche Erfahrungen bzgl. des sehr kritischen, fast schon verletzenden Umfelds (sowohl beruflich, als auch privat!). Und ja, es war für uns absolut perfekt!! Meine Kinder sind das Allergrößte, das zu Hause sein und nicht mit dem Kopf in meiner Passion arbeiten dürfen aber nicht!

  9. Ein wunderbarer Artikel, vielen Dank! Mein Mann und ich teilen uns ebenfalls auf, wobei ich zunächst in Vollzeit und er in Teilzeit 20Std gearbeitet hat. Mit neun Monaten arbeiten wir beide jeweils 30Std. in Elternzeit und es klappt richtig gut. Auch Dank eines innovativen und zukünftigsfähigen Chefs und viel Unterstützung durch Familie und Kinderbetreuung. Die ungefragten Ratschläge kenne ich zu genüge, ebenso wie die fehlenden Vorbilder für uns Mütter, die einfach gerne arbeiten wollen. Lasst euch nicht beirren und geht den Weg der zu EUCH passt!

  10. Du schreibst mir aus dem Herzen! Danke für diesen wunderbaren Beitrag. Ich bin selber wieder nach 3 Monaten arbeiten gegangen und mein Mann bleibt ein ganzes Jahr zu Hause. Wir wurden oft sehr verwundert angeschaut, wenn wir anderen von unserem Modell berichteten. Für uns war dies allerdings die beste Entscheidung. Natürlich hat es etwas Zeit gekostet sich in den neuen Rollen zurecht zu finden und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nicht immer einfach, aber unterm Strich sind wir alle drei damit rundum zufrieden. Zufriedenheit ist mitunter einer der wichtigsten Säulen unserer Familienbeziehung, dies zu berücksichtigen und eine Lösung zu finden die einem selbst gerecht wird sollte bei der Entscheidung im Vordergrund stehen. Die Meinung anderer hat hierbei rein garnichts zu suchen.

  11. Toller Artikel! Ich bin beim 1. Kind auch nach 6 Monaten wieder Vollzeit arbeiten gegangen,der Papa nahm die restlichen Monate Elternzeit. Beim 2.Kind ging ich nach 8 Monaten wieder Vollzeit und der Papa nahm die restliche Elternzeit. Nun kommt ein drittes Kind. Diesmal gehe ich nach 7 Monaten wieder Teilzeit arbeiten, mein Mann ebenfalls. Das Reinteilen find ich toll. Mir fällt schnell die Decke auf den Kopf und ich bin froh, zeitnah wieder mal was anderes zu sehen, als nur das Kind. Mag man mich Rabenmutter schimpfen… meine Kinder liebe ich doch deswegen trotzdem und ich finde es toll, wenn Männer ihre Frauen in dieser Richtung Kind und Arbeit tatkräftig unterstützen! Nur Mut!!!

  12. Vielen Dank für den Artikel. Nach der klassischen 12/2 Elternzeit bei Kind 1 mit allen Rückkehrschikanen bei mir (z.B. versuchte 2-fache Degradierung trotz Vollzeit) planen wir aktuell 7/7 beim zweiten. Bisher haben beide AG das gut aufgenommen und mir gegenüber wurden noch keine Sprüche geäußert. Bei meinem Mann hilft dem AG die fast 1-jährige Vorbereitungszeit auf die Abwesenheit – Empfehlung ist daher offen kommunizieren! Noch sind wir aber weder raus aus dem Job noch wieder zurück, bleibt zu hoffen, dass das so bleibt ;).

  13. Gerne möchte ich auch meinen/ unseren Weg teilen: Eine Familie zu gründen war für mich als junge Frau immer nur mit dem richtigen Partner denkbar. Da arbeiten, also einen Beitrag leisten und unabhängig sein für mein Wohlgefühl sehr wichtig sind, konnte ich mir nicht vorstellen mich von einer anderen Person auch nur teilweise abhängig zu machen. Die Verantwortung für ein Kind zu übernehmen verband ich jedoch dennoch immer mit einem hohen zeitlichen und emotionalen Engagement. Deshalb war für mich klar, wenn das Thema Elternschaft ansteht, müssen wir diese auf unsere persönliche Weise gestalten um den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht zu werden.
    Mit der Geburt unseren Sohnes im Dez. 2018 kam die Chance diese Herausforderungen anzunehmen. Zunächst blieb ich nach der Geburt fünf Monate bei unserem Sohn und mein Mann ging nach dem ersten Monat wieder Vollzeit arbeiten. Nach einem Monate gemeinsamem Urlaub übergab ich den Staffelstab für fünf Monate an meinen Mann und ging selbst Vollzeit arbeiten während er zu Hause blieb. Im Anschluss daran teilten wir uns für vier Monate die Arbeit und die Betreuung am Tag auf: er arbeitete vormittags und ich nachmittags. Unser Sohn wurde bis dahin die ganze Zeit privat betreut. Im Alter von 15 Monaten ist er sechs Stunden am Tag bei einer Tagesmutter.
    Jedes dieser Modelle hatte seine Für und Wider. Diese konnten wir beide erleben. Das Gefühl nach einem langen Tag nach Hause zu kommen und zu Hause ist alles getan, ist wirklich herausragen. Den nächsten kleinen Entwicklungsschritt nicht beim ersten Mal erlebt zu haben, ist dagegen nicht so toll. Die Situation wenn der Kopf gerne wieder etwas mehr Inhalte zur Verarbeitung hätte, kann frustrieren. Die Möglichkeit zu haben Mittwochs auf dem Markt sich einen Kaffee in der Sonne zu gönnen, ist dagegen wirklich toll. Jede dieser Erfahrungen hatten wir beide!
    Als kleines Zwischenresümee können wir feststellen: Durch die gleichberechtigte Aufgabenteilung bot sich uns die Möglichkeit uns beide in wesentlichen Bereichen weiterzuentwickeln.
    – Resilienz Training
    – Zeitmanagement
    – Priorisierung
    – Empathie
    – Kommunikation
    – Selbst Management
    – Stressmanagement
    – Bürokratie

    Das Schöne daran ist für uns, dass wir uns als Paar wie Schulungspartner über die gewonnenen Erkenntnisse super austauschen und jeweils die Lernschritte unseres Sohnes sehr nah mitnehmen und begleiten. Außerdem bauen wir für unseren Sohn damit eine 1A „Second Source“ auf. Dies könnte bei den zukünftigen Krankphasen hilfreich sein.
    Ein Zeichen für uns, dass auch unser Sohn damit gut zurecht kommt ist zum Beispiel: wenn er müde wird, spielt Mama-Papa-Pingpong und möchte von einem Arm auf den anderen wechseln bis einer ihn dann ins Bett bringt. Jede notwenige Versorgung für ihn kann jeder von uns beiden übernehmen, ohne, dass er sich neu daran gewöhnen muss.
    Für mich ist intensive Elternschaft, die nachhaltigste Schulung des Lebens, die aus meiner Sicht auch vielen Männern helfen würde in Ihrem Beruf und Leben erfolgreich und zu sein.

  14. Toller Artikel! Ich arbeite auch in Vollzeit… Was nicht immer einfach ist, da man allen und auch sich selbst ein Stück gerecht werden möchte. Es muss mehr von uns geben, damit es irgendwann auch als selbstverständlich akzeptiert wird und nicht von allen negativ beäugt wird.

  15. Im Job ist man ersetzbar aber eine Mutter IST UNERSETZBAR für das eigene Kind und zwar in den ersten drei oder sogar vier Jahren. Aber wenn eine Mutter nicht mal ein Jahr durchhält und das kleine Krümmelchen verlässt um Ergäbnisse zu sehen in dem was es tut… Opfer bringen für das eigene Kind ist aber wohl zuviel verlangt. Da muss das kleine Baby eher Opfer bringen damit die Mama sehnsüchtig an ihren Arbeitsplatz zurückkehren kann und den Sinn ihres daseins findet. Ich bin ganz sicher auch FÜR Gleichberechtigung aber nicht auf Kosten der Kinder ❤️

    1. Liebe Lidia,

      ich finde bei derartigen Entscheidungen gibt es kein richtig oder falsch…das sind völlig individuelle Entscheidungen und niemand hat das recht zu be- oder verurteilen. Der Begriff „Opfer bringen“ im Bezug auf das eigene Kind klingt sehr dramatisch.
      Etwas mehr Toleranz finde ich hinsichtlich dieser Thematik unbedingt angebracht, der Zeigefinger hingegen völlig inakzeptabel. Nichts für ungut 🙂

    2. EINE Bezugsperson IST UNERSETZBAR in den ersten drei bis vier Jahren. Was spielt das im Zeitalter der Milchpumpe für eine Rolle ob sie männlich oder weiblich ist?

    3. Eine enge Bindungsperson ist unerersetzbar fuer ein Kind, nicht explizit die leibliche Mutter. Was ein Punkt ist, ist dass Studien gezeigt haben, dass Kinder unter 3 in ihrer Entwicklung mehr von einer liebevollen Betreuung zu Hause durch die Hauptbindungsperson(en) profitieren, als von einer Fremdbetreuung in der Kita. Das gilt aber nur solange die Betreuung zu Hause besser ist (einfuehlsam, geduldig, liebend, …), als in der Fremdbetreuung. Um dies gewaehrleisten zu koennen, muss man auch auf die eigenen Beduerfnisse und die Beduerfnisse als Paar hoeren. Man bringt bei einer liebevollen Beziehung zum Kind genug „Opfer“ (Schlafmangel, kaum Freizeit, Spontanitaet,…), sodass ein gesunder Umgang und Kompromiss mit sich selbst und den eigenen Beduerfnissen extrem wichtig ist, um den Anforderungen durch das Kind gewachsen zu sein. Ein frustrierter, unausgeglichener Mensch kommt schnell an die Grenzen der Geduld und Einfuehlsamkeit, was nicht nur das Kind spuehrt, sondern auch ein*e Partner*in. Wenn es den Bezugspersonen des Kindes nicht gut geht, bezieht das Kind es (unterbewusst) auf sich selbst. Es entsteht ein „Ich bin Schuld, dass…“ Gefuehl, was nicht zu einem selbstbewussten, ausgeglichenem Charakter des Kindes fuehrt. „Das Beste fuers Kind“ ist also deutlich komplexer, als einfach zu sagen: Die Mutter bleibt 3 Jahre zu Hause.

      Wenn wir mal ganz konservativ bleiben:
      Mal abgesehen von eigenen Beduerfnissen, wie schade ist es fuer das Kind kaum Zeit mit dem Vater zu verbringen? Wie schade fuer den Vater das eigene Kind so wenig kennenlernenzukoennen? Und was resultiert daraus? Soziale Zeit miteinander zu verbringen foerdert die Empathie und andere Faehigkeiten, die zu einem harmonischen Miteinander fuehren. Wie schade fuer das Kind, mit einem Vater zusammenzuleben, der sich nicht in es hineinversetzen kann, der hilflos vor dem trotzigen Kind steht – wie auch Muetter die ersten male hilflos davorstanden – weil er keine Moeglichkeiten hat Erfahrung zu sammeln und zu lernen. Wiso wird in dem traditionellen Rollenbild dem Kind eine Hauptbezugsperson (sofern die Familie bestehend aus Mutter und Vater zusammenlebt) vorenthalten?

      Ich frage eher:
      Warum soll auf Kosten des Kindes die Mutter 3 (1) Jahr(e) zu Hause bleiben und der Vater arbeiten gehen muessen?

      Zusammenfassend:
      Sich nicht allein ueber das Kinder/die Kinder zu definieren ist sehr gesund! Wir sind Personen bevor wir Kinder haben und das erlischt nicht nur durch die Geburt eines Kindes. Ich bin ICH, Mutter, Physikerin, Kuenstlerin, Naturliebhaberin und Kampfsportlerin, in keiner speziellen Reihenfolge.

      Glueckliche, ausgeglichene, emphatische Eltern ist das beste, was sich ein Kind wuenschen kann und es sollten alle Modelle tolleriert werden, die zu diesem Zustand fuehren. Das gesagt und mit dem Wissen aus den Studien zu Fremdbetreuung innerhalb der ersten 3 Jahre, hoffe ich stark, dass die Gesellschaft/Industrie moderner und flexibler wird, um individuelle Loesungen fuer eine optimale Zusammenstellung aus Elternzeit und Teilzeit oder Home office, also Arbeitszeit und Familienzeit fuer ALLE Beteiligten zu ermoeglichen.

      Ein Kind hat eine Hauptbezugsperson und andere Bezugspersonen in unterschiedlicher Bindungsnaehe. Diese Hauptbezugsperson ist die Person, die die meiste Zeit mit dem Kind verbringt und/oder am empathischsten auf es reagiert (was meistens mit der Menge an gemeinsamer Zeit verknuepft ist). Dies ist aufgrund unserer momentaeren Sozialisierung meist die Mutter. Dies hat aber nichts mit „dem Besten fuers Kind“ zu tun, denn dafuer kann genauso gut der Vater oder auch eine andere Person die Hauptbezugsperson des Kindes sein. Kuemmern sich beide gleich viel, sucht sich das Kind individuell einen der beiden Personen als Hauptbezugsperson aus, und das ist unabhaengig vom Geschlecht.

      Na dann, ich wuensche allen, dass sie ihren eigenen Weg finden!

    4. Und ich bin für korrekte Ortographie, Grammatik und Zeichensetzung. Krümelchen; Ergebnisse; in dem, was sie tut; Daseins (Substantiv). Außerdem mangelt es in deinem Horizont augenscheinlich nicht nur an Offenheit, sondern auch an der Existenz von Kommas. Zum Inhalt: einem Kind ist es „Wurscht“, ob die zeitweilige Hauptbezugsperson etwas zwischen den Beinen baumeln hat oder nicht. In der Regel mangelt es in unserer Gesellschaft eher an männlichen Bezugspersonen und real existierenden Vorbildern (Tageseltern, Kita, Grundschule).

    5. Ich sehe das ähnlich. Ich würde nur „Mutter“ durch „Eltern“ ersetzen. Ob das Kind in den ersten Lebensjahren von Mama oder Papa betreut wird, ist meiner Meinung nach egal, hauptsache, es ist ein Elternteil.

      In den ganzen Artikeln und Diskussionen geht es meist nur darum, was die Eltern wollen und sich wünschen (arbeiten, sich selbst verwirklichen, den Lebensstandard halten, finanziell unabhängig vom Partner sein,…) Um die Bedürfnisse, Wünsche und das (seelische und manchmal sogar körperliche) Wohlbefinden des Kindes (Stichwort: mit Fiebersaft in die Kita) geht es nur selten. Du sagst es schon richtig: Das Baby muss die Opfer bringen, es muss im Alltag funktionieren. Oft verbringen Eltern dann weniger Zeit mit ihren Kindern, als manche Leute mit zeitintensiven Hobbys.

      Was ich nur nicht verstehe: Wenn man weiß, dass einem der Beruf sehr wichtig ist und Kinder im Alltag von der Priorität eher auf Platz 2 angesiedelt sein würden, warum tut man sich den Stress dann an und gründet eine Familie?

    6. Ich vermute, dass es genau diese Kommentare sind, die die Autorin und ihren Partner verunsichert haben.

      Jede*r hat eigene Vorstellungen, wie das eigene Leben und das des Kindes zu gestalten ist. Ihre Einstellung ist, dass eine Mutter für das Kind unersetzbar ist bzw. es in dieser Phase dem Kindeswohl abträglich wäre, wenn der Vater die Erziehungsarbeit übernimmt. Das finde ich in Ordnung und Sie können darauf aufbauend Ihr Leben gestalten, wie Sie es für richtig halten. Da soll sich auch niemand einmischen dürfen.

      Aber: Man kann und darf es durchaus auch anders sehen. Mir fällt kein Grund ein, diese Einstellung auch nur im Geringsten zu teilen – das sage ich als mittlerweile erwachsenes Kind einer Mutter, die auch in den ersten Jahren wieder zu arbeiten begonnen hat. Jede*r hat das Recht, die eigene Lebensgestaltung vorzunehmen. Also plädiere ich für leben und leben lassen, bevor man passiv aggressive Beleidigungen ausspricht.

    7. Danke Lidia W., ein Kommentar, der meiner Meinung entspricht. Es geht um Wurzeln und Bindungen insbesondere zwischen Mutter und Kind. Es ist modern geworden, diese seelischen Bedürfnisse eines Kindes unbeachtet zu lassen. Agenda der NWO.

    8. Ich finde diese Einstellung sehr Ich-konzentriert und für eine gesunde Mutter-Kind Beziehung nicht förderlich. Kinder sind anpassungsfähig: Sie können glückliche und zufriedene Menschen werden, auch wenn sie nur bei einem Elternteil großwerden, adoptiert sind oder ihre Familie sonst wie von der gesellschaftlichen „Norm“ abweicht. Dass die Mutter arbeiten geht, heißt ja auch nicht, dass sie völlig aus dem Leben verschwindet und ersetzt werden müsste. Die Care-Arbeit wird eben zwischen Vater/Mutter (oder anderen Konstellationen) aufgeteilt. Wichtig ist doch ein liebesvolles und möglichst stabiles Umfeld mit klaren Bezugspersonen. Ich denke, dass es genau so belastend für ein Kind sein kann, wenn es miterlebt, wie ungleich und langfristig oftmals auch unzufrieden eine Beziehung ist – da haben wir Eltern ja auch Vorbildfunktion für unsere Söhne und Töchter. Und ohne Gleichberechtigung bei der Kinderversorgung wird es auch in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen keine Gleichberechtigung geben. Es sollte immer das familiäre Gesamtkonzept angeschaut und gemeinsam überlegt werden, welcher Angang der beste und ausgeglichenste für alle (!) Familienmitglieder ist.

    9. Da kann ich Entwarnung geben: Eine Mutter ist zumindest während ihrer Arbeitszeit ersetzbar – in unserem Fall einfach durch den Vater. Aber natürlich hat meine Frau unser Kind auch nicht verlassen, sondern ist nur morgens zur Arbeit gefahren und abends wieder nach Hause gekommen. So wie das Millionen von Vätern auch täglich wiederholen. Nach dem Mutterschutz hat meine Frau einfach sofort wieder in ihrem Job gearbeitet während ich ein Jahr lang zu Hause geblieben bin. Anschließend hat tagsüber eine Tagesmutter übernommen bis er die Grundschule beendet hatte. Unser Sohn ist heute trotzdem von anderen Menschen, die im ersten Jahr tagsüber von der Mutter betreut wurden, durch nichts zu unterscheiden. Es funktioniert also und Gleichberechtigung geht zum Glück nicht auf Kosten der Kinder.

    10. Liebe Lidia,

      das beschriebene Familien-Modell ist mitnichten zu Lasten der Kinder, sondern ganz im Gegenteil. Das Teilen der elterliche Fürsorge ist ein großes Plus für die Familienstruktur und die Persönlichkeitsentwicklung aller!! Und zudem für die Weiterentwicklung der sozialen Verhältnisse in modernen Zeiten. Ich empfehle die Lektüre von Jesper Juul, der in seinem Buch „Leitwölfe“ von einem Paradigmen-Wechsel in der Kindererziehung schreibt und ich kann nicht nur als Mutter sondern auch als Pädagogin jedem seiner Sätze zustimmen. Zudem: Glückliche Eltern machen glückliche Kinder!! Na wenn das nicht eine tolle Idee ist!

      In diesem Sinne liebe zukünftige Eltern: Macht es ganz genauso! wenn es Euch passend erscheint. Denn am Ende des Tages ist eine Familiengründung in diesen Zeiten eine sehr individuelle Angelegenheit. Es gibt keine Einheitsrezepte mehr, kein Richtig oder Falsch – die alte Zöpfe müssen ab!! Die Zeiten, in denen Vati arbeiten geht und Mutti zu Hause sitzt, sind definitv vorbei. Natürlich wird auch die tradierte Verteilung weiter gelebt werden – es ist aber nur eines von ganz vielen Möäglichkeiten und damit weder besser noch schlechter. Es muss für die betreffende Famile passen. Es wird wohl noch etwas dauern, bis sich diese offene Haltung durchsetzt und ich stimme manchen Kommentaren hier zu: Wir sind an der Reihe genau dies ohne Vorbilder als neue Vorbilder vorzuleben und die nach uns kommenden zu ermutigen.
      Unser Sohn ist zwölf und wir haben je nach beruflichen Situationen flexibel reagiert. Bei unangemessenen Kommentaren haben wir freundlich gelächelt, auf ein fröhliches und entspanntes Kind gezeigt, was das Glück hat, zwwei präsente Eltern zu haben und genauso weiter gemacht.

      Herzliche Grüße an alle Eltern, wie auch immer Ihr es für Euch regelt: Ihr macht es aus Liebe zu Eurem Kind und in Fürsorge für Euch selbst. Und genau das ist gut so!

    11. Ihre persönlichen Interessen im Sinne der alleinigen Fokussierung Ihres Kindes auf Sie stehen möglicherweise der Persönlichkeitsentwicklung Ihres Kindes im Wege.

      Bitte denken Sie daran, dass eine gewisse Sozialisierung für den Lebensweg Ihres Kindes von Bedeutung ist. Sozialisierung beginnt nicht schlagartig mit 3 Jahren, wenn es in den Kindergarten geht. Und Sie möchten doch ein Kind, dass in unserer heutigen Gesellschaft besteht, oder?

      Zudem sind Erziehungsjahre keine Rentenjahre. Bitte seien Sie also nicht enttäuscht, wenn mit Eintritt in Ihre Rente für Sie kein lebensfähiges Rentengeld zusammengekommen ist. Und bitte verlassen Sie sich nicht auf das klassische Versorger-Modell, nachdem dann ein Partner oder vielleicht sogar der Staat für Sie aufkommen muss.

      1. Die beste Sozialisierung findet in der Familie statt, oder gehen Sie davon aus, dass Vater/Mutter mit Kind in den ersten drei Jahren nur zu Hause bleibt? Das Kind kann insb. dann in der Gesellschaft bestehen, wenn es gerade in den ersten Lebensjahren Liebe/eine feste Bezugsperon und Zuwendung erfahren hat. Und mit der Rentenkeule muss man nicht kommen. Vielmehr sollte sich die Gesellschaft darüber Gedanken, dass man auch längere Erziehungszeiten zu Hause angemessener in der Rentenversicherung abbildet.

    12. Stimme Dir voll und ganz zu, Lidia. Die pädagogischen Erkenntnis sind offenkundig, Säuglinge und Kleinkinder benötigen eine feste Bezugsperson und nicht wechselnde Personen. In Kitas mag für Essen und Trinken gesorgt sein. Aber ein Faktur fehlt: die Liebe. Das Personal arbeitet für finanzielle Entlohnung, nicht aus Liebe.

  16. … Schade dass dies noch immer so ist…
    Als ich vor 19 Jahren nach 3 Monaten teilweise nach 8 Monaten wieder voll Einstieg als Selbstständige, waren Kommentare wie „also ich habe mich ja bewusst für mein Kind entschieden“, die Regel.
    Doch es wird besser hoffe ich.

  17. Ich wünsche mir mehr Akzeptanz für jedes Modell.
    Wir haben leider erst sehr spät unsere Tochter bekommen. Meine Karriereziele habe ich schon längst erreicht und wünschte mir nichts sehnlicher, als eine Familie. Somit nutze ich die vollen 3 Jahre Elternzeit. Dies stieß genauso wenig auf Verständnis.
    Im Gegenteil!
    Es scheint hier in Deutschland nur einen richtigen Weg zu geben.
    Nur die Frau darf in Elternzeit gehen und dies mindestens/nur 1 Jahr lang.
    Wer legte dieses ungeschriebene Gesetz fest?

    1. Das kann ich unterstreichen. Wenn man sich bewusst für die Familie (und gegen den Job entscheidet) wird man mittlerweile ziemlich komisch angeschaut.
      Ich finde es vollkommen okay, wenn sich Frauen dazu entscheiden relativ schnell wieder in ihren Job einzusteigen. Allerdings steigt damit der gesellschaftliche Druck auch auf die anderen Frauen dies ebenfalls zu tun. Ausserdem halte ich es für sinnvoll, sich manchmal als Erwachsener zurückzunehmen, eigene (materielle) Wünsche/Bedürfnisse zu überdenken und insbesondere in den ersten 3-5 Jahren das Kindeswohl in den Vordergrund zu stellen. Wenn es finanziell darstellbar ist, ist Eigenbetreuung m.E. immer noch das beste für die Kleinen.

  18. Bei 168h pro Woche haben wir mit 56h ausreichend Schlaf, 40-42h Vollzeit-Eltern und 40-42h Vollzeit-Arbeitskraft zu sein. Da bleiben uns sogar noch 28-32h für Körperpflege, Logistik, Soziales, Selbst und Hobbies

  19. Jaaaaa!! Genau!! Super geschrieben. Was gibt es fuer viele Klischees und abstruse Vorstellungen in unserer Gesellschaft (bei dem Thema Erziehung geht es gleich weiter), und wieso erlauben sich manche Menschen ueber einen zu urteilen… 🙁
    Alles richtig gemacht, es kann niemand in einen reinschauen. Ich war nach 10 Monaten wieder arbeiten, und es haette keinen Monat spaeter sein duerfen.

  20. Danke für diesen Artikel. Ich lebe in Belgien, wo es völlig normal ist, bald in den Beruf zurückzukehren. Und erfrischenderweise habe ich dort noch nie (!) einen Kommentar darüber erhalten, wann und ob man zuhause bleibt oder nicht. Sobald ich in Deutschland bin, hat jeder eine Meinung und natürlich geht die meistens in die Richtung dass ein Kind nur bei der Mutter gut aufgehoben ist. Was für eine seltsame Vorstellung, dem Kind weitere Bezugspersonen zu verwehren!

  21. Vielen Dank für den tollen Artikel. Ich bin der Meinung, dass jede/r das für sich individuell entscheiden dürfen sollte. Ich bin gerne ein Jahr zu Hause geblieben und danach mit 25 Stunden wieder eingestiegen. Mein Mann ist selbständig und konnte seine Arbeitszeit so reduzieren, dass er ebenso am Familienleben/an der Erziehung aktiv teilnimmt. Obwohl ich ein Jahr zu Hause war und wirklich viel zusammen mit meiner Tochter gemacht habe, ist sie ein „Papa-Kind“ geworden, jeden Tag wird sie von meinem Mann ins Bett gebracht, umgezogen etc. Mein Mann genießt sein Papa-Dasein und macht das alles nicht wegen der Gleichberechtigung, sondern weil er selbst viel Freude daran hat und viel Zeit mit der Familie verbringen möchte. Ich respektiere die Entscheidung der Frauen, wenn sie schnell wieder (vollzeit) einsteigen möchten und kann das völlig nachvollziehen. Leider ist aber so, dass viele Arbeitgeber andere Mamas auch genau daran messen, nach dem Motto, wenn die Frau Müller nach 6 Monate Elternzeit wieder zurück war, warum können Sie dann das auch nicht? Mit Teilzeit werden dann die ursprünglichen Aufgaben entzogen, weil in Teilzeit angeblich die verantwortungsvollen und anstrengenden Aufgaben nicht mehr zu schaffen sind… Das wiederum finde ich nicht richtig. Meiner Meinung nach, sollten weder die Mütter, die ein Jahr zu Hause bleiben ein Rollenbild sein noch die Mütter, die nach drei, sechs Monaten etc. wieder voll einsteigen. Die Lebenssituationen sind individuell und in den Köpfen der Menschen (und den Arbeitgebern) soll endlich verankert werden, dass auch Frauen ihre eigenen individuellen Entscheidungen treffen dürfen. Ich wünsche euch ganz viel Glück!

  22. Wir haben es genauso gemacht. Ich bin bei beiden Kindern nach 5 Monaten wieder arbeiten gegangen, mein Partner hat jeweils ein halbes Jahr Elternzeit gemacht.
    Vor allem beim ersten Kind erinnere ich mich an die vielen ungläubigen Kommentare, besonders häufig kam „Wart erstmal ab, bis das Kind da ist, dann willst du auch länger zuhause bleiben!“ Die beschriebene Verunsicherung kenne ich nur zu gut (Was stimmt denn mit mir nicht, dass ich mich nach fünf Monaten wie erwartet darauf freue, wieder arbeiten zu gehen?!)
    Und: JA, es fehlt massiv an Vorbildern. Deshalb danke für diesen Artikel! Wir brauchen mehr Sichtbarkeit von unterschiedlichen Modellen, bis sämtliche Kommentare, sobald man vom Standardmodell abweicht, aufhören.

  23. Wie du schon sagst, das kann bei EINEM Kind funktionieren. Wenn man allerdings über das Stadium des „Pseudoelternseins“ mit einem Kind (eins ist keins) hinaus ist und mehrere Kinder hat und diese dann abwechselnd einen Virus nach dem anderen aus Kindergarten und Schule anschleppen,kann man froh sein wenn man nicht gezwungen ist arbeiten zu gehen. Arbeitgeber finden es nämlich nicht so toll, wenn man sich dann wegen dem Kind ständig krank meldet.

  24. Meiner Meinung nach gibt es so viele andere, zum Teil sogar fremde Menschen, die einem in jede Entscheidung hineinreden wollen, weil es manchem schwer fällt zu akkzeptieren, dass es immer viele verschiedene Wege gibt, die Elternzeit zu organisieren. Einzelne propagieren auch gerne ihre persönliche Entscheidung als die eigentlich beste um sich damit selbst zu bestätigen. Meine Kinder sind inzwischen fast erwachsen, aber dieses Einmischen anderer Menschen bleibt leider bis heute erhalten. „Also dass du deine Tochter einfach so ohne Probleme ein Auslandsschuljahr machen lässt, zeigt ja das eure Beziehung nicht sehr eng zu sein scheint. Ich könnte das nicht, wir hängen sehr aneinander…“

  25. Herzlichen Dank für diesen wunderbaren Artikel! Es gibt Sie eben doch – die gleichberechtigt agierenden Paare. Hier zeigt sich deutlich, dass die entsprechenden Stereotype in der Gesellschaft sehr verfestigt sind, obwohl jegliche Rechte darauf bestehen, diesen Weg zu gehen.

    Meine Erfahrung zeigt exakt das Gleiche. Wir erwarten unser zweites Kind und wollen die Elternzeit hälftig aufteilen. Ich möchte in Vollzeit zurückkehren. Statt Erleichterung höre ich derzeit von meiner Vorgesetzten, dass sie davon ausgeht, dass ich dann bestimmt doch länger wegbleibe; sicher mehr als ein Jahr; und anschließend bestimmt in Teilzeit zurückkomme. Diese Meinung wird gegenüber Kollegen offen kundgetan. Mich empört daran, dass unsere Planungen (und ein Stück weit auch ich) nicht ernst genommen werden. Sicherlich ist die Flexibilität, die mir damit auch gezeigt wird, sehr schön. Dennoch würde bei einem Mann sicher niemand in Zweifel ziehen, dass er nach 7 Monaten zurückkehren kann.

    Es muss sich noch Einiges in den Köpfen ändern.

  26. Ich war eine späte Mutter und der „Ernährer“ in der Familie, weil im ÖD und in schöner Position. Ich ging nach 11 Wochen wieder arbeiten. Die Firma, in der mein Mann arbeitet, hangelte sich von einem vermeintlichen Untergang zum nächsten.
    Ich hatte mir ausgerechnet, dass Vater das Kind um 10 zur Tagesmutter bringt. Von 12 bis 15 Uhr schlief mein Sohn wie ein Uhrwerk und um 15.30 holte ich ihn ab. Gegen 22 Uhr ging er schlafen, hatte aber noch ein Nickerchen vorher bei Mama. So war das Kind zweieinhalb Stunden in Fremdbetreuung. Und ich hatte sechs Stunden seines wachen Tages,die wir immer ausfüllten mit Spielen, Besuchen, Spielplätzen, Kochen, was weiß ich. Nebenbei schmiss ich noch den Haushalt. Weiß heute nicht mehr wie das ging.
    War es krank, sprangen Oma und Opa ein. War es doll krank, blieb ich zu Hause.
    Mit drei ging er in einen privaten Kindergarten, sehr gerne. Mit fünf in eine private Grundschule. Sehr gerne. Für ihn war jeder Tag eine Party. Morgens stand er auf und sang erst mal eine Weile auf dem Klo.
    Heute ist er im Bankgewerbe und baut sich mit 31 ein kleines Schloß. Hat eine Riesenhochzeitsparty geschmissen und ist in vielen Angelegenheiten unser Berater. Lächel. Ob Handies, Computer, Autos, alle Fragen werden mit ihm erstmal geklärt.
    So geht er aber auch keinen Schritt in seinem Bau ohne nach unserer Meinung zu fragen. Familie eben.
    Eine Familie ist nur so glücklich, wie es die Frau/Mutter ist. Und das habe ich meinem Sohn offensichtlich gut rübergebracht.Er trägt seine auf Händen, wie er das von seinem Vater gesehen hat.
    Bleiben Sie bei Ihrem Familienleben, wie Sie das für richtig halten, liebe Autorin. Ich kenne die Besserwissenden, hören Sie nur auf Ihr Herz und das Ihres Mannes.
    Viel Glück weiterhin!

  27. Ich kann nur sagen „alles richtig gemacht!“. Ich bin 2010, nach 6 Monaten Elternzeit auch wieder Teilzeit arbeiten gegangen, aus den selben Gründen. Ich liebe mein Kind über alles, brauche für mich jedoch auch noch den geistigen Austausch mit Gleichgesinnten und das auf Arbeitsebene. Das hat etwas mit Selbstverwirklichung zu tun und nichts mit Egoismus. Ich hatte damals kein Gegenwind oder Menschen die mich deswegen verurteilt haben, kann mir aber vorstellen dass noch viel altes Gedankengut in den Köpfen steckt. Es braucht mehr Menschen die nach ihrem Herzen leben und zeigen dass es auch anders geht. Einfach machen und Erfahrungen sammeln,trotz Widerstände. Eine Patentlösung gibts nicht,nur Möglichkeiten.
    Toller Artikel, danke!

  28. Hört sich sehr nach „ich zuerst“ an. Das Kindeswohl sollte wichtiger sein, alsdass die Autorin ihre Erfolgserlebnisse auf der Arbeit ergattert. Und es jedem vorher klar sein, dass Elternsein kein Wunschkonzert ist. Kein Vorrausplanen. Aber jeder soll entscheiden, welche erlebnisse ihm wichtiger sind. Erfolg auf Arbeit oder bei den ersten Schritten dabei zu sein 🙂

    Das man seine Eltenrzeit aufteilen kann, ist natürlich wunderbar. Und das sollte jeder auch so machen, wie er es für richtig hält.

  29. Als Mann würde ich natürlich auch gerne lange Elternzeit wahrnehmen. In technischen Bereichen liegt jedoch oft das spezielle Wissen bei Wenigen. Die Einarbeitungszeit für Kollegen beträgt 6 Monate.
    Man müsste also Halbtags arbeiten (wird das von der Elternzeit gedeckt?) oder gestückelt, mit Unterbrechungen (geht das gesetzlich?)

  30. Das hätte ich genau so schreiben können 🙂 Ich fühlte mich schon nach drei Monaten wie im Käfig und habe nach fünfen wieder angefangen zu studieren.

    Ebenso wichtig war es aber auch für meinen Mann, Zeit alleine mit unserer Tochter zu verbringen! Er hat dieselben positiven und negativen extremen Momente mit ihr durchlebt, die so oft den Müttern vorbehalten bleiben, und dadurch ein sehr intensives Verhältnis zu ihr (bzw. sie zu ihm) entwickelt. Das ist wunderbar zu sehen und sollte auch jedem Mann ein Vorbild sein!

    Für unsere Beziehung war das außerdem die beste Option, ein Paar auf Augenhöhe zu bleiben! Keiner bleibt intellektuell unterfordert, aber ebenso fühlt sich keiner wie ein Außenseiter in der eigenen Familie!

    Danke für deinen Artikel!

  31. Nun, meine Kinder sind 1984 und 1988 geboren und wahrscheinlich ahnt man jetzt worauf ich hinaus möchte. Beim ersten Kind hatte sechs Monate(!) Elternzeit und beim zweiten 12 Monate(!).
    Insofern weiß ich genau, was das bedeutet.
    Auch ich wollte damals schon gerne wieder arbeiten. Der Widerstand der Mitmenschen war viel größer. Es schadete den Kindern nicht, aber die Ansprüche an sich selbst, an die Beziehung und vieles mehr können nicht die gleichen bleiben. Meine Generation hat es geschafft und ihr schafft das auch. Allerdings der Weg ist hart – aber diese Investition lohnt sich.

  32. Was hat ein Kind von einer unausgeglichenen Mutter? Nur kein schlechtes Gewissen einredenlassen.

    Ich hatte 4 Kinder und mein Tag begann um 4.00 Uhr mit dem Kleinsten. Dann an’s Austeilen: Kinderkrippe, Kindergarten, Kinderhort, Ganztagesschule;
    8 Stunden Arbeit und abends alles straff organisiert wieder zurück.

    Ich hatte drei Monate Mutterschutz und zum Stillen wurde mir mein Kind von meinem Mann ins Amt gebracht. Durch die 1,5 Std. Stillzeiten Mutterschutzgesetz (begrenzt auf 1 Jahr) war ich zur Nachmittagsmahlzeit schon wieder zu Hause.

    Die Kindertagesstätten von früher und heute sind nicht mehr zu vergleichen.

  33. Ein toller Artikel! Wir haben das ähnlich gemacht. Ich bin 7 Monate nach der Gburt unserer Tochter wieder vollzeit arbeiten gegangen und mein Mann ist 7 Monate zuhause geblieben. Begeisterungsströme in unserem Umfeld hat es bei den meisten auch nicht gerade ausgelöst (das haben wir auch nicht erwartet aber mit so viel Unverständnis haben wir auch nicht gerechnet). Im Prinzip war es 1:1 genau so wie der Artikel es auch beschreibt.
    Das ist schade. Was Emanzipation angeht ist Deutschland wirklich noch ein Entwicklungsland.
    In meinen Augen führt u. a. auch genau dieses Unverständnis dazu warum so viele Frauen / Paare sich gegen Kinder entscheiden oder den Kinderwunsch so weit nach Hinten verschieben, dass es biologisch nicht mehr klappt. Die gesellschaftliche Akzeptanz von beiden berufstätigen Eltern mit Kleinkindern fehlt nach wie vor. Oft hört man Kommentare wie „Heutzutage kann man es sich auch gar nicht mehr leisten, dass die Frau zuhause bleibt. Da müssen beide arbeiten gehen.“ Bei solchen Kommentaren stellen sich bei mir die Nackenhaare auf und da sieht man, dass es in der Gesellschaft bis heute nicht angekommen ist, dass die Frau vielleicht gerne arbeitet.

  34. Danke für den Artikel. Ich bin bei unserem Kind direkt nach Mutterschutz wieder arbeiten gegangen und mein Mann ist ein volles Jahr in Elternzeit zu Hause geblieben. Mein Umfeld privat wie auch beruflich hat dies sehr gut aufgenommen. Auch die anderen Frauen beim Pekip-Kurs haben sich schnell daran gewöhnt, dass ein Mann mit Ihnen da sitzt. Klar, er konnte sich ab und zu mal einen Spruch von seinen Kumpels anhören, aber kurze Zeit später, blieb auch einer von Ihnen zumindest 8 Monate in Elternzeit zu Hause. Ich denke, dass jede Familie für sich entscheiden muss, was für sie das Beste ist. Es kann sein, dass die Mutter unersetzbar ist, ABER: Ich bin und war ja da. Nur eben nicht die ganze Zeit. Ich bin morgends, spätnachmittags, abends, die ganze Nacht und das ganze Wochenende für mein Kind da. Die einzigen die sich nicht davon abhalten konnten mir die Meinung zu sagen waren Mütter meiner Generation die sich entschieden hatten, zwei oder drei Jahre zu Hause zu bleiben. Sie hatten das Bedürfnis, sich mir gegenüber zu rechtfertigen. Jeder sollte selbst entscheiden, und niemand sollte sich genötigt fühlen, seine Entscheidung zu rechtfertigen.

  35. Ich verstehe, wenn jemand wieder arbeiten möchte. Ich habe meinen Sohn mit 4 Monaten in die Kita gebracht, um zurück in den Job zu gehen, nicht weil ich musste, sondern, weil ich wollte. Es gab viele weniger nette Kommentare, aber letztendlich hat mein Kind keinen Schaden davon getragen, ganz im Gegenteil, der Umgang von Anfang an mit anderen Kindern, welche zunächst alle älter/größer waren, haben seine Entwicklung gefördert. Eltern können sich meines Erachtns noch so sehr bemühen, aber sie sind ebend keine Kinder. Mein Kind geht inzwischen in die 3. Klasse und ist ein sehr guter Schüler, trotz (oder gerade wegen?) der Berufstätigkeit seiner Eltern.
    Ich kann nur jedem anraten, seinen eigenen Weg zu finden. Fehler kann man korrigieren. Auch gibt es immer Einflüsse, die man vorher nicht absehen kann.

  36. Schöner Artikel, danke. Ja, wir haben alle mit Vorurteilen und dummen Kommentaren von Mitmenschen zu tun, aber wie wundervoll ist es denn, dass wir als Mütter in Deutschland jetzt die Wahl haben, ob und wie lange wir in Elternzeit gehen wollen? Erst recht die, die verheiratet sind? Sicher gibt es Schwachstellen (Geringverdiener, Single-Moms etc.), aber kein System ist perfekt und es wird doch versucht, alles möglich zu machen. Wir sollte alles etwas positiver sehen und uns die negativen Kommentare nicht so zu Herzen nehmen. Meine Erfahrung ist, dass wenn man selbst positiv überzeugt von seinem Handeln ist, auch die anderen besser verstehen lernen.
    Und braucht es wirklich immer Vorbilder? Man kann doch eigene Wege einschlagen. Liebe Grüße

  37. Ich bin auch für Gleichberechtigung und ich habe lange auch geglaubt, dass es ja kein Problem sei, nach ein paar Monaten als Mutter wieder zu arbeiten.
    Doch tatsächlich musste ich feststellen, dass dies mit bedürfnisorientierter Erziehung nicht umbedingt möglich ist. Waren wir in den ersten 6 Monaten noch von einem fast durchschlafenden Kind gesegnet, sodass ich mithilfe der Elternzeit des Vaters nach der Geburt mich gut erholen konnte und meinem Studium nachging, so musste ich im 7. Lebensmonat feststellen, dass alleine Stillen auch in Kombination mit Abpumpen mir zurätzlich zu einem 20h/pro Woche Arbeitspraktikum einiges an körperlicher Kraft geraubt hat. Dieses Praktikum war für mich zum Glück nach 5 Wochen vorbei. Ich bin jemand, der wirklich gut die Zähne zusammen beißen kann, aber ich weiß nicht, ob ich einen Teilzeitberufseinstieg nach 5 Monaten (oder gar) Vollzeit überhaupt körperlich geschafft hätte. Solange das Stillen möglich ist, kommt für mich auch nichts anderes in Frage. Und Abpumpen hin oder her, die Belastung bleibt ja trotzdem bei der Mutter. Mögen andere Brei mit 4 Monaten geben, so haben wir auf die Beikostreife (bei unserem Kind erst mit 10 Monaten) gewartet, um ihn keiner lebensgefährlicher Breiaspiration auszusetzen. Auch danach habe ich noch lange fast vollgestillt und das größtenteils gerne getan und sehe das auch als wichtig fürs Kind an. Natürlich habe ich trotzdem nebenbei für mein Studium gearbeitet, aber eben nicht viel.
    Ich finde es auch nicht richtig zu sagen, Mütter sollten 3 Jahre daheimbleiben. Aber aus meiner Erfahrung finde ich es extrem anmaßend zu sagen, man könne ja wohl problemlos als Mutter nach ein paar Monaten wieder Vollzeit arbeiten, da solle man sich nicht so anstellen oder lediglich die Gesellschaft stünde da mit ihren Vorbehalten im Wege.
    Wer sich intellektuell auch als Elternteil wach halten will, kann ja trotzdem was für seine Bildung tun oder wissenschaftliche Diskurse verfolgen oder einer stillfreundlichen Arbeit nachgehen. Der Arbeit wegen im ersten Lebensjahr das Stillen zu beenden oder in den ersten Monaten das Vollstillen einzustellen ist für mich nicht kindgerecht. Daneben trägt man ja auch Verantwortung für sich: Pauschalisierungen, alle können nach der Zeit XY wieder 100% leisten, bringen niemandem was.

  38. Ich habe 3 Kinder und war beim 1. 24 Monate, beim 2. 36 Monate und beim 3. 28 Monate zu Hause. Dazwischen und auch jetzt arbeite ich Teilzeit. Mein Mann hat eine kleine Firma und konnte sich den Luxus nicht leisten, seine Firma für mehrere Monate Elternzeit zu schließen.
    Ich fand es wunderschön, all die Entwicklungsschritte meiner Kinder in Ruhe mitzubekommen und zu begleiten. Und dann jeweils auch mehr Zeit für die größeren Geschwisterkinder zu haben. Denn sobald man wieder arbeiten geht, dreht sich doch das Beruf-Kinder-Haushalt-Karussell so schnell, dass alles nur noch in Hektik geschieht.
    Warum kann man denn nicht einfach das Geschenk annehmen, das uns hier in Deutschland gemacht wird mit den bis zu 3 Jahren Elternzeit? Viele andere Länder beneiden uns doch darum.
    Auch ist mir unklar, wie ich mein Kind stillen soll, wenn ich wieder arbeiten gehe. Oder ist das nicht mehr zeitgemäß? Ich habe alle 3 Kinder jeweils 6 Monate voll gestillt und sie erst nach einem Jahr komplett abgestillt. Das ist doch die beste Art der Ernährung für ein Baby und in Zeiten des Gesundheitswahns sollte es jeder Mutter ein Anliegen sein, diese Gabe der Natur für ihr Kind zu nutzen.
    Ich finde es auch traurig, dass die ganz kleinen Kinder schon in fremde Hände gegeben werden und zu einer Tagesmutter oder in den Kindergarten müssen. Sie müssen sich doch ihr ganzes Leben noch in eine Gemeinschaft und in zeitliche Zwänge einordnen lassen, da kann man ihnen doch wenigstens 2 Jahre gönnen, ohne nach Wecker aufstehen zu müssen. 2 Jahre Elternzeit finde ich sowieso ideal, da gerade im 2.Jahr die meisten großen Entwicklungsschritte ablaufen (allein laufen, sprechen…)Und danach können wir uns freuen, dass wir diese Möglichkeiten der Kinderbetreuung hier haben.
    Mir ist klar, dass ich mittlerweile fast allein stehe, mit meinen Ansichten. Dass das eine Jahr als Standardbild gilt.
    Am Ende muss und kann sich jede Familie selbst entscheiden , welcher Weg der Richtige ist. Und es muss sich jeder klar machen, das Familiengründung auch mit Einschränkungen zu tun hat, finanziell, beruflich und in der persönlichen Entfaltungsmöglichkeit. Diese Einschränkungen sind aber doch nichts gegen das Glück, die Freude und die Bereicherung, die jedem eigene Kinder bescheren.

  39. Vielen Dank für den tollen Artikel – er ist mir sehr aus dem Herzen geschrieben! Wir haben es ähnlich gemacht: Ich bin nach 8 Wochen Mutterschutz zunächst in Vollzeit eingestiegen und dann – als unser Kind 6 Monate war – noch einmal gemeinsam mit meinem Partner 2 Monate ausgestiegen. Die restlichen Elternzeitmonate hat mein Partner genommen. Auch für uns passte es so besser und wir hatten ähnliche Motive (Unterschiedliche Liebe zum Job, passender Zeitunkt zwischen beruflichen Herausforderungen usw.). Als ich damals nach Erfahrungsberichten gesucht habe, konnte man Nichts (!!!) finden. Außer vielleicht ein paar Kommentare in Foren die sich in der Gegenfrage „Warum kriegst Du dann überhaupt ein Kind?“ zusammenfassen lassen. Starke Widerstände gab es auch beim Arbeitgeber.

    Mein Partner und ich blicken heute sehr zufrieden auf die Entscheidung zurück. Wir werden beide gleich schnell wach, wenn nachts gejammert wird, wir haben beide eine gleich enge Beziehung zu unserem Kind. So benimmt sich auch keiner als „Gate-Keeper“, der in Sachen Kind alles besser weiß – ein Phänomen, was ja gerne von Vätern beschrieben wird, wenn sie die „letzten“ zwei Monate abkriegen. Es ist dabei so wichtig, dass wir Frauen uns gegenseitig bestärken, unseren eigenen Weg zu gehen und die beste Lösung für die Familie zu finden. Oftmals hatte ich das Gefühl, dass die Kritik an unserer Entscheidung meistens von anderen Müttern kam, die es anders gemacht haben und nur ihren Weg als 100% richtig gesehen haben. Es sind also nicht nur die zukünftigen Väter gefragt, sich gleichberechtigt und selbstverständlich einzubringen, sondern auch alle Frauen: Wir sollten uns (unsere Kinder, unsere Beziehung, unsere Erziehung, unseren Beikostplan…) nicht ständig vergleichen und uns gegenseitig fertigmachen, ein bisschen mehr Solidarität und der Blick auf das Wesentliche konzentrieren – unsere Kinder werden bestimmt aller unterschiedlich groß, aber die Welt braucht ja auch unterschiedliche Menschen!

  40. Wow, danke für diesen Artikel!
    Ich bin bei Kind 2 auch nach 6 Monaten wieder arbeiten gegangen, mein Mann ist noch immer zu Hause für 5 Monate (wir haben die Elternzeit auf 28 Monate aufgeteilt). Was soll ich sagen? Wir sind auch viel angeeckt, aber ich bin ausgeglichener und glücklicher, als wenn ich nochmal 2 Jahre zu Hause sein hätte müssen. Ich liebe meine Kinder, trotzdem bin ich nicht nur Mutter, sondern auch Frau und gehe gerne arbeiten. Die Akzeptanz war stellenweise ziemlich schwer zu erlangen, auch der Arbeitgeber meines Mannes war not amused. Unserer beziehung tut das gegenseitige Verständnis auch gut, wobei ganz klar ich immer noch diejenige bin, die kocht, die die Kinder ins Bett bringt, Bücher vorliest… Arzttermine macht, Klamotten ausmistet. Mein mental load ist also durchaus höher als der meines Mann. Er macht den Großteil des Haushalts, bringt das große Kind in den Kindergarten und entspannt sich viel… aber er ist nicht glücklich. Auch er ist froh, wenn er wieder arbeiten darf, auch wenn er die Kinder genauso liebt wie ich. Manche Tage sind wirklich schwer, weil die Findung in der neuen Rollenverteilung immernoch nicht ganz abgeschlossen ist, es ist ein stetiger Prozess und trotz allem tut es uns als Familie gut, dass auch der Papa alles kann und Bezugsperson ist. Ich finde, jede Familie sollte heutzutage selbst entscheiden DÜRFEN, wie sie das mit der Elternzeitaufteilung handhabt.

  41. Danke für den Artikel!

    Mein Mann wird 24 Monate Elternzeit Plus nehmen. Ob er dafür Gegenwind bekommt und wie wir damit umgehen, werden wir noch sehen…

    Ich selbst bin selbständig, verdiene zurzeit weniger und kann selbst entscheiden, wie viele Aufträge ich wann wieder annehme und wie viele ich ablehne.

    Das Argument „der, der mehr verdient, geht weiter arbeiten, also meist der Mann“ kann ich daher genau ins Gegenteil verkehren. Gerade WEIL bei uns der Mann mehr verdient, ist es für uns nur logisch, dass der die VOLLE Zeit zu Hause bleibt.

    Das Elterngeld wird anteilig auf das Einkommen berechnet, dass ich während der 12 Monate vor der Geburt verdient habe. Also bei Frauen: Elterngeld ist weniger als das, was sie schwanger leisten konnten. Und ich habe viel geschlafen, gebrochen, gelegen… und dabei leider nicht soooo viel verdienen können wie ein nichtschwangerer Mensch, der dank seines Beschäftigtenstatus Urlaub und Krankheitstage sogar weiter bezahlt bekommt. Mutterschutz haben selbständige Frauen übrigens vor der Geburt auch nicht, es wird also das Einkommen bis zum letzten Tag vor der Geburt gezählt. Wer da z.B. als Pflegerin oder Köchin nicht mehr so schwer heben mag, ist selbst dafür verantwortlich, dass sie nichts (!) verdient und entsprechend weniger Elterngeld bekommen wird.

    In der Kombination „Vater beschäftigt, Frau selbständig“ scheint mir die Lösung „Mann bleibt voll zu Hause und hält der Frau den Rücken frei, während sie möglichst bald wieder in den Beruf einsteigt“ die nahezu einzig mögliche Lösung zu sein.

  42. Was mit ein bisschen fehlt ist, wie mit dem Thema „Stillen“ umgegangen wurde.
    Für die Entscheidung, wie lange eine Mutter zu Hause bleibt finde ich das durchaus essenziell.
    Denn es macht meiner Meinung nach keinen Sinn ein Kind, welches noch gestillt wird z.B. der Mutter hinterherzutragen, damit diese ihren Bedürfnissen nachgehen kann (mal überspitzt ausgedrückt).

    Das scheint jetzt hier nicht der Fall gewesen zu sein, denn wie in einem Nebensatz geschrieben, wurde ja die Flasche gegeben.

    Ansonsten denke ich auch, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, wie es für das Kind, ihn selbst, und seinen Partner am besten ist.

  43. PS: Und abgesehen vom Geld… ja, ich liebe meine Arbeit. Und ich mache inzwischen selbst zynische Witze darüber, was für eine schlechte Mutter und unwerte Frau ich offenbar bin, dass ich vor der Geburt schon überlege, wie ich möglichst früh wieder arbeiten kann. Denn die entgeisterten Nachfragen oder, noch schlimmer, die überlegen-lächelnden oder gönnerhaft-chauvinistischen Sprüche (von Frauen und Männern gleichermaßen), dass ich das völlig anders sehen werde, wenn das Kind erst einmal da ist, kommen gewehrfeuerartig und aus allen Richtungen…

  44. Ich freue mich über den Artikel, kann aber die Euphorie nicht teilen. Was es heißt, daheim beim Kind zu bleiben, wird sich erst Jahrzehnte später bemerkbar machen. Zusätzlich ist der Karriereknick bei den Männern mit / im Erziehungsurlaub noch deutlich schlimmer als bei Frauen; diese Erfahrung habe zumindest ich gemacht. Nun, da ich auf dem Weg in mein sechstes Lebensjahrzehnt bin, ist mein Resümee als Frau mit Kind eindeutig: entweder Job und somit finanzielle Unabhängigkeit, Ruhe, Urlaub, Luft und Bewegungsfreiheit oder Job und Kind und somit permanentes Rechnen, Stress, Organisieren (nicht nur der Kinderbetreuung, denn sechs Wochen Urlaub stehen drei Monate Schulferien gegenüber!), kein oder nur kaum Urlaub, massive Einschnitte der eigenen persönlichen Bereiche sowie das Beschränktsein auf Job, Kind und die Organisation dafür. Es hat halt nicht jede einen Ingenieur zuhause!
    Wer als Frau den Job in seinem Sinne sowie das angenehme Leben und die Nerven behalten will, sollte sich klar darüber sein, daß Job und Kind schlicht Stress pur ist (nicht gleich am Anfang, aber mit den kommenden Jahren) und es keine, aber auch absolut keine Garantie dafür gibt, daß das alles zu zweit bewältigt wird. Die Trennungs- und Scheidungsraten sprechen da leide eine deutliche Sprache. Abgesehen davon, daß Kinder heutzutage für berufstätige Frauen eine Belastungsprobe und ein erhöhtes Armutsrisiko darstellen, sollte auch nicht vergessen werden zu erwähnen, daß selbst in funktionierenden Partnerschaften NACH dem Job (nach Feierabend) die meiste Hausarbeit sowie das Kochen etc. an den Frauen hängenbleibt.
    Ich wünsche jeder Frau, die sich mit oder ohne Partner ein Kind wünscht, daß alles so klappt – daß es vor allem JAHRELANG so klappt! – wie sie es sich vorstellt oder meint, bestens arrangiert zu haben. Wenn’s aber nicht klappt, ist es zu spät zum seufzen und jammern; dann wird sich keine/r anhören, warum es nicht geklappt hat. Ich meine, daß der Verklärung und Blauäugigkeit in Bezug auf Job und Kinder genug Sahne untergeschlagen wurde; genügend Beobachtungen und Erfahrungen im Umfeld sollten auch die letzten Augen öffnen. Warum sind denn mindestens ein Drittel aller (berufstätigen) Mütter alleinerziehend, Tendenz steigend? Der Großteil der Frauen / Mütter hatte wahrscheinlich zu Anfang auch einen Partner, der bekundete: „WIR schaffen das“! Ich ziehe den Hut vor Simone de Beauvoir, die vor vielen Jahrzehnten klar erkannt hat, daß Mutterschaft eine böse Falle ist.
    Vergessen Sie auch nicht, liebe Damen, daß von Ihnen erwartet wird, nicht nur eine 100 %-ige Arbeitskraft (unabhängig und belastbar heißen die Zauberwörter, ohne die man bzw. Frau heute im Arbeitsleben keinen Fuß mehr auf dem Boden hat) zu sein, sondern natürlich auch eine geduldige Mutter und klasse Köchin, eine liebevolle und verständnisvolle Ehefrau / Partnerin (der Stress und das Arbeitsleben der Herren der Schöpfung ist natürlich viel, viel schlimmer als das der Frauen) und eine strahlende und nie müde Geliebte, die es kaum erwarten kann, ihren Partner hingebungsvoll zu verwöhnen! Das alles perfekt geschminkt, natürlich.
    Hat jemand gesagt, daß der Tag nur 24 Stunden hat und auch Mütter tatsächlich nur zwei Hände?
    Na, ich denke, Sie denken an mich, wenn die ersten 10, 15 Jahre mit einem Kind / Jugentlichen vergangen sind! (Wenn ich’s könnte, würde ich jetzt einen Smiley zeichnen……!)

  45. Nur Mut, Ihr Frauen, Männer, Familien und Unternehmer!

    Wir sind im eigenen Betrieb Vorreiter, haben ein Familienzimmer eingerichtet und es steht nun Mama und Papa frei, familienfreundliche Arbeitszeitmodelle zu wählen und ihre Kinder mitzubringen. Und das im Maschinenbau.

    Verwundert? Ja, das glaube ich. Aber Niemand ist effizienter, als eine Mama oder ein Papa mit einem organisierten Tagesplan. Wir wollen wertvollen, gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Chancen bieten.

    Diese Chancen sind auch Chancen für unsere Kinder. Denn kein Kind wünscht sich eine mittelose, frustrierte, unausgeglichene Elternschaft mit ganz viel „Meinung“.

    Und an Alle, die zum Artikel eine ablehenden Haltung haben:
    Überlegt Ihr Euch doch auch mal, was Ihr persönlich und vielleicht mal ohne persönliche Bevorteilung tun könnt, um die Betreuungssituation für Eltern und Kinder in Deutschland zu verbessern!

    Keine Idee? Dann ist Zurückhaltung gefragt!

  46. Schöner Artikel! Als Vater eines nunmehr elfjährigen Sohns kann ich viele Details nachvollziehen. Auch meine Frau hat nach ein paar Monaten vom Zuhause genug gehabt und ist voll wieder eingestiegen. Was für mich immer wieder verblüffend ist: Wie tief in Westdeutschland die Rollenbilder verankert sind. Bei uns im Osten gab es kaum Rollenbilder für die Hausfrau. Alle Frauen in unserer Verwandschaft und im Freundeskreis sind natürlich nach ein paar Monaten wieder arbeiten gegangen.
    Eine Ost-West-Unterscheidung geht mir meist gegen den Strich, ich bin am Ende nach Berlin gezogen, um der Diskussion zu entkommen. Aber bei solchen Debatten stehe ich immer wieder verblüfft vor einer kulturellen Lücke.

  47. Wenn man ein Kind haben möchte ist die wichtigste Frage was ist für das Kind gut. Alles andere ist egoistisch. Und irgendwelche Ausreden zählen nicht. Das braucht man auch kein Kind. Es gibt mittlerweile so viele gute Bücher und Beiträge zu Bindungsforschung. Und für ein Kind ist bis es 4 Jahre ist, mindestens bis es 3 Jahre ist, idealer Weise noch viel länger, die Mutter wichtig. Auch ist es wichtig für das Stillen und ein Kind so lange zu stillen bis es sich selbst abstillt. Alles was gegen die Natur ist, ist ungesund.
    Warum will man ein Kind haben, um es gleich wieder zu verlassen, um in irgendeinen Job zu sein? Kein Job und nichts Materielles kann wichtiger sein als für sein Kind da zu sein. Warum werden Muttergefühle, die tief im Inneren sind unterdrückt und ignoriert? Wichtig ist eigene innere Sachen aufzuarbeiten, um für sein Kind voll und ganz da zu sein und ggf. Schmerz heraus zu lassen, der das behindert. Mutter, Vater, Eltern sein ist der wichtigste „Job“. Kein anderer Job ist wichtiger. Alles andere ist auf Kosten des Kindes. Und es ist ganz wichtig, dass das auch wieder so gesehen und anerkannt wird.
    Eine Mutter kann niemand ersetzen und eine Enge Bindung ist so wichtig. Buchtipp: In Liebe wachsen, Autor: Dr. Carlos González, Verlag: La Leche Liga, Das Attachment Parenting Buch: Babys pflegen und verstehen, Autoren: William Sears, Martha Sears, Verlag: Tologo Verlag, Schlafen und Wachen, Autor: William Sears, Verlag: La Leche League Schweiz, Auf der Suche nach dem verlorenen Glück, Autorin: Jean Liedloff, Verlag: C.H.Beck Verlag, Geborgene Babys, Autorin: Julia Dibbern, Verlag: Tologo Verlag, Verwöhn dein Baby nach Herzenslust, Autorin: Julia Dibber, Verlag: Beltz Verlag, artgerecht – Das andere Baby-Buch, Autorin: Nicola Schmidt, Verlag: Kösel Verlag, Unsere Kinder brauchen uns! Autor: Gordon Neufeld, Verlag: Genius Verlag, Von der Erziehung zur Einfühlung, Autorin: Naomi Aldort, Verlag: Arbor Verlag, Aus Erziehung wird Beziehung, Autor: Familientherapeut Jesper Juul, Verlag: Herder Verlag, Kindergartenfrei in der Praxis, Autorin: Sophie Mikosch, Verlag: Tologo Verlag.

  48. Ich wäre wohl auch eine von denen gewesen, die hier erst mal reflexartig „Rabenmutter“ gedacht hätte. Allein, weil ich es unglaublich wichtig fand, meine Tochter zu stillen, hätte ich nie so früh wieder anfangen wollen zu arbeiten.
    Zudem bin ich alleinerziehend, da habe ich die zwei Jahre vor der Fremdgetreuung voll ausgeschöpft. Aber auch mit Partner wäre ich so lange der Arbeit fern geblieben. Ich betrachte meine Arbeit aber auch nicht als besonders toll. Sie ist okay und ich verdiene Geld damit, sie ist nichts, über das ich mich definiere. Daher fällt es mir manchmal schwer, nachzuvollziehen, wie wichtig die Arbeit (unabhängig vom Geld) für Menschen sein kann. Das sie sich freuen, zur Arbeit zu gehen. Aber solche Leute soll es ja doch geben. 😉
    Im Endeffekt ist es aber schön, dass ihr eine Regelung gefunden habt, die hoffentlich gut für alle ist.

  49. Meine Tochter wurde 1988 in der DDR geboren. Da war es eine Errungenschaft sein Kind nicht mehr schon nach sechs Wochen in die Krippe abschieben zu müssen. Ich durft 1 JHR zu Hause bleiben und erhielt 75 Prozent meines GehaLTS: Würde ich immer wieder so machen. Mir war nie langweilig.

  50. Ich bin sowohl nach der Geburt meiner Tochter als auch anach der Geburtmeines Sohnes nach dem Mutterschutz wieder arbeiten geagangen. Mein Mann blieb zu Hause. Ich war gerade mit dem Studium fertig und verdiente als Diplomingenieurin Maschinenbau ungefähr das 1,5 bis 2 fache meines Mannes. für meinen Schwiedermutter brach eine Welt zusammen. Völlig unbeteiligte nannten mich eine Rabenmutter. Inzwischen bin ich Oma. Mein Sohn hat eine Tochter mit einem Jahr. Mein Sohn nahm 2 Minate Elternzeit. Meine Schwiegertochter hat es nicht eilig an ihren Arbeitsplatz zurück zu kehren.

    Meine Tochter ist inzwischen Master Maschinenbau. Sie will keine Kinder!!

  51. Hier ein Text, den ich gerade auf meiner Website geschrieben habe. Dieser Text erinnert mich daran, wie ähnlich die Erfahrungen sind.

    Bis ich Mitte 30 war, lebte ich in dem Gefühl, dass mich Feminismus nicht betrifft. Ich lebte ein Leben, in dem ich nicht um Gleichberechtigung kämpfen musste. Ich hatte sie und gut.
    Dann wurde ich Mutter.
    Von einem Tag auf den anderen hat mein Umfeld, egal ob nah oder fern, eine lautstarke Meinung dazu gehabt, wie mein Leben nun auszusehen hat. Ich werde bei der Arbeit Dinge gefragt, die mein Partner nie zu hören bekommt, meine vorher nie in Frage gestellte Kompetenz wird angezweifelt. Frauen beleidigen mich, weil ich Vollzeit arbeite; mir wird vorgeworfen meinem Sohn einen richtigen Namen vorzuenthalten, nur weil er meinen trägt. Als ich einen Arzttermin früh oder spät haben wollte, sagte die Arztheflerin: „Ja, der Mann meiner Freundin verdient auch nicht genug Geld.“
    Ein paar wenige, sagten mir sogar, eine Frau, wie ich sollte gar keine Kinder bekommen dürfen – das ist Deutschland im Jahre 2020.

    Feminismus betrifft mich.

  52. Als 6fache Mutter zu DDR-Zeiten habe ich mir genau die entgegengestzten Kommentare anhören müssen. „Na, du hast wohl keine lLust zu arbeiten?“ war noch der „freundlichste“ Kommentar. Aber die Jahre zu Hause(von 1978 bis 1986) möchte ich nicht missen! Aber natürlich soll jeder sein Leben so gestalten, wie er es möchte, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Eins frage ich mich jedoch, weil ich das schon so oft gehört habe. Wieso bitte ist die Kindererziehung KEINE intellektuelle Herausforderung? Und organisieren Sie mal einen grossen Haushalt, das ist die beste Qualifikation für TOP-Manager!

  53. *Schmunzel* Als Mutter von 6 Kinder, immer berufstätig gewesen (weil ich meinen Beruf mag) , erlebe ich genau das jeden Tag. Ein Schlacht, ja so fühle ich das auch. Auch wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen wurden, dass Frauen und Männer sich in die Familienarbeit reinteilen können und Frauen neben Famile arbeiten gehen *dürfen*, in den Köpfen der Gesellschaft ist das noch lange nicht verankert 🙁 Und Frauen müssen mehr darüber reden und sichtbar werden (Vielleicht die Vorlage für ein Buch??). Denn die Vorbilder gibt es schon, nur unsichtbar. Danke für diesen Artikel!!

  54. Nachdem ich mir auch schon wie ein Alien vorkomme, da ich nach 7 Monaten wieder arbeiten werde, habe ich mich sehr gefreut, dass es DOCH noch Gleichgesinnte gibt!
    Ich hatte gestern eine Telefongespräch mit einer Beratungsstelle, da ich mir unsicher bzgl. der Beantragung der Elternzeit war. Da wurde mir mitgeteilt, dass man Elternzeit nur in ganzen Jahren beantragen kann, während der Elternzeit jedoch nur 30 Stunden arbeiten dürfe?! Ich bin nun völlig verwirrt und auch verärgert. Darf ich fragen, wie Ihr das gemacht habt? Mir ist die ganze Materie (noch) etwas suspekt und bei der Internetrecherche finde ich nichts Passendes!

    1. Hallo Alexandra,

      auch wenn der Kommentar bestimmt zu spät kommt: Das ist natürlich Quatsch, man kann Elternzeit nur in ganzen Monaten beantragen (nicht in ganzen Jahren). 1. Monat wäre dann Geburtstermin Kind + ein Monat usw..
      Ich wünsche dir/ euch eine gute Elternzeit!

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