Foto: Zukunft Personal Europe

Christiane Nägler: „Es gibt immer mehr Frauen, die eine männlich dominierte IT-Kultur kreativ weiterentwickeln“

Kund*in
Zukunft Personal Europa
Autor*in
EDITION F studio
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Christiane Nägler ist Senior Director der Zukunft Personal Europe und vereint im September in Köln das Who’s Who der HR-Branche auf einer Messe. Im Interview berichtet sie vom Einfluss der Digitalisierung im Recruiting-Prozess und gibt Einblick in einen der Themenschwerpunkte diesen Jahres, bei dem es sich um die Geschlechtergerechtigkeit im Job dreht: den „Female Shift“.

Frau Nägler, die Zukunft Personal Europe findet dieses Jahr unter dem Motto „work:olution – succeed in permanent beta“ statt. Können Sie uns kurz zusammenfassen, was die Besucher*innen erwartet?

„Die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit erfordert von Arbeitgeber*innen und Mitarbeiter*innen besonders hohe Flexibilität, Mut und emotionale Intelligenz. Wir befinden uns sozusagen in einem kontinuierlichen ‚Beta-Status‘ und müssen uns ständig anpassen. Sei es an neue Marktbedingungen, die Entstehung neuer Formen der Zusammenarbeit und nicht zuletzt die Verschmelzung von künstlicher und menschlicher Intelligenz. Die Chancen und Herausforderungen, die sich daraus ergeben, stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Messe. So gibt es beispielsweise Anregungen und Impulse zu folgenden Fragen: Wie stellen wir sicher, dass tatsächlich die gesamte Gesellschaft von der digitalen Transformation der Arbeitswelt profitiert?  Welche digitalen Tools erleichtern uns künftig die Arbeit? Welche neuen Lernstrategien sind wirklich sinnvoll und zielführend? Ist der digitale Wandel in Bezug auf die Chancengleichheit von Frauen in Führungspositionen von Vorteil oder Nachteil?

Unsere Besucher*innen erhalten während der drei Messetage einen umfassenden Überblick über die gesamte Bandbreite des HR- und Digitalisierungsmanagements. Zu den Themenschwerpunkten gehören unter anderem die Bereiche Recruiting Technologies, Digital Learning Trends, Corporate Health und Female Shift.“

Die Zukunft Personal Europe wird als das führende ExpoEvent im Bereich der Arbeit bezeichnet. Was unterscheidet die Messe von ähnlichen Veranstaltungen und welche Zielgruppe wollen Sie konkret ansprechen?

„Die große Bandbreite und Anzahl der Aussteller*innen und Vorträge macht die Zukunft Personal Europe zur europäischen HR-Leitmesse. Während der Messe kommen knapp 770 Aussteller*innen zusammen und die Besucher*innen haben die Chance auf 450 informative Best-Practice-Vorträge und interaktive Formate. Damit geben wir praktische Handlungsoptionen für die digitale Arbeitswelt und bieten Know-how, mit dem die Besucher*innen den Wandel zur Digitalisierung selbst gestalten können. Die Messe ist zugleich Seismograf und auch Networking-Plattform. Wir vernetzen als Impulsgeber Menschen und Märkte in den Themenbereichen HR-Management, Digitalisierung und Leadership.

Entscheider*innen, HR-Verantwortliche und Gestalter*innen der Arbeitswelt verschaffen sich auf der Zukunft Personal Europe den entscheidenden Marktüberblick und tauschen sich über die Trends von heute und morgen aus. In diesem Jahr legen wir einen besonderen Fokus auf den Austausch mit Digitalisierungs-Strateg*innen wie Chief-Digital-Officern, Digital-Solution-Manager*innen, Change- und Innovations-Manager*innen.“

Wie Sie bereits erwähnten, steht digitale Transformation der HR-Branche im Fokus der Messe. Was für Trends sind Bewerbungsprozess erkennbar und was wird auch für Arbeitnehmer*innen in Zukunft interessant?

„Ja, dieses Thema wird auf der Messe einen besonderen Raum einnehmen. In der Halle 3.1. bieten knapp 100 Aussteller*innen einen Überblick zu Produktneuheiten rund um den Bewerbungsprozess. Was kommt nach der Stellenanzeige? Was kann und sollte im Recruiting digitalisiert werden? Diesen Fragen widmen sich zahlreiche Vorträge auf der Future Stage Recruiting. Tech und Recruiting ist dabei Thema Nummer 1 – bspw. die Einbindung von Chatbots oder Robot Recruiting.

Aufgrund des Fachkräftemangels entwickelt sich der Arbeitsmarkt weg von einem Arbeitgeber*innenmarkt hin zu einem Arbeitnehmer*innenmarkt.

Um potenzielle Mitarbeiter*innen zu überzeugen, wird viel auf die Kandidat*innen eingegangen: Der Bewerbungsprozess wird erleichtert, beispielsweise durch One-Click-Bewerbungen oder Mobile-Recruiting. Aufgrund der digitalen Transformation werden auf Bewerberseite berufliche Social-Media-Profile wie bei Xing oder LinkedIn immer wichtiger. Auf der anderen Seite gewinnen Arbeitgeberbewertungsplattformen wie kununu an Bedeutung für die Auswahl der Arbeitgeber*innen.“

Neben der Digitalisierung steht mit dem Themenpunkt „Female Shift“ auch die Geschlechtergerechtigkeit für Führungspositionen im Fokus der Messe. Sehen sie zwischen den beiden Themen besondere Berührungspunkte?

„Gerade im Zeitalter der Digitalisierung machen zukünftig diejenigen Karriere, die sich auf den schnellen Wandel in allen Lebensbereichen einlassen und ihn mitgestalten wollen. Chaoskompetenz und Empathie sind gefragt. Das sind unserer Meinung nach Eigenschaften, die überwiegend weiblich geprägt sind. Mit der digitalen Transformation ändern sich auch die Arbeits- und Unternehmenskulturen in vielen Firmen. Dabei gibt es einige Entwicklungen, die sich positiv für Frauen auswirken könnten: So lassen sich durch innovative Arbeitszeitmodelle Familie und Arbeit besser miteinander vereinbaren. Zum Beispiel fließen hier Zeit- und Erwerbstätigenkonten oder Teilzeitarbeitsmöglichkeiten mit Rückkehrgarantie ein.

Die Tendenz geht hin zur Auflösung männlich und meist technisch fokussierter Denkweisen und Strukturen zugunsten von Soft Skills und offenen, agilen Strukturen.

Außerdem wird die Schließung des Gender-Pay-Gap angestrebt, also die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen für gleiche Arbeit. Und es gibt mehr Frauen in MINT-Berufen, einerseits weil die Gleichberechtigung vorangetrieben wurde, aber andererseits auch, um die männlich dominierte IT-Kultur kreativ weiter zu entwickeln.“

Es wird über 40 Beiträge zum Thema „Female Shift“ geben – welches sind denn Highlights, auf die sich die Besucher*innen besonders freuen können?

„Wir freuen uns besonders auf die Paneldiskussionen der ‚Initiative Chefsache‘, einem Netzwerk zur Förderung ausgewogener Verhältnisse von Frauen und Männern in Führungspositionen. Aber die Besucher*innen erwarten auch viele weitere Speaker*innen. Aya Jaff ist beispielsweise Gründerin und CEO der ‚CoDesigner Factory GmbH‘ und Deutschlands bekannteste Programmiererin. Sie soll unter anderem jungen Frauen Mut machen, sich in technik-affinen Berufen zu positionieren und die vielen neuen Chancen für Unternehmensgründungen aufzugreifen.

Zu den Keynote-Referentinnen zählen Barbara Wittmann, Senior Director Talent Solutions bei ‚LinkedIn‘, Autorin und Soziologin Dr. Auma Obama, Memory Hacker Dr. Julia Shaw und Heidi Moser, Head of HR bei ‚ratioform Verpackungen GmbH‘. Die Themen sind dabei ganz breit gefächert: Während beispielsweise Wittmann über die strategische Personalplanung in Zeiten von Künstlicher Intelligenz spricht, wird Moser zusammen mit Dirk Müller, CIO der ‚Franz Haniel & Cie.‘ und CEO der Digital-Einheit ‚Schacht One‘, in einem Doppelvortrag die digitale Transformation und die Rolle von HR in den Fokus rücken. Die Keynote von Shaw zeigt auf, wie mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz unser Erinnerungsvermögen verbessert werden kann und welche positiven Auswirkungen das auf die Unternehmenskultur hat.“

Bei dem Format „Meet the Blogger“ können die Besucher*innen die kompetentesten HR-Blogger*innen treffen und sich mit ihnen austauschen. In diesem Jahr nehmen an dem Format erstmals mehr Frauen als Männer teil. Beobachten Sie einen generellen Wandel hin zu mehr weiblichen Bloggerinnen mit Expertise im Bereich Human Ressource?

„Generell möchten wir mit dem Format ‚Meet the Blogger‘ unseren Fachbesucher*innen die Möglichkeit geben, das Who’s Who der HR-Bloggerszene kennenzulernen. Dabei ist das Geschlecht Nebensache, vielmehr kommt es auf spannende Themen und Denkansätze an. Aber tatsächlich wollten wir in diesem Jahr neben den etablierten Blogger*innen – die (noch) überwiegend männlich sind – auch ‚neuen‘ Blogger*innen und den Betreiber*innen unkonventioneller Blogs verstärkt eine Plattform bieten. Und dadurch haben wir eher zufällig vermehrt Frauen angesprochen.“

Mehr zur Messe

Mehr zu den Themen Digitalisierung in der HR-Branche und dem Schwerpunkt „Female Shift“ gibt’s auf der Zukunft Personal Europe vom 11. bis 13. September in Köln. Du bist interessiert? Mit dem Code ZPE18_EDITION_F erhalten die ersten 100 Personen einen exklusiven Rabatt von 30 Prozent auf ihre Tages-Tickets. Einfach auf der Website deinen Code eingeben, Ticket kaufen und schon kannst du dich auf spannende Speaker*innen und interaktive Formate freuen.

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