Foto: Azgan Mjeshtri | Unsplash

„Warum mache ich das eigentlich?” – eine Frage, die wir uns viel öfter stellen sollten

Hast du manchmal das Gefühl nur für das Wochenende zu leben? Der Alltag macht dich eher fertig, als dass er dich glücklich macht? Dann ist es Zeit, dein Warum zu überdenken.

Warum mach ich das?

Jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit sehe ich dutzende Menschen mit finsteren, traurigen Gesichtern. Sie kommen mir am Bahnhof entgegen, stehen mit mir beim Bäcker oder rempeln mich auf dem Bürgersteig an. Da ich meistens eher guter Laune bin, fällt mir diese Masse an entnervten Zombies natürlich negativ auf. Aber manchmal geht es auch mir so, dass ich keinen Plan habe, warum ich eigentlich jeden morgen aufstehe. Also, was ist dieses „Warum” überhaupt?

Warum ist ein Interrogativadverb und ein bekanntes Lied von Tik Tac Toe. Kleiner Spaß. Nein, es ist viel mehr. Das Warum ist der Grund, warum du morgens aufstehst. Es ist etwas, das dich erfüllt und das du gerne machst oder bist. Es bringt dir Inspiration, innere Stärke und einen Ausgleich zum Alltag. Sicher kennst du Leute, die vor Energie sprühen, die motivieren können und Leidenschaft für etwas mitbringen und diese faszinierenderweise auch in anderen erzeugen können. Diese Personen sind sich meist sehr bewusst, was ihr Warum ist.

Ich empfehle dir, das auch herauszufinden. Vielleicht überrascht dich dein wahres Warum sogar, wer weiß! Ich bin mir sicher, dass du von diesem Wissen profitieren wirst. Dass dir dein Warum innere Stärke geben wird und dass es dir dabei hilft, Stolpersteine leichter wegzukicken.

Dein Warum ist nicht messbar

Das Warum ist kein Ziel. Ziele sind eine etwas andere Kategorie: Ziele sind messbar, anhand von unterschiedlichen Indikatoren. Ein Ziel wäre es zum Beispiel, mit deinem Blog 1.000 Leser pro Tag zu erreichen oder innerhalb eines Jahres 100.000 Euro zu verdienen. Diese Zahlen sagen aber nichts über dein Warum aus. Das Warum ist eher der Grund, warum du den Blog betreibst. Sich dabei messbare Ziele zu stecken ist allerdings ein super Tool, um herauszufinden, wie viel man mit seinem Warum leisten kann.

Bist du bereits ein wahnsinnig glücklicher, aktiver und ausgeglichener Mensch? Cool für dich, du brauchst dich um dein Warum nicht mehr bewusst zu kümmern. Wenn dir allerdings manchmal der nötige Antrieb im Alltag fehlt, könntest du versuchen, dir über dein Warum klar zu werden. Es ist ein toller, motivierender innerer Motor, der dich auf Trab hält und dir vielleicht den entscheidenden Funken bringt, um endlich diese eine Sache zu starten, die schon so lange in dir schlummert.

Und, wie finde ich mein Warum heraus?

Das ist nicht schwer. Außerdem bin ich überzeugt davon, dass du sowieso schon eine gewisse Ahnung hast, du musst es dir nur noch klar machen. Also, stell dir einfach folgende Märchentraumwelt vor: Du hast keinerlei sozialen Druck, du fühlst dich ganz unabhängig von dem, was deine Freunde und Altersgenossen tun. Außerdem ist es in unserer fiktiven Situation gar kein Thema mehr, was deine Eltern oder Geschwister für ein Leben eingeschlagen haben und was sie dir bisher geraten haben, zu tun. Vergiss einfach all das für einen Augenblick. Übrigens hast du in unserer fiktiven Märchentraumwelt eine Millionen Euro gewonnen, herzlichen Glückwunsch! Geld ist also auch kein Problem mehr. Und nun stellst du dir noch vor, dass alles, was du in der Folge angehst, mit Lob und Wohlwollen von außen betrachtet wird: Alle um dich herum finden toll, was du machst. Du erntest eine Menge Anerkennung.

So, jetzt sind die Rahmenbedingungen abgesteckt. Du hast genug Kohle und niemand steht dir bei dem, was du machst im Wege. Was also würdest du tun? Ganz abgesehen davon, erst mal in den Urlaub zu fliegen und shoppen zu gehen. Welche Tätigkeit schwebt dir jetzt vor?

Und die nächste große Frage lautet: Warum? Wieso sind dir ausgerechnet diese Dinge in den Kopf gekommen, weshalb sind dir diese Ideen wichtig? Das sind schwierige Fragen, aber wenn du dich darauf einlässt, fällt dir bestimmt etwas Gutes ein. Das muss auch nicht sofort sein, solche Fragen muss man manchmal auch erst eine Zeit lang mit sich herum tragen, bevor etwas sinnvolles daraus entsteht.

Und nun?

Wenn du dein „Brainbaby” geboren hast, ergeben sich ganz schnell die nächsten Schritte. Du möchtest junge Menschen politisch aufklären, um das fortschreitende politische Desinteresse zu stoppen? Oder du möchtest die letzten Vertreter einer bestimmten Tierart vor dem Aussterben retten? Find ich klasse, da gibt es zahlreiche Wege sich einzusetzen, sei es über Petitionen oder gleich eine Rettungs-Reise in den Regenwald. Vielleicht möchtest du auch einfach eine Fashion-Inspiration für andere Mädels sein, dann starte unbedingt einen Blog. Übrigens musst du dafür nicht gleich alles hinschmeißen, viele erste Schritte lassen sich auch super nebenbei starten. Aber wenn die Tickets in Richtung Amazonas schon gebucht sind, lass dich nicht aufhalten!
Das Warum kann sich übrigens auch ändern! Kann sein, dass du in zehn Jahren lieber Mama bist, anstatt den Amazonas zu retten oder dein Outfit-of-the-day zu posten. Aber das ist ganz normal und sollte dich nicht davon abhalten, dein aktuelles Warum herauszufinden.

Wer macht es vor?

Es gibt ganz tolle, inspirierende Menschen, die zeigen, wie man ein Warum nach außen tragen kann. Die bei Kritik nicht gleich aufgeben, sondern selbstbewusst ihren Visionen nachgehen. Hier drei von vielen, vielen cleveren Frauen, die das meiner Meinung nach ziemlich gut vormachen:

Nike van Dinther: Die Gute kennst du mit Sicherheit von ihrem sehr erfolgreichen Mode-Blog ThisIsJaneWayne. Sie hat eine ungewöhnliche Philosophie: Sie meint, dass Mode nicht nur ein Konsumphänomen ist, sondern auch eine soziale Kraft hat. Passenderweise findet man auf ihrem Blog auch viel über Kultur und Gesellschaftskritik.

Laura Malina Seiler:  Die unglaublich sympathische Laura ist kurzgesagt eine Expertin darin, Menschen glücklich zu machen. Sie hat einen tollen inspirierenden Podcast, in dem sie ganz viel Wissen über Selbstbewusstsein, Ängste und Motivation auf charmante Art und Weise vermittelt.

Brene Brown: Die amerikanische Autorin ist eine Verfechterin der Verletzlichkeit und der Möglichkeit, selbst in schwierigen Situationen einen Sinn aus dem Scheitern oder der persönlichen Schwäche zu ziehen. Ihr TED-Talk ist sehr zu empfehlen.

In einer idealen Märchenwelt ohne Ängste oder sozialen Druck hätten alle das Warum geklärt und würden glücklich ihren Lebensträumen nachgehen. Leider ist unser Leben nicht immer ein einziges heiteres Blumenpflücken, aber du kannst durch eine kleine Reise zur dir selbst herausfinden, welches warum in dir schlummert und ausloten, wie du es leben kannst. Probiere es aus!

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